3.1.2 Abiotische Grundlagen

Geologie

Die Geologie der Region wird geprägt von den verschiedenartigen Ablagerungen eines Binnenmeeres. Die daraus hervorgegangenen unterschiedlichen Gesteinsfolgen verlaufen streifenförmig in Nord-Süd-Richtung und gliedern sich von West nach Ost:
  • Im Westen dominiert der vor Keuper und Muschelkalk entstandene Buntsandstein, der sich dann außerhalb der Region Main-Rhön im Spessart fortsetzt (Südrhön, Vorderrhön und Hohe Rhön).
  • Im zentralen Bereich folgen die Mainfränkischen Platten, in denen verschiedene Gesteine in kleinräumiger Durchmischung auftreten:
  • Muschelkalk tritt im Osten stellenweise und nach Westen hin großflächig auf (Westteil Grabfeldgau, Wern-Lauer-Platten, Westteil Hesselbacher Waldland)
  • Unterer Keuper (= Lettenkeuper) über Muschelkalk (Ostteil Grabfeldgau)
  • Mittlerer Keuper: Gipskeuper (Östlicher Grabfeldgau, Steigerwaldvorland)
  • Lössüberwehungen kommen zahlreich in größeren und kleineren Flächen mit Schwerpunkt westlich und südwestlich von Schweinfurt vor (Schweinfurter Becken, Gäuplatten).
  • Im Osten der Region (Fränkisches Keuper-Lias-Land) befinden sich die aus den Sedimenten des Mittleren und Oberen Keupers entstandenen Gips- und Sandstein-Keupergebiete (Naturräume Itz-Baunach-Hügelland, Steigerwald und Haßberge). Am äußersten Ostrand der Region treten auch Tone, Sandsteine und Mergel des Lias und Räth auf (siehe Abbildung 3.2).

OSTHESSISCHES BERGLAND MIT SÜDRHÖN
Das dominierende Gestein ist hier der Buntsandstein, wobei deutlich der Mittlere gegenüber Oberem und Unterem Buntsandstein überwiegt.
Darüber hinaus sind im Tertiär durch vulkanische Tätigkeit Basaltüberdeckungen, insbesondere über Buntsandstein in der Rhön, entstanden. Der Basalt tritt außerhalb der Hochrhön in Form von Kuppen in Erscheinung, die die umliegende Landschaft überragen. Es handelt sich dabei um Schlote, die nach Verwitterung der umgebenden weicheren Gesteine als Basaltkegel stehen geblieben sind. Eine Besonderheit stellen die flächigen Basaltüberdeckungen der Hochrhön dar; hier ist aus zahlreichen Spalten und Schloten basaltisches Material an die Oberfläche gedrungen, das flüssige Gestein ist aus den einzelnen Schloten zusammengeflossen und hat sich deckenförmig über die ganze Rhön ergossen. Muschelkalk und Keuper sind nur dort erhalten, wo sie durch Basaltdecken, aufgesetzte Basaltkegel und breite Basaltkuppen geschützt werden. In den Schwarzen Bergen treten großflächig Fließerden auf.
Aus geologisch jüngeren Zeiten stammen zum einen die Lössüberdeckungen, die insbesondere nahe des Tals der Fränkischen Saale sowie in der Fladunger Mulde auftreten und zum anderen die alluvialen Ablagerungen der Flüsse und Bäche.
Der Rohstoffabbau beschränkt sich weitgehend auf Basalt.


MAINFRÄNKISCHE PLATTEN
Geologisch ist das Gebiet der Mainfränkischen Platten aus Muschelkalk, Letten- und Gipskeuper mit z.T. großflächigen, eiszeitlichen Lössbedeckungen aufgebaut. Ganz im Westen dieses Bereichs im Übergang zum Naturraum Südrhön befindet sich eine Steilstufe, bei der der Untere Muschelkalk (= Wellenkalk) das dominierende Ausgangsgestein darstellt. Im Gebiet der Kissingen-Haßfurter Störungszone sind Bruchschollen der gesamten Schichtenfolge von Mittlerem Buntsandstein bis zum Unteren Keuper zu finden. Bei den Gäulagen des Schweinfurter Beckens handelt es sich um eine tektonische Senkungszone im Muschelkalk, die vom Main und der Oberen Wern im Laufe der letzten Kaltzeit mit Schottern aufgefüllt wurde.

Abbildung 3.2: Geologie

Die weitgehend ebenen Flächen sind in vielen Bereichen von z.T. mächtigen Lössschichten überdeckt. Am Ostrand des Maintales breiten sich z.T. ausgedehnte Dünen- und Flugsandfelder aus. Im Ostteil der Mainfränkischen Platten (Steigerwaldvorland und Grabfeldgau) dominieren Schichten des Lettenkohlekeupers und ganz am Ostrand der Gipskeuper, wo sich bandartig der Schwerpunkt für Gipsabbau durch die Region zieht. Stellenweise sind auch hier – vor allem im südlichen Grabfeldgau – großflächige Lössüberdeckungen zu finden.
Rohstoffabbau: außer den großen Bereichen, die für Gipsabbau vorgesehen sind, gibt es einzelne Abbaustellen für Muschelkalk, Ton/Lehm sowie im Maintal z.T. großflächig Kies- und Sandabbau.


FRÄNKISCHES KEUPER-LIAS-LAND

Die harten Keupersandsteine mit weichen, leicht verwitterbaren Tonen des Gipskeuper bilden die Steilanstiege des Steigerwaldes und der Haßberge. Die an die Steilanstiege anschließenden Hochflächen werden von Deckschichten des Blasen- und Burgsandsteins gebildet; diese werden durch die nach Osten entwässernden Fließgewässer nach Osten deutlich zerriedelt und aufgelöst.
Im Ostteil der Haßberge nimmt die geologische Vielfalt zu: zum Sandsteinkeuper kommen Rhätsandstein (Oberer Keuper), Feuerletten und Lias (Sandsteine, Tone, Mergel) hinzu. Dies gilt auch für das Itz-Baunach-Hügelland, das der östlichen Hochfläche der Haßberge insgesamt geologisch sehr ähnlich ist.
Rohstoffabbau: es gibt mehrere Abbaustellen für Sandstein und eine für Basalt (Zeilberg bei Maroldsweisach).

 

Böden

HOHE RHÖN
In den Basaltgebieten der Hohen Rhön herrschen flach- bis mittelgründige, lehmige (z.T. steinige) Ranker, Gleye und Braunerden, die häufig vernässt sind (Gley-Braunerden), vor. Auf Verebnungen und in Hangfußlagen sind häufig pseudovergleyte Böden anzutreffen. Innerhalb dieses Gebiets haben sich auch vereinzelt Nieder- und Hochmoore gebildet.
Auf den südlicher liegenden Fließerden, die überwiegend bewaldet sind, sind mittelgründige, lehmige, z.T. podsolige Braunerden und Gleye entstanden.
Dieselben Böden herrschen – neben Rendzinen – auf den ebenfalls überwiegend bewaldeten Muschelkalkhängen im Nordosten des Naturraums vor.

VORDER- UND KUPPENRHÖN
Sandig-lehmige, podsolige Braunerden sind im Buntsandsteingebiet der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön verbreitet und meist bewaldet. Auf Löss- und Fließerdedecken südwestlich Fladungen herrschen mittelgründige, lehmig-tonige Braunerden, Pararendzinen und Pelosole, die z.T. pseudovergleyt sind, vor.
Stellenweise treten auch Ranker und (in den wenigen Muschelkalkbereichen) Rendzinen auf.
Mittelgründige, sandig-lehmige Braunerden, die z.T. pseudovergleyt sind, dominieren im Gebiet der südlichen Vorder- und Kuppenrhön.

SÜDRHÖN
Die Südrhön ist geologisch nahezu vollständig von Buntsandstein, insbesondere vom Mittleren Buntsandstein geprägt. Dementsprechend dominieren hier meist mittelgründige Sandböden (Braunerden) unterschiedlichen Lehmgehalts. In podsoliger Form sind diese Böden häufig bewaldet.
Lediglich in den Tälern wie dem Saaletal herrschen feuchte/nasse Lehmböden, also Gleye vor.
Nördlich Hammelburg kommen auf Muschelkalk auch Rendzinen vor.

GRABFELDGAU
Im Grabfeldgau wechseln die Böden auf engem Raum z.T. stark. Aus stellenweise mächtigen Lössdecken über Keuper entwickelten sich meist mittel- bis tiefgründige, lehmige Parabraunerden und Braunerden, z.T. mit Tendenz zur Pseudovergleyung. Auf den Tonsteinen und Mergeln des Unteren und Mittleren Keuper bildeten sich mittel- bis flachgründige Pelosole, Pararendzinen, Braunerden und Pseudogleye, aus Unterem/Mittlerem Muschelkalk lehmige Braunerden und über Oberem Muschelkalk lehmig-tonige Pararendzinen und Rendzinen. Auf einer größeren Lössüberdeckung im Raum Mellrichstadt entstanden tiefgründige Lössböden.

WERN - LAUER - PLATTEN
Im Bereich der Wern-Lauer-Platten entstanden auf der Hochfläche aus dem Oberen Muschelkalk steinige Lehmböden (Pararendzinen) und aus dem Mittleren Muschelkalk tiefgründigere, meist lehmige Braunerden, dagegen auf der Wellenkalk-Steilstufe überwiegend flachgründige Rendzinen. Auf den nach Süden häufiger auftretenden Lössüberdeckungen entwickelten sich mittel- bis tiefgründige Braun- bzw. Parabraunerden, z.T. mit Tendenz zur Pseudovergleyung. Auf den im Südosten hereinragenden Lettenkeuperschichten finden sich vorwiegend Lehmböden mittlerer Gründigkeit.

GÄUPLATTEN IM MAINDREIECK
Auf den Gäuplatten im Maindreieck bildeten sich meist auf Löss tiefgründige Parabraunerden sowie Pararendzinen, die sehr gute landwirtschaftliche Standorte bilden.

SCHWEINFURTER BECKEN
Im Schweinfurter Becken treten westlich und nordwestlich des Maintals mächtige Lösspolster auf, aus denen tiefgründige Parabraunerden sowie Pararendzinen entstanden sind.
Aufgrund der kleinräumig wechselnden geologischen Voraussetzungen kommen östlich des Maintals mittelgründige Sandböden (Flugsand, häufig unter Wald), Lehmböden (Lettenkeuper) und mittel- bis flachgründige Lehm- und Tonböden (Oberer Muschelkalk) vor.
Auf holozänen Ablagerungen im Maintal entstanden meist tiefgründige Aueböden und Gleye, auf älteren Terrassen überwiegend mittelgründige Sandböden.

HESSELBACHER WALDLAND
Auf dem Oberen Muschelkalk entstanden meist flachgründige und steinige, lehmig-tonige Böden (Pararendzinen, Rendzinen).
Im Bereich des Lettenkeupers dominieren flach- bis mittelgründige Lehm- und Tonböden, z.B. Braunerden und Pseudogleye. Die dort von Lösslehm überdeckten Flächen sind nahezu vollständig bewaldet.

STEIGERWALDVORLAND
Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen im Steigerwaldvorland wechseln hier die Böden von Flugsand- zu Löss- und Keuperböden. Dementsprechend ergibt sich ein Mosaik aus mittel- bis tiefgründigen Sand- und sandigen Lehmböden, tiefgründigen Parabraunerden aus Löss, mittelgründigen, sandig-lehmigen Braunerden (Lettenkeuper) und mittelgründigen, lehmig-tonigen Braunerden (Gipskeuper).
Im Maintal überwiegen lehmige Aueböden. Daneben kommen dort sowie im Talsystem von Volkach und Unkenbach lehmige Gleye, Anmoorgleye und kleinflächig auch Niedermoorböden vor.

Zur Beschreibung und Bewertung ökologisch wichtiger Bodenfunktionen sowie der potenziellen Erosionsgefährdung der Böden in der Region siehe Kap. 4.2.1 Schutzgut Boden

 

Grundwasser

Bei der Beschreibung der Grundwasserstockwerke bzw. –leiter werden folgende geologische Einheiten unterschieden:

Buntsandstein – Muschelkalk – Keuper – Tertiär – Quartär.

Die nachfolgenden Ausführungen zum Grundwasser stützen sich, wenn nicht anders angegeben, auf den Wasserwirtschaftlichen Rahmenplan Main - Hydrogeologie (GLA 1993), in dem sehr umfassend und detailliert die Grundwasserverhältnisse der gesamten Region Main-Rhön behandelt worden sind.

BUNTSANDSTEIN
In den Naturräumen Südrhön, Vorder- und Kuppenrhön und Hohe Rhön bildet der Buntsandstein bei fehlender bzw. nur geringer Überdeckung i.d.R. einen wichtigen Kluft-(Poren-)Grundwasserleiter. Das Grundwasser bewegt sich vor allem in Kluft- und Schichtfugen. Die Schichtdicke des Buntsandsteines beträgt im Maingebiet 500 – 650 m (bis knapp 700 m im Raum Bad Neustadt).
Der Buntsandstein weist i.d.R. einen mehrfachen Grundwasser-Stockwerksaufbau auf. Hydrologisch wirksam ist insbesondere sein Kluftvolumen, während das Porenvolumen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Da die Wasserführung im Buntsandstein überwiegend an Klüfte, Spalten und Schichtungen gebunden ist, die ungleichmäßig den Gesteinsverband zerlegen, besteht bei der Erschließung mit Vertikalbrunnen ein gewisses Risiko; so erfüllten beispielsweise die Erschließungen im Rhönvorland die Erwartungen nicht.
Gefährdungen des Grundwasserleiters: im Unteren und Mittleren Buntsandstein wird aufgrund der Standortverhältnisse kaum Ackerbau betrieben. Die Flächen sind stattdessen überwiegend bewaldet und in den Tälern herrscht Grünland vor. Daher sind hier „keine weitreichenden schädlichen Einflüsse“ (GLA 1993) zu erwarten. An den Verebnungsflächen des Oberen Buntsandsteines (z.B. um Bad Neustadt) wurde flächig Löss abgelagert, daher tritt hier Ackerbau hervor. Folglich ist hier eine Kontamination des im Oberen Buntsandstein zirkulierenden Wassers möglich.


MUSCHELKALK
Die Grundwasserführung des Muschelkalkes ist (ebenfalls) von seiner Klüftung, den Schichtfugen und der Verkarstung abhängig (Kluft-Grundwasserleiter). Bei gut ausgebildetem Kluft- und Karsthohlraumvolumen weist er eine größere Grundwasserführung auf.
Muschelkalk wird im Maingebiet im allgemeinen zwischen 200 – 250 m mächtig. In Abhängigkeit von der jeweiligen Lithologie und Klüftung, aber auch von der Verkarstung, kann der Muschelkalk als mäßiger bis sehr guter Kluft- und/oder Karstgrundwasserleiter ausgebildet sein.
Der Untere Muschelkalk weist bei fehlender bis geringer Überdeckung ein höheres Kluftvolumen auf und ist (z.B. in der Südrhön, im Westen der Mainfränkischen Platten und in tektonischen Hebungszonen) teilweise verkarstet. Grundwasserführend ist dann der überwiegende Teil des 80 – 100 m mächtigen Schichtpaketes. In Abhängigkeit von der Verkarstung können die Kluftvolumina im Unteren Muschelkalk auf 2 – 4% ansteigen, bei fehlender Verkarstung liegt der Wert < 1%. Die Durchlässigkeiten weisen eine große Streubreite auf.
Die normalerweise 40 – 70 m mächtige Gesteinfolge des Mittleren Muschelkalkes ist bedeutend heterogener als der Untere Muschelkalk aufgebaut. Salz steht im Mittleren Muschelkalk zwischen Schweinfurt (Westen), Eltmann (Osten) und Burgbernheim (Süden) an. Aufgrund der stark wechselnden Gesteine sind die hydraulischen Zusammenhänge im Mittleren Muschelkalk relativ kompliziert, so wechseln äußerst gut durchlässige bzw. wasserwegsame Schichten und Zonen verminderter Durchlässigkeiten sowie nahezu undurchlässige Sperrschichten. Der Mittlere Muschelkalk kann weitgehend als eigenes Grundwasserstockwerk betrachtet werden.
Der Obere Muschelkalk ist überwiegend als Kluft-Grundwasserleiter zu betrachten; Verkarstungserscheinungen, die für eine höhere Wasserwegsamkeit relevant sind, werden nur selten und dann vor allem in Störungszonen angetroffen. Das rund 80 – 100 m mächtige Schichtpaket des Oberen Muschelkalkes ist durch einen regen Wechsel dünnbankiger Kalksteinhorizonte mit Ton-/Mergelzwischenlagen gekennzeichnet.

Gefährdung des Grundwasserleiters: Der Muschelkalk ist im Gebiet häufig von Keuper-Schichten bedeckt, der eine gewisse Schutzfunktion für das Muschelkalkwasser übernimmt. Im Nahbereich der Fränkischen Saale ist der Muschelkalk allerdings weitgehend unbedeckt. Die intensive landwirtschaftliche Nutzung kann sich daher dort auf die Qualität des Muschelkalk-Grundwassers nachteilig auswirken. Zusätzliche Belastungen können durch intensiven Pflanzenschutzmitteleinsatz in Weinbaugebieten auftreten (z.B. Maintal zwischen Gemünden und Haßfurt und Talhänge der Fränkischen Saale im Raum Hammelburg)

KEUPER
Große Bereiche des Keupers sind tonig ausgebildet und daher als Grundwasserstauer zu betrachten. Der Keuper erreicht im Maingebiet im allgemeinen Mächtigkeiten zwischen 400 und 500 m. In Bezug auf das Grundwasser zeigt er einen mehrfachen Stockwerksaufbau. Grundwasserleitend sind vor allem die größeren Sandsteinpakete.
Im Unteren Keuper bewegt sich das Grundwasser fast ausschließlich in Kluft- und Schichtfugen. Wasserleitend sind vor allem Sandsteine und Kalksteinhorizonte. Die Kluftvolumina der Sandsteine des Unteren Keuper betragen 0,1 - 1,2 %, die Mächtigkeiten 40 - 50 m.
Der Gipskeuper ist überwiegend tonig und somit als Grundwasserstauer ausgebildet, die Mächtigkeit beträgt knapp 200 m.
Der Sandsteinkeuper ist aus einer Serie sich verzahnender Sand- und Tonsteinpaketen aufgebaut. In der Region herrschen sandige Ausbildungen vor, die als bedingte Kluft-(Poren-)Grundwasserleiter zu betrachten sind. Die Grundwasserführung ist auch hier nahezu ausschließlich auf Kluft- und Schichtstufen beschränkt. Daher ergeben sich nur geringe Ergiebigkeiten; die Mächtigkeiten liegen bei 200 - 250 m.

Gefährdungen: der Untere Keuper wird gebietsweise von Löss bedeckt, wodurch ideale Voraussetzungen für Ackerbau bestehen, der Waldanteil ist zwangsläufig gering. Entsprechend stark ist der obere Grundwasserleiter durch Oberflächeneinflüsse geprägt.
Der Gipskeuper ist weitgehend grundwasserfrei und folglich im Hinblick auf Gefährdungen ohne Bedeutung.
Im Sandsteinkeuper herrschen sehr heterogene Verhältnisse, so dass Bereiche mit hohem und mit geringem Gefährdungsrisiko auftreten und daher keine allgemeingültigen Aussagen zur Gefährdung möglich sind.

TERTIÄR
Die Basalte der Langen Rhön weisen ein beachtliches Kluftvolumen auf und können daher, bei ausreichender Erstreckung, als lokal bedeutende Grundwasserleiter angesehen werden. In den Basalten bewegt sich das Grundwasser ausschließlich in Klüften. Das Basaltwasser tritt in einer Vielzahl kleiner Schichtquellen an der Grenze zu schlechter durchlässigen Gesteinen aus.
Die kleineren Basaltvorkommen in der Rhön sind als Grundwasserleiter nur von untergeordneter Bedeutung; sie können aber einen hydraulischen Kontakt zwischen 2 getrennten Grundwasserstockwerken herstellen.
Gefährdung: Aufgrund der wenig intensiven Nutzung sind anthropogene Einträge kaum zu erwarten.

QUARTÄR
Für die Trinkwassergewinnung bedeutsam sind vor allem die grundwassergefüllten Sande und Kiese des Maintalquartärs. Alle übrigen quartären Ablagerungen spielen für die Trinkwassergewinnung nur eine untergeordnete Rolle. Für wasserwirtschaftliche Belange ist neben der Talbreite die Mächtigkeit der grundwassererfüllten Talsedimente von Wichtigkeit.
Hydrologisch vermitteln die Sande und Kiese des Maintalquartärs zwischen dem Vorfluter Main und den grundwasserleitenden Schichten des Festgesteinsuntergrundes.
Der durchgehend kanalisierte und staugeregelte Main bewirkt einen zusätzlichen Effekt auf die Grundwasserstände durch die Aufstauwirkung im Oberwasser der Staustufen.
Die Grundwasserströmung ist i.d.R. auf den Main gerichtet, der die Vorflut bildet. Dabei überwiegt die senkrecht auf den Fluss gerichtete Komponente.
Anthropogene Eingriffe, wie verfüllte Kiesgruben und Absenkungstrichter an Kiesgewinnungsanlagen, bewirken geringe Abweichungen des natürlichen Grundwasserflusses.
Ohne große Berechnungen anstellen zu müssen, lässt sich erkennen, dass die dem Main anzurechnende Grundwasserneubildung nur einen Bruchteil des heute aus den Talsedimenten geförderten Wassers ausmachen kann. Daraus ergibt sich die Bedeutung des aus dem Festgesteinsuntergrund in das Maintal einspeisenden Grundwassers.

Zu Angaben zur Grundwasserneubildung und –gefährdung durch Stoffeintrag in der Region siehe auch Kap. 4.2.2


MINERALWASSER
Definitionsgemäß sind all diejenigen Wässer als Mineralwässer zu bezeichnen, die in 1 Kilogramm Wasser mindestens 1000 Milligramm gelöste Mineralstoffe oder 250 Milligramm freies gelöstes Kohlendioxid enthalten.
Chloridbetonte Mineralwässer treten im Raum zwischen Bad Neustadt und Bad Kissingen, Wässer mit starker Sulfat-Vormacht im Maintal und im Raum Bad Königshofen auf. Diese Inhaltsstoffe sind auf Aus- und Ablaugungsvorgänge sedimentärer Abfolgen zurückzuführen. Hydrogenkarbonatbetonte Wässer kommen insbesondere um Bad Brückenau und Wässer mit erhöhten Gehalten an frei gelöster Kohlensäure in der Rhön und Südrhön vor. Diese beiden zuletzt genannten Mineralwässer gehen auf den tertiären Vulkanismus zurück.
Salzwasserhorizonte sind in der gesamten Region vorhanden und treten vor allem im Raum Bad Neustadt a. d. Saale an die Oberfläche.
Großflächige Heilquellenschutzgebiete sind um Bad Kissingen, Bad Neustadt und um Bad Königshofen ausgewiesen.

 

Oberflächengewässer

Die Region Main-Rhön gehört überwiegend zum Stromgebiet des Rheins. Sie entwässert von Norden über die Flüsse Itz, Baunach, Nassach, Wern, Fränkische Saale, Sinn (u.a.m., siehe Abbildung 3.3 ) in den Main. Im Südosten entwässert ein Teilbereich des Steigerwaldes in die Aurach und die Rauhe Ebrach, die über die Regnitz bei Bamberg in den Main gelangen. Eine Besonderheit stellen der Raum Motten und kleinere Bereiche im Grenzgebiet zu Hessen dar, die über die Fulda bzw. über die Werra in das Wesersystem entwässern.
Die Gewässernetzdichte ist innerhalb der Region sehr unterschiedlich. So ist in Bereichen mit sehr durchlässigem Untergrund und/oder trocken-heißem Klima das Gewässernetz weit und die Bäche führen im Verhältnis zur Größe der Einzugsgebiete relativ wenig Wasser (Beispiele: die Wern-Lauer-Platten, das Schweinfurter Becken und die Gäuplatten im Maindreieck). Im Bereich des Muschelkalkes sind die oberen Bachabschnitte häufig Trockentäler, deren Bäche nur bei großen Niederschlägen Wasser führen (Beispiele: Hesselbacher Waldland, Wern-Lauer-Platten). Dagegen bestehen dichte Gewässernetze mit starker Wasserführung in Bereichen mit dichtem Untergrund (z.B. Gipskeuper) und/oder niederschlagsreichem Klima (Beispiele: Steigerwald, Rhön).
Der Main ist das größte Gewässer in der Region Main-Rhön. Er durchfließt den Südteil der Region auf einer Länge von 62 km. Der zweitgrößte Fluss ist die Fränkische Saale, sie hat eine Länge von 140 km und fließt bis auf eine kurze Strecke vor der Mündung innerhalb der Region.
Gewässer 1. Ordnung sind: Main, Itz (nur kurze Strecke innerhalb der Region) und Fränkische Saale unterhalb Bad Neustadt.
Gewässer 2. Ordnung sind: Fränkische Saale zwischen Bad Königshofen und Bad Neustadt, Schondra, Thulba, Milz, Bahra, Streu, Mahlbach, Wern, Nassach, Baunach, Alster, Rodach, Lauer, Volkach, Rauhe Ebrach.
Der Abflusscharakter aller Flüsse und Bäche der Region Main-Rhön wird von den Mittelgebirgen geprägt. Das bedeutet, die höchsten Wasserstände und die höchste Hochwasserwahrscheinlichkeit liegen im späten Winter bis zum frühen Frühjahr und die niedrigsten Wasserstände mit z.T. Wassermangel im Spätsommer.

Der Ausbau des Mains zu einer leistungsfähigen Wasserstraße im 20. Jahrhundert mit Hilfe durchgehender Stauhaltungen hat den Main vom Gewässertyp her grundlegend verändert. „Er wurde ein Hybridgewässer – einem See vergleichbar bei geringem Abfluss im Sommer und ein freifließender Fluss bei Hochwasser“ (Regierung von Unterfranken 1999a, S. 24)
Auch die Fränkische Saale und weitere größere Bäche wurden schon vor langer Zeit durch zahlreiche Wehranlagen für Mühlenbetrieb verändert. Dennoch konnten hier noch längere naturnahe, mäandrierende Gewässerabschnitte mit wiesengenutzten Auen erhalten bleiben, die in vielen Teilen einen reizvollen Landschaftseindruck vermitteln. Die Fränkische Saale fließt durch ein mäandrierendes Tal. Hier wechseln aufgeweitete Talbereiche und reizvolle Engstrecken, die ausgeprägte Prall- und Gleithänge aufweisen, ab.
Einige Bäche der Region, insbesondere in waldreichen Gebieten und abgelegen Wiesentälern, weisen noch ein naturnahes, mäandrierendes Bett auf. Dazu gehören z.B. der Schmalwasserbach, Kellersbach/Premich oder der Mittel- und Unterlauf der Schondra. Letztere gilt in diesen Abschnitten als einer der naturnahesten Bäche Unterfrankens. Dagegen sind die wenigen Flüsse und Bäche in den Gäugebieten, z.B. die Wern, meist stark begradigt.

Unter den natürlichen Stillgewässern ist zuerst der am Fuße eines Muschelkalkfelsens gelegene Frickenhäuser See zu nennen, der als einziger natürlicher See Unterfrankens eine Besonderheit darstellt. Natürliche, wenn auch sehr kleine, Stillgewässer sind auch die Mooraugen des „Schwarzen Moores“ auf der Rhönhochfläche.
Darüber hinaus sind als natürliche Stillgewässer in der Region Main-Rhön allenfalls Altwässer der Flüsse – insbesondere des Mains – anzuführen, die aber überwiegend nicht durch natürliche Flussverlagerungen, sondern durch Gewässerausbau entstanden sind.

Im Grunde kann auch der Main selbst hinsichtlich seiner gewässerökologischen Funktionen wegen der Stauhaltungen zumindest teilweise (Ober- und Mittelwasser der Wehre) als Stillgewässer angesprochen werden. Ähnliches gilt auch für Abschnitte einiger anderer Flüsse, an denen es Wehranlagen gibt.
Das größte Stillgewässer der Region ist der 33 ha große, 1957 als Bewässerungssee erbaute Ellertshäuser Stausee. Der See ist heute auch ein beliebtes Freizeit- und Erholungsgebiet.

Im Maintal und Steigerwaldvorland nehmen die durch den Kiesabbau entstandenen Baggerseen teilweise große Flächen ein.
Im Main selbst bieten auch die im Rahmen der Mittel- und Niedrigwasserkorrektion im 19. Jahrhundert angelegten Buhnenfelder Stillgewässercharakter.
In Bereichen mit wasserstauendem Untergrund kommen auch vermehrt Fischteiche vor (z.B. Grabfeldgau, Itz-Baunach-Hügelland, Steigerwald, Steigerwaldvorland).
Große Bedeutung für die Fauna können auch die Wasserstellen in Basaltsteinbrüchen aufweisen.

Die Fließgewässer 1. und 2. Ordnung und die größeren Fließgewässer 3. Ordnung sind in der „Schutzgutkarte Wasser“ (Karte 1.2) dargestellt. Einen Überblick zum Gewässernetz und zu den größeren Stillgewässern der Region gibt Abbildung 3.3 . Angaben zur Erhebung und Bewertung von Gewässergüte und -struktur in der Region folgen in Kap. 4.2.2.

Abbildung 3.3: Bedeutende Oberflächengewässer

Quellen

Quelltypen im Buntsandstein:
  • Im Talniveau sowie in Störungszonen treten Stauquellen aus. Sie zeigen überwiegend starke Schüttungen und reagieren mit Verzögerung auf Niederschläge.
  • Schichtquellen entspringen an lithologischen Grenzen in den verschiedenen Niveaus. Ihre Schüttung ist abhängig von ihrem jeweiligen Einzugsgebiet und schwankt mit den Niederschlägen.
  • Mischformen von Schicht- und Schuttquellen sind im Buntsandstein häufig und nicht immer perennierend.

Die Mehrzahl der perennierenden Buntsandsteinquellen schüttet zwischen 1 und 5 l/s, Schüttungen stärkerer Quellaustritte liegen zwischen 1 und 10 l/s.

Quelltypen im Muschelkalk:

  • Schichtquellen gibt es z.B. an der Muschelkalk-Röt-Grenze (Röt = Oberer Buntsandstein), auch an Tonstein-Kalkstein-Grenzen innerhalb des Muschelkalkpaketes. Es treten mehr oder weniger große Schüttungsschwankungen und unterschiedliche Ergiebigkeiten auf.
  • Im Talniveau entstehen Stauquellen durch den Stau des Grundwassers gegen das schluffige Talquartär. Einige davon weisen beachtliche Schüttungen auf und werden bei geringer anthropogener Belastung und gleichzeitig niedriger Sulfathärte zur Wasserversorgung genutzt.
  • Karstquellen sind vielfach an Bruch- oder Biegetektonik gebunden. Sie weisen häufig, jahreszeitlich bedingt, große Schüttungsschwankungen auf.

Quelltypen im Keuper
Zu den im Keuper am häufigsten vertretenen Quelltypen gehören die Schichtquellen. Sie entspringen an der Basis einer Sandsteineinlage bzw. eines mächtigeren Sandsteinpaketes. Die Schüttungen sind im allgemeinen gering.

Als Besonderheit ist der unter Druck stehende Quellhorizont im Schweinfurter Becken zu nennen, der z.B. bei Gochsheim als artesisches Wasser frei zutage tritt.


Luft/Klima

Die Region Main-Rhön gehört überwiegend zum Klimabezirk Mainfranken, jedoch nehmen auch die Klimabezirke Vogelsberg-Rhön, Rhön-Mainfranken, Mittelfranken und Obermaingebiet nennenswerte Flächenanteile ein. Die Region 3 weist daher recht unterschiedliche klimatische Bedingungen auf. Sie reichen von trocken-heißen Zonen in den tief liegenden Bereichen (Gäulagen der Mainfränkischen Platten) mit Durchschnittstemperaturen von 8°C (15°C in der Vegetationsperiode) und Niederschlägen von 550 - 650 mm, die zu den trockensten in Bayern und sogar in Deutschland gehören, bis zu den Hochlagen der Hohen Rhön, die mit Durchschnittstemperaturen von 5 - 6°C (12°C in der Vegetationsperiode) und 140 Frosttagen eine Kälteinsel des nordwestlichen Bayerns darstellen. Mit bis zu 1100 mm Niederschlag gehören diese Hochlagen zu den niederschlagsreichen Gebieten Deutschlands, wobei an 215 Tagen messbarer Niederschlag (ab 0,1 mm, inklusive Nebel und Niesel) fällt.

Klimatisch zwischen diesen Extremgebieten liegen die Vorrhön, der Steigerwald und die Haßberge mit ausgeglicheneren Verhältnissen: Durchschnittstemperaturen um 7°C (14°C in der Vegetationsperiode), Niederschläge 700 – 800 mm.

Die warmen Klimabereiche können als eher kontinental geprägt bezeichnet werden. Aufgrund ihres sog. Gunstklimas gehören die Gäulagen zu den frühen Siedlungsgebieten. Die südexponierten Hanglagen insbesondere im Maintal sind sogar für Weinbau hervorragend geeignet. Der kontinentale Klimatyp mit heißen Sommern und kalten Wintern zeigt sich im Grabfeldgau am deutlichsten. Dagegen kann das kalte, feuchte Klima der Mittelgebirgslagen (insbesondere Hohe Rhön, auch Haßberge und Steigerwald) als atlantisch geprägt gelten. Hier herrschen dementsprechend Grünland bzw. Waldnutzung vor.

Die Steilanstiege der Haßberge und des Steigerwaldes aus den Gäulagen der Mainfränkischen Platten bewirken eine Stauwirkung und verursachen damit einen Anstieg der Niederschläge von ca. 600 auf 800 mm. Entsprechend der Höhenlage sinken die Temperaturen, so dass sie mit durchschnittlich ca. 7°C um ca. 1°C niedriger liegen als im Vorland.

Die Gegend um Schweinfurt und kleinräumig auch der Bereich um Bad Neustadt zählen zu den trockensten Gebieten in Bayern (Niederschläge unter 550 mm). Die Ursache dafür liegt in ihrer Lage im Regenschatten der Mittelgebirgsgebiete von Rhön und Spessart. Das für die Landwirtschaft günstige Klima des Schweinfurter Beckens und des Steigerwaldvorlandes wird durch die hohe Spätfrostgefahr etwas beeinträchtigt.

Die Hochrhön steht als fast 60 km lange Staumauer den West- und Nordwest-Winden entgegen. Was zu einer hohen Nebelhäufigkeit (160 Tage) auf der Hochfläche führt.

Beschreibung und Bewertung der geländeklimatischen Situation in der Region: siehe Kap. 4.2.3 Schutzgut Luft/Klima


 

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