11.3 Siedlung und Gewerbe

Bei der Siedlungsentwicklung sollen die Ziele des Landesentwicklungsprogrammes berücksichtigt werden (BAYERISCHE STAATSREGIERUNG 1994). Dabei sind unter landschaftsplanerischen Gesichtspunkten v.a. folgende Ziele von Bedeutung:

  • Die gewachsene Siedlungsstruktur sowie die Identität der Siedlungen (vgl. LEP S. 317) soll erhalten und unter Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen entsprechend den Bedürfnissen von Bevölkerung und Wirtschaft weiterentwickelt werden. Auf das charakteristische Orts- und Landschaftsbild soll geachtet werden. (B II, 1)
  • Für die Siedlungsentwicklung besonders geeignet sind Teilräume an Entwicklungsachsen oder an leistungsfähigen Verkehrswegen, sofern ... keine übermäßige Belastung des Naturhaushalts oder des Orts- und Landschaftsbildes zu erwarten ist. Beschränkungen der Siedlungsentwicklung nach Art und Umfang kommen für Teilräume in Betracht, die einen hohen Anteil an besonders schützenswerten Landschaftsteilen aufweisen, in denen der Naturhaushalt und das Orts- und Landschaftsbild bereits starken Belastungen ausgesetzt sind oder in denen andere Nutzungen Vorrang haben. (B II, 1.2)
  • In allen Gemeinden soll in der Regel eine organische Siedlungsentwicklung stattfinden. Der Umfang der organischen Siedlungsentwicklung einer Gemeinde bemisst sich nach ihrer Lage, Größe, Struktur und Ausstattung (B II, 1.3)
  • Die Zersiedelung der Landschaft soll verhindert werden. Siedlungsgebiete sowie sonstige Vorhaben sollen schonend in die Landschaft eingebunden werden. Eine ungegliederte, insbesondere bandartige Siedlungsentwicklung soll durch ausreichende Freiflächen zwischen den Siedlungseinheiten, vor allem ... in Fluss- und Wiesentälern vermieden werden. (B II, 1.5)
  • Auf die Erhaltung der Versickerungsfähigkeit von Flächen, insbesondere durch Beschränkung der Bodenversiegelung, soll hingewirkt werden (B XII 4.6)
  • Besonders schützenswerte Landschaftsteile sowie der Zugang zu diesen sind von einer Bebauung freizuhalten. Dies gilt insbesondere für
    • Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete
    • besonders bedeutende, weithin einsehbare Landschaftsteile wie landschaftsprägende Höhenrücken, Kuppen und Hanglagen
    • Schutzwälder, Erholungswälder und Bannwälder sowie deren unmittelbare Randzonen
    • Fluss- und Seeuferbereiche, die ökologisch wertvoll oder der Allgemeinheit für Erholungszwecke vorzubehalten sind
    • ökologisch wertvolle Verlandungszonen und Moore (B II, 1.7).

In der Region Main-Rhön sollen vor diesem Hintergrund sowie auf Grund der regionalen Gegebenheiten aus der Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege insbesondere folgende Grundsätze beachtet werden (vgl. auch STMLU 1993a, 1993b, 1995, 2001):

  • Die Inanspruchnahme von freier Landschaft und die Versiegelung der Böden soll so gering wie möglich gehalten werden. Dies kann vor allem durch flächensparende Bauweisen, Nachverdichtung (v.a. in Städten), Sanierung der alten Ortskerne, Nutzung leerstehender Gebäude und Bebauung von Industriebrachen erreicht werden.
  • Unbebaut bleiben sollen neben den im LEP genannten Landschaftsteilen (s.o.):
    • Auenfunktionsräume mit ihren Überschwemmungsgebieten bzw. Retentionsräumen für Hochwasser (vgl. Karte 1.2),
    • Gebiete mit hervorragender Bedeutung für den Bodenschutz (vgl. Karte 4.1)
    • Landschaftsteile mit natürlicher/naturnaher Entwicklung sowie mit vorherrschenden Leistungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild (vgl. Karte 6), insbesondere mit besonders schutzwürdigen Arten- oder Lebensraumbeständen sowie Erweiterungs- und Entwicklungsflächen für naturnahe Lebensräume, sowie Grünzäsuren (vgl. Karte 6),
    • regionale Biotopverbundachsen,
    • Natura 2000-Gebiete,
    •  Wälder, insbesondere wenn sie besondere Erholungsfunktionen, ökologische Funktionen oder sonstige Schutzfunktionen übernehmen,
    • Landschaftsteile mit wichtiger Erholungsfunktion
    • wichtige Frischlufttransportbahnen,
    • überdurchschnittlich ertragreiche Böden.
  • Bei der Siedlungsentwicklung sollen das typische Orts- und Landschaftsbild, die landschaftstypische Siedlungsstruktur sowie die Identität der Siedlungen in ihrem Charakter nicht nachteilig verändert werden. Wertvolle Siedlungsbereiche, Baudenkmale, Gebäudeensembles, landschaftstypische Bauweisen, Blickbeziehungen und landschaftstypische dörfliche Siedlungsstrukturen sollen bewahrt werden. In der Region soll insbesondere auf die dauerhafte Bewahrung der landschaftsprägenden Erscheinung fernwirksamer Bauten (v.a. Kirchen, Schlösser, Burgen) und historischer Orts- und Stadtkerne geachtet werden.
  • An fernwirksamen Hanglagen und visuellen Leitstrukturen (siehe Karte 1.5), insbesondere an den Steillagen des Main-, Saale und Sinntals sowie am Haßberge- und Steigerwaldtrauf sollen Flächeninanspruchnahmen für Siedlungszwecke möglichst nicht erfolgen.
  • Bei der Siedlungsentwicklung größerer Orte und Städte sowie der Kurorte soll auf die Erhaltung und Entwicklung eines ausreichenden Grünflächennetzes, das mit der freien Landschaft verbunden ist, geachtet werden.
  • Innerhalb solcher Grünflächennetze sollen naturnahe Lebensräume und Sonderstandorte erhalten und wieder entwickelt werden. Hierzu sollen versiegelte Flächen oder verbaute Gewässer möglichst revitalisiert werden und als Biotopverbund funktional miteinander und mit Lebensräumen der freien Landschaft vernetzt werden.
  • Die letztgenannten Bestrebungen können durch Maßnahmen einer ökologischen Wohnumfeldgestaltung (naturnahe Garten- und Freiflächengestaltung, Fassaden- und Dachflächenbegrünung, extensive Grünflächenpflege, Hilfsmaßnahmen für Einzelarten wie Vögel, Säugetiere, Fledermäuse, Schmetterlinge und Hautflügler, Förderung von Pionier- und Ruderallebensräumen) sinnvoll ergänzt werden.
  • Im Übergangsbereich zur freien Landschaft sollen gewachsene und intakte Ortsränder erhalten bleiben und auf die landschaftliche Einbindung neuer Wohn- und Gewerbegebiete besonders geachtet werden. Hierzu sollen typische Siedlungsrandstrukturen (wie Wiesen und Weiden, Streuobstbestände, Gebüsche, Hecken, Feldgehölze, Raine, Ranken, Fließ- und Stillgewässer, gewässerbegleitende Säume und Gehölze, Waldränder) erhalten und wieder geschaffen werden.
  • Der Entleerung von Ortskernen v.a. in Dörfern soll entgegengewirkt werden, indem eine Sanierung der alten Bausubstanz erfolgt, die den heutigen Wohn- und Lebensbedürfnissen angepasst ist, ohne ggf. denkmalpflegerische Belange zu vernachlässigen.
  • Die Siedlungsentwicklung soll sich nicht auf reliefbedingte Leit-Strukturen wie steile Talhänge oder Hangkanten mit Hecken, Magerrasen, Streuobst u.a.m. erstrecken, sondern diese freihalten und ggf. erst wieder auf angrenzenden Hochflächen erfolgen. Entsprechende Situationen treten z.B. in Heustreu, Hollstadt, Münnerstadt, Aschach, Poppenlauer oder Trossenfurt auf.
  • Einer Zersiedelung der Landschaft soll entgegengewirkt werden. Dies gilt insbesondere im Bereich der Talräume und im Umfeld der größeren Städte, wo die Gefahr einer entsprechenden negativen Siedlungsentwicklung aufgrund der topographischen Bedingungen bzw. der Siedlungsdynamik besonders groß ist.

 

Besondere Einzelhinweise (siehe Karte 6):

Nachfolgend werden besondere Einzelhinweise für geplante Siedlungsflächen (siehe Karte 2.1) gegeben. Darüber hinaus werden Orte mit besonderen Konstellationen im Hinblick auf eine künftige Siedlungsentwicklung, welche durch die oben beschriebenen, allgemeingültigen Kriterien nicht abgedeckt sind, gesondert behandelt. Weitere Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in den angesprochenen Räumen sind in den schutzgutbezogenen Zielkonzepten (Kap. 6) und im Leitbild der Landschaftsentwicklung (Kap. 7) dargestellt.

S1 Siedlungsentwicklung im Raum Bischofsheim

Im Raum Bischofsheim besteht entlang des Brendtals die Tendenz des Zusammenwachsens von Bischofsheim mit den Orten Frankenheim und v.a. Unterweißenbrunn. Hier sollen Grünzäsuren die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte sowie die landschaftliche Gliederung aufrechterhalten werden. Das Brendtal sowie die anschließenden Hangbereiche zwischen Bischofsheim und Unterweißenbrunn sollen ohnehin auf Grund ihrer hervorragenden Bedeutung für den Artenschutz, wegen ihrer Biotopverbundfunktion und ihres herausragenden landschaftlichen Erscheinungsbilds von Bebauung freigehalten bleiben.

S2 Siedlungsentwicklung Ostheim

Zusätzlich zu den Gebieten mit hervorragender Bedeutung für den Arten- und Gewässerschutz sowie die Erhaltung von Auenfunktionen (Streutal sowie Gebiete Richtung „Weyhershauk“ und „Lindenberg“ im Norden und Süden Ostheims) soll auch der Hangbereich, der nordöstlich an Ostheim angrenzt, von Bebauung freigehalten werden. Das landschaftliche Erscheinungsbild würde durch die Bebauung dieses fernwirksamen Hangbereichs nämlich erheblich beeinträchtigt, außerdem weist dieses Gebiet eine besondere Bedeutung für die Entwicklung von seltenen und gefährdeten Lebensräumen auf. Für künftige Siedlungserweiterungen bestehen im Hinblick auf Naturschutz und Landschaftsbild im Süden und Südwesten des Ortskerns günstigere Entwicklungsmöglichkeiten.

S3 Siedlungsentwicklung Mellrichstadt

Bei der künftigen Siedlungsentwicklung Mellrichstadts sollen zusätzlich zu den Gebieten mit hervorragender Bedeutung für den Arten- und Gewässerschutz sowie die Erhaltung von Auenfunktionen (Streutal, Mahlbachtal und Tal des Rossriether Bachs mit angrenzenden Hängen) auch die Kulturlandschaften der Hangbereiche nördlich des Standortübungsplatzes sowie östlich und nördlich des Segelflugplatzes von Bebauung freigehalten werden. Gegen eine Bebauung sprechen dort die besondere Bedeutung des Gebiets für den Artenschutz und für die Entwicklung von seltenen und gefährdeten Lebensräumen und die zu erwartende erhebliche Beeinträchtigung des landschaftlichen Erscheinungsbilds. Für künftige Siedlungserweiterungen bestehen aus landschaftlicher Sicht im Norden und Südosten Mellrichstadts günstigere Entwicklungsmöglichkeiten.

S4 Siedlungsentwicklung Wollbach

Die geplante Siedlungserweiterung im Norden Wollbachs soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Am Talhang zum Wollbach im Nordosten des Orts soll allerdings auf Grund der hohen Lebensraumqualität und des hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume keine Siedlungserweiterung erfolgen, zumal im Norden, Westen und Südwesten genügend Flächenpotenzial für die Ortsentwicklung vorhanden ist.

S5 Siedlungsentwicklung Hollstadt

Bei der künftigen Siedlungsentwicklung Hollstadts sollen zusätzlich zu den Gebieten mit hervorragender Bedeutung für den Arten- und Gewässerschutz sowie die Erhaltung von Auenfunktionen (Saaletal mit angrenzenden Hängen) auch die Umgebung des Fassertals einschließlich des östlich des Tals gelegenen Walds von Bebauung freigehalten werden. Gegen eine Bebauung sprechen dort die besondere Bedeutung des Gebiets für den Artenschutz und für die Entwicklung von seltenen und gefährdeten Lebensräumen und die zu erwartende erhebliche Beeinträchtigung des landschaftlichen Erscheinungsbilds. Für künftige Siedlungserweiterungen bestehen aus landschaftlicher Sicht auf den Höhenlagen im Nordosten günstigere Entwicklungsmöglichkeiten.

S6 Siedlungsentwicklung Waltershausen

Bei der künftigen Siedlungsentwicklung Waltershausens soll neben dem Milztal auch die strukturreicheren Hänge westlich des Orts von Bebauung freigehalten werden. Gegen eine Bebauung sprechen dort die besondere Bedeutung des Gebiets für das landschaftliche Erscheinungsbild (im Südteil auch für den Artenschutz und für die Entwicklung von seltenen und gefährdeten Lebensräumen). Für künftige Siedlungserweiterungen bestehen aus landschaftlicher Sicht v.a. südlich des Milztals günstigere Entwicklungsmöglichkeiten, wobei in dieser insgesamt sensiblen Landschaft im Rahmen der o.g. Grundsätze insbesondere auf eine landschaftsgerechte Einbindung der Neubaugebiete geachtet werden soll.

S7 Siedlungsentwicklung im Raum Höchheim - Irmelshausen

Im Raum Höchheim - Irmelshausen besteht nördlich des Milztals die Tendenz des Zusammenwachsens der beiden Orte. Hier soll durch eine Grünzäsur die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte sowie die typische landschaftliche Gliederung aufrechterhalten werden. Für beide Orte bestehen genügend Alternativen zur Entwicklung, allerdings soll das Milztal von Bebauung freigehalten werden.

S8 Siedlungsentwicklung im Raum Bad Brückenau

Auf Grund seiner Lage im schmalen Sinntal mit seinen angrenzenden, überwiegend bewaldeten Steilhängen gestaltet sich die weitere Siedlungsentwicklung des Mittelzentrums Bad Brückenau schwierig. Die Stadt ist mit Ausnahme eines Waldgebiets im Süden vollständig von Gebieten, die eine hervorragende und damit vorrangige Bedeutung für den Arten- und Gewässerschutz sowie die Auenfunktionen aufweisen, umgeben. Zunächst sollen daher alle Möglichkeiten zur Nachverdichtung, Nutzung leerstehender Gebäude und ggf. Bebauung von Industriebrachen genutzt werden. Etwas weniger schwerwiegend erscheinen auf Grund der aktuellen Lebensraumqualität die Folgen einer Bebauung – angrenzend an bestehende Siedlungen – der Hänge im Südwesten und Nordwesten (jeweils westlich der B 27). Keinesfalls weiter bebaut werden sollen auf Grund ihrer vielfältigen Funktionen (Lebensraum, Biotopverbund, Retention, Frischluftbahn, Naherholung) Flächen im Sinntal.

S9 Siedlungsentwicklung im Raum Geroda - Platz

Zwischen den Orten Geroda und Platz besteht die Tendenz des Zusammenwachsens. Hier soll durch eine Grünzäsur die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte sowie die typische landschaftliche Gliederung aufrechterhalten werden. Westlich Geroda und südlich Platz bestehen Alternativen zur Entwicklung, wobei in dieser insgesamt sensiblen Landschaft im Rahmen der o.g. Grundsätze insbesondere auf eine sehr maßvolle Siedlungsentwicklung und eine landschaftsgerechte Einbindung der Neubaugebiete geachtet werden soll. Aus diesem Grund soll der Sanierung der Ortskerne zur Vermeidung deren weiterer Entleerung oberste Priorität bei der baulichen Entwicklung eingeräumt werden.

S10 Siedlungsentwicklung im Raum Stangenroth - Burkardroth

Zwischen den Orten Stangenroth und Burkardroth besteht die Tendenz des Zusammenwachsens. Hier soll eine Grünzäsur der Aufrechterhaltung einer landschaftstypischen Siedlungsstruktur sowie der Identität der Siedlungen dienen, zumal Burkardroth bereits mit den Orten Zahlbach und Wollbach zusammengewachsen ist. Für beide Orte bestehen alternative Entwicklungsmöglich-keiten (z.B. östlich Stangenroth, südwestlich Burkardroth/Zahlbach), wobei in dieser insgesamt sensiblen Landschaft im Rahmen der o.g. Grundsätze insbesondere auf eine sehr maßvolle Siedlungsentwicklung und eine landschaftsgerechte Einbindung der Neubaugebiete geachtet werden soll.

S11 Siedlungsentwicklung im Raum Bad Neustadt a.d. Saale - Hohenroth

Die geplante Siedlungserweiterung im Nordosten Hohenroths soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Allerdings soll eine Grünzäsur das langfristige Zusammenwachsen von Hohenroth mit Bad Neustadt verhindern, das bestehende Trenngrün soll daher erhalten werden. Eine künftige Siedlungsentwicklung Hohenroths nach Süden soll auf keinen Fall die fernwirksamen und für den Artenschutz und den Biotopverbund bedeutsamen Saaletalhänge beeinträchtigen.

Unter den Gebieten von hervorragender Bedeutung, die nach den o.g. Grundsätzen auch in Bad Neustadt von einer Siedlungsentwicklung freigehalten werden sollen (Saaletal, Brendtal, Wälder östlich Herschfeld - Bad Neuhaus u.a.m.), soll im Brendtal auf die Stärkung seiner vielfältigen Funktionen (Lebensraum, Biotopverbund, Kalt- und Frischlufttransport, Retention, Naherholung) hingewirkt werden. Dazu sollen z.B. bei Nutzungsaufgabe Bauten, die den Talraum einengen, entfernt werden.

S12 Siedlungsentwicklung im Raum Niederlauer - Burglauer - Strahlungen

Die geplante Siedlungserweiterung westlich Niederlauer und die Gewerbegebietserweiterung der Gemeinde östlich der B 19 sollen nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung (insbesondere der Eingrünung) erfolgen. Zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der naturschutzfachlich hochwertigen Saaletalhänge soll bei der Siedlungserweiterung im Westen ein ausreichender Abstand zu den dortigen Wäldern eingehalten werden, um den Aufbau bzw. die Erhaltung eines gestuften Waldrands zu ermöglichen.

Eine Grünzäsur zwischen Niederlauer und Burglauer soll das Zusammenwachsen dieser Orte verhindern und die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte erhalten.

Die geplante Siedlungserweiterung südlich Strahlungen soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen.

S13 Siedlungsentwicklung Saal a.d. Saale

Die gegenwärtig geplante Siedlungserweiterung südlich und südwestlich Saal a.d. Saale soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Eine künftige Siedlungsentwicklung soll nicht im Saaletal und seinen angrenzenden Hängen auf Grund der hervorragenden und damit vorrangigen Bedeutung für den Arten- und Gewässerschutz sowie die Auenfunktionen erfolgen.

S14 Siedlungsentwicklung Sulzfeld

Westlich Sulzfeld erstreckt sich ein für den Artenschutz und die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume bedeutendes Gebiet, u.a. das Bargettal. Da im Osten und Süden Sulzfelds noch räumliche Alternativen bestehen, soll keine Siedlungsentwicklung nach Westen erfolgen.

S15 Siedlungsentwicklung Münnerstadt

Münnerstadt ist von einer erheblichen Anzahl von Flächen, die eine hervorragende Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Landschaftsfunktionen besitzen und daher aus der Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege für eine Siedlungserweiterung ungeeignet sind, umgeben. Erweiterungen erscheinen im Norden beiderseits des Lauertals und im Südosten angrenzend an die bestehende Siedlung möglich. Daher erscheint die geplante Gewerbegebietserweiterung zwischen Lauertal und B 19 aus der Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege vertretbar, sie soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Das Trenngrün im Talraum zwischen Stadtkern und südlicher Siedlung soll bestehen bleiben und die strukturreichen nordwestexponierten Talhänge bis zum südlich angrenzenden Naturschutzgebiet mit einschließen.

S16 Siedlungsentwicklung im Raum Bad Kissingen

Zur Vermeidung einer bandartigen Siedlungsentwicklung entlang des Saaletals sind zwischen den Orten Hausen und Bad Kissingen sowie zwischen Bad Kissingen und Arnshausen Grünzäsuren erforderlich. Das Tal der Fränkischen Saale soll auf Grund der vorrangigen Erhaltung seiner ökologischen und erholungsbezogenen Funktionen von Bebauung freigehalten bleiben, daher soll das bestehende Trenngrün erhalten und im Norden bis Hausen erweitert werden.
Eine Grünzäsur zwischen Haard und Nüdlingen soll das Zusammenwachsen dieser Orte verhindern und die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte erhalten, zumal die dortigen Muschelkalk-Hänge am Altenberg von hervorragender Bedeutung für den Artenschutz sind.

S17 Grünzäsuren im Raum Oberthulba - Stralsbach

Zur Vermeidung eines für den ländlichen Raum in der Südrhön überdimensionierten, ungegliederten Siedlungskonglomerats aus Wohn- und Gewerbeflächen im Raum Oberthulba – Schlimpfhof – Albertshausen sind mehrere Grünzäsuren erforderlich. Hierfür eignen sich Abschnitte des Thulba- und Lautertals einschließlich ihrer Hänge zwischen Oberthulba und Schlimpfhof sowie der Hangmuldenzug westlich Albertshausen.
Eine Grünzäsur soll auch die strukturreichen Hanglagen südwestlich Stralsbach in Richtung Gewerbegebiet sichern und ein Zusammenwachsen des Gewerbegebiets mit dem alten Ortskern verhindern.

S18 Siedlungsentwicklung Hammelburg

Die gegenwärtig geplante Siedlungserweiterung im Südosten Hammelburgs soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Auf Grund seiner Lage zwischen Saale- und Thulbatal im Westen, Süden und Osten und den steilen Muschelkalkhängen im Norden gestaltet sich die weitere Siedlungsentwicklung des Mittelzentrums Hammelburg allerdings schwierig. Die Stadt ist damit nach erfolgter o.g. Siedlungserweiterung vollständig von Gebieten, die eine hervorragende und damit vorrangige Bedeutung für den Arten- und Gewässerschutz sowie die Auenfunktionen aufweisen, umgeben. Zunächst sollen daher alle Möglichkeiten zur Nachverdichtung, Nutzung leerstehender Gebäude und ggf. Bebauung von Industriebrachen genutzt werden. Etwas weniger schwerwiegend erscheinen auf Grund der aktuellen Lebensraumqualität die Folgen einer Bebauung unterer Hanglagen des Rechbachtals im Nordwesten. Keinesfalls weiter bebaut werden sollen auf Grund ihrer vielfältigen Funktionen (Lebensraum, Biotopverbund, Retention, Frischluftbahn, Naherholung) Flächen im Saale- und Thulbatal sowie weitere Hanglagen im Norden.


S19 Siedlungsentwicklung zwischen Schweinfurt und Bad Kissingen

Der Raum Zwischen Schweinfurt und Bad Kissingen entlang des Werntals und der B 286 stellt ein Schwerpunktgebiet der Siedlungsentwicklung im Verdichtungsraum Schweinfurt und der Region 3 insgesamt dar. Zur Vermeidung eines durchgängigen Siedlungsbandes zwischen den genannten Städten sind zwischen folgenden Ortschaften Grünzäsuren notwendig:

  • zwischen Niederwerrn und Oberwerrn
  • zwischen Kronungen und Poppenhausen
  • zwischen Ebenhausen und Oerlenbach sowie
  • zwischen Oerlenbach und Eltingshausen.

Das Werntal soll aus den genannten Gründen von weiterer Bebauung freigehalten werden und wurde deshalb auch als regionaler Grünzug vorgeschlagen (siehe Kap. 8.2).

S20 Siedlungsentwicklung im Raum Maßbach

Zwischen den Orten Maßbach und Volkershausen sowie Thundorf und Rothhausen besteht die Tendenz des Zusammenwachsens. Hier soll durch Grünzäsuren die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte sowie die typische landschaftliche Gliederung aufrechterhalten werden. Für alle Orte bestehen zudem räumliche Alternativen zur Ortsentwicklung.

S21 Siedlungsentwicklung im Raum Schweinfurt

Die gegenwärtig geplanten Siedlungserweiterungen im Nordwesten und Südwesten Schweinfurts sollen nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Belange der siedlungsnahen Erholung, des klimatischen und lufthygienischen Ausgleichs sowie der Gliederung der Siedlungsstruktur sprechen für eine Erhaltung bzw. Ausweisung der Täler und angrenzenden Hangbereiche des Steingrabens, des Marienbachs, des Zeller Grundbachs und des Höllenbachs als Grünzäsuren. Außerdem soll eine Grünzäsur am nordwestlichen Stadtrand bei Niederwerrn ein weiteres Zusammenwachsen von Siedlungsflächen verhindern, gerade zwischen Stadt und Umland ist die Bewahrung der Ablesbarkeit der Siedlungsgliederung und die Aufrechterhaltung der Identität der Siedlungen (vgl. LEP, Ziel B I 2.2) besonders vonnöten. Unter den Gebieten von hervorragender Bedeutung, die nach den o.g. Grundsätzen auch in Schweinfurt von einer Siedlungsentwicklung freigehalten werden sollen, soll im Maintal auf die Stärkung seiner vielfältigen Funktionen (Lebensraum, Biotopverbund, Kalt- und Frischlufttransport, Retention, Naherholung) hingewirkt werden. Dazu sollen z.B. bei Nutzungsaufgabe Bauten, die die Mainaue einengen, entfernt werden.

Die geplante Siedlungserweiterung südlich Geldersheim soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen.

Zwischen Gochsheim und Weyer soll eine Grünzäsur ein Zusammenwachsen dieser Orte verhindern und die räumliche Eigenständigkeit dieser Orte aufrechterhalten.

S22   Siedlungsentwicklung im Maintal zwischen Schweinfurt und Haßfurt

Zwischen Schonungen und Forst sowie zwischen Gädheim und Ottendorf soll durch Grünzäsuren ein Zusammenwachsen dieser Orte vermieden, deren räumliche Eigenständigkeit aufrechterhalten und damit Ansätze zu einer bandartigen Siedlungsentwicklung am nördlichen Maintalrand verhindert werden.


S23     Siedlungsentwicklung im Raum Haßfurt

Die gegenwärtig geplanten Siedlungserweiterungen im Nordosten und Osten Haßfurts sowie im Osten von Sylbach sollen nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Bei der Siedlungserweiterung im Osten Haßfurts soll eine Grünzäsur zwischen geplanter Siedlung und dem Ort Kleinaugsfeld dessen räumliche Eigenständigkeit und Identität erhalten. Belange der siedlungsnahen Erholung sowie der Gliederung der Siedlungsstruktur (sowie von untergeordneter Bedeutung auch des klimatischen und lufthygienischen Ausgleichs) sprechen für eine Ausweisung des Nassachtals ab Unterhohenried durch das gesamte Stadtgebiet bis zur Mündung in den Main als Grünzäsur. Außerdem soll eine Grünzäsur am westlichen Stadtrand ein endgültiges Zusammenwachsen von Siedlungsflächen der Stadt Hassfurt mit dem Ort Wülflingen verhindern.


S24           Siedlungsentwicklung Königsberg

Die gegenwärtig geplanten Siedlungserweiterungen im Westen Königsbergs sollen nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Künftige Siedlungserweiterungen in Königsberg sollen auf keinen Fall in Richtung der im Osten und Süden gelegenen, aus Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege äußerst wertvollen Gebiete erfolgen.


S25           Siedlungsentwicklung Ebern

Die gegenwärtig geplanten Siedlungserweiterungen im Westen Eberns betreffen erhebliche Flächen des Baunachtals. Dieser Abschnitt der Baunachaue erfüllt vielfältige und bedeutende Funktionen für den Naturhaushalt sowie für Landschaftsbild und Erholung: Lebensraum von besonderer Bedeutung, überregional bedeutsame Biotopbundachse, Retentionsraum und Naherholungsraum. Daher ist eine Überbauung dieses Auenabschnitts nicht mit den Zielen von Naturschutz und Landschaftspflege vereinbar. Alternativstandorte für die Siedlungsentwicklung sind – z.B. nördlich Sandhof außerhalb der Baunachaue – vorhanden.


S26           Siedlungsentwicklung im Raum Werneck

Zwischen Werneck und Zeuzleben soll eine Grünzäsur ein Zusammenwachsen dieser Orte verhindern und deren räumliche Eigenständigkeit aufrechterhalten, zumal im Osten der Markt Werneck bereits mit dem Ort Ettleben verschmolzen ist.

Die geplanten Gewerbegebietserweiterung nördlich Werneck bei Rundelshausen soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen.


S27       Siedlungsentwicklung im Raum Heidenfeld - Röthlein -Schwebheim

Im Raum Heidenfeld – Röthlein – Schwebheim zeichnet sich das Entstehen eines großflächigeren Siedlungskonglomerats ab. Zur Wahrung der räumlichen Eigenständigkeit und Identität dieser Orte sollen Grünzäsuren ein endgültiges Zusammenwachsen verhindern. Auf Grund des Vorkommens mittlerweile zwar überprägter, hinsichtlich ihrer Seltenheit und ihres Entwicklungspotentials dennoch bedeutender Flugsandstandorte soll eine Siedlungsentwicklung zwischen diesen Orten ohnehin sehr maßvoll erfolgen. Keinesfalls sollen die sich Orte Heidenfeld und Röthlein in die Unkenbach- und Mainaue hinein entwickeln.


S28           Siedlungsentwicklung im Raum Gerolzhofen

Die geplanten Gewerbegebietserweiterung im Norden Gerolzhofens soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Da teilweise Auenstandorte, die inzwischen allerdings überprägt und räumlich isoliert sind, überbaut werden, soll im Zuge der Umsetzung der erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen Abschnitte der Volkachaue zusammen mit der Volkach im Raum Gerolzhofen naturnah gestaltet werden. Eine Grünzäsur zwischen Gerolzhofen und Dingolshausen soll ein Zusammenwachsen dieser Orte verhindern und deren räumliche Eigenständigkeit aufrechterhalten.


S29           Siedlungsentwicklung Alitzheim

Die geplanten Siedlungserweiterung im Süden Alitzheims soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen. Eine Grünzäsur zwischen Alitzheim und Sulzheim soll ein Zusammenwachsen dieser Orte verhindern und deren räumliche Eigenständigkeit aufrechterhalten. Künftige Siedlungsentwicklungen der Orte Alitzheim und Sulzheim sollen nicht in Richtung der wertvollen Standorte und bedeutsamen Lebensräume im Westen erfolgen.


S30           Siedlungsentwicklung Donnersdorf

Die geplanten Siedlungserweiterung im Norden Donnersdorfs soll nach Maßgabe der zu Beginn des Kapitels 11.3 genannten allgemeinen Grundsätze und Hinweise zur Siedlungsentwicklung und -gestaltung erfolgen.

S31           Siedlungsentwicklung im Raum Kirchaich

Im Raum Trossenfurt - Kirchaich - Dankenfeld ist eine Tendenz zu einem bandartigen Zusammenwachsen der Orte erkennbar. Daher erscheinen zwischen Trossenfurt und Kirchaich sowie zwischen Kirchaich und Dankenfeld Grünzäsuren erforderlich, zumal die dortigen Flächen eine hervorragende Bedeutung für den Arten- und Bodenschutz aufweisen. Alternative Entwicklungsmöglichkeiten bestehen nordöstlich Kirchaich oder südlich Dankenfeld. Die Siedlungsentwicklung in diesem insgesamt wertvollen Landschaftsraum soll allerdings sehr maßvoll erfolgen.


 

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