Konflikte Luft/Klima (Darstellung in Karte 3.1)

Tabelle 4.6: Mögliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Luft/Klima

Nutzung/
Belastungsfaktor

Kurzbeschreibung des Auftretens in der Region

Landwirtschaft
  • Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln
  • Staubentwicklung (bei geringer Bodenbedeckung)
Entsprechende Beeinträchtigungen können zeitweilig auftreten:
  • im Schweinfurter Becken, im Steigerwaldvorland und auf den Gäuplatten aufgrund hoher Nutzungsintensitäten mit z.T. geringem Bodenbedeckungsgrad (insbes. großflächiger Mais- und Hackfruchtanbau).
  • im Umfeld von Großmästereien mit flächenungebundener Tierhaltung durch die bevorzugt in deren Umfeld ausgebrachten hohen Güllemengen.
  • lokal in intensiv bewirtschafteten Weinbergen und Obstplantagen (Pflanzenschutzmitteleinsatz).
Siedlung/ Gewerbe
  • Flächen-versiegelung

Entsprechende klimatische Lasträume sind - nach ihrer Intensität abgestuft- bereits bei der Schutzgutbeurteilung Luft/Klima (Wärmeausgleichsfunktion) dargestellt (Karte 1.3).

  • Baukörper

Darstellung in Karte 3.1: Beeinträchtigung von Luft und Klima durch bestehende Siedlungen und Straßen als Barrieren in Kaltlufttransportwegen

Unterbrechung und/oder Anstau von Kaltluftströmen durch in Talbereichen gelegenen Siedlungen können vorwiegend in den steileren Tälern ab Ostabfall der Rhön auftreten. Barrieresituationen kommen vor in:

  • Fladungen
  • Nordheim
  • Oberelsbach
  • Bad Neustadt
  • Burkardroth
  • Ebelsbach.

Durch geplante Siedlungen sind derzeit keine weiteren Beeinträchtigungen von Kaltluftströmen erkennbar.

  • Freisetzung von Schadstoffen/stofflichen Belastungen

Darstellung in Karte 3.1: Beeinträchtigung von Luft und Klima durch Freisetzung von Schadstoffen durch punktuelle Emittenten

Die einzige größere Industrieanlage, die als bedeutsamer Emittent (nach BImSchV) in der Region vorkommt, liegt in Zeil im Maintal (soll nach aktuellen Informationen demnächst stillgelegt werden). Bei austauscharmen Wetterlagen können sich kurzzeitig angehobene Schadstoffkonzentrationen ergeben. Da das gesamte Maintal sowie das Schweinfurter Becken als stark inversionsgefährdet gelten (vgl. auch Karte 1.3), werden insbesondere dort potenzielle Beeinträchtigungen der Luftqualität angenommen, die durch weitere Emittenten v.a. im Raum Schweinfurt (z.B. Verkehr und Industrie) verstärkt werden.

Verkehr
  • Trassenkörper

Darstellung in Karte 3.1: Beeinträchtigung von Luft und Klima durch bestehende Siedlungen und Straßen als Barrieren in Kaltlufttransportwegen

Mit Unterbrechung und/oder Anstau von Kaltluftströmen aufgrund von querenden Straßenführungen in Dammlagen ist zu rechnen:

  • nördlich Bischofsheim (B 279)
  • bei Oberthulba (St 2291)
  • östlich Heubach (B 279).

Durch geplante Strassen oder Autobahnen sind derzeit keine weiteren Beeinträchtigungen von Kaltluftströmen erkennbar.

  • Schadstoffausstoß

Das dichte Straßennetz in und um Schweinfurt mit hohem Verkehrsaufkommen (vgl. Karte 2.2) verstärkt die in diesem Raum bestehende lufthygienische Belastung.
Weitere deutliche Beeinträchtigungen bestehen in folgenden stark inversionsgefährdeten Gebieten:

  • Maintal und Steigerwaldvorland im Verlauf der A 70 und im Bereich der B 26 im Raum Schonungen und Hassfurt
  • Schweinfurter Becken, Gäuplatten und Steigerwaldvorland im Verlauf der A 70- Unterspiesheim und Gerolzhofen (Steigerwaldvorland)
  • Schwebheim, Bergrheinfeld (Schweinfurter Becken)
  • B 19 zwischen A 70 und Oerlenbach sowie zwischen Münnerstadt und Mellrichstadt
  • A 7 westlich Werneck sowie Talquerungen an der A 7
  • Tal der Fränk. Saale südlich Hammelburg, zwischen Euerdorf und Bad Kissingen (B 287), zwischen Bad Kissingen und Aschach
  • Tal der Brend zwischen Schönau und Bad Neustadt (B 279)
  • Nüdlingen (B 287).
Ver-/Entsorgung
  • Deponiekörper, Kläranlagen
Die Lage der Deponien und Kläranlagen ist Karte 2.2 zu entnehmen.
  • Schadstoffausstoß

Anlagen der Ver- und Entsorgung sowie Industrieanlagen können der Karte 2.2 entnommen werden.

Regional bedeutsame Emittenten (Kraftwerke) befinden sich in Schweinfurt und können mit anderen hier vorhandenen Emissionsquellen (Industrieanlagen sowie Straßen und Siedlungen) und in Verbindung mit der hohen Inversionsgefahr im Maintal bzw. Schweinfurter Becken zu Beeinträchtigungen der Luftqualität führen.

 

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