4.2.3 Schutzgut Luft/Klima (s. Karte 1.3)


Dargestellt wurde die Wärmeausgleichsfunktion als potenzielle Regulations- und Regenerationsfunktion im Wärmehaushalt der Landschaft. Daneben wurden Einschätzungen zur Effizienz von Flächen für den Kalt- und Frischlufttransport (Kalt- und Frischlufttransportwege), zu Kaltluftstau- und -sammelgebieten und zur Inversionsgefährdung vorgenommen. Im folgenden werden die wichtigsten Zusammenhänge im Geländeklima und beim Luftaustausch gemeinsam beschrieben.

Die Wärmeausgleichsfunktion steht in engem Zusammenhang mit der Nutzungsart und der Nutzungsverteilung. In weiten Teilen der Region Main-Rhön dominiert die landwirtschaftliche Nutzung. Diese kaltluftproduzierenden Bereiche erfüllen eine hohe Wärmeausgleichsfunktion. Große Teile der Region sind bewaldet und übernehmen eine durchschnittliche bzw. indifferente Wärmeausgleichsfunktion.
Alle anderen Klassen treten flächenmäßig deutlich zurück, wenngleich sie lokal durchaus bedeutsam sein können. Infolge der isolierenden Wirkung von organischen Böden findet in der Hohen Rhön auf der Moorfläche des „Schwarzen Moores“ eine sehr intensive Kaltluftproduktion statt; die Wärmeausgleichsfunktion kann daher als sehr hoch bezeichnet werden. Bereiche mit belastenden klimatischen Bedingungen liegen entsprechend der Siedlungsverteilung v.a. in den größeren Tälern, wobei im Maintal – insbesondere im Raum Schweinfurt – wegen der dort vorhandenen Industrie- und Gewerbeflächen eine gewisse Häufung von Flächen mit belastenden klimatischen Bedingungen festzustellen ist.

Kaltlufttransportwege befinden sich aufgrund der dafür erforderlichen Voraussetzungen (v.a. steilere Täler) in den Bachtälern der Mittelgebirgslagen vor allem der Rhön bzw. der Südrhön, vereinzelt auch im Steigerwald und in den Haßbergen.

Frischlufttransportwege setzen Talräume in der Hauptwindrichtung von Südwesten nach Nordosten voraus; Täler bzw. Talabschnitte mit einem solchen Richtungsverlauf treten an zahlreichen Stellen der Region auf. Besonders zu erwähnen ist hier das Maintal südwestlich und östlich Schweinfurt.
Durch die Siedlungsentwicklung in den Tälern ist allerdings die Durchgängigkeit der Frischluftbahnen nicht selten gestört, außerdem nehmen dadurch lufthygienische Vorbelastungen grundsätzlich zu. Besonders gravierend ist dies im Maintal, wo der Siedlungsraum Schweinfurt den Talraum einengt. Gleichzeitig haben die westlich Schweinfurt gehäuft vorkommenden, in West-Ost-Richtung verlaufenden kleineren Täler für die Frischluftzufuhr des Raums Schweinfurt besondere Bedeutung.

Hohe Kaltluftproduktion und fehlende Abflussmöglichkeiten sind die Hauptursachen für die Kaltluftgefährdung des südöstlichen Schweinfurter Beckens sowie des westlichen Steigerwaldvorlands. Ansonsten zeichnen sich lediglich mittlere und größere Täler der Region als Kaltluft-Sammelgebiete aus.

Alle mittleren und größeren Täler der Region sind stark inversionsgefährdet. Dies ist v.a. im Maintal von Bedeutung. Wegen der dort vorhandenen, ausgedehnten Siedlungen, Gewerbe- und Industrieflächen und der Bündelung von Verkehrswegen besteht in diesem Talraum potenziell die Gefahr lufthygienischer Belastungen durch die Konzentration von Emittenten. Auwälder, die als Frischluftproduzenten auch aus lufthygienischer Sicht eine besondere Bedeutung hätten, gibt es im Maintal leider nicht mehr in nennenswertem Umfang.

Die Erhaltung von Kalt- und Frischluftbahnen sowie die Beachtung potenzieller lufthygienischer Belastungen in inversionsgefährdeten Gebieten stellen die bedeutendsten Konsequenzen dar, die sich aus der Funktionsbewertung im Bereich Luft/Klima für die Region 3 ableiten lassen.


 

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