3.2.2 Aktuelle und geplante Flächennutzungen


Die Darstellung der aktuellen und geplanten Nutzungen in der Region erfolgt in den Karten 2.1 „Flächige Nutzung“ und 2.2 „Sonstige Nutzungen und Funktionen“


Landwirtschaft

Die natürlichen Produktionsvoraussetzungen für die Landwirtschaft in der Region Main-Rhön sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von sehr guten Ackerstandorten auf Lössböden in den Gäulagen  um Schweinfurt bis zu für die Landwirtschaft schlecht geeigneten Bereichen z.B. in der Hohen Rhön. Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Gesamtfläche der Region liegt ungefähr bei 50 %. Eine fortschreitende Reduzierung des Dauergrünlandes ist festzustellen. Der Verlust ist unter anderem bedingt durch die Ausdehnung der Ackerflächen infolge der Spezialisierung der Landwirtschaft.
Als Folge des Strukturwandels sind auch in der Region Main-Rhön die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und der Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft stark zurückgegangen und auch weiterhin rückläufig.
In den schwer zu bewirtschaftenden und wenig ertragreichen Mittelgebirgslagen zieht sich die Landwirtschaft zunehmend zurück. Die Flächen werden aufgeforstet oder fallen brach. Grünlandflächen fallen daher nicht nur der landwirtschaftlichen Intensivierung, sondern auch der Aufgabe der Landwirtschaft zum Opfer.
Mit einem maximalen Anteil von bis zu 14% der Ackerfläche ist der Anbau von Mais in der gesamten Region Main-Rhön deutlich geringer als im südlichen Bayern.

Die Region hat Anteil an den nachfolgend genannten landwirtschaftlichen Erzeugungsgebieten, die anschließend kurz charakterisiert werden (siehe Abbildung 3.5 ).

9.4      Rhön
9.3      Vorrhön
8.3      Nördliche Fränkische Platte
8.1      Fränkisches Gäu
8.4      Steigerwald-Vorland
7.9      Steigerwald und Haßberge
7.2      Oberfränkisches Hügelland.

 

LANDWIRTSCHAFTLICHE ERZEUGUNGSGEBIETE
Bemerkenswert ist, dass sich in der Region Main-Rhön bezogen auf Bayern sowohl das landwirtschaftliche Erzeugungsgebiet mit der höchsten als auch mit der niedrigsten durchschnittlichen Ertragsklasse (Fränkisches Gäu bzw. Rhön, nach Wittmann 1991) befindet, was wiederum die schon mehrfach festgestellte deutliche Unterschiedlichkeit der Standortverhältnisse dieser Region bestätigt. Die nachfolgenden Angaben stammen – falls nicht anders angegeben – aus WITTMANN (1991).

Abbildung 3.5:Landwirtschaftliche Erzeugungsgebiete


RHÖN
Durchaus als extrem zu bezeichnen sind die landwirtschaftlichen Erzeugungsbedingungen im Erzeugungsgebiet Rhön: In dieser feucht-kühlen Mittelgebirgslage ist das Ertragspotenzial als gering eingestuft. Gemeinsam mit dem Bayerischen Wald wurde hier die niedrigste durchschnittliche Ertragsklasse in Bayern ermittelt. Aufgrund dieser Verhältnisse liegt auch die landwirtschaftlich genutzte Fläche nur bei 40%, wobei davon der Grünlandanteil 56% beträgt und folglich die Ackernutzung nur einen geringen Flächenanteil einnimmt. Entsprechend diesen Erzeugungsbedingungen ist der Haferanteil relativ hoch, da dieses Getreide reichlich Wasser benötigt, aber wenig Ansprüche an den Boden stellt.


VORRHÖN
Im Erzeugungsgebiet Vorrhön ist aufgrund der ungünstigen Boden- und Klimaverhältnisse das Ertragspotenzial gering - mittel. Die kühleren und feuchteren Mittelgebirgslagen führen zu einem hohen Waldanteil (53%), so dass der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche nur 44% beträgt, wobei davon ca. ein Drittel als Grünland bewirtschaftet wird.


NÖRDLICHE FRÄNKISCHE PLATTE
Dieses Erzeugungsgebiet ist das größte in der Region Main-Rhön. Das Ertragspotenzial ist als mittel eingestuft. Die Böden sind aufgrund der Ausgangsgesteine überwiegend lehmig bis tonig. Der Anteil der Gerste (auch Braugerste) ist mit 32% relativ hoch. An den südwestexponierten Hängen der Fränkischen Saale, insbesondere bei Hammelburg, wird Weinbau betrieben.


FRÄNKISCHES GÄU
Dieses Erzeugungsgebiet ragt im Südwesten in die Region. Aufgrund des günstigen Klimas, den sehr ertragreichen, weitgehend ebenen Lössböden hat es den höchsten Wert der durchschnittlichen Ertragsklasse in Bayern und folglich ein sehr hohes Ertragspotenzial. Entsprechend ist der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen mit 83% der zweithöchste in Bayern und wird nur noch vom Donaumoos übertroffen. Die hohe Standortgunst zeigt sich am Anteil des Zuckerrübenanbaus, der mit 18% nur noch vom Dungau übertroffen wird. Hinsichtlich des Anteils der Ackerfläche liegt dieses Erzeugungsgebiet sogar an erster Stelle, da auf weniger als 5% der landwirtschaftlichen Fläche Grünlandnutzung erfolgt.


STEIGERWALDVORLAND
Dieses Erzeugungsgebiet grenzt südlich an das oben behandelte Gebiet „Nördliche Fränkische Platte“ an, die landwirtschaftlichen Erzeugungsbedingungen sind ebenfalls als durchschnittlich zu bezeichnen. An den Hängen zum Maintal und am Anstieg zum Steigerwald wird Wein angebaut. dort sowie in Mainnähe befinden sich auch Obstplantagen. Südlich von Schweinfurt wird Gemüse angebaut, eine Besonderheit stellt dort der Kräuteranbau dar, der jedoch inzwischen aufgrund der Importe aus östlichen Ländern rückläufig ist.


STEIGERWALD UND HASSBERGE
Das Ertragspotenzial dieses landwirtschaftlichen Erzeugungsgebietes ist gering - mittel. Da die Waldfläche hier fast 50% beträgt, verbleiben für die Landwirtschaft nur noch ca. 48% der Fläche, was deutlich unter dem Durchschnitt in Bayern liegt. Immerhin besteht 25% dieser landwirtschaftlich genutzten Fläche aus Dauergrünland, so dass die verbleibende Ackerfläche in dieser Mittelgebirgslandschaft relativ gering ist.
An den südexponierten Hängen zum Maintal wird Weinbau betrieben.


OBERFRÄNKISCHES HÜGELLAND
Dieses landwirtschaftliche Erzeugungsgebiet ragt im Osten in die Region Main-Rhön und umfasst den Naturraum Itz-Baunach-Hügelland. Das Ertragspotenzial ist gering-mittel. 59% der Gesamtwirtschaftsfläche dieses Erzeugungsgebietes wird landwirtschaftlich genutzt. Auf fast 70% dieser landwirtschaftlich genutzten Fläche (LN) wird Acker- und auf 30% Grünlandnutzung betrieben. Auffallend ist der mit 30% relativ hohe Anteil an Gerste (auch Braugerste).

 

Forstwirtschaft


Die nachfolgend genannten Flächen- und Prozentangaben sind, falls nicht anders angegeben, den aktuell verfügbaren Daten des Waldfunktionsplans (Oberforstdirektion WÜRZBURG 1991) sowie der Datensammlung „Unterfranken in Zahlen“ (Regierung von Unterfranken 1999) entnommen oder wurden aus dem dort gesammelten Zahlenmaterial errechnet.

Die gesamte forstwirtschaftlich genutzte Fläche (Forstbetriebsfläche) in der Region Main-Rhön beträgt rund 147.200 ha; die reine Waldfläche ist rund 143.400 ha groß (Holzbodenfläche). Das entspricht einer durchschnittlichen Bewaldung von 36,5%. Damit entspricht der Waldanteil der Region Main-Rhön nahezu dem bayerischen Durchschnittswert (35,8%). Die Waldfläche je Einwohner liegt dagegen mit einem Wert von 0,35 ha/E, aufgrund der relativ geringen Bevölkerungsdichte deutlich über dem bayerischen Durchschnitt (0,23 ha/E).

Innerhalb der Region sind die Waldanteile aufgrund der unterschiedlichen Standortverhältnisse sehr verschieden, wie die nachfolgende landkreisbezogene Aufstellung zeigt:

  • Landkreis Bad Kissingen                      52.366 ha (= 45,5 % der Landkreisfläche)
  • Landkreis Haßberge                             37.329 ha (= 39,1 % der Landkreisfläche
  • Landkreis Rhön-Grabfeld                      35.827 ha (= 35,6 % der Landkreisfläche)
  • Landkreis Schweinfurt                          21.715 ha (= 24,8 % der Landkreisfläche)

Charakteristisch für die Waldbesitzverteilung in der Region Main-Rhön sind die geringen Privatwaldanteile, die in der Region nur 25% der Fläche ausmachen (bayer. Vergleich 52%). Der Anteil der Waldfläche in Staatsbesitz entspricht mit 32% dem Durchschnitt in Bayern (bayer. Vergleich 32,6%), Mit 39% liegt der Anteil der Kommunalwälder besonders hoch, dagegen haben die Bundeswälder nur einen Anteil von 4%.
Der Wald in öffentlichem Besitz ist somit die eindeutig beherrschende Eigentumsform in der Region Main-Rhön.

Bei den Anteilen von Laub- und Nadelgehölzen an der Gesamtbestockung liegen die Laubgehölze mit 53% leicht über den Nadelbäumen (47%). Deutliche Unterschiede gibt es jedoch im Landkreis Rhön-Grabfeld, wo der Laubholzanteil auf 40% (beim Privatwald sogar auf 21%) zurückgeht. Dagegen liegt der Laubholzanteil im Landkreis Schweinfurt bei 77%.
Unter den Baumarten dominieren Eiche und Buche (24 bzw. 23 %), auch die Gehölzgruppen Kiefer/Lärche/Strobe sowie Fichte/Tanne/Douglasie sind mit 28 bzw. 19 % stark vertreten.
Die überwiegende Wirtschaftsform ist mit 89% der Hochwald (überwiegend Altersklassenwälder). Mit 11% ist der Anteil von Mittel- und Niederwald relativ hoch.

Die Wuchsleistung in den flächenmäßig dominierenden Kommunal- und Privatwäldern liegen prozentual deutlich unter denen des Staatswaldes; ebenso unbefriedigend ist die Situation hinsichtlich der Sortenanteile und Holzqualität. Die Gründe hierfür sind in Besitzzersplitterung, unzureichender Erschließung, mangelhafter Bestandspflege, niedrigen Umtriebszeiten, mangelndem Forstschutz und Forstrechtsbelastungen zu suchen.

Von den sog. „Neuartigen Waldschäden“ am meisten betroffen sind Buche und Eiche. In Unterfranken wurden 1998 30% der Eichen und 20% der Buchen als mittel bis stark geschädigt eingestuft. Bei den Fichten und Kiefern wurden Anteile von etwa 10 – 20% dieser Schadensklasse zugeordnet.

 

Siedlungsnutzung und Gewerbe


Mit einer Einwohnerdichte von 114 E/km² (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 1998
) liegt die Region deutlich unter dem bayerischen Durchschnittswert von 171 E/km². Im regionalen Vergleich gehört die Region Main-Rhön in Bayern zu den Regionen mit einer geringen Einwohnerdichte, übertroffen nur von Region 8 (Westmittelfranken 94 E/km²), Region 6 (Oberpfalz-Nord 96 E/km²), Region 17 (Oberland 103 E/km²) und Region 13 (Landshut 110 E/km²).

In Bezug auf die Bevölkerungszunahme liegt die Region 3 derzeit im Mittelfeld der bayerischen Regionen. Zwischen 1987 und 1997 lag sie bei einem Wert von 10,3 % und entsprach damit nahezu dem bayerischen Durchschnitt von 10,7 %.

Schweinfurt erreicht mit ca. 1557 E/km² als einzige Siedlung der Region einen Dichtewert, der Verdichtungsräume kennzeichnet. Der Verdichtungsraum Schweinfurt ist die mit Abstand größte Siedlungseinheit der Region. Hier wohnen mit rund 122.000 Einwohnern gut ein Viertel (26,8 %) der Gesamtbevölkerung der Region.


SIEDLUNGSSTRUKTUR
Die größeren Siedlungen der Region liegen fast ausschließlich in den Talzügen von Main und Fränkischer Saale. Der Stadt- und Umlandbereich im Verdichtungsraum Schweinfurt stellt den einzigen nennenswerten Siedlungsschwerpunkt in der Region 3 dar. Eine in Grundzügen erkennbare bandartige Siedlungsentwicklung zeichnet sich mainaufwärts ab Haßfurt sowie entlang der Entwicklungsachsen Schweinfurt – Bad Kissingen – Münnerstadt – Bad Neustadt/Saale – Mellrichstadt ab.
Im übrigen Regionsgebiet ist eine weitgehend disperse Siedlungsstruktur mit einigen Kleinstädten und Märkten, vor allem aber zahlreichen kleinen Dörfern vorherrschend. Streusiedlungen, Weiler und Einöden kommen hingegen selten vor.


LAGE UND VERTEILUNG DER GEWERBEGEBIETE
Der Stadt- und Umlandbereich im Verdichtungsraum Schweinfurt bildet auch den mit Abstand bedeutendsten Schwerpunktraum für Industrie und Gewerbe. Hier liegen die größten Industrie- und Gewerbeflächen der Region. Eine Häufung an Industrie- und Gewerbegebieten findet sich auch mainaufwärts ab Haßfurt. Im übrigen Regionsgebiet sind Gewerbeflächen dispers verteilt an den Rändern der Städte, aber auch in dörflichen Gemeinden zu finden.

 

Verkehr


STRASSENVERKEHR
Bedingt durch die überwiegend disperse Siedlungsstruktur besteht ein dichtes Netz von Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen.

Wichtigster innerregionaler Verkehrsknotenpunkt ist der Verdichtungsraum Schweinfurt.

Die wichtigsten und leistungsfähigsten Straßenverbindungen stellen die Autobahnen A 7 und A70 (sog. Maintalautobahn) dar, welche die Region auf nahezu ihrer gesamten Länge im Westen und Süden durchziehen und südwestlich Schweinfurt aufeinandertreffen.

Die BAB A 71 Schweinfurt – Erfurt (über Münnerstadt – Bad Neustadt a. d. Saale – Mellrichstadt) mit mehreren Autobahnzubringern ist planfestgestellt und in Teilabschnitten bereits in Bau.
Mit diesem Autobahnbau (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16) soll eine schnelle Verbindung zwischen unterfränkischen und thüringischen Städten hergestellt werden mit dem Ziel einer Entlastung der an der Bundesstraße B 19 liegenden Orte. Diese derzeit in Bau befindliche Autobahn wird im LEK Main-Rhön als „bestehende“ Straße behandelt und dargestellt (mit Hinweis auf die derzeitige Bauphase).

Durch das Regionsgebiet verlaufen die nachfolgend aufgeführten Bundesstraßen (s. Abbildung 3.6 ):

  • B 19 Würzburg – Schweinfurt – Bad Neustadt a. d. Saale – Thüringen
  • B 22 Münsterschwarzach – Ebrach
  • B 26 Arnstein – Schweinfurt – Haßfurt – Bamberg
  • B 26a Arnstein – A7 (Anschlussstelle Schweinfurt/Werneck)
  • B 27 Karlstadt – Hammelburg – Bad Brückenau – Fulda
  • B 278 Bischofsheim – Hessen
  • B 279 Breitengüßbach – Ebern – Bad Königshofen – Bad Neustadt a. d. Saale – Hessen
  • B 285 Mellrichstadt – Thüringen
  • B 286 Prichsenstadt – Gerolzhofen – Schweinfurt – Bad Kissingen – Bad Brückenau -
  • B 287 Hammelburg – Bad Kissingen (B 19)
  • B 303 A7 – Schweinfurt – Hofheim (Ufr.) – Coburg

Die wichtigsten – mittlerweile planfestgestellten – Trassenplanungen in der Region Main-Rhön sind:

  • B 19/B 285 Ortsumfahrung Mellrichstadt
  • B 279 Ortsumfahrung Oberweißenbrunn
  • B 279 Eichenhausen – Herschfeld (Ortsumfahrung Bad Neustadt)
  • B 19 Trassenkorrekturen im Raum Euerbach – Poppenhausen – Pfersdorf
  • B 286 Trassenkorrektur südlich Dittelbrunn
  • Staatsstraße 2282 Ortsumfahrung Bad Königshofen.

Für diese zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses (Juli 2001) noch als „geplant“ geltenden und entsprechend dargestellten Straßen sind Ende 2001 die Planfeststellungsverfahren abgeschlossen worden. Aus Gründen der Einhaltung eines möglichst zeitgleichen, einheitlichen Redaktionsschlusses für alle geplanten Nutzungen wurde deren Darstellung als „geplante“ Straßen beibehalten.

Abbildung 3.6:     Bedeutende Straßen- und Bahnverbindungen

 

SCHIENENVERKEHR
Unter den Eisenbahnlinien der Region sind von übergeordneter Bedeutung:

  • Würzburg – Schweinfurt – Bad Neustadt a. d. Saale – Meiningen/Erfurt (Thüringen)
  • Aschaffenburg – Gemünden a. M. – Schweinfurt

Weitere Eisenbahnlinien im Nahverkehr existieren auf folgenden Strecken:

  • Gemünden a. M. – Bad Brückenau – Wildflecken
  • Mellrichstadt Fladungen (stillgelegt; teilweise als Museumsbahn in Betrieb)
  • Gemünden a. M. – Hammelburg – Bad Kissingen
  • Bad Neustadt a. d. Saale – Bad Königshofen (nur Güterverkehr)
  • Schweinfurt – Bad Kissingen
  • Schweinfurt – Gerolzhofen – Kitzingen (nur Güterverkehr)
  • Schweinfurt – Haßfurt – Bamberg
  • Maroldsweisach – Ebern – Bamberg (bis Ebern nur Güterverkehr).

LUFTVERKEHR
In der Region gibt es folgende Flugplätze:
Verkehrslandeplatz               Haßfurt
Sonderlandeplätze   Hammelburg, Schweinfurt Süd, Bad Neustadt-Grasberg
Segelfluggelände      

Bad Königshofen, Mellrichstadt, Oberleichtersbach, Ostheim v.d. Rhön, Saal a.d. Saale.

            

Ver- und Entsorgung


Nachfolgend eine Auflistung der regionalbedeutsamen Ver- und Entsorgungseinrichtungen bzw. Leitungstrassen:

BEDEUTSAME VER- UND ENTSORGUNGSEINRICHTUNGEN

Kernkraftwerk   südlich Grafenrheinfeld

Kohleheizkraftwerk 

 

Stadt Schweinfurt

Blockheizkraftwerke 

 

 Bad Brückenau, Bad Neustadt/Saale, Bad Kissingen, Hammelburg, Lülsfeld

Müllverbrennungsanlage   

 

Stadt Schweinfurt (Gemeinschaftsanlage mit o.g. Kohleheizkraftwerk)
Restmülldeponien       südlich Herbstadt
  Wirmsthal (südlich Bad Kissingen)
  Rothmühle (westlich Schweinfurt)
  östlich Wonfurt
Bauschuttaufbereitungsanlage    Elfershausen, Dittelbrunn, Schweinfurt, Röthlein, Dingolshausen, Donnersdorf, Schonungen, Stadtlauringen
Kläranlagen  
> 10.000 EW+EWG   Fladungen/Nordheim, südlich Bad Neustadt/Saale, Bad Königshofen, Münnerstadt, Bad Bocklet, Bad Brückenau/Zeitlofs, Bad Kissingen, Hofheim, Hammelburg, Königsberg, Ebern, Haßfurt, Zeil, Geldersheim, Werneck, Bergrheinfeld, Ebelsbach/Eltmann, Gerolzhofen
> 100.000 EW+EWG      Schweinfurt
Wasserkraftwerke      Es existieren 5 Kraftwerke am Main, 2 Kraftwerke an der Fränkischen Saale sowie zahlreiche Kleinkraftwerke.
Wasserversorgungsanlagen  
> 500.000 – 1.000.000 m3/a       Stadtwerke Hammelburg, Stadtwerke Bad Brückenau, Zweckverband (ZV) Mellrichstädter Gruppe, ZV Bad Königshofen Gruppe Mitte, ZV Zeil-Ebelsbach-Gruppe
> 1.000.000 m3/a              Stadtwerke Schweinfurt, Stadtwerke Bad Kissingen, Stadtwerke Bad Neustadt, Stadtwerke Haßfurt, ZV Rhön-Maintal-Gruppe, ZV Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe
  Fernwasserversorgungsunternehmen:   Rhön-Maintal-Gruppe, Fernwasserversorgung Franken (äußerster Süden).

    

PRODUKTENTLEITUNGEN
Fernleitungen für Erdgas

Fernleitungen für Erdgas durchziehen die Region auf folgenden Achsen:

  • „Süd-Nord-Hauptachse“: südliche Regionsgrenze bei Schwanfeld vorbei an Schweinfurt, Bad Kissingen, Münnerstadt, Bad Neustadt über Mellrichstadt bis Ostheim; Abzweige:
  • nach Schweinfurt bzw. über Schweinfurt nach Hambach, Schonungen und Gochsheim
  • südlich Bad Kissingen über Bad Kissingen nach Bad Bocklet sowie Oberthulba
  • zwischen Wollbach und Unsleben über Bad Königshofen nach Thüringen;

weitere Leitungstrassen:

  • Regionsgrenze bei Gräfendorf Richtung Sinntal (Hessen) südlich Zeitlofs, vor Zeitlofs Abzweig Richtung Norden nach Neuwildflecken
  • Regionsgrenze bei Gräfendorf bis südlich Bad Kissingen (teils im, teils parallel zum Saaletal), Abzweig nach Süden über Hammelburg zum Lager Hammelburg (Truppenübungsplatz)
  • Regionsgrenze südlich Zeilitzheim über Gerolzhofen durch das Tal der Rauhen Ebrach bis zur südöstlichen Regionsgrenze bei Kirchaich
  • Regionsgrenze bei Kirchaich nach Nordwesten ins Maintal bis Haßfurt, weiter nach Norden über Hofheim, Sulzdorf a. d. Lederhecke und Trappstadt nach Thüringen
  • von der Regionsgrenze südlich Ebern bis Ebern.

Eine Erweiterung des Fernleitungsnetzes für Erdgas war Juli 2001 in der Region 3 nicht geplant.
Der genaue Verlauf der bestehenden Fernleitungsnetze für Erdgas ist in Karte 2.2 dargestellt.

 

HOCH- UND HÖCHSTSPANNUNGSLEITUNGEN
Ausgehend vom Kernkraftwerk Grafenrheinfeld und von den Stützkraftstufen am Main kommt es insbesondere südlich Schweinfurt und im östlichen Maintal zu einer Häufung von Hoch- und Höchstspannungsleitungen, die sich von dort aus in den Süden und Norden der Region verteilen.

Auf den nachfolgend genannten Trassen verlaufen in der Region Hoch- und Höchstspannungsleitungen:

  • von Grafenrheinfeld zur südlichen Regionsgrenze bei Schwanfeld und zur südwestlichen Regionsgrenze zwischen Arnstein und Werneck
  • von Grafenrheinfeld nach Norden entlang Schweinfurt, Bad Kissingen, Münnerstadt, Bad Neustadt/Saale bis Nordheim
  • von Grafenrheinfeld nach Schweinfurt
  • von Grafenrheinfeld über Röthlein zu südlichen Regionsgrenze bei Lülsfeld
  • von Grafenrheinfeld  nach Osten ins Maintal
  • von der südlichen Regionsgrenze bei Gauaschach nach Bad Kissingen, Abzweig nach Hammelburg
  • von Münnerstadt nach Bad Brückenau
  • quer zum Maintal von Dürrfeld nach Ottendorf
  • von Knetzgau über Haßfurt und Hofheim nach Bad Neustadt/Saale
  • on Stettfeld durchs Maintal zur südöstlichen Regionsgrenze nach Kirchaich
  • von Ebelsbach durch die Haßberge über Ebern zur nordöstlichen Regionsgrenze bei Untermerzbach, bei Ebern Abzweig nach Osten.

Eine Erweiterung des Netzes der Hoch- und Höchstspannungsleitungen war Anfang 2001 in der Region 3 nicht geplant.

Der genaue Verlauf der bestehenden Hoch- (110 kV) und Höchstspannungsleitungen (220 kV) ist ebenso wie der Trassenverlauf der Hochspannungsleitungen in Karte 2.2 dargestellt.




Freizeit und Erholung


In der Region Main-Rhön befinden sich drei Naturparke: Rhön, Haßberge, Steigerwald. Dies unterstreicht die in weiten Bereichen der Region vorhandenen landschaftlichen Voraussetzungen und Qualitäten für landschaftsgebundene Erholungsformen.
Im Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) 1994 (BAYERISCHE STAATSREGIERUNG 1994) werden die Rhön und der Steigerwald als „Gebiete mit erheblichem längerfristigen ländlichen Erholungsreiseverkehr“ bezeichnet. Die Haßberge werden zu den „Gebieten mit in Ansatzpunkten vorhandenem längerfristigen ländlichen Erholungsreiseverkehr“ gerechnet.

Die für das Jahr 1997 in der Region registrierten Gäste-Übernachtungen (2.951.905) machen ca. 57 % der im gleichen Zeitraum für den Regierungsbezirk Unterfranken festgestellten Übernachtungen aus (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 1998). Bezogen auf Bayern entspricht dies allerdings einem Wert von nur 4,4%. Für die Region 12 Donau-Wald, die bezüglich der Gäste-Übernachtungen die bayerische Spitzenposition unter den Regionen einnimmt, liegt der entsprechende Wert bei 14,4 %.
Innerhalb der Region herrscht dabei ein großes Ungleichgewicht: 61,5 % der Übernachtungen entfallen auf den „Bäder“-Landkreis Bad Kissingen (-25,5% seit 1994), 26,7 % auf den „Biosphärenreservat“-Landkreis Rhön-Grabfeld (-26,1 %), 7,0 % auf den Landkreis und die Stadt Schweinfurt (+ 1,6 %) und 4,9 % auf den Landkreis Hassberge (-2,9 %).

Diese Zahlen zeigen, dass der Fremdenverkehr trotz beträchtlichen Rückgangs in der Vergangenheit (seit 1994 um 23,3 %!) für die Wirtschaft der nördlichen Regionshälfte nach wie vor von hoher, für die übrige Region immer noch von nachrangiger Bedeutung ist. Der Grund für den Rückgang der Übernachtungszahlen dürfte in erster Linie den auf durch politische Vorgaben hervorgerufenen Rückgang an Kurgästen zurückzuführen sein. Darüber hinaus dürften auch das Preisdumping bei Flugreisen, Verschiebungen der Altersstruktur sowie der durch die Wiedervereinigung mögliche Zugang zur Ostsee und den mecklenburgischen und brandenburgischen Seen eine – allerdings geringe – Rolle spielen.

Innerhalb der Region stellt die Bäderstadt Bad Kissingen den eindeutigen Tourismus-Schwerpunkt dar, auf die 1997 allein 1.285.110 Gästeübernachtungen, das sind 43,5 % der Region 3 und mehr als die Summe jedes einzelnen Landkreises der Region, entfielen. In der Bedeutung am nächsten kommen Bad Neustadt/Saale und Bad Brückenau, allerdings mit deutlichem Abstand (288.564 bzw. 241.659 Übernachtungen 1997). Die Übernachtungszahlen sind gerade hier seit 1994 in z.T. dramatischer Weise rückläufig: Bad Brückenau -18,7 %, Bad Kissingen -22,9 % und Bad Neustadt/Saale -41, 4 %!

Der vergleichsweise geringe Rückgang bzw. leichte Steigerungsraten der Übernachtungszahlen anderer Naturparkgemeinden deutet darauf hin, dass die landschaftsgebundene Erholung vor allem in den Naturparken der Region 3 ein gewisses Potenzial aufweist, das durch geschickte Entwicklung und Vermarktung den Tourismus wiederbeleben könnte.

Neben der attraktiven Landschaft der Naturparke, die per Fuß, Rad oder Boot erlebbar ist, stellen zahlreiche Baggerseen im Maintal und der Ellertshäuser Stausee nordöstlich Schweinfurt Erholungsschwerpunkte dar. Darüber hinaus sollen auch Freizeitanlagen mit Seen, Campingplätzen oder Wochenendsiedlungen, z.B. bei Thulba, Sulzdorf a. d. Lederhecke oder Sulzfeld am Rande der Naturparke Rhön bzw. Haßberge Erholungsschwerpunkte bilden.
Die früher zeitweise starke Nachfrage nach Freizeitwohngelegenheiten, die entsprechende Baumaßnahmen zur Folge hatte, hat sich mittlerweile umgekehrt, so dass heute viele Freizeitwohnungen zum Verkauf angeboten werden.

Golfplätze gibt es in der Region 3 südlich Bad Kissingen, bei Maria Bildhausen (südöstlich Bad Neustadt/Saale) und bei Löffelsterz (östlich Schweinfurt); eine Anlage bei Ebelsbach ist derzeit in Bau und ein weitere in den Haßbergen bei Altershausen ist in Planung.

Zur Beschreibung und Bewertung der Region bezüglich der Eignung ihrer Teilräume für die naturbezogene Erholung siehe Kap. 4.2.5 Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben

 

Wasserwirtschaft / Wasserbau


Wichtige wasserwirtschaftliche Bauten und Maßnahmen in der Region 3 sind:
  • Flussregulierung und Stauhaltung des Mains (in der Region 3 sechs Staustufen), und damit verbunden die grundlegende Veränderung der Grundwasserverhältnisse, des Abflussregimes und der Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse im Gewässer. Für die Bundeswasserstraße Main sind weitere Ausbaumaßnahmen geplant (Vertiefungen, Abflachung von Kurvenradien).
  • Der Ellertshäuser See, ursprünglich als Bewässerungssee gebaut, stellt heute einen wichtigen Freizeit- und Erholungsschwerpunkt in der Region dar.
  • Hochwasserschutz der Stadt Schweinfurt und der Randgemeinden.
  • Hochwasserschutz Bad Neustadt.
  • Hochwasserfreilegungsmaßnahmen und etwaige Ausbaumaßnahmen an Gewässern sind für eine Reihe von flussnahen Orten und Ortsteilen an Aschach, Brend, Hausener Mühlbach, Main, Riedbach, Streu, Wern, Main und an der Fränkischen Saale geplant.
  • Wasserversorgung der Rhön-Maintalgruppe (versorgt 23 Gemeinden mit 74 Gemeindeteilen).
  • Staatliche Heilquellen Bad Kissingen, Bad Bocklet und Bad Brückenau sowie die Heilquellen Bad Neustadt und Bad Königshofen.


Rohstoffabbau


Die Region Main-Rhön verfügt über folgende abbauwürdige Rohstoffvorkommen (in Aufstellung befindliche Vorrang- und Vorbehaltsgebiete sind in Karte 2.2 dargestellt):

BASALT
Die Basaltvorkommen der Region sind wegen der landesweit geringen Vorkommen und der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Basalts von überregionaler Bedeutung. Die Lagerstätten liegen vornehmlich im Bereich der (Hohen) Rhön. Da somit vom Basaltabbau meist naturschutzfachlich wertvolle Gebiete betroffen sind, ist den Belangen des Naturschutzes und des Landschaftsbildes ein besonderes Gewicht bei der Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsflächen einzuräumen.


SCHWERSPAT
Schwerspatvorkommen finden sich beiderseits des Sinntales, im Raum Wildflecken sowie an der westlichen Regionsgrenze westlich Hammelburg. Da offensichtlich in absehbarer Zeit nicht mit einer Wiederaufnahme des zwischenzeitlich stillgelegten Abbaus gerechnet wird, befinden sich gegenwärtig keine Vorrang- und Vorbehaltsflächen in Aufstellung.


KALKSTEIN
Abbauwürdige Kalksteinvorkommen finden sich in der Zone des Unteren Muschelkalks insbesondere auf der Linie Hammelburg - Bad Kissingen - Münnerstadt - Bad Neustadt/Saale. Seine regionale Bedeutung erlangt der Muschelkalk als Baustoff sowie als Ersatz für die in der Region begrenzten Kiesvorkommen.


GIPS
Die vorwiegend im Bereich des Mittleren Keuper („Gipskeuper“) auftretenden Gipsvorkommen haben auf Grund ihrer weiten Verbreitung in der Region 3 eine über die Region hinausreichende Bedeutung. Die – häufig bergmännisch abzubauenden - Vorkommen ziehen sich in einem breiten Band von Irmelshausen im nordöstlichen Grabfeldgau über Bad Königshofen und Münnerstadt westlich am Haßbergetrauf entlang und breiten sich südlich des Mains entlang des Steigerwaldtraufs bis zur südlichen Regionsgrenze bei Oberschwarzach aus. Darüber hinaus finden sich noch größere Vorkommen im Raum Grettstadt und südöstlich Hammelburg (hier im Muschelkalk).
Für große Bereiche dieser Vorkommen ist die Sicherung als Vorrang- und Vorbehaltsgebiete geplant (derzeit „in Aufstellung befindliche Ziele“, also behördenverbindlich). Diese nehmen mit Abstand den größten Flächenanteil unter den in Aufstellung befindlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebieten ein.


SAND/KIES
Abbauwürdige Kies- und Sandvorkommen sind nahezu ausschließlich auf das Maintal beschränkt. Eine Ausnahme stellen die Lagerstätten südlich Mellrichstadt dar.
Die Vorkommen im Maintal wurden bzw. werden daher großflächig und konzentriert abgebaut, um die Eigenversorgung der Region möglichst lange sicherstellen zu können. Da diese langfristig gefährdet ist, kommt der Substitution und Streckung der Vorräte eine zunehmend steigende Bedeutung zu, auch wenn z.B. die Aufbereitung von Festgestein als Kiesersatz mit hohem technischen Aufwand und entsprechendem Kapitaleinsatz verbunden ist.
Belange des Landschaftsschutzes und konkurrierender Nutzungen wie vor allem der Wasserwirtschaft sprechen außerdem gegen eine vollständige Ausbeutung der in der Region deutlich begrenzten Vorkommen, auch wenn die entstehenden Seenkomplexe für Naturschutz und Erholung hohe Bedeutung erlangen können.
In Aufstellung befindliche Vorrang- und Vorbehaltsgebiete finden sich im Maintal südlich Schweinfurt, im Raum Knetzgau/Sand und östlich Dippach, außerhalb des Maintals südlich Mellrichstadt.

SANDSTEIN
Der Sandstein prägt als traditioneller, regionaler Baustoff viele charakteristische Ortsbilder der Region. Die an sich weit verbreiteten Sandsteinvorkommen des (Sandstein-)Keuper sowie des Rhät werden in vergleichsweise geringem Umfang vor allem in einigen Schwerpunkträumen abgebaut: an der Regionsgrenze westlich Untermerzbach, im Raum Breitbrunn in den Hassbergen, südlich Eltmann und Sand am Steigerwaldtrauf. Hier sollen in Aufstellung befindliche Vorrang- und Vorbehaltsgebiete einen weiteren Abbau sichern.


TON/LEHM
Auch der Abbau von Ton und Lehm sowie die entsprechende Planung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten findet in geringer Verbreitung statt. Hierfür kommen Lösslehmgebiete größerer Mächtigkeit in Frage, wie sie östlich Mellrichstadt, nördlich Bad Neustadt/Saale, südlich Trappstadt und Hofheim vorkommen.


 

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