3.2.3 Prognose zukünftiger Entwicklungen


Entscheidend für die Prognose zukünftiger Entwicklungen in der Region Main-Rhön sind gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen, die bei allen Unwägbarkeiten die Gesamtzahl theoretisch möglicher Entwicklungen einschränken. Daraus abgeleitete Folge- und Wechselwirkungen sind nicht als Fakten zu verstehen, sondern als grobe Hinweise. Ebenso bieten vorhandene Fach- und Querschnittsplanungen die Möglichkeit, Entwicklungsperspektiven abzuschätzen.

Als wesentliche Rahmenbedingungen, die sich vermutlich entscheidend auf die Entwicklung der Flächennutzungen in der Region Main-Rhön auswirken werden, sind zu nennen:

  • der künftige Bedarf an abbaubaren Rohstoffen
  • der Bau der BAB A 71
  • der weitere Ausbau der Bundeswasserstraße Main
  • der Strukturwandel der Landwirtschaft
  • der gesellschaftliche Stellenwert von Natur, Landschaft, Kultur(landschafts)geschichte
  • das Freizeit- und Reiseverhalten der Gesellschaft
  • Reformen im militärischen Bereich mit möglichen Konsequenzen für die Truppenübungsplätze

Erweiterungen von Siedlungs- und Gewerbegebieten sind insbesondere im Verdichtungsraum Schweinfurt, entlang der Achse Schweinfurt – Bad Kissingen – Münnerstadt – Bad Neustadt a.d. Saale - Mellrichstadt und im Maintal zu erwarten. Diese Entwicklung wird durch den Bau der BAB A 71 zusätzlich gefördert. Hier ist neben dem Bodenverbrauch auch mit Belastungen durch Einrichtungen der Ver-/Entsorgung zu rechnen.

Im Zusammenhang mit der seit der deutschen Wiedervereinigung deutlich gestiegenen Transitfunktion der Region Main-Rhön ist mit einer Zunahme der Verkehrsbelastungen zu rechnen; bereits jetzt sind verschiedene Umgehungsstraßen geplant.

In landwirtschaftlichen Grenzertragslagen, wie sie in der Rhön, den Haßbergen und im Steigerwald häufig vorkommen, ist mit einem weiteren Rückzug der Landwirtschaft und demzufolge mit einem erhöhten Aufforstungsdruck zu rechnen. In diesen Gebieten liegt gleichzeitig ein erhebliches Flächenpotenzial für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, das es durch geeignete Konzepte zu nutzen gilt, um großflächigen Aufforstungen entgegenzuwirken.

Dies gilt auch im Falle der Aufgabe von Standort- oder Truppenübungsplätzen.

Eine Prognose des künftigen Reise- und Freizeitverhaltens der Bevölkerung sowie der Entwicklung des Kur- und Bäderwesens und der entsprechenden Folgen für Natur und Landschaft hängt von einer Vielzahl z.T. gegenläufiger Faktoren im wirtschaftlichen, finanzpolitischen und gesellschaftspolitischen Raum sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene (Gesundheitspolitik, Ölpreis, Katastrophen u.a.m.) ab. Daraus können sich relativ kurzfristig erhebliche Schwankungen ergeben. Prognosen sind daher äußerst schwierig und mit hohen Unsicherheitsfaktoren behaftet. Denkbar ist zum einen eine weitere Fortsetzung der Trends im Kur- und Bäderwesen (weitere Einsparungen durch die Gesundheitspolitik) sowie im Reise- und Freizeitverhalten (Zunahme der Fernreisen, „heimatnah“, allenfalls Kurzurlaub), zum anderen Trendwenden in den genannten Bereichen, z.B. durch eine wieder verbesserte Förderung von Kuren sowie der Gesundheitsvorsorge allgemein oder durch eine deutliche Verteuerung der Fernreisen (Ölpreis, erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, verringerte Nachfrage u.a.m.). Grundsätzlich sollte die Bedeutung eines intakten und vor allem regionaltypischen Erscheinungsbilds der Landschaft als einer wesentlichen Grundlage des Fremdenverkehrs in der Region 3 weiterhin offensiv herausgestellt und aus diesem Grund gleichzeitig dessen Erhaltung gesichert werden.


 

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