4.2.5 Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben (s. Karte 1.5)


Landschaftsbild

Verglichen mit den bereits genannten Schutzgütern nimmt das Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben eine Sonderstellung ein, da bei der Beurteilung des menschlichen Erlebens von Landschaft außer naturwissenschaftlichen auch wahrnehmungspsychologische und damit stärker subjektiv geprägte Aspekte zu berücksichtigen sind. Von der Vergabe eines landschaftsästhetischen Gesamtwertes wurde deshalb abgesehen und stattdessen die Einzelkriterien

  • Eigenart
  • Reliefdynamik

nebeneinander dargestellt (vgl. Karte 1.5).

Das Relief gehört zu den wenig oder kaum veränderbaren Landschaftsfaktoren, die deshalb in starkem Maße zum Charakter und der Unverwechselbarkeit eines Landschaftsraumes beitragen. Die Eigenart einer Landschaft entsteht aus dem Zusammenwirken natürlicher und kultureller Faktoren. Sind als Folge des landschaftlichen Veränderungsprozesses diese prägenden Einflüsse im Landschaftsbild nur noch schlecht oder kaum mehr ablesbar, tritt ein Nivellierungseffekt ein, und die Landschaft verliert an Eigenart. Die Eigenart kann zur Kennzeichnung der Empfindlichkeit einer Landschaftseinheit gegenüber Eingriffen herangezogen werden: je höher die Eigenart eines Teilraumes, desto störender werden sich die negativen Auswirkungen eines Eingriffs bemerkbar machen.

Die Kriterien Eigenart und Reliefdynamik werden anhand einer 5-stufigen Skala von 1 (= sehr gering) bis 5 (= sehr hoch) bewertet. Beispiele:

Eigenart =      1: im visuellen Eindruck dominieren künstliche Elemente und Nutzungsformen (in der Region Main-Rhön außerhalb städtischer Siedlungsräume nicht vorkommend)
 
Eigenart =      2: großflächig intensiv genutzte Ackerlandschaften wie z.B. südöstlich von Schweinfurt, um Mellrichstadt
 
Eigenart =      5: natürliche/naturnahe Landschaftsausschnitte, traditionell geprägte Kulturlandschaften, Landschaftsausschnitte mit kleinteiliger Gliederung und hoher Strukturvielfalt; Beispiele: Schwarzes Moor, Lange Rhön, Sinntal unterhalb Staatsbad Brückenau, Vorland der Haßberge um Prappach
 
Relief =          1: weitgehend eben; z.B. Schwarzes Moor, Gegend um Schwebheim
Relief =          5:  bergig (in der Region Main-Rhön nur im Bereich der Rhön vorkommend); z.B. Schwarze Berge, Sinntal
 

Die Region wurde für diese Bewertung in sog. „Landschaftsbildeinheiten“ unterteilt, innerhalb derer die Kriterien Eigenart und Reliefdynamik in ihrer Wertigkeit und Ausprägung jeweils eine gewisse Homogenität aufweisen. Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Landschaftsbildeinheiten in der Region Main-Rhön wurden die Einheiten im Sinne einer großräumigen Typisierung des Landschaftsbildes zu sog. „Landschaftsbildräumen“ zusammengefasst. Die Landschaftsbildräume wurden mit römischen Ziffern gekennzeichnet und haben in Gliederung und Ausdehnung naturgemäß große Ähnlichkeit mit den Naturräumen. Dennoch gibt es im Detail zahlreiche Abweichungen, da für die Unterscheidung der Landschaftsbildräume in gleicher Weise wie für die Abgrenzung der kleinräumigeren Landschaftsbildeinheiten primär optische und physiognomische Kriterien ausschlaggebend waren. Dieses räumliche Gliederungssystem („landschaftsbildräumliche Gliederung“) wird der Darstellung der Analyse- und Bewertungsergebnisse und später auch der Zielaussagen für das Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben zugrundegelegt. Es ersetzt also die bei den übrigen Schutzgütern verwendete naturräumliche Gliederung.

Im Fall der Städte Schweinfurt, Bad Kissingen und Bad Neustadt a.d. Saale wurden die zusammenhängend bebauten Gebiete als eigene Landschaftsbildeinheiten abgegrenzt. Da für eine angemessene Würdigung dieser rein städtisch geprägten Räume andere als die oben genannten Qualitätsmerkmale angesetzt werden müssten, wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit von einer Bewertung des Kriteriums Eigenart abgesehen. Es erfolgt lediglich eine kurze verbale Charakterisierung in Tabelle 4.1.

Die großen Truppenübungsplätze Wildflecken und Hammelburg wurden als Landschaftsbildeinheiten abgegrenzt. Wie die anderen militärischen Flächen der Region wurden sie jedoch als für die Allgemeinheit nicht erlebbare Räume von einer weiteren Beschreibung und Bewertung ausgeschlossen.

Neben den flächenhaft wirksamen Merkmalen (Eigenart, Reliefdynamik) wurden zusätzlich für das Landschaftsbild und Landschaftserleben bedeutsame lineare und punktuelle Elemente in die Kartendarstellung aufgenommen.
Dazu gehören die landschaftsprägenden visuellen Leitstrukturen (z.B. Reliefsprünge, markante Waldränder). Ihnen kommt bei der Landschaftswahrnehmung eine wichtige Orientierungs- und Ordnungsfunktion zu. Eine ähnliche Aufgabe erfüllen auch die in der Karte dargestellten, ästhetisch ansprechenden, punktuellen Elemente mit hoher Fernwirkung (z.B. Bergkuppen, fernwirksame historische Bauwerke). Als optische Fixpunkte dienen sie nicht nur der Orientierung, sondern wirken auch positiv als Blickfang. Die visuellen Leitstrukturen und fernwirksamen Einzelelemente stärken damit durch ihr Vorhandensein die Eigenart eines Landschaftsraumes und werten sein Erscheinungsbild auf. Sie sollten in ihrer Wirkung auf das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt werden. Wichtige Blickbeziehungen zu den Objekten und von ihnen ausgehend sollten erhalten werden.

Wegen ihres Wertes für das Landschaftserleben wurden auch bedeutende Aussichtspunkte erfasst und in Karte 1.5 dargestellt. Geländepunkte mit einer weiten oder besonders schönen Aussicht sind beliebte Zielpunkte bei Spaziergängen und Ausflügen und stellen damit bevorzugte Orte des Landschaftserlebens dar. Sie sollten in ihrer Qualität möglichst nicht beeinträchtigt werden.

Darüber hinaus wurden auch die in Karte 1.5 als „herausragende Landschaftsbereiche“ bezeichneten Landschaftsausschnitte und -elemente erhoben. Dabei handelt es sich um Teilbereiche oder Einzelelemente der Landschaft, denen im regionalen Zusammenhang aufgrund ihrer Seltenheit und/oder ihrer historischen Aussagekraft („historische Kulturlandschaftsteile“) oder wegen ihrer geologischen bzw. naturkundlichen Bedeutung („naturkundliche Anziehungspunkte“) unabhängig von ihren landschaftsästhetischen Qualitäten eine besondere Schutzwürdigkeit zukommt. In den meisten Fällen tragen diese Landschaftsbereiche zur besonderen ästhetischen Qualität der Landschaft bei, nur in wenigen Ausnahmefällen stehen sie zu ihr im Widerspruch.

Die Region Main-Rhön ist nicht zuletzt wegen ihrer jahrzehntelangen peripheren Lage besonders reich an Relikten der historischen Kulturlandschaft. Bei der Erhaltung historischer Kulturlandschaften und -landschaftsteile (BayNatSchG §2, Grundsatz 13) kommt der Region daher eine hohe Bedeutung zu. Daher wurde ein besonderes Gewicht auf die Erhebung historischer Kulturlandschaftselemente gelegt. Ein grundsätzliches Problem ist dabei allerdings die Tatsache, dass keine einheitlichen Datengrundlagen verfügbar sind und eigene Erhebungen im Rahmen des LEK nur in geringem Umfang möglich waren. Außerdem wurde im Rahmen der Methodikentwicklung für das LEK die historische Kulturlandschaft bisher nur am Rande berücksichtigt. Die Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente (vgl. Tabelle 4.2) konnte daher weder inhaltlich vollständig noch methodisch konsequent durchgeführt werden. Sie erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und ist als erster Schritt für eine verbesserte Berücksichtigung der historischen Kulturlandschaft im Rahmen der Landschaftsentwicklungskonzepte für die bayerischen Planungsregionen zu verstehen. Der Bedeutung der Region Main-Rhön für die Erhaltung historischer Kulturlandschaften kann dadurch leider nur in eingeschränktem Umfang Rechnung getragen werden.

Nachfolgend werden in Form eines Überblicks die Ergebnisse der Bestandserfassung und -bewertung des Schutzgutes Landschaftsbild und Landschaftserleben beschrieben. Das Landschaftsbild wird wie bereits erwähnt über die Parameter Eigenart und Reliefdynamik bewertet. Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung und um einen besseren Überblick zu gewähren, werden die beiden Kriterien, soweit möglich und sinnvoll, im Folgenden nicht gesondert abgehandelt, sondern in Formulierungen wie z.B. „Qualität des Landschaftsbildes“, „landschaftsästhetische Erlebniswirksamkeit“ zusammengefasst.

(Eine Beschreibung wesentlicher Merkmale des Landschaftsbildes in der Region findet sich außerdem in Kap. 3.1.4)


Teilräume mit außergewöhnlich hoher Qualität des Landschaftsbildes

Die nachfolgend aufgeführten Teilräume bilden die landschaftsästhetischen Glanzpunkte der Region, die in ihrer Qualität höchst schutzwürdig sind. Dies bedeutet nicht, dass das Landschaftsbild in diesen Gebieten nicht auch teilweise durch Störeinflüsse beeinträchtigt sein kann. Die evtl. vorhandenen Störungen halten sich allerdings in einem solchen Rahmen, dass der herausragende Gesamteindruck der Landschaftseinheit nicht darunter leidet. Diese Gebiete mit herausragender Qualität liegen mehrheitlich in den Regionsteilen (Nordwesten bzw. Südosten der Region), die sich großflächig durch eine hohe landschaftsästhetische Qualität auszeichnen (siehe unten: Teilräume mit hoher bzw. überwiegend hoher Qualität des Landschaftsbildes). Einzige Ausnahme bildet die Kulturlandschaft um Altenstein, die inmitten einer landschaftsästhetisch als durchschnittlich. z.T. sogar als einförmig einzustufenden Umgebung liegt.

Hervorragende Bedeutung bezüglich seines Landschaftsbildes hat der Teilraum vom Schwarzen Moor im Norden über die Lange Rhön und die Streifenflur von Unterweißenbrunn bis zu den südlichen Ausläufern der Schwarzen Berge. Die Großflächigkeit dieses landschaftsästhetisch höchst wertvollen Raumes stellt eine eigene Qualität dar, die es zu bewahren gilt. Die Lange Rhön und die Heckenlandschaft um Unterweißenbrunn können zusätzlich noch in ihrer gesamten Ausdehnung als hervorragend erhaltene „historische Kulturlandschaften“ gewürdigt werden. Erstere als Beispiel einer traditionell extensiv genutzten Wiesen- und Weidelandschaft in klimatische extremer Lage und letztere wegen ihrer im Hochmittelalter planmäßig angelegten Langstreifenflur (vgl. Kap. 3.2.1). Auch die Schwarzen Berge zeichnen sich durch ein stark traditionell geprägtes Landschaftsbild aus. Allerdings hat hier in jüngerer Zeit durch die starke Wiederbewaldung bereits ein erheblicher landschaftlicher Veränderungsprozess eingesetzt, der die historische Aussagekraft des Gebietes in gewissem Umfang schmälert. Durch gezielte Entbuschungs- bzw. Entwaldungsmaßnahmen sollte diese Entwicklung teilweise rückgängig oder zumindest aufgehalten werden.

Im Nordwesten der Region liegen als weitere Teilräume mit sehr hoher landschaftsästhetischer Qualität

  • das Sinntal unterhalb von Staatsbad Brückenau
  • und im Tal der fränkischen Saale
  • der Abschnitt zwischen der Lauermündung und Bad Kissingen sowie
  • der Teilraum zwischen Bad Kissingen und der Regionsgrenze zusammen mit der südlich anschließenden Wellenkalkstufe.

Die beiden Abschnitte des Saaletals werden lediglich vom Raum Bad Kissingen unterbrochen, der als rein städtisch geprägtes Gebiet anderen Qualitätsmaßstäben unterliegt. In den Talräumen von Sulzthal und Ramsthal haben sich außerdem schutzwürdige historische Kulturlandschaftselemente des Weinbaus, wie z.B. kleinteilige Weinbergsterrassierungen erhalten, die allerdings infolge von Nutzungsaufgabe bzw. Nutzungsintensivierung in ihrem Bestand gefährdet sind.

Im Südosten der Region ist als Teilraum mit sehr hoher landschaftsästhetischer Qualität der Haßbergetrauf nördlich von Zeil a. Main mit seinem Vorland um Prappach hervorzuheben. Im diesem Teilraum haben sich Relikte historischer Nutzungen (z.B. Huteflächen, Streuobstwiesen) in einer Dichte und Vielfalt erhalten, dass er in seiner gesamten Ausdehnung als „historische Kulturlandschaft“ bezeichnet werden kann.

Zu den Gebieten mit landschaftsästhetisch sehr hoher Erlebniswirksamkeit gehört außerdem, wie bereits angedeutet, die Kulturlandschaft um Altenstein. Die Landschaftsbildeinheit mit ihren vom historischen Obstbau geprägten Hängen und dem Dorf in Gipfellage bildet in ihrer Umgebung einen auffälligen Blickfang und kann ebenfalls in vollem Umfang als historischen Kulturlandschaft bezeichnet werden. Der historisch bedeutsame Raum weicht in diesem Falle jedoch von der nach landschaftsästhetischen Gesichtspunkten abgegrenzten Landschaftsbildeinheit ab. An die vielfältig strukturierten Hanglagen um Altenstein schließt nämlich im Nordwesten eine etwa bis Geroldswind reichende ritterschaftliche Gutslandschaft des 19. Jahrhunderts an, die sich mit ihrer historisch bedingt etwas großräumigeren Gliederung und den Obstbaumalleen optisch von der Kulturlandschaft um Altenstein abhebt. Der besondere historische Informationswert liegt im deutlich ablesbaren Kontrast zwischen den beiden unterschiedlichen Teilräumen.


Teilräume mit hoher bzw. überwiegend hoher Qualität des Landschaftsbildes

In der Region Main-Rhön gibt es außergewöhnlich große Gebiete, die sich durch die Schönheit ihrer Landschaft besonders auszeichnen. Die landschaftsästhetische Qualität großer Regionsteile stellt eine wertvolle Ressource dar, der es hohe Bedeutung zuzumessen gilt.
Der gesamte Nordwesten der Region von der Hohen Rhön bis zum Tal der fränkischen Saale (Landschaftsbildräume „Rhön“, „Rhönvorland“, „Tal der Fränkischen Saale mit angrenzenden Muschelkalkhängen“) weist einen hohen Anteil landschaftsästhetisch besonders erlebniswirksamer Landschaftsbildeinheiten auf. Davon weichen nur wenige Teilräume ab. Dazu gehören einerseits großflächig nadelholzdominierte Waldgebiete wie z.B. in der Vorder- und Kuppenrhön nordöstlich von Nordheim, im Burgwallbacher Forst oder nördlich und östlich von Detter und andererseits die Gebiete, in denen sich die mangelnde Strukturvielfalt der landwirtschaftlich genutzten Flur nachteilig auf das Landschaftsbild auswirkt. Dies ist insbesondere im Vorland der Hohen Rhön südwestlich von Oberelsbach, im Raum Ober-/Unterleichtersbach, in der Rodungsinsel Detter, Weißenbach, Roßbach und in den Offenlandgebieten südlich des Neuwirthshauser Forstes der Fall. Durch gezielte Maßnahmen zur Strukturanreicherung dieser Gebiete könnte mit vergleichsweise geringem Aufwand ein wesentlicher Beitrag zum Erreichen eines durchgängig hochwertigen Landschaftsbildes in den Landschaftsbildräumen „Rhön“ und „Rhönvorland“ geleistet werden. Im Landschaftsbildraum „Tal der Fränkischen Saale mit angrenzenden Muschelkalkhängen“, der im Südosten an das Rhönvorland anschließt, ist bereits ein durchgängig hochwertiges Landschaftsbild vorhanden, wobei die städtisch geprägten Räume um Bad Kissingen und Bad Neustadt wegen der abweichenden Qualitätsmaßstäbe, wie erwähnt, von der Betrachtung ausgeschlossen werden.

Ein zweites großes Gebiet, das zusammenhängend eine hohe landschaftsästhetische Qualität besitzt, liegt im Südosten der Region. Zu diesem Gebiet gehört der gesamte in der Region liegende Teil des Steigerwaldes mit seinem unmittelbaren Vorland. Nach Norden setzt sich dieses Gebiet fort über das Maintal östlich von Zeil a. Main und weiter in einem nach Norden schmaler werdenden Band entlang des gesamten Haßbergetraufs.

Daneben gibt es weitere, allerdings weniger großflächige Gebiete, die sich durch eine überdurchschnittliche Qualität ihres landschaftlichen Erscheinungsbildes auszeichnen. Dazu gehören

  • Talräume, wie das Lauertal, das Milztal zwischen Gollmuthhausen und Waltershausen, das Baunachtal um Ebern und der in der Region liegende Abschnitt des Itztals
  • Landschaftseinheiten mit großflächigen Laubwäldern, wie z.B. südöstlich von Bad Kissingen, nordöstlich von Maria Bildhausen sowie die Waldgebiete „Weigler“ und „Lindenhart“ nördlich und südlich von Waltershausen
  • kleinteilig gegliederte Landschaften mit einem hohen Anteil naturnaher Strukturen wie z.B. die Kulturlandschaft um Neubrunn und Weißenbrunn mit ihrer hohen Strukturvielfalt und ihren kulturhistorisch wertvollen, allerdings akut gefährdeten Flurformen (Verfahren der Ländlichen Entwicklung)
  • das Maintal zwischen Schweinfurt und Schonungen und der nördlich anschließende, stark reliefierte Teil des Hesselbacher Waldlandes sowie das Maintal südlich Hirschfeld



Teilräume mit überwiegend durchschnittlicher bzw. geringer Qualität des Landschaftsbildes

Große Teilgebiete der Landschaftsbildräume „strukturarme Agrarlandschaft um Schweinfurt“ sowie „Agrarlandschaft zwischen Rhön und Main“ können unter landschaftsästhetischen Gesichtspunkten als Defiziträume bezeichnet werden. Im Landschaftsbild dominieren großflächige, weithin ausgeräumte Ackerlagen. Besonders großflächig trifft dies für das Umland der Stadt Schweinfurt zu. Einzig im Osten und Nordosten der Stadt bieten das Maintal und das Waldland um Hesselbach ein abwechslungsreicheres Landschaftserlebnis.. Als weitere Gebiete, in denen großflächig ein wenig abwechslungsreiches Landschaftsbild vorherrscht, sind außerdem vor allem zu nennen:

  • das Gebiet um Oerlenbach und Rannungen,
  • der Raum zwischen Thundorf i. Ufr. und Sulzfeld,
  • das nordwestlich von Bad Königshofen gelegene Gebiet um Großeibstadt und Aubstadt sowie
  • das Umland von Mellrichstadt von Wülfershausen im Süden bis Ostheim im Norden.

In diesen Defizitgebieten sollten Maßnahmen für eine Aufwertung des Landschaftsbildes ergriffen werden (z.B. Entwicklung naturnaher Kleinstrukturen, naturnahe Entwicklung der Bäche und ihrer Auen, naturnahe Ortsrandgestaltung, weitere Angaben s. Kap. 6. 5). Um der Eigenart der Landschaft gerecht zu werden, gilt es allerdings zu beachten, dass die schwach reliefierten, fruchtbaren Gäulagen seit jeher zu den intensiv landwirtschaftlich genutzten Räumen gehören. Daher muss hier von einem traditionell weniger erlebnisreichen Landschaftsbild ausgegangen werden als in anderen Teilräume der Region.

Maßnahmen zur Aufwertung des Landschaftsbildes sind auch in den Gebieten angebracht, die als durchschnittlich strukturierte Teilräume einzustufen sind und sich daher bezogen auf die gesamte Landschaftseinheit weder im positiven noch im negativen Sinne durch ihr Landschaftsbild besonders auszeichnen. Dazu gehören insbesondere der südliche Teil des Naturraums Grabfeldgau, der flachwellige Norden und Osten des Landschaftsbildraums „Waldland um Hesselbach“, die ausgeräumten Teilbereiche des Landschaftsbildraums „Hügelland an Itz und Baunach“ zusammen mit dem nordwestlich anschließenden Raum bis Bad Königshofen sowie größere Gebiete im Umland von Bad Neustadt a. d. Saale.



Visuelle Leitstrukturen

Visuelle Leitstrukturen wie z.B. Talflanken, markante Waldränder, ausgeprägte Geländestufen gibt es in der Region in vielen Gebieten und in vielfältiger Ausprägung. Sie stellen besonders sensible Zonen des Landschaftsbildes dar. Nachfolgend werden einige Bereiche der Region benannt, in denen visuellen Leitstrukturen aufgrund ihrer Dimension bzw. der Dichte ihrer Vorkommen besonders deutlich in Erscheinung treten.

Die steilen Talhänge des engen Sinntals wirken auf der gesamten Länge des Tals von Wildflecken bis zur Regionsgrenze als wichtige visuelle Leitlinien. Das Sinntal ist daher gegenüber Zerschneidungen (wie z.B. durch die A 7) und Eingriffen an den Talhängen besonders empfindlich. Deshalb droht im Talabschnitt um Bad Brückenau gerade auch durch die zunehmende Bebauung der Hanglagen eine weitere Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Im Landschaftsbildraum „Tal der Fränkischen Saale mit angrenzenden Muschelkalkhängen“ führen die Muschelkalkstufen und die Steilufer des Saaletals, insbesondere die Prallufer der Talmäander, in ihrer Wirkung als visuelle Leitlinien zu vielfältigen und besonders erlebniswirksamen Raumbildungen. Die intensive Raumdefinition, die zum besonderen Reiz der beiden Teilräume beiträgt, bleibt allerdings nur in vollem Umfang erhalten, solange die visuellen Leitlinien in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden.

Als besonders groß dimensionierte visuelle Leitstruktur hat der Trauf der Haßberge und des Steigerwalds für große Teile der Region eine wichtige Bedeutung im Landschaftsbild. Die Intensität der Wirkung dieser visuellen Leitstruktur wird zusätzlich dadurch gesteigert, dass das Vorland großteils nur schwach reliefiert ist, und der Steilanstieg der Schichtstufe damit eine große Fernwirkung entfalten kann. Entlang des Traufs bieten sich zahlreich weitreichende Fernblicke ins Vorland. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass störende Eingriffe hier eine besonders große negative Fern- und Flächenwirksamkeit entwickeln würden.

Als weitere visuelle Leitstrukturen mit hoher Intensitätswirkung sind außerdem die steilen Talhänge im tief eingeschnittenen Maintal östlich von Zeil a. Main, das Steilufer des Mains im Bereich Schweinfurt – Schonungen sowie der markante Steilanstieg (geolog.: Feuerletten) zwischen Maroldsweisach und Ebern besonders zu erwähnen.

In der Agrarlandschaft südlich und südöstlich von Schweinfurt wirken die Ränder der großen Waldflächen als visuelle Leitstrukturen. Ihnen kommt in dem ansonsten eher einförmigen Landschaftsbild (siehe oben) eine wichtige raumbildende Funktion zu.

 

Zum Bestand der Bodendenkmäler in der Region Main-Rhön

Als Gebiete mit besonders hoher Dichte an bodendenkmalpflegerischen Funden sind in der Region Main-Rhön die zum Naturraum Grabfeldgau gehörenden Teile des Landkreises Rhön-Grabfeld, im Landkreis Bad Kissingen der Teilraum östlich des Tals der fränkischen Saale und östlich daran anschließend, im Landkreis Schweinfurt, das Gebiet nördlich des Naturraums Hesselbacher Waldland sowie insbesondere die gesamte Südhälfte des Landkreises Schweinfurt anzuführen. Die großen Waldgebiete der Region zeichnen sich überwiegend durch eine geringe Fundstellendichte aus.
Dieses Verteilungsbild der Bodendenkmäler ist jedoch in erster Linie – und das gilt nicht nur für das vorliegende Untersuchungsgebiet – eine Folge der Auffindungsmöglichkeiten. Es stellt daher keine realen vor- und frühgeschichtlichen Siedlungsverhältnisse dar, sondern ist stark beeinflusst von Faktoren der Bodennutzung (lange währende Ackernutzung fördert z.B. infolge der Bodenerosion das Zutagetreten von untertägigen Bodendenkmälern) und von forschungsgeschichtlichen Aspekten (eine hohe Dichte von Funden ist z.B. nicht selten die Folge besonders intensiver ehrenamtlicher Aktivitäten). Aus einer geringen Dichte von bodendenkmalpflegerischen Funden lässt sich somit nicht unmittelbar auf eine schwach ausgeprägte vor- und frühgeschichtliche Siedlungsaktivität und damit auf einen archäologisch weniger ergiebigen Raum schließen.
Besonders bedeutsam und schutzwürdig sind, insbesondere unter dem Aspekt des Landschaftserlebens, die obertägig sichtbaren Bodendenkmäler, wie Grabhügel, vor- und frühgeschichtliche Wallanlagen oder auch mittelalterliche Befestigungen.
Abgesehen von einzelnen Bodendenkmälern, die durch den Verkehrswegebau bedroht sind, ist als permanente akute Gefährdung des Denkmälerbestandes vor allem der Flächenverbrauch durch die zunehmende Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebietsflächen im Randbereich der Ortschaften anzusehen. Hier sollte daher auf eine Verdichtung vorhandener Gebiete hingewirkt werden. In jüngerer Zeit bestehen weiterhin in zunehmendem Maße auch Gefährdungen von vor- und frühgeschichtlichen Befestigungen auf hochgelegenen Standorten durch den Bau von Sende- und Windkraftanlagen.

Im folgenden werden die einzelnen Landschaftsbildeinheiten, geordnet nach Landschaftsbildräumen, tabellarisch beschrieben. Zu jeder Landschaftsbildeinheit sind die Einstufungen der Einzelkriterien (E: Eigenart, R: Relief) und eine Kurzcharakterisierung aufgeführt. Bei der Kurzbeschreibung der Einheiten wird auch auf die kultur- und naturhistorischen Einzelelemente mit hoher Fernwirkung (Blickfangfunktion) (vgl. Karte 1.5 Schutzgutkarte Landschaftsbild und Landschaftserleben) bzw. auf Punktelemente, die zu fernwirksamen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes führen (vgl. Karte 3.4 Konfliktkarte Landschaftsbild und Landschaftserleben) eingegangen. Darüber hinaus erfolgen Angaben zu obertägig sichtbaren und daher für das Landschaftserleben besonders bedeutsamen Bodendenkmälern. Dabei können nicht alle Bodendenkmäler dieser Art einzeln und vollständig aufgeführt werden. Stattdessen werden die Bereiche erwähnt, in denen sich obertägig sichtbare Bodendenkmäler in der Region häufen. Ebenso wird angeführt, wenn sich Landschaftsbildeinheiten durch eine Häufung von historischen Kulturlandschaftsteilen auszeichnen.
Die im Rahmen des LEK Main-Rhön erfassten „historischen Kulturlandschaftsteile“ sind in der Tabelle 4.2, die sog. „naturkundlichen Anziehungspunkte“ in Tabelle 4.3 aufgelistet. Verweisnummern stellen jeweils den Bezug zur Darstellung in Karte 1.5 her.

 

Tabelle 4.1:     Übersicht – Landschaftsbildeinheiten (vgl. Karte 1.5)

Nr. der Landschafts-
bildeinheit

Einzelkriterien
(E = Eigenart,
R = Reliefdynamik)

und zugeordnete Einzelwerte
(von 1 = sehr gering bis 5 = sehr hoch)

Bezeichnung des Landschaftsbildraumes und
Kurzcharakteristik

Landschaftsbildraum I:
Rhön
1
E4
R4

Höhenlagen nördlich Leubach
siedlungs- und waldfreie Hochlage der Rhön umgeben von den meist geschlossenen Waldflächen im Bereich des Anstiegs zur Hochlage; typischer Teil der historischen Wiesen- und Weidelandschaft der Hochrhön (vgl. Kap. 3.2.1)

2
E3
R4

großflächig bewaldete Vorder- und Kuppenrhön mit Rodungsinseln
große Waldflächen mit hohem Nadelholzanteil; kleinflächige Rodungsinseln, die auf den hochmittelalterlichen Landesausbau zurückgehen, ein Teil der Siedlungen wurde während der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode wieder aufgelassen (vgl. 3.2.1); Flur im Bereich der Rodungsinseln z.T. stark ausgeräumt wirkend; mehrere besonders wertvolle historische Kulturlandschaftsteile (s. Tabelle 4.2); besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler (bei Heufurt, im Sulztal südlich Willmars, Hohe Schule südöstlich Völkershausen)
fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Burgruine Lichtenburg nordöstlich von Ostheim v.d. Rhön

3
E4
R4

Vorland der Langen Rhön bei Fladungen
traditionell geprägte, reich mit Gehölzstrukturen gegliederte Kulturlandschaft im Vorland der Langen Rhön

4
E5
R1

Hochplateau um das Schwarze Moor
Schwarzes Moor: großes, weitgehend unbeeinträchtigtes Hochmoor; während der NS-Zeit im Zuge des „Dr.-Hellmuth-Plans“ angelegte Fichtenstreifen am Südostrand des Moores haben Bedeutung als historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Kap. 3.2.1)

5
E5
R3

Lange Rhön
nicht besiedelte, weiträumige und karge Wiesen- und Weidelandschaft in den Hochlagen der Rhön, „Land der offenen Fernen“ (vgl. Kap. 3.1.4); in gesamter Ausdehnung „historische Kulturlandschaft“ (vgl. Kap. 3.2.1), besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler (am Bauersberg, an der Hohen Hölle);
fernwirksame Erhebung: Heidelstein

6
E4
R5
waldreicher östlicher Anstieg der Langen Rhön
kuppiger und überwiegend bewaldeter Anstieg zur Langen Rhön, hoher Laubholzanteil, naturnahe Wälder; im Hochmittelalter als Siedlungsland erschlossen, während der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode aufgelassen und nicht wiederbesiedelt (vgl. Kap. 3.2.1), heute weitgehend siedlungsfrei; fernwirksame Geländestruktur: Rother Kuppe mit Aussichtsturm
7
E5
R5
strukturreicher südlicher und östlicher Anstieg der Langen Rhön
Hanglagen am Rande der Langen Rhön, Mosaik aus Waldflächen und Offenland; Offenland mit extrem hohem Anteil an Gehölzstrukturen, z.T. fließende Übergänge zum Wald; massive Störwirkung durch Basaltsteinbruch nordöstlich von Bischofsheim (auch auf angrenzende Landschaftsbildeinheiten wirkend)
8
E5
R5
Talraum von Oberweißenbrunn
enger Talraum mit strukturreichen Hanganstiegen zu den hohen Erhebungen der Rhön; Siedlungen in den Tallagen
9
E5
R5

vom Kreuzberg bis zu den Schwarzen Bergen
charakteristische, kuppig reliefierte Rhönlandschaft mit mosaikartigem Wechsel von geschlossenen Waldflächen und strukturreichem Grünland, parkartiger Landschaftseindruck; in den vergangenen Jahrzehnten starke Zunahme des Waldanteils (vgl. Kap. 3.1.4);
fernwirksamer Gipfel: Kreuzberg
am Schwarzenberg: Abbaustelle mit beeinträchtigender Fernwirkung im Landschaftsbild

10
E-
R-
Truppenübungsplatz Wildflecken

11
E4
R4
Talräume der kleinen Sinn und der Döllau
offene, strukturreiche Tallagen umgeben von geschlossenen Wäldern, Waldflächen mit erheblichem Nadelholzanteil
12
E4
R3
Höhenlage zwischen den Tälern der Sinn und der kleinen Sinn
hochflächenartiger Bereich der Rodungsinsel Volkers mit Kloster Volkersberg und den umgebenden Waldgebieten; Klostergebäude in exponierter Kuppenlage und mit hoher Fernwirkung, weite Fernsicht
13
E4
R5
Sinntal oberhalb Bad Brückenau
tief eingeschnittener Talraum der Sinn, mit überwiegend grünlandgeprägter Aue und strukturreichen Hängen, in Teilbereichen Beeinträchtigungen durch Infrastruktureinrichtungen und Ausweitung der Siedlungsflächen
14
E3
R5
Sinntal um Bad Brückenau
Tallagen in diesem Bereich stark von Siedlung und Infrastruktureinrichtungen geprägt, deutliche Tendenz zur Ausweitung der Siedlungsflächen an Hanglagen (v.a. südexponierte Hänge); Berghänge oberhalb der bebauten Bereiche überwiegend bewaldet, z.T. hoher Nadelholzanteil; Staatsbad Brückenau: traditionsreicher Kurort mit historisch bedeutsamen Kuranlagen (vgl. Kap. 3.2.1)
15
E5
R5
Sinntal unterhalb von Staatsbad Brückenau
traditionell geprägtes Mittelgebirgstal in nahezu idealtypischer Ausprägung: Talabschnitt weitgehend ohne visuelle Beeinträchtigungen, naturnaher Flusslauf mit Grünlandaue, strukturreiche Hanglagen mit kleinräumigem Wechsel der Nutzungs- und Strukturtypen, kleine Ortschaften mit schwacher Siedlungsentwicklung
Landschaftsbildraum II:
Rhönvorland
16
E4
R3
Vorland der Langen Rhön nördlich von OberelsbachKulturlandschaft im Vorland der Langen Rhön, geprägt durch Gegensatz zwischen z.T. kleinteiliger Parzellenstruktur und weiträumigem Landschaftseindruck;fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Pfarrkirche St. Kilian in Oberelsbach
17
E5
R4
Heckenlandschaft um Unterweißenbrunn
hervorragend erhaltenes und bundesweit bedeutsames Beispiel einer hochmittelalterlichen Streifenflur (vgl. Kap. 3.2.1); historische Flurparzellierung durch Hecken entlang der Parzellengrenzen unmittelbar erlebbar (vgl. Kap. 3.1.4); in gesamter Ausdehnung hervorragend erhaltene und höchst schutzwürdige „historische Kulturlandschaft“
18
E3
R3
strukturärmeres Vorland der Langen Rhön
Tallagen im Vorland der Langen Rhön südlich von Oberelsbach, Offenland in Teilbereichen mehr oder weniger ausgeräumt wirkend; Waldflächen im Bereich des Brendtals mit hohem Nadelholzanteil
19
E4
R3
waldreicher Raum um Bastheim
kleinräumig reliefierter Raum mit hohem Waldanteil und teilweise hoher Strukturvielfalt; kleinflächiger Wechsel zwischen Wald und Offenland; beträchtlicher Anteil von Nadelwäldern; mehrere besonders wertvolle historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2) und östlich von Bastheim mehrere besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler
20
E3
R4
Burgwallbacher Forst
großflächiges, geschlossenes Waldgebiet mit hohem Nadelholzanteil, Offenland beschränkt sich weitgehend auf die Rodungsinsel Burgwallbach
21
E4
R4
großflächige Wälder rechts der Saale
großflächige, weitgehend geschlossene Laubwälder; Offenland beschränkt auf wenige schmale Wiesentäler und einzelne Rodungsinseln
22
E4
R4
Offenland westlich von Burgwallbacher Forst und Klauswald
im Osten und Westen von großflächigen Wäldern begrenztes, vorwiegend in späten Siedlungsphasen erschlossenes Gebiet (Zeit des hochmittelalterlichen Landesausbaus und später; vgl. Kap. 3.2.1), in großen Bereichen traditionell geprägte Kulturlandschaft mit hohem Strukturreichtum;späteste Ortsgründungen (Ende 17. Jh.): Langenleiten, Sandberg, Waldberg (Straßenangerdörfer in nahezu idealtypischer Anlage)
23
E4
R5
strukturreiche Vorder- und Kuppenrhön südlich des Sinntals
charakteristische, z.T. fernwirksame Basaltkegel als prägende Elemente des Landschaftsbildes (Höhenlagen mit guter Fernsicht); reiche Gliederung der Flur durch zahlreiche Gehölzstrukturenfernwirksame Basaltkegel: Mettermich, Dreistelzberg
24
E3
R3
strukturärmerer Bereich der Vorder- und Kuppenrhön südlich des Sinntals
zentraler Teil eines großen Rodungsbereiches; weiträumig offene Kulturlandschaft mit relativ geringem Strukturierungsgrad; hochflächenartiger Eindruck; die Basaltkegel der angrenzenden Einheit (Nr. 23) bilden den prägenden Hintergrund des Landschaftsbildes
25
E3
R2
Rodungsinsel um die Dörfer Roßbach, Weißenbach und Detter
flachwellige Hochfläche, Geschlossenheit der Rodungsinsel aufgrund des Reliefs nicht durchgängig erlebbar, als gliedernde Elemente wirken v.a. die Dörfer mit ihren Ortsrändern; ehemals ritterschaftliches Territorium (Schlösser der Herren von Thüngen in Roßbach und Weißenbach); mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (s. Tabelle 4.2)
26
E3
R4
Nadelholzreiche Wälder nördlich und östlich Detter
ausgedehnte Forstflächen ohne Besiedelung; Offenland beschränkt sich auf einzelne, schmale und tief eingeschnittene Wiesentäler; hoher Nadelholzanteil
27
E4
R4
Großflächige Laubwälder des Roßbacher, Detter und Neuwirthshauser Forstes
ausgedehnte Laubwälder ohne Besiedelung; Offenland beschränkt sich auf einzelne, schmale und tief eingeschnittene Wiesentäler
28
E3
R3
Kulturlandschaft am Südrand des Neuwirthshauser Forstes
weitflächige und flachwellige, vorwiegend ackerbaulich geprägte Kulturlandschaft, Gehölzstrukturen tragen in beschränktem Umfang zur Gliederung der Landschaft bei, relativ hoher Waldanteil
29
E4
R3
Thulbatal
Talraum mit traditionell geprägtem Erscheinungsbild und charakteristischer Nutzungsverteilung; in der Aue überwiegt Grünlandnutzung, Gliederung der ackerbaulich genutzten Hanglagen durch vielfältige Gehölzstrukturen
Landschaftsbildraum III:
Tal der Fränkischen Saale mit angrenzenden Muschelkalkhängen
30
E4
R3
Saaletal oberhalb und um Bad Neustadt
zwischen Kleineibstadt und Hollstadt: überwiegend schmaler, naturnah wirkender Talraum mit steilen Hängen; Hanglagen häufig strukturreich, in Teilbereichen auch bewaldet
unterhalb Hollstadt: breiter und ebener Talboden, großflächige Grünlandnutzung, naturnaher Eindruck; die historische Altstadt von Bad Neustadt grenzt direkt an die nicht bebaute Aue und bildet mit dem Talraum eine Einheit;
fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Ruine Salzburg bei Bad Neuhaus a.d. Saale
31
E-
R3
Siedlungsraum Bad Neustadt
zusammenhängend bebauter Siedlungsbereich von Bad Neustadt außerhalb des Altstadtkerns, hoher Anteil von Gewerbegebieten und Wohnsiedlungen; Bebauung in z.T. exponierten Hanglagen; am nordöstlichen Stadtrand z.T. sehr großdimensionierte Baukörper
32
E5
R4
Saaletal zwischen Bad Neustadt und Bad Kissingen
tief eingeschnittener, enger Talraum mit großen Talmäandern (charakteristische Prallhang-Gleithang-Gliederung); traditionell geprägtes Erscheinungsbild: Grünland in der Aue, Siedlungen beschränkt auf hochwassergeschützte Talterrassen, Wald an den steilen Prallhängen, offene Hanglagen z.T. mit hoher Strukturvielfalt; Beeinträchtigungen durch Ausweitung der Siedlungen auf steilere Hanglagen (v.a. um Bad Bocklet);
fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Schloss Aschach Bauwerk mit beeinträchtigender Fernwirkung im Landschaftsbild: Krankenhaus Bad Bocklet
33
E4
R3
Raum um Nüdlingen
hochtalartige Lage oberhalb dem Tal der Fränkischen Saale, prägendes Merkmal: die durch Vor- und Rücksprünge gegliederte Muschelkalkstufe, die die Einheit im Norden, Osten und Süden begrenzt, Steil- und Hochlagen der Muschelkalkstufe bewaldet, hoher Strukturreichtum der offenen Hanglagen; südöstlich von Nüdlingen mehrere besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler
34
E-
R4
städtisch geprägter Raum Bad Kissingen
vorwiegend städtisch geprägter Talabschnitt um Bad Kissingen; mittelalterlicher Altstadtkern; historisch bedeutsame Kuranlagen aus 18. und 19. Jh. zeugen von der mondänen Vergangenheit des traditionsreichen Kurbades; zentrumsnahe Saaleaue als Kurpark gestaltet; außerhalb der Altstadt und der Kuranlagen überwiegt der Eindruck einer dynamischen Siedlungsentwicklung (auch oder gerade in den Hangbereichen)
35
E5
R4
Saaletal unterhalb von Bad Kissingen
tief eingeschnittener Talraum mit stark gewundenem Flußlauf, ausgeprägte Gleit- und Prallhangbildungen, im Osten und Westen der Einheit enge Einschnittstrecken, im zentralen Bereich um Hammelburg relativ weiter Talquerschnitt, in südexponierten Lagen Weinberge (z.T. brachgefallen) (historischer Überblick zum Weinbau: s. Kap. 3.2.1), Überschwemmungsbereiche überwiegend grünlandgeprägt; mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2); mehrere fernwirksame Bauten, z.T. mit bereichernder Wirkung (Trimburg, Burg Saaleck), z.T. mit beeinträchtigender Wirkung auf das Landschaftsbild (Radarschirme östlich Hammelburg)
36
E4
R4
Muschelkalk-Erhebungen nördlich/nordwestlich von Hammelburg
markante Erhebungen, durch tief eingeschnittene Täler in mehrere Rücken gegliedert; Höhenlagen meist bewaldet, sehr steile Hanglagen mit z.T. brachgefallenen Weinbergen; naturnahe Wirkung der Tallagen durch Ackernutzung in der Aue z.T. beeinträchtigt
37
E5
R4
Muschelkalkzone südlich des Saaletals
enge Talräume mit steilen, reich strukturierten Trockenhängen, in südexponierten Lagen kleinräumig terrassierte Weinberge, z.T. brachgefallen (versch. Sukzessionsstadien) (s. auch Kap. 3.1.4), in Teilbereichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch flurbereinigte Weinberge, Höhenlagen meist bewaldet; zahlreiche, z.T. auch besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (s. Tabelle 4.2), mehrere besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler (zwischen Trimburg und Sulzthal, westlich Sodenberg)
Landschaftsbildraum IV:
Agrarlandschaft zwischen Rhön und Main
38
E2
R3
ausgeräumt wirkende Agrarlandschaft zwischen Fladungen und Bad Königshofen
in großen Teilen waldarme, von weitflächigem Ackerbau geprägte, wenig abwechslungsreiche Agrarlandschaft; mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile, v.a. in dem nördlich von Mellrichstadt gelegenen Teil der Einheit (s. Tabelle 4.2); im weiteren Umfeld von Mellrichstadt und westlich von Bad Königshofen mehrere Kuppenlagen mit weitem Rundblick;
fernwirksames Bauwerk (Blickfang) am Nordrand der Einheit bei Fladungen: Kapelle St. Gangolf
39
E3
R2
Hügelland nordwestlich von Bad Neustadt
Wechsel zwischen ausgeräumten und strukturreicheren Bereichen; sehr geringer Waldanteil, Waldflächen weitgehend beschränkt auf die Randhöhen, hoher Nadelholzanteil
40
E3
R3
Unteres Streutal
weiter Talraum am Unterlauf der Streu, landschaftlicher Eindruck stark von ackerbaulicher Nutzung geprägt, Ackerflächen auch in der Aue; taltypische Nutzungszonierung nur noch eingeschränkt erlebbar
41
E4
R3
Waldgebiete bei Waltershausen
großflächige, geschlossene Waldgebiete, nördliche Teilfläche („Weigler“) mit größeren Nadelholzanteilen; im „Lindenhart“ (südliche Teilfläche) zwei besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler
42
E4
R4
Einschnittstrecke des Milztals
tief eingeschnittenes und enges Kerbtal mit sehr naturnahem Erscheinungsbild; im zentralen Bereich Talhänge überwiegend bewaldet; Randbereiche der Landschaftsbildeinheit im Westen und Osten durch Gehölzstrukturen kleinräumig und vielfältig gegliedert
43
E3
R3
Grabfeldgau östlich vom Waldgebiet „Weigler“
Agrarlandschaft mit überwiegender Ackernutzung, Teilbereiche mit erhöhter Nutzungs- und Strukturvielfalt; südlich und östlich von Rappershausen mehrere besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler
44
E3
R3
Grabfeldgau östlich Bad Königshofen
Wechsel zwischen kuppigen, überwiegend bewaldeten Höhenzügen und weiten, flachen, intensiv landwirtschaftlich genutzten Tallagen; im Übergangsbereich zwischen Wald und Offenland: extensiv genutzte, z.T. brachgefallene Flächen mit vielfältigem Erscheinungsbild; mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2)
nordöstlich Alsleben: Abbaustellen mit beeinträchtigender Fernwirkung im Landschaftsbild
45
E3
R3
Grabfeldgau südlich Bad Königshofen
überwiegend ackerbaulich geprägte Grabfeldlandschaft, in Teilbereichen mit erhöhter Nutzungs-und Strukturvielfalt;
fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Schloss Sternberg
46
E3
R3
Grabfeldgau nördlich von Haßfurt
ackerbaulich dominierte Agrarlandschaft mit geringem Waldanteil, relativ kleinflächiger Wechsel zwischen einförmigeren Bereichen und solchen mit erhöhter Nutzungs- und Strukturvielfalt
47
E2
R3
ausgeräumte Grabfeldlandschaft südlich und nördlich des oberen Lauertals
von weitflächigem Ackerbau geprägte, wenig abwechslungsreiche Agrarlandschaft
südliche Teilfläche: mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2); nördliche Teilfläche: mehrere besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler (am Südostrand von Sulzfeld, Ruine Wildberg, im Wald nordöstlich und südöstlich von Großwenkheim, im Kohlholz östlich Weichtungen, in Thundorf i. Ufr. und südwestlich des Ortes im Stegholz);
fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Schloss Craheim
48
E4
R3
Lauertal mit den bei Münnerstadt einmündenden Seitentälern
naturnahes, relativ enges Bachtal mit sehr hohem Grünlandanteil in der Aue, Bachlauf über weite Strecken von Ufergehölzen begleitet, Talhänge auf längeren Abschnitten bewaldet;
südwestlich Münnerstadt: sehr strukturreiche Hänge im Bereich einiger Seitentäler des Lauertals
49
E4
R3
waldreiches Gebiet westlich von Kleineibstadt
großflächige und weitgehend geschlossene Wälder mit hohem Laubholzanteil; östliches Vorland der Waldflächen durch Gehölzstrukturen reich gegliedert
50
E3
R3
Grabfeldgau um und nordöstlich von Maria Bildhausen
hoher Waldanteil, kleinräumiger Wechsel zwischen Wald und Offenland, Waldflächen mit hohem Laubholzanteil, Offenland aber weitgehend strukturarm
51
E3
R3
Muschelkalkgebiet um Münnerstadt und bei Bad Neustadt a.d. Saale
Wechsel zwischen flachwelligen Lagen und Bereichen mit markanten Geländestufen und engen Taleinschnitten; Steilhänge mit abwechslungsreichem und naturnahem Erscheinungsbild (z.B. Brachen in unterschiedlichen Sukzessionsstadien), flachere Lagen überwiegend ackerbaulich genutzt;
nördlich von Strahlungen: Kalkstein-Abbau mit beeinträchtigender Fernwirkung im Landschaftsbild
52
E3
R3
Talhänge westlich von Burglauer
offene, flach ansteigende Hanglagen des Lauertals; vorwiegend ackerbaulich genutzt, Gehölzstrukturen tragen zur Gliederung des Landschaftsbildes bei; im Bereich der bewaldeten Kuppen am Südrand der Einheit zwei besonders bedeutsame Bodendenkmäler
53
E2
R2
Hochfläche westlich von Burghausen
überwiegend ackerbaulich genutzte, wenig gegliederte Flur, relativ hoher Waldanteil (erhebliche Nadelholzanteile)
54
E4
R3
Waldland südöstlich von Bad Kissingen
weitgehend geschlossenes und nicht besiedeltes Waldgebiet, überwiegend Laubwald; offene Bereiche nur im Norden und in den Randbereichen; im Süden einzelne schmale Wiesentäler
55
E2
R2
Agrarlandschaft der Wern-Lauer-Platte
flachwelliger, vorwiegend ackerbaulich genutzter Raum; zahlreiche, inselartig verteilt liegende Waldflächen; es dominiert der Eindruck einer ausgeräumten Agrarlandschaft; einige besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler (schwerpunktmäßig in dem südöstlich von Poppenlauer gelegenen Teil der Einheit)
56
E3
R3
Wern-Lauer-Hochfläche mit hohem Waldanteil
Offenland überwiegend ackerbaulich genutzt und in sich nur wenig gegliedert; durch hohen Anteil der Waldflächen und deren Verteilung entsteht aber eine kleinräumig wirkende, kulissenartige Landschaftsgliederung
57
E-
R-
Truppenübungsplatz Hammelburg

Landschaftsbildraum V:
Hügelland an Itz und Baunach
58
E3
R3
schwach reliefiertes Hügelland an der oberen Baunach
Hügelland mit welligem Relief; mosaikartiger Wechsel von Waldflächen, ausgeräumten Flurlagen und strukturreichen Gebieten, Tallagen häufig abwechslungsreich und mit naturnahem Erscheinungsbild; mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2)
Störwirkung durch nicht landschaftsgerechte Architektur des „Bayernturms“ bei Sternberg; der Turm ist andererseits jedoch bedeutend als historischer Kulturlandschaftsteil der deutsch-deutschen Geschichte
59
E3
R4
stärker reliefiertes Hügelland um Burgpreppach
Hügelland mit stärker ausgeprägtem Relief; mosaikartiger Wechsel von Waldflächen, ausgeräumten Flurlagen und strukturreichen Gebieten; Tallagen häufig abwechslungsreich und mit naturnahem Erscheinungsbild; zahlreiche besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2)
60
E5
R4
Kulturlandschaft um Altenstein
traditionell geprägte und durch einen extrem hohen Anteil von Gehölzstrukturen kleinteilig gegliederte Kulturlandschaft im Umfeld des auf einer Bergkuppe gelegenen Ortes Altenstein; die exponiert stehende Kirche des Ortes bildet den Blickfang der Landschaftsbildeinheit; Landschaftseinheit in gesamter Ausdehnung „historische Kulturlandschaft“; historisch bedeutsamer Bereich reicht in nordwestlicher Richtung über die Landschaftsbildeinheit hinaus
fernwirksame Baugruppe (Blickfang): Pfarrkirche und Burgruine Altenstein
61
E2
R3
Hochfläche um Hafenpreppach
Rodungsinseln mit überwiegend ausgeräumter Ackerflur, umgebende Wälder mit hohem Nadelholzanteil; zwei bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler im Wald südlich Hafenpreppach
62
E4
R3
Itztal und Talraum am Unterlauf der Alster
weiter Talraum (teilweise außerhalb der Region liegend), im breiten Itzgrund Wechsel zwischen Ackerflächen und großen Grünlandbereichen, Westhang des Itzgrundes zwischen Gleusdorf und Untermerzbach: sehr gut erhaltenes, Dorf und Flur umfassendes Beispiel der territorial zersplitterten, kleingliedrigen fränkischen Kulturlandschaft des 18./19. Jh. (vgl. Kap. 3.2.1)
63
E3
R3
Hügelland östlich Ebern
teils gerodete, teils bewaldete Höhenlagen zwischen Baunach und Itz, Flur in Teilbereichen ausgeräumt, Wechsel zwischen laub- und nadelholzdominierten Waldflächen, weite Ausblicke; im Nordteil der Einheit mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2)
64
E4
R3
Baunachtal um Ebern
Hügellandtal mit weitgehend standorttypischer Nutzungszonierung, großflächige Grünlandnutzung in der Aue, Flusslauf über längere Strecken von Gehölzsäumen begleitet, Erscheinungsbild der Talhänge abwechslungsreich, z.T. kleinteilig gegliedert
65
E3
R3
Baunachtal südlich von Treinfeld
typischer Charakter des Hügellandtales durch intensive Landwirtschaft überprägt, hoher Ackeranteil in der Aue, naturnahe Strukturen als Gliederungselemente im Landschaftsbild zurücktretend
Landschaftsbildraum VI:
Waldland um Hesselbach
66
E3
R3
flachwelliges Waldland um Hesselbach
hochflächenartiges Waldgebiet mit großen Rodungsinseln; großflächige Laubwälder, Rodungsinseln überwiegend strukturarm, Relief größtenteils nur mäßig bewegt, im Süden sanft zum Maintal hin abfallend
67
E4
R4
von Kerbtälern geprägtes Waldland um Hesselbach
mehrere schmale, dicht nebeneinanderliegende Kerbtäler, die zum Maintal hin entwässern prägen das Relief, insgesamt hoher Waldanteil (überwiegend Laubwälder), landwirtschaftlich genutzte Bereiche infolge des hohen Anteils an steilen Hanglagen in ihrem Erscheinungsbild meist vielfältig und abwechslungsreich, in einigen überwiegend bewaldeten Tälern beschränkt sich die landwirtschaftliche Nutzung auf den sehr schmalen Wiesengrund
Landschaftsbildraum VII:
Waldlandschaften beiderseits des Mains
68
E3
R4
nördliche Hochfläche der Haßberge
großflächiges, überwiegend geschlossenes Waldgebiet mit hohem Nadelholzanteil
69
E4
R4

Hochfläche der Haßberge südöstlich von Hofheim i. Ufr.
großflächiges, überwiegend geschlossenes Waldgebiet mit hohem Laubholzanteil und einigen sehr schmalen Wiesentälern

70
E4
R4
Trauf und Vorland der Haßberge östlich und nördlich von Hofheim i. Ufr.
bewaldeter Steilanstieg der Haßberge (Laubwälder); flacheres Vorland teilweise ebenfalls bewaldet, überwiegend aber offen und in diesen Bereichen geprägt durch eine vielfältige und kleinteilige Landschaftsgliederung, mehrere besonders bedeutsame historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Tabelle 4.2) und zwei besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler bei Rottenstein
71
E5
R4
Vorland der Haßberge um Prappach
durch markante Geländestufen terrassenartig gegliedertes Vorland der Haßberge, sehr reich strukturierte und abwechslungsreiche Kulturlandschaft, weithin sichtbare Erhebungen, weite Ausblicke; in gesamter Ausdehnung „historische Kulturlandschaft“fernwirksame Erhebung: Hohe Wann
72
E5
R4
südlicher Trauf der Haßberge
größtenteils bewaldeter, westexponierter Steilanstieg der Haßberge mit tief eingeschnittenen, strukturreichen Kerbtäler; Waldflächen laubholzdominiert
73
E3
R3
Rodungsinseln in den Haßbergen mit umgebenden Wäldern
Flur der Rodungsinseln teilweise kleinräumig und vielfältig gegliedert, teilweise aber auch ausgeräumt wirkend, umgebende Wälder überwiegend laubholzdominiert; „historische Kulturlandschaft“ im Bereich der Breitstreifenfluren um Dörflis und Kottenbrunn (nachteilige Veränderungen durch laufende Verfahren der Ländlichen Entwicklung zu erwarten)
am Ostrand des Bischofsheimer Forstes: Sandstein-Abbau mit beeinträchtigender Fernwirkung im Landschaftsbild
74
E4
R4
Kulturlandschaft um Neubrunn und Jesserndorf
ausgeprägte Reliefierung, kleinteilig gegliederte Flur mit abwechslungsreichem Erscheinungsbild; Wälder um Weißenbrunn mit erheblichen Nadelholzanteilen; „historische Kulturlandschaft“ im Bereich der Breitstreifenflur um Neubrunn (nachteilige Veränderungen durch laufende Verfahren der Ländlichen Entwicklung zu erwarten)
75
E3
R4
Waldland westlich von Ebern
große, geschlossene Waldgebiete, in erheblichem Umfang nadelholzdominiert, im Osten Verzahnung von Offenland und geschlossenen Waldflächen, erhebliche Höhenunterschiede
76
E3
R4
Haßberge im Umfeld des Lautertals
größtenteils offene, ausgeprägt reliefierte Kulturlandschaft, Flurlagen weisen nur in Teilbereichen eine erhöhte Nutzungsvielfalt und kleinteilige Gliederung auf, Waldflächen häufig mit hohem Nadelholzanteil, „historische Kulturlandschaft“ im Bereich der Breitstreifenflur um Breitbrunn (nachteilige Veränderungen durch laufende Verfahren der Ländlichen Entwicklung zu erwarten)
77
E4
R3
besiedelte Talräume des Steigerwalds
in großen Teilen traditionell geprägte Kulturlandschaft mit typischer standortbedingter Nutzungszonierung (Grünlandaue, ackerbaulich genutzte Hanglagen, bewaldete Höhenlagen), Ackerlagen unter anderem durch Gehölzstrukturen gegliedert, nur vereinzelt Bereiche mit einförmigerem Erscheinungsbild; meist kleine Ortschaften mit schwacher Siedlungsentwicklung
78
E4
R4
Waldgebiete des Steigerwalds
weitgehend geschlossene Laubwaldgebiete (vgl. Kap. 3.2.1 „Waldwirtschaft“), Relief mit ausgeprägten Höhenunterschieden, offene Bereiche nur kleinflächig (Bereich um Neuhausen im Westen der Einheit, Kerbtäler mit schmalem Wiesengrund)
79
E4
R4
Steigerwaldtrauf
unmittelbares Vorland und bewaldeter Steilanstieg des Steigerwaldes; Wälder entlang des Steigerwaldtraufes durchwegs laubholzdominiert, Vorland vielfältig genutzt und kleinteilig gegliedert, kleinflächiger Weinbau (Weinberge allerdings meist strukturarm), weite Ausblicke von den Randhöhen des Steigerwaldes; zahlreiche besonders bedeutsame, obertägig sichtbare Bodendenkmäler, v.a. im Bereich der Kammlagen
Landschaftsbildraum VIII:
Maintal
80
E4
R4
Maintal östlich Zeil a. Main
Einschnittstrecke des Mainssteile Talhänge: teils bewaldet, an südexponierten Lagen Weinbau, um Steinbach besonders bedeutende Relikte traditioneller Weinbergsterrassierungen (vgl. Tabelle 4.2), hoher Strukturreichtum
Mainaue: trotz vielfältiger anthropogener Veränderungen mit z.T. deutlicher Störwirkung (z.B. Industrie, Infrastruktur, Kiesabbau) (vgl. auch Kap. 3.1.4) überwiegen im Erscheinungsbild die naturbetonten und erlebniswirksamen Elemente
fernwirksame Bauwerke (Blickfang): Wallfahrtskirche Maria Limbach, Ruine Wallburg
81
E3
R1
Maintal um Haßfurt
ebene Tallagen entlang des Mains, ohne deutliche räumliche Begrenzung zu den benachbarten Raumeinheiten;
unmittelbares Nebeneinander unterschiedlichster Nutzungsformen und -intensitäten (kleinflächige naturnahe Bereiche, landwirtschaftliche Nutzflächen (Acker, Grünland), große Baggerseen (Kiesabbau), Siedlungs- und Gewerbeflächen, Infrastruktureinrichtungen)
82
E4
R4

Maintal zwischen Schonungen und Schweinfurt
hohes Steilufer des Mains mit vielfältigen Sukzessionsstadien im Bereich aufgelassener Weinberge (historische Nutzung nur noch eingeschränkt ablesbar), Mainaue mit großflächiger Grünlandnutzung; Beeinträchtigung der ehemaligen Weinbergslagen durch Bebauung
fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Schloss Mainberg

83
E2
R1
Maintal zwischen Grafenrheinfeld und Hirschfeld
breiter Talraum ohne deutliche Talränder, Aue in weiten Teilen ackerbaulich genutzt, große Kiesabbauflächen;
störende Fernwirkung: Kühltürme des KKW Grafenrheinfeld
84
E4
R3
Maintal südlich Hirschfeld
relativ schmaler Talraum des Mains mit klar ausgeprägten Talhängen; an den Hanglagen z.T. Weinbau, Siedlungen beschränkt auf die Talränder, Mainaue mit naturnah wirkenden Bereichen und durch Gehölze räumlich gegliedert fernwirksames Bauwerk (Blickfang): Pfarrkirche St. Johannes in Wipfeld

Landschaftsbildraum IX:
Strukturarme Agrarlandschaft um Schweinfurt

85
E2
R3
Agrarlandschaft nördlich Gädheim
Waldflächen inselartig in der Flur verteilt, Offenland großflächig ackerbaulich genutzt, mit geringem Anteil gliedernder Strukturen, südliche Randbereiche zum Maintal hin sanft abfallend
86
E2
R3
Hügelland südlich des Mains
überwiegend ackerbaulich genutztes, flachwelliges Hügelland, im Norden sanft zum Maintal hin abfallend, geringer Anteil gliedernder Strukturen, geringer Waldanteil, Waldflächen inselartig in der Flur verteilt; Waldränder wirken als wichtige raumbildende Strukturen; Häufung von besonders bedeutsamen, obertägig sichtbaren Bodendenkmälern im Wald östlich Unter-/Obereuerheim
87
E2
R1
flaches Steigerwald-Vorland
nahezu ebene und größtenteils einförmige Agrarlandschaft, Ackerbau ist die beherrschende Nutzungsform, Grünlandflächen im Bereich einiger Bachniederungen treten im Landschaftsbild nicht prägend in Erscheinung (Kleinflächigkeit, mangelnde Durchgängigkeit); Waldanteil auf wenige, inselartig in der Flur liegende Waldflächen beschränkt, Waldränder wirken aber als wichtige raumbildende Strukturen
88
E3
R2
flachwelliges Steigerwald-Vorland
flachwellige Agrarlandschaft, überwiegend ackerbaulich genutzt; geringer Anteil von Waldflächen, Teilbereiche mit erhöhter Nutzungs- und Strukturvielfalt; westexponierte, flache Hänge zum Maintal geprägt von modernem Erwerbsobstbaufernwirksame Objekte: Kapellenberg bei Gerolzhofen, Marienkapelle westlich von Bischwind
89
E3
R3
Nordrand der Weinbaulandschaft des südlichen Maindreiecks
außerhalb der Region sich nach Süden fortsetzende Raumeinheit, in der der Weinbau als Nutzungsform prägend in Erscheinung tritt; Weinberge meist flurbereinigt, in flacheren Lagen überwiegt der Ackerbau
90
E2
R2
Agrarlandschaft westlich und südwestlich von Schweinfurt
flachwellige, nahezu waldfreie Agrarlandschaft, aufgrund der hervorragenden Bodenfruchtbarkeit großflächiger Ackerbau als beherrschende Nutzungsform; größtenteils einförmiges Landschaftsbild
91
E-
R2
städtischer Raum Schweinfurt
städtisch überprägter Raum mit hohem Anteil an Industrie- und Gewerbeflächen und Infrastruktureinrichtungen; Schwerpunkt der Industrie- und Gewerbegebiete im Süden und Südwesten der Stadt
Hochhaus am Nordostrand von Schweinfurt mit über die Einheit hinausreichender beeinträchtigender Fernwirkung

In den nachfolgenden Tabellen werden die in der Karte 1.5 Schutzgutkarte Landschaftsbild und Landschaftserleben als „herausragende Landschaftsbereiche“ dargestellten Einzelelemente aufgelistet. Die Verweisnummern stellen den Bezug zur Kartendarstellung her.

Bei der Erfassung der „historischen Kulturlandschaftsteile“ konnten im Rahmen des LEK keine eigenen Erhebungen im Sinne einer Inventarisierung der historischen Kulturlandschaft durchgeführt werden. Stattdessen mussten die Erhebungen zur historischen Kulturlandschaft im Zuge der übrigen im LEK üblichen Geländearbeiten mit abgedeckt werden. Unterstützend wurden Literaturauswertungen und insbesondere Befragungen von Gebietskennern durchgeführt. Die Liste der historischen Kulturlandschaftsteile beruht damit auf keiner einheitlichen Datenbasis und kann deswegen auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Allerdings wurde versucht, regionalspezifische Besonderheiten so weit möglich zu berücksichtigen. So wurde z.B. ein besonderes Gewicht auf die Erfassung von Kreuzwegen gelegt, da sie zu den charakteristischsten historischen Kulturlandschaftselementen des katholisch geprägten Unterfrankens zählen und daher für die Kulturlandschaft eine herausragende Bedeutung besitzen. Häufig führen sie zu einer Kapelle oder Kreuzigungsgruppe an einem markanten Geländepunkt und sind auf diese Weise besonders landschaftswirksam. Zudem sind sie für die Bevölkerung von hohem Identitätswert.
Da Recherchen im Sinne kulturhistorischer Analysen nur teilweise und mit Unterstützung der Gebietskenner möglich waren, wurden besonders typische oder markant ausgeprägte Elemente auch dann erfasst, wenn der historische Hintergrund dieser Einzelelemente nicht bekannt war, sie aber aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Elementtyp eindeutig als historische Kulturlandschaftsteile bezeichnet werden konnten. Bei der Auswahl der zu erfassenden historischen Kulturlandschaftsteile fanden also sowohl historische als auch morphologische Aspekte Berücksichtigung.

Tabelle 4.2:     Übersicht – Historische Kulturlandschaftsteile (vgl. Karte 1.5)

Nr. Historischer Kulturlandschaftsteil (überwiegend) in Landschaftsbild-
einheit Nr.
1 jüdischer Friedhof Weimarschmieden (ca. 100 z.T. schon recht alte Grabsteine) 2
2 Wüstung Bischofs (Ort erstmals erwähnt 1334, wüstgefallen vor 1424); Relikte: sog. Ruine „Mauerschädel“ (= Ruine einer Kirchenburg), Lesesteinreihen und Terrassen 2
3 „Hohe Straße“ (Altstraße) entlang der Höhenlagen östlich von Heufurt 2
4 unregelmäßig streugenutzte Flächen im Quellmoor "Oberes Erlich"

38

5 Kreuzweg auf dem Lindberg bei Hausen

3 (an der Grenze zu 38)

6

Windschutzstreifen, aufgeforstet zwischen 1936 und 1943 im Zuge des „Dr.-Hellmuth-Plans“ mit dem Ziel, die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen der Langen Rhön zu verbessern

4

7

Obstbaumreihe an der Staatsstraße St 2289 östlich von Sondheim

38

8

Kreuzweg (2. Hälfte 19. Jh.) zur Sebastianskapelle bei Nordheim v.d. Rhön

2 (an der Grenze zu 38)

9

jüdischer Friedhof Neustädtles (großer Friedhof, alter Teil mit ca. 1300 Gräbern)

2

10 Wüstung Ellenbach: (Ort erstmals erwähnt 1234, wüstgefallen wohl um 1540); Relikte: gesamte Flur als eigene Gemarkung in Eußenhausen bekannt, mächtige Kirchenruine (13. Jh.) 2

11

stillgelegte Lokalbahn Mellrichstadt – Fladungen

38

12

„Kirschleite", „Bremersleite“: ehemaliges Anbaugebiet der berühmten „Ostheimer Weichsel" (im 19. Jh.: Kirschfeste mit Musik und Tanz); heute nicht mehr kommerziell genutzt, erhalten sind Restbestände der Gehölze sowie die Parzellenstruktur

38

13

Landmannshain: Anlage auf dem Büchig mit Gedenkstein (1928) für Gustav Landmann, Initiator der „Separation“ der Ostheimer Flur zwischen 1885 und 1889 (Eine der absolut frühesten Flurbereinigungen Frankens)

38

14

Kreuzweg (um 1900) am Wellberg bei Stockheim

38

15

Kreuzweg auf den Bilstein bei Frickenhausen, Stationen aus Findlingen, 13. und 14. Station in den Bergkegel eingemeißelt; Fatimakapelle von 1954 auf dem Bilstein

19

16

Wüstung Gerlachs (Ort erstmals erwähnt 1270, wüstgefallen spätestens 1589); Relikte: ergrabener Grundriss einer Kirchenburg (heute Gedenkkreuz), wieder aufgedeckter Brunnen

19

17

Kreuzweg (19. Jh.) am „Dachsberg“ bei Unterwaldbehrungen

19

18

Gewanne der hochmittelalterlichen Langstreifenflur von Unterweißenbrunn

17

19

Kreuzweg mit 14 Stationen und Golgathagruppe (18. Jh.) auf dem Kreuzberg

9

20

Treppenweg (1. Hälfte 18. Jh.) zur Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg

10

21

erhaltenes Teilstück der Chaussee Hammelburg – Fulda aus den 60er Jahren des 18. Jh.

11

22

Schlosspark Weißenbach

25

23

Obstbaumalle an der Kreisstraße KG 31 nordöstlich von Roßbach

25

24

Schlosspark Roßbach

25

25

Autobahnwüstung bei Zeitlofs: Relikte der nicht fertiggestellten Reichsautobahn Fulda – Würzburg, Teilabschnitt „Brückenau – Würzburg (Strecke 46); Baubeginn 1937, Baustillegung 4.10.39 (mehrere Relikte in den Gemarkungen Rupboden, Weißenbach, Roßbach und im Roßbacher Forst

15, 25, 27

26

"Hochstraße“ (Altstraße) auf den Höhenlagen zwischen Sinntal und Maintal bei Gmünden

27 (teilweise auf der Grenze zu 25)

27

Kreuzweg zur Kreuzkapelle bei Zahlbach mit klassizistischen Kreuzwegstationen

22

28

Streuobstflächen am "Rothzeller Berg“ bei Elfershausen

36 (an der Grenze zu 35)

29

historische Weinberge westlich Sulzthal

37

30

historische Weinberge östlich Sulzthal

37

31

historische Weinberge bei Ramsthal

37

32

historische Weinberge am Haarberg

35, 37

33

Ruine Eyringsburg; frühmittelalterliche Adelsburg; ältestes erhaltenes aufsteigendes Mauerwerk in Unterfranken)

35

34 ehemaliger Weinberg am Prallhang der fränkischen Saale bei Aura mit Nachfolgekultur Obst 35

35

Klosterruine Aura: unvollendeter Kirchenbau (Anfang 17. Jh.)

21

36

"Wildfuhr": Altstraße von Aura nach Aschach

21, 22

37

Wüstung Bremersdorf (Ort erstmals erwähnt 1122, wüstgefallen vor 1497); Relikte: Kirchenruine, Brunnen, Terrassierungen unter Wald, im Flurnamen „Ilgenwiese“ hat sich das Kirchenpatrozinium „Eligius“ erhalten

21

38

Gutslandschaft bei Maria Bildhausen: Zisterzienserkloster mit zugehörigem Wirtschaftshof; die beiden, einander räumlich zugeordneten Anlagen sind über eine Allee miteinander verbunden, Gutsflur des Wirtschaftshofes durch Golfplatz allerdings überformt

50

39

Streuobstgewanne "Kalter Baum", "Kalte Else" und "Viehtrieb" südwestlich von Saal a.d. Saale

49

40

stillgelegte Lokalbahn Bad Neustadt – Bad Königshofen

30, 38, 51

41

Kreuzweg (18. Jh.) auf den Findelberg bei Saal a.d. Saale

30

42

Kreuzweg auf den Michaelsberg in Heustreu; Kreuzwegstationen: Reliefs auf altarartigen Sockeln (1762)

40

43

Kreuzweg auf den Stationsberg bei Oberstreu mit neugotischen Kreuzwegstationen (1875)

38

44

Obstgarten am Ortsrand von Rappershausen

43

45

Streuobstfläche (Flurlage "Hohn") östlich von Herbstadt

44

46

Flurlage "Hohes Kreuz" südlich von Herbstadt: Ackerterrassen mit Obstbaumreihen

44 (an der Grenze zu 38)

47

Rechtlerwald Trappstadt: Der Wald dient der Brennholzversorgung der Rechtler, dazu wird jährlich ein 6 - 7 ha großes Waldstück (genannt „Hieb“) auf den Stock gesetzt; Umtriebszeit ist 20 Jahre; der Rechtlerwald ist bereits in der Dorfordnung von 1524 genannt

44

48

Streuobstgebiet in der Flur "In den Bergen" westlich von Alsleben

44

49

Flurlage "Oberwiesenrangen" am südlichen Talhang der fränkischen Saale nordöstlich von Untereßfeld: Hang mit Ackerterrassen, Hecken und Obstbäumen

44 (an der Grenze zu 45)

50

jüdischer Friedhof Kleinbardorf (ehemaliger Bezirksfriedhof mit sehr großer Friedhofsfläche (1933: 20.000 Gräber)); Flurname „Judenhügel“

47

51

„Bayernturm“ (Aussichtsturm, errichtet Mitte der 60er Jahre des 20. Jh. an der damaligen deutsch-deutschen Grenze)

58

52

jüdischer Friedhof Sulzdorf a. d. Lederhecke (sehr kunstvolle, schöne alte Grabsteine)

58

53

traditionell geprägte Kulturlandschaft um Nassach; charakteristische Bestandteile: Streuobstflächen, Hutungen, Rampertsmühle (bekannte Mühle in Berglage)

70

54

Streuobstflächen der Flurlagen "Oberes/Unteres Geheg" bei Kimmelmühle nordöstlich von Happertshausen

70

55

Allee an der Staatsstraße St 2281 südöstlich von Sulzdorf bei Stadtlauringen

47

56 „Pfaffensteg“: Steinbrücke über den Geißler zwischen Sulzdorf und Altenmünster 47

57

Obstbaumallee an der Kreisstraße SW 4 südlich von Fuchsstadt

46

58

jüdischer Friedhof Kleinsteinach (Anlage des Friedhofs im Jahr 1453 urkundlich belegt; ältester erkennbarer Grabstein von 1596)

46

59

Landschaftspark Bettenburg: englische Parkanlage (heute verwildert), angelegt ab ca. 1790, mit künstlicher Ruine, verschiedenen Denkmälern und anderen Staffagen

70

60

„Rennweg“ in den Haßbergen: wahrscheinlich im frühen Mittelalter angelegte Altstraße zur Verbindung des karolingischen Königshofs Hallstadt mit dem Kloster Fulda; als „hohe Straße“ 1591 erstmals urkundlich erwähnt; zwischen Hallstadt bei Bamberg und Sulzfeld im Grabfeldgau auf ca. 60 km Länge erhalten

47, 68, 69, 70, 73, 74, 76

61

Kellergasse am Ortsrand von Schweinshaupten; Hohlweg mit 15 – 20 Kelleranlagen, z.T. mit schönen Sandsteinfassaden

58

62

Schlosspark Birkenfeld

58

63

Schlosspark Ditterswind

59

64

Hochwassersteg aus Sandstein über die Baunach bei Birkach

59

65

jüdischer Friedhof Burgpreppach (sehr viele recht alte, z.T. sehr alte Grabsteine)

59

66

historischer Sommerkeller mit Kegelbahn an der Baunachleite südlich von Römmelsdorf

59

67

stillgelegte Lokalbahn von 1910 zwischen Ebern und Maroldsweisach

64, 59, 58

68

ritterschaftliche Gutslandschaft des 19. Jahrhunderts nordwestlich von Altenstein (Obstbaumalleen, traditionell großflächiges Parzellenmuster)

59

69

Schlosspark Hafenpreppach

61

70

historische Verbindung (Altstraße) zwischen den Adelssitzen Altenstein und Lichtenstein

59, 60

71

Ruine, Burg und Schlosspark Lichtenstein

63

72

historische Flurparzellierung (Breitstreifenflur) Buch

63

73

„Gereuther Tannen“: verwilderter Landschaftspark in der Waldabteilung „Glasholz“, angelegt ab 1796 von den Herren von Greiffenclau; wohl etwa Mitte 19. Jh. aufgelassen; Reste der ehemaligen Gestaltung erkennbar (z.B. Eingangsallee, Steinsetzungen, Gedenksteine)

63

74

Schlosspark Gereuth (ca. 1860)

63

75

Kellergasse bei Untermerzbach, 47 Erdkeller mit Sandsteinfassaden (18. bis 20. Jh.)

62

76

Hunneneiche bei Untermerzbach

62

77

Ruine Rotenhan, 13. Jh., 1323 zerstört (eine der wenigen echten Felsenburgen Süddeutschlands mit z.T. direkt aus großen Rhätsandsteinblöcken herausgearbeiteten Mauern und Treppen)

59

78

Schlosspark Eyrichshof

64

79

jüdischer Friedhof Ebern (großer Friedhof mit sehr schönen, alten Grabsteinen)

63

80

Schlosspark Rentweinsdorf

64

81

Kellergasse bei Rentweinsdorf

65

82

historische Flurparzellierung (Breitstreifenflur) um Dörflis (durch Verfahren der Ländlichen Entwicklung in ihrem Bestand akut gefährdet)

73, 74

83

historische Flurparzellierung (Breitstreifenflur) um Neubrunn (durch Verfahren der Ländlichen Entwicklung in ihrem Bestand akut gefährdet)

74

84

historische Flurparzellierung (Breitstreifenflur) um Breitbrunn (durch Verfahren der Ländlichen Entwicklung in ihrem Bestand akut gefährdet)

76

85

Weinbergsbrache und kleinteilige Flurparzellierung (Streifenparzellen mit Hecken entlang der Parzellengrenzen) am Ebelsberg und Kohlberg zwischen Stettfeld und Ebelsbach

80,73

86

historische Weinberge bei Steinbach mit Terrassenstützmauern im Fischgrätsystem

80

87

historischer Weinberg am Schleifberg bei Zeil a. Main

72

88

Kreuzweg auf den Kapellenberg bei Zeil a. Main; Stationen gestiftet zwischen 1874 und 1885)

72

89

Linde bei der Wallfahrtskirche Maria Limbach

80

90

jüdischer Friedhof Limbach (angelegt im 18. Jh.)

78

91

Weisbrunner Weg bei Tretzendorf (Hohlweg mit Kellergasse)

77

92

„Friedleinsbrunnen“ bei Dankenfeld: Anlage des beginnenden 20. Jh. im Stil einer romantisierenden Landschaftsgestaltung; Vorbild war eine an gleicher Stelle vorhandene Walderholungsstätte adeliger Gutsbesitzer des 18. Jh.. Charlotte von Kalb (1761-1843), eine in die Literaturgeschichte eingegangene Freundin klassischer Dichter, erwähnt diese Anlage in einem ihrer Werke

77

93

historische Weinberge bei Zell am Ebersberg

79

94

vom Streuobstanbau geprägter Hang bei Eschenau

79

95

Weinberg am Falkenberg (geprägt durch eine Vielzahl von Weinbergshäuschen)

79

96

Hangterrassierungen nördlich und nordwestlich von Wülflingen

66

97

Schlosspark Obertheres

66

98

Allee an der Kreisstraße SW 40 zwischen Herlheim und Alitzheim

87

99

Hörnauer Teichgut bei Brünnstadt

87

100

jüdischer Friedhof Schwanfeld (ehemaliger Bezirksfriedhof mit einigen sehr alten Grabsteinen)

90

101

Schlosspark Werneck, 18. Jh., um 1800 in einen Garten im englischen Stil umgewandelt

90

102

Weinbergsrelikte an der Mainleite östlich von Schweinfurt

82

103

"Seelenvater": Baumgruppe an der Grenze des ehemaligen Blutbannbezirks der freien Reichsstadt Schweinfurt; hier fand z.B. der Gefangenenaustausch mit benachbarten Territorien statt; um den Ort und die Baumgruppe ranken sich Sagen

90

104

Relikte einer wohl bis in vorgeschichtliche Zeit zurückreichenden Altstraße bei Hambach (Gde. Dittelbrunn); in späterer Zeit hatte die Straße Bedeutung als Teil eines Rom-Pilgerweg (durch Überackerung unmittelbar gefährdet)

90, 55

105

Reste der Bischöflichen Chaussee Würzburg-Meiningen bei Kronungen (Gde. Poppenhausen); historische Straßenbegrenzungen und Brücke aus der Zeit um 1775

55 (an der Grenze zu 90)

106

jüdischer Friedhof Euerbach (Friedhof mit sehr vielen, sehr kunstvollen Grabsteinen)

90

107

stillgelegte Lokalbahn Haßfurt – Hofheim i. UFr. (heute Radweg)

46

Bei den in Karte 1.5 als „Landschaftselemente“ bezeichneten Objekten handelt es sich überwiegend um geologisch und naturkundlich besonders interessante Einzelelemente der Landschaft (oft gleichzeitig „Geotope“). Neben dem Kriterium der Seltenheit spielte in Hinblick auf das Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben vor allem auch der Aspekt der Erlebbarkeit bei der Objektauswahl eine wichtige Rolle.


Tabelle 4.3:     Übersicht – Naturkundliche Anziehungspunkte (vgl. Karte 1.5)

Nr.

Naturkundliche Anziehungspunkte

in Landschaftsbildeinheit Nr.

1

ehemaliger Basaltbruch östlich Sennhütte (Nordrand der Langen Rhön)

3, an der Grenze zu Einheit Nr. 5

2

ehemaliger Basaltbruch "Rother Berg" bei Roth

6, an der Grenze zu Einheit Nr. 3

3

Muschelkalkstufe im Naturschutzgebiet Weyhershauk nördlich Ostheim v.d. Rhön

2

4

"Teufelskeller" am Gangolfsberg nordwestlich von Oberelsbach

6

5

ehemaliger Steinbruch "Basaltsee" am Ostrand der Langen Rhön

7, an der Grenze zu Einheit Nr. 5

6

natürliche Basaltblockhalde nordöstlich Bischofsheim

17, an der Grenze zu Einheit Nr. 7

7

Muschelkalk-Anschnitte nordwestlich Löhrieth

51

8

Kalktuftquelle bei Wildflecken

9

9

„Lindenstumpf“ (ehemaliger Basalt-Steinbruch)

23

10

Muschelkalkbruch Oberleichtersbach

24, an der Grenze zu Einheit Nr. 23

11

ehemaliger Basaltbruch Sodenberg am Westrand der Region südlich des Tals der fränkischen Saale

37

12

geologischer Aufschluß bei Zeuzleben

55

13

Gipskarstquelle bei Falkenstein

86

14

Eisenquelle östlich von Untereuerheim

86

15

Eisenquelle bei Wonfurt

81, an der Grenze zu Einheit Nr. 86

16 Ehemalige Tongrube am Wolfshügel (Vorland der Haßberge südöstlich von Hofheim i. Ufr.)

70

17

Felsen an der Ruine Altenstein zusammen mit dem unterhalb gelegenen Steinbruch

60

18

Rhätolias-Felswand nordöstlich von Rabelsdorf

60 (östlicher Rand)





 

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