4.4 Darstellung und Beurteilung möglicher Beeinträchtigungen der Schutzgüter (Schutzgutkonflikte)


Die Beschreibung der Schutzgüter (Landschaftspotenziale) und ihrer Funktionen im Landschaftshaushalt sowie der Nutzungen (Kap. 4.3) verdeutlicht einerseits die z.T. hohe Bedeutung einzelner Teilräume der Region für die Erfüllung spezifischer Funktionen wie z.B. Artenschutz oder naturbezogene Erholung, andererseits die gebietsweise erhebliche Beanspruchung der Landschaft durch menschliche Nutzungen.

Durch eine Überlagerung der in den Schutzgutkarten dargestellten Funktionsausprägungen mit den Wirkfaktoren von bestehenden und geplanten Nutzungen werden die möglichen Beeinträchtigungen wichtiger landschaftlicher und naturhaushaltlicher Funktionen abgeschätzt. Diese Verfahrensweise entspricht dem Prinzip der sog. „Ökologischen Risikoanalyse“, die im Umweltbereich auf Ebene der Regionalplanung bereits seit Jahrzehnten angewendet wird (diese Methode ist im Methodenband des LEK näher erläutert).
Die in 3 bzw. 5 Stufen erfolgten Schutzgutbewertungen für Boden, Wasser, Luft/Klima, Arten und Lebensgemeinschaften sowie Landschaftsbild/ -erleben (dargestellt in den Karten 1.1 – 1.4) werden mit den Intensitätseinstufungen der Flächennutzungen (dargestellt in den Karten 2.1 – 2.2) überlagert, um so das Ausmaß möglicher Beeinträchtigungen zu ermitteln. Hohe Beeinträchtigungen ergeben sich bei der Überlagerung hoher Nutzungsintensitäten mit hohen Empfindlichkeiten der Schutzgüter bzw. Landschaftsfunktionen, z.B. bei hohem Stoffeintrag infolge intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und gleichzeitig als gering beurteiltem Stoffrückhaltevermögen eines Bodens.

Unter Beeinträchtigung wird in den folgenden Übersichtsblättern das Zusammentreffen potenziell hoher (bestehender oder geplanter) Nutzungsintensitäten mit potenziell empfindlichen Funktionsausprägungen verstanden. Deshalb ist nicht vom nachgewiesenen Auftreten einer Beeinträchtigung, sondern von einer möglichen Beeinträchtigung die Rede. Damit wird dem Genauigkeitsgrad der vorliegenden Grunddaten Rechnung getragen sowie der Sachverhalt berücksichtigt, dass erfasste Landschaftspotenziale und Flächennutzungen auf regionaler Ebene nicht flächenscharf abgebildet werden können.

Die Ergebnisse sind in den Karten 3.1 bis 3.4 dargestellt. Hierbei wurde auf eine Darstellung eines geringen Konfliktpotenzials in der Regel verzichtet. Ebenfalls nicht dargestellt, jedoch textlich behandelt werden mögliche Beeinträchtigungen, die in der Region auftreten, aber auf Grund der Datenlage oder anderer Gründe nicht darstellbar sind (z.B. Emissionen von Großmästereien; Deponien, Altlastenstandorte).

Die nachfolgenden Tabellen fassen die wichtigsten möglichen Beeinträchtigungen der Schutzgüter in der Region Main-Rhön, die sich in nennenswerter Weise auf Ziele und Maßnahmen des LEK auswirken, zusammen und verstehen sich als Ergänzung und Erläuterung zu den einzelnen Konfliktkarten.


 

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