Konflikte Landschaftsbild und Landschaftserleben
(Darstellung in Karte 3.4)

Tabelle 4.8:     Mögliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Landschaftsbild und
                      Landschaftserleben

Nutzung/
Belastungsfaktor

Kurzbeschreibung des Auftretens in der Region

Landwirtschaft
  • landwirtschaftliche Nutzungsformen und Nutzungsmuster

Große, fast ausschließlich intensiv landwirtschaftlich genutzte und nur einen geringen Wechsel von Nutzungsformen und Nutzungsmustern aufweisende Flächen treten schwerpunktmäßig im schwach reliefierten Umland der Stadt Schweinfurt, im flachen Vorland nordwestlich des Steigerwaldes und in großen Teilen des Grabfeldgaus auf. Im Grabfeldgau ziehen sich die Gebiete mit überwiegend gleichförmigem Erscheinungsbild in einem großen Bogen von Stadtlauringen im Süden über Bad Königshofen bis nach Ostheim v. d. Rhön im Norden und reichen dort auch bis in die Randbereiche der Rhön südlich von Fladungen. Bei der Darstellung des Schutzguts Landschaftsbild und Landschaftserleben (Karte 1.5) wurden diese Gebiete bereits über das Kriterium „Eigenart“ erfasst.

Diese Gebiete bilden großflächige Defiziträume, in denen eine Aufwertung des Landschaftsbildes nur durch umfangreiche Maßnahmen im Sinne einer offensiv betriebenen Landschaftsentwicklung erreicht werden kann. Gute Ansatzpunkte bieten dazu die Waldinseln mit ihren häufig hohen Laubholz- und Waldrandanteilen sowie die Flüsse und Bäche mit ihren Auen.

Siedlung / Gewerbe

  • Baukörper

Insbesondere von den großen Industrie- und Gewerbeflächen, die sich im weiträumigen Maintal südlich der Stadt Schweinfurt ausdehnen, gehen Beeinträchtigungen aus. Hier nehmen die bebauten Flächen zudem bereits die gesamte Talbreite ein und führen somit zu einer visuellen Barriere im Talraum und einer Beeinträchtigung der am Flusstal orientierten Blickbeziehungen. Die Industrie- und Gewerbeflächen südlich von Schweinfurt und die davon ausgehenden Beeinträchtigungen stellen in der Region in dieser Dimension einen Einzelfall dar.
Besonders fernwirksame Beeinträchtigungen entstehen durch großdimensionierte Baukörper und/oder nicht landschaftsgebundene Bauformen in exponierten Lagen (vgl. Karte 3.4: “Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung“). Dies gilt in besonderer Weise für das Hochhaus im Nordosten Schweinfurts, für das Krankenhaus in Bad Bocklet und den Bayernturm bei Sternfeld (letzterer ist allerdings in historischer Hinsicht von Bedeutung als Kulturlandschaftselement der deutsch-deutschen Geschichte). Beeinträchtigungen dieser Art halten sich in der Region in einem zahlenmäßig relativ kleinen Rahmen.
Weitere Beeinträchtigungen treten durch die Bebauung ausgeprägter Hanglagen auf. In besonders markanter Weise gilt dies z.B. für die Steillagen des Maintals östlich Schweinfurt und bei Zeil a. Main sowie für die Kurorte im Saaletal (Bad Kissingen, Bad Bocklet, Bad Neustadt) und im Sinntal für die Hanglagen um Bad Brückenau. Gewerbegebiete mit beliebigem, auswechselbarem Erscheinungsbild führen vielerorts zu Beeinträchtigungen der traditionellen Ortsrandansichten.

Verkehr
  • Trassenkörper

Darstellung in Karte 3.4: „Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung“

Als Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes werden in erster Linie Streckenabschnitte mit längeren Dammschüttungen, Einschnitten oder großen Brückenbauwerken erfasst. Die beeinträchtigende Wirkung der Trassen steigt daher mit dem Ausbaustandard der Strecke und dem Reliefierungsgrad der Landschaft. Weitere Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild und das Landschaftserleben entstehen durch die von Verkehrstrassen ausgehenden Zerschneidungseffekte.

Dämme und Einschnitte größeren Umfangs treten entlang folgender Strecken auf:

  • A 7 nahezu auf dem gesamten in der Region verlaufenden Streckenabschnitt
  • A 70 abgesehen von einigen kurzen Abschnitten nahezu auf gesamter Länge
  • B 303 zwischen Maintal und Regionsgrenze bei Hafenpreppach auf zahlreichen Teilstücken
  • einige Streckenabschnitte der B 279 im Baunachtal (Umgebung von Ebern)
  • einige Streckenabschnitte der B 19 westlich und nördlich von Rottershausen
  • einige Ortsumfahrungen insbesondere bei Bischofsheim
    (B 279), Hammelburg (B 287) und Bad Neustadt a. d. Saale (B 279)
  • Querungen von Talräumen, insbesondere im Maintal
  • DB-Trasse zwischen Poppenhausen und Münnerstadt auf zahlreichen Teilabschnitten
  • DB-Trasse zwischen Oerlenbach und Bad Kissingen
  • Abschnitte der DB-Trasse im Tal der Fränkischen Saale zwischen Euerdorf und Hammelburg
Dämme und Einschnitte größeren Umfangs sind zu erwarten:
  • auf nahezu der gesamten Trasse der in Bau befindlichen
    A 7
    1
  • m Bereich der geplanten Ortsumfahrung Oberweißenbrunn (B 279)
  • nordöstlich Mellrichstadt durch die geplante Ortsumfahrung (B 285)
  • zwischen Bad Neustadt a.d. Saale und Wülfershausen a.d. Saale durch die geplante Verlegung der B 279
Die A 7, A 70, B 303, die in Bau befindliche A 71 und die Bahnlinie Schweinfurt – Münnerstadt sind also die Verkehrsachsen, entlang derer mit einer besonderen Vielzahl von aktuellen bzw. künftigen Beeinträchtigungen zu rechnen ist. Sie laufen in etwa radial auf den Großraum Schweinfurt zu. In den „Segmenten“ zwischen diesen Verkehrsachsen bleiben die von Damm- und Einschnittstrecken ausgehenden Beeinträchtigungen auf relativ kurze Teilstücke beschränkt.
 

Deutliche Zerschneidungseffekte bestehen an folgenden Trassenabschnitten:

  • A 7 im Bereich der Querung großer zusammenhängender Waldgebiete (nördlich Elfershausen, Neuwirthshauser Forst, Römershager Forst)
  • A 7 am steilen Hang des Sinntals nördlich von Römershag; die Sinntalhänge stellen visuelle Leitlinien mit hoher Intensitätswirkung dar, der Zerschneidungseffekt ist daher entsprechend stark
  • A 7 im Bereich der Querung des Siedlungsraumes um Geroda und Schondra; die Autobahn wirkt hier als Trennlinie in einem ursprünglich zusammenhängenden Siedlungsraum; die landschaftliche Eigenart der von Basaltkegeln geprägten Landschaftsbildeinheit wurde mit „hoch“ bewertet; der Zerschneidungseffekt ist daher erheblich
  • B 279 Ortsumfahrung Bischofsheim: die Umgehungsstraße quert die hochmittelalterliche Streifenflur von Unterweißenbrunn und durchschneidet damit ein kulturlandschaftliches Ensemble bundesweiter Bedeutung

Deutliche Zerschneidungseffekte sind an folgenden Trassenabschnitten zu erwarten:

  • A 71 (in Bau): Querung des Lauertals östlich von Münnerstadt und Querung des Tals der Fränkischen Saale südöstlich von Hollstadt, in beiden Fällen wirken die Talhänge als visuelle Leitlinien, die zu erwartenden Zerschneidungseffekte dürften das Landschaftsbild in diesen Bereichen daher besonders nachhaltig beeinträchtigen

  • Verlärmung

Darstellung in Karte 3.4: „Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch Lärmbelastung“

Straßen sind die wichtigsten regional bedeutsamen Lärmemittenten. Besonders schwerwiegend sind die Beeinträchtigungen in Teilbereichen mit einer hohen bzw. sehr hohen landschaftlichen Erlebniswirksamkeit. Im Nordwesten der Region beeinträchtigt vor allem der breite Lärmkorridor der A 7 zahlreiche dieser hochwertigen Teilräume (Landschaftsbildräume „Saaletal“, „Rhönvorland“, „Rhön“). Besonders großflächige Verlärmungen treten auf im Raum südwestlich von Schweinfurt bis zur Regionsgrenze und ebenso - infolge der Bündelung von Verkehrswegen -  in einem breiten Korridor entlang des Maintals zwischen Schweinfurt und der Regionsgrenze bei Stettfeld.

Als bevorzugte Achsen für Verkehrswege gehören zahlreiche Talräume der Region zu den verlärmten Bereichen. Hervorzuheben sind diese Störungen vor allem in den Abschnitten, in denen die Täler in Landschaftsbildeinheiten verlaufen, die sich durch eine hohe landschaftsästhetische Qualität besonders auszeichnen. Dazu gehören insbesondere
  • das Maintal (zwischen Stettfeld und Zeil am Main und bei Schonungen)
  • das Tal der Fränkischen Saale- das Sinntal
  • das Thulbatal unterhalb von Oberthulba
  • die Talräume der kleinen Sinn und der Döllau (Bereich Kothen, Motten)
  • das Streutal nördlich Fladungen
  • das Elsbachtal unterhalb Oberelsbach
  • das Aurachtal unterhalb Oberschleichach
  • das Brendtal oberhalb Bischofsheim- das Baunachtal im Bereich Gemeinfeld/Römmelsdorf sowie unterhalb Frickendorf
  • die Volkach zwischen Dingolshausen und Michelau
  • Lauertal (im Bereich Stadtlauringen
  • Oberlauringen sowie um Münnerstadt und im gesamten Abschnitt nördlich von Münnerstadt)

Ebenso wie in den genannten Talräumen ist auch in den folgenden Teilgebieten wegen der Verlärmung von größeren Bereichen mit hoher landschaftlicher Qualität mit besonders schwerwiegenden Konfliktsituationen zu rechnen:

  • in einigen maintalnahen Bereichen des Steigerwaldes
  • im Steigerwaldvorland im Bereich um Ober-/Unterschwappach
  • im Waldland um Hesselbach im Bereich zwischen dem Höllenbachtal und dem Tal des Zeller Grundbaches sowie im Steinachtal
  • in Teilbereichen der Haßberge nördlich und westlich von Jesserndorf
  • in großen Teilen des Klauswaldes nordwestlich von Bad Kissingen- in einem breiten Korridor im Neuwirthshauser Forst
  • in großen Teilen der Unterweißenbrunner Streifenflur und der traditionellen Kulturlandschaft um Altenstein
  • im zentralen Bereich der strukturreichen Landschaftseinheit um Geroda mit ihren charakteristischen Basaltkegeln
  • in mehreren Teilbereichen der Wellenkalkstufe südlich des Tals der Fränkischen Saale

Künftig zu erwartende Beeinträchtigungen:

  • entlang der A 71 (derzeit in Bau) auf ihrem gesamten Verlauf durch die Region (bei gleichzeitiger teilweiser Reduzierung der Beeinträchtigungen entlang der B 19). Als Teilräume mit hoher bzw. sehr hoher Erlebniswirksamkeit sind insbesondere die Talräume der Lauer und der Fränkischen Saale, in den Teilbereichen, in denen sie künftig von der Autobahn gequert werden, betroffen.
  • Schadstoffausstoß

Darstellung in Karte 2.2: „Belastung durch Straßenverkehr – Schadstoffausstoß“

Die Minderung des landschaftlichen Erlebniswertes durch Schadstoffimmission ist weniger schwerwiegend einzuschätzen als die durch Lärm verursachten Beeinträchtigungen. Von einer beeinträchtigenden Wirkung wird daher nur an Streckenabschnitten mit hohem Schadstoffausstoß ausgegangen.

Mit Beeinträchtigungen ist insbesondere an folgenden Fernstraßen zu rechnen:

  • A 7 auf dem gesamten Verlauf durch die Region
  • entlang der A 70, insbesondere von der Anschlussstelle Schonungen bis zur westlichen Regionsgrenze
  • B 19 vom Anschluss an die A 70 über Bad Neustadt a. d. Saale bis Mellrichstadt- B 287 zwischen Hammelburg und Bad Kissingen
  • Teilstücke der B 279 durch das Brendtal zwischen Bad Neustadt a. d. Saale und Bischofsheim

Künftig zu erwartende Beeinträchtigungen:

  • entlang der A 71 (in Bau) auf ihrem gesamten Verlauf durch die Region (bei gleichzeitiger teilweiser Reduzierung der Beeinträchtigungen entlang der B 19)

Darüber hinaus ist vor allem im Umfeld der größeren Städte der Region von Beeinträchtigungen auszugehen, insbesondere an folgenden Streckenabschnitten:

  • B 303, St 2271, St 2272, St 2280 im Umfeld der Stadt Schweinfurt
  • B 26 im Umfeld von Schweinfurt (zwischen Bergrheinfeld und der Abzweigung der B 303 östlich von Schonungen) und im Umfeld von Haßfurt (zwischen Theres und Zeil a. Main)
  • B 286 zwischen Schweinfurt und Ober-/Unterspiesheim
  • St 2275 im Umfeld der Stadt Haßfurt
  • B 287 zwischen Bad Kissingen und dem Anschluss zur B 19 östlich von Nüdlingen
  • B 286 im Umfeld von Bad Kissingen (im Bereich Oerlenbach - Bad Kissingen- Abzweig der St 2291 nordwestlich von Bad Kissingen)
  • St 2292 durch das Tal der Fränkischen Saale von Bad Kissingen bis Aschach- Umgehung von Gerolzhofen
Ver-/Entsorgung
  • Freileitungen
Darstellung in Karte 3.4: „Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung“

Freileitungen werden in der Landschaft generell als Fremdkörper wahrgenommen, wobei ihre Störwirkung sehr unterschiedlich sein kann. Die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wird umso intensiver empfunden, je naturnäher sich das Erscheinungsbild der Landschaft darstellt und je exponierter die Anlagen sind (z.B. Hangkanten, weithin einsehbare Täler und Ebenen). Bündelungen von Freileitungen verstärken die beeinträchtigende Wirkung auf das Landschaftsbild.

In den nachfolgend aufgeführten Bereichen ist infolge der genannten Faktoren von besonders deutlichen Störwirkungen auszugehen:

  • im Maintal zwischen Sand a. Main und der östlichen Regionsgrenze durch längs des Talraums verlaufende Freileitungen (z.T. zwei parallel verlaufende Leitungen); der Talabschnitt ist landschaftsästhetisch hochwertig, zudem sind die Leitungen im ebenen Talraum weithin sichtbar.
  • entlang der Freileitung, die das Saaletal südlich von Bad Bocklet quert und vorbei an Burkardroth und Geroda bis Bad Brückenau verläuft: die Leitung liegt durchwegs in landschaftsästhetisch besonders hochwertigen Bereichen und tritt in einigen Teilabschnitten besonders deutlich in Erscheinung (z.B. Querung des Saaletals, Querung des Aschachtals, Rodungsinsel Waldfenster, Hänge der Schwarzen Berge nordöstlich von Geroda).
  • südwestlich Schweinfurt im Bereich zwischen Werneck und Schwebheim infolge der Anzahl und Dichte der hier verlaufenden und sich teilweise kreuzenden Freileitungen (KKW Grafenrheinfeld!)

Mit Beeinträchtigungen von landschaftsästhetisch hochwertigen Bereichen ist darüber hinaus vor allem in folgenden Gebieten zu rechnen:

  • vielfältige und abwechslungsreiche Kulturlandschaft westlich von Kleineibstadt
  • Rhönvorland östlich und südöstlich von Oberelsbach
  • an den Muschelkalkhängen südwestlich und westlich von Fuchsstadt (bei Hammelburg)
Geeignete Maßnahmen zur Minderung der Störwirkung bestehender Freileitungen stehen nicht zur Verfügung.

  • Sendeanlagen

Darstellung in Karte 3.4: "Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung"

Die Radarschirme der Erdefunkstelle bei Hammelburg wirken als störende Baukörper mit beträchtlicher Fernwirkung und beeinträchtigen das Landschaftsbild in einem Talraum, der eine sehr hohe landschaftliche Erlebniswirksamkeit aufweist. Aufgrund der Dimension der Baukörper ist eine Abschwächung der Störwirkung kaum möglich.

  • Kernkraftwerk
Darstellung in Karte 3.4: “Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung“

Eine fernwirksame Beeinträchtigung des Landschaftsbildes geht in besonderer Weise vom Kernkraftwerk Grafenrheinfeld aus. Aufgrund der Dimension der Baukörper und des geringen Reliefierungsgrades der umgebenden Landschaft reicht die Störwirkung weit über das Maintal hinaus. Sie wird im Landschaftserleben häufig zusätzlich durch eine starke emotionale Komponente (bedrohlich wirkendes Objekt) verstärkt. Ein Abschwächung der Störwirkung ist mit raumplanerischen Mitteln nicht möglich.

  • Windkraftanlagen

Darstellung in Karte 3.4: “Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung“

Moderne Windkraftanlagen fügen sich aufgrund ihrer Größe nicht in den Maßstab der Kulturlandschaft und werden daher im Landschaftsbild generell als Fremdkörper wahrgenommen. Nicht in jedem Fall bedeutet dies aber gleichzeitig auch eine deutliche Störung des Landschaftsbildes. Von einer erheblichen Störwirkung der Windräder wird vor allem dann ausgegangen, wenn sie in größerer Zahl auftreten, wenn sie aufgrund einer besonders exponierten Lage eine sehr große Fernwirkung entfalten oder in Gebieten mit hoher landschaftsästhetischer Qualität errichtet werden.
Unter den bestehenden bzw. bereits genehmigten Windkraftprojekten ist insbesondere am Schachen westlich von Oberweißenbrunn (mehrere Anlagen in Kuppenlage der Hochrhön) von einer erheblichen Störwirkung auszugehen (dies gilt auch aufgrund der Lage in der Schutzzone des Naturparks; vgl. Kap. 11).

Erholung / Fremdenverkehr

  • Erholungsschwerpunkte

In folgenden Bereichen ist wegen hoher Besucherzahlen bzw. intensiver Erholungsnutzung zeitweise eine Beeinträchtigung der Erlebnisqualität anzunehmen und eventuell längerfristig sogar eine nachhaltige Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Erholungseignung durch Übernutzung zu befürchten:

  • in den Bereichen Kreuzberg, Schwarzes Moor und Heidelstein (Hauptanziehungspunkte der Hochrhön)
  • in den Haßbergen an den Burgruinen Rotenhan und Raueneck sowie an den „Heilsteinen“ am Steinert nahe der Mariengrotte Jesserndorf
  • an den Erholungsschwerpunkten im Maintal (z.B. südlich Stettfeld, bei Sand a. Main) wegen der verursachten Verkehrsbelastung
  • am Main infolge der Freizeitnutzung mit Motorbooten

Freizeiteinrichtungen weisen häufig eine von der umgebenden Landschaft bzw. Bebauung stark abweichende Gestaltung und Struktur auf und können daher, bei guter Einsehbarkeit, im Landschaftsbild als störende Objekte wahrgenommen werden. Dies gilt in der Region insbesondere für

  • Ferienhaussiedlungen in Hanglagen wie z. B. nordwestlich Oberwaldbehrungen, südwestlich Ostheim v. d. Rhön, südöstlich von Sulzfeld, am Steilufer des Mains zwischen Schonungen und Schweinfurt, in Sudrach südöstlich von Michelau
  • exponiert liegende und/oder unzureichend eingebundene Campingplätze wie z.B. am Itzhang bei Wüstenwelsberg, am Haßbergetrauf nahe Bettenburg, im Thulbatal südöstlich von Thulba
Bei den bestehenden Beeinträchtigungen handelt es sich vorwiegend um zeitlich und räumlich relativ eng begrenzte Konflikte, denen durch Maßnahmen der Besucherlenkung bzw. durch geeignete Gestaltungsmaßnahmen begegnet werden kann. Durch die Verwirklichung der planfestgestellten Freizeitanlage im Tal der Fränkischen Saale bei Steinach sind Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und der Eignung des Talabschnittes für die ruhige, naturbezogene Erholung zu erwarten.
Rohstoffabbau
  • Abbauflächen (Trockenabbau)

Darstellung in Karte 3.4: „Mögliche Beeinträchtigung der Erlebniswirksamkeit durch visuelle Belastung“

Trockenabbauflächen werden oft als "Wunden in der Landschaft" erlebt, die zu einer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes führen. Wegen ihrer Großflächigkeit und/oder guten Einsehbarkeit ist insbesondere bei den nachfolgend aufgeführten Trockenabbaustellen von einer Störwirkung auszugehen:

  • Basaltsteinbruch nordöstlich von Bischofsheim
  • Ton- und Lehmgruben nordöstlich von Alsleben (mehrere Abbaustellen in räumlicher Nähe zueinander)
  • Sandsteinbruch westlich von Neubrunn- Basaltsteinbruch am Schwarzenberg westlich von Langenleiten (Schwarze Berge)
  • Kalksteinbruch nördlich von Strahlungen
Die Abbaustellen können im Einzelfall zu massiven und sehr fernwirksamen Störungen des Landschaftsbildes führen, die gerade in landschaftsästhetisch hochwertigen Bereichen besonders intensiv erlebt werden (z.B. Basaltsteinbruch bei Bischofsheim). Zahlenmäßig halten sich derartige Störungen in der Region Main-Rhön allerdings derzeit noch in Grenzen.
  • Abbauflächen (Nassabbau)

Die durch Nassabbau entstandenen Wasserflächen werden in der Regel als bereichernde Elemente im Landschaftsbild empfunden. Ab einer bestimmten Anzahl und Größenordnung der Abbauflächen ist allerdings davon auszugehen, dass die landschaftliche Eigenart durch Verfremdungseffekte negativ beeinflusst wird. Es ist zu befürchten, dass die großflächigen Nassabbaugebiete im Maintal (z.B. südöstlich von Stettfeld, bei Zeil a. Main) diese Größenordnung bereits erreicht, wenn nicht sogar überschritten haben.

  • Betriebsbedingter Verkehr
Mit Beeinträchtigungen der Erholungseignung durch Schwerlastverkehr zu und von den Entnahmestellen ist in erster Linie bei großen Abbaustellen zu rechnen, die in Gebieten liegen, die für eine ruhige, naturbezogene Erholungsnutzung geeignet sind bzw. die von Erholungssuchenden stark frequentiert sind. Dies gilt in besonderer Weise für die Basaltsteinbrüche in der Rhön und für die Abbauflächen in der Nähe der Badeseen im Maintal.

Militär

  • militärische Sperrgebiete

Darstellung in Karte 1.5: Militärflächen

In der Region befinden sich mehrere Areale, die infolge militärischer Nutzung größtenteils nicht öffentlich zugänglich sind. Wegen ihrer Großflächigkeit sind hier insbesondere die Truppenübungsplätze Wildflecken und Hammelburg sowie Brönnhof (nördlich Schweinfurt) zu nennen.

 

Vorige SeiteSeitenanfangNächste Seite