Teil B

Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege

 

5 Hinweise zum Teil Ziele und Maßnahmen


5.1 Benutzungshinweise

Für die Benutzung des Teils Ziele und Maßnahmen (Kapitel 6 - 11) sind folgende Hinweise wichtig:

1.   Das Landschaftsentwicklungskonzept stellt als landschaftsplanerisches Fachkonzept umfassend die Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege dar. Die Zielaussagen sind:

  • gutachtlich
  • abgestimmt unter den Naturschutzbehörden
  • nicht inhaltlich abgestimmt mit anderen Fachbereichen (wie z.B. der Wasserwirtschaftsverwaltung oder dem Geologischen Landesamt), da eine solche Abstimmung erst im Rahmen der regional- oder landesplanerischen Abwägung erfolgen kann.*)

Zielaussagen, die andere Nutzungen betreffen, sind insoweit als landschaftsplanerische Querschnittsaussagen zu verstehen und decken sich daher nicht unbedingt mit den jeweiligen Fachzielen (z.B. der Wasserwirtschaft).

2.   Die Ziele sind in Karten und textlich dargestellt.

3.   Die Texte gliedern sich in Zielaussagen (fettgedruckt) und Begründungstexte (Normalschrift).

4. Aussagen über bestimmte Teilgebiete sind Verweisnummern in Fettdruck vorangestellt, die
   den Bezug zur jeweiligen Karte herstellen (z.B. B 35.1). Bei Zielen für Gebiete mit
   hervorragender Bedeutung für das jeweilige Schutzgut sind diese Verweisnummern zusätzlich
   unterstrichen. Bei Zielen für Gebiete mit allgemeiner Bedeutung (kommt nur beim Schutzgut
   Landschaftsbild/-erleben vor) sind die Verweisnummern nicht fett gedruckt.

5.   Die randlich markierten Ziele sollen in den Regionalplan integriert werden. Dabei bedeuten:
  • breite Markierung Ziel soll - möglichst im Wortlaut - in Kapitel B I "Natur
    und Landschaft" einfließen.
 
  • zweigestrichene Markierung: Ziel soll an anderer Stelle des Regionalplans berücksichtigt werden.
   

Im Rahmen der Fortschreibung des Landschaftsentwicklungskonzepts werden die Markierungen angepasst und geben dann darüber Aufschluss, welche Ziele tatsächlich in den Regionalplan integriert wurden und damit rechtsverbindlich sind und welche Ziele gutachtlichen Charakter haben.

6. Die Aussagen beruhen auf dem Kenntnisstand zur Zeit der Grundlagenerhebung (Abschluss
   Mitte 2001) und werden im Einzelfall bald überholt sein. Eine regelmäßige Fortschreibung
   des Landschaftsentwicklungskonzepts ist vorgesehen.


*)       Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht eine intensive fachliche Beratung und Mitwirkung durch andere Fachbereiche stattgefunden hätte.

 


5.2
       Vorgehensweise bei der Zieldarstellung

Der Zielteil des Landschaftsentwicklungskonzeptes trägt dem Schutzgutansatz Rechnung. Das bedeutet, dass für jedes Landschaftspotenzial bzw. Schutzgut naturschutzfachliche Ziele dargestellt sind. Die Zielaussagen wurden aus den allgemeinen umweltpolitischen Leitlinien und Umweltqualitätszielen, die im wesentlichen im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG), Bayerischen Landesplanungsgesetz (BayLplG), Wasserhaushaltsgesetz (WHG), Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) und im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) formuliert sind, abgeleitet und vor dem Hintergrund der ganzheitlichen, dem Vorsorgeprinzip folgenden Intention der Naturschutzgesetze und der Bayerischen Verfassung interpretiert. Damit soll auch deutlich gemacht werden, dass Zielaussagen zu den Schutzgütern, die neben den Naturschutzgesetzen über mediale Fachgesetze geregelt sind (Wasser, Luft), im Einzelfall weitergehen können als aus der jeweiligen Fachsicht, die sich auch an Nutzungsinteressen (z.B. Trinkwassernutzung) oder anderen Restriktionen (z.B. dem "Stand der Technik") orientieren muss.

Mit Hilfe der Ergebnisse, die aus der Landschaftsanalyse und der Landschaftsdiagnose für die Region Main-Rhön gewonnen wurden, sind diese Ziele räumlich konkretisiert.

Die in Text und Karten dargestellten Ziele werden bestimmten Bedeutungsstufen zugeordnet, um die Wichtigkeit der verschiedenen Ziele aus der Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege darzulegen und zu einer methodisch nachvollziehbaren Ableitung des regionalplanerischen Schutzinstrumentariums zu gelangen (siehe Band Methodik). Es werden drei Stufen unterschieden:

  •      Gebiete mit hervorragender Bedeutung
  •      Gebiete mit besonderer Bedeutung und
  •      Gebiete mit allgemeiner Bedeutung.

Ein Gebiet mit hervorragender Bedeutung bezeichnet Landschaftsteile, für die sich wegen ihrer hohen Schutzgutausprägung, sehr hohen Empfindlichkeit gegenüber Beeinträchtigungen oder hervorragender Entwicklungsfähigkeit zur Erlangung wichtiger Naturhaushalts- und Landschaftsfunktionen vorrangige Sicherungs- und Entwicklungsziele ergeben. Die Nutzung solcher Gebiete soll auf diese Ziele ausgerichtet sein. Als Sicherungsinstrument der Regionalplanung wäre das Landschaftliche Vorranggebiet oder zumindest das Landschaftliche Vorbehaltsgebiet vorzusehen. Die wertvollsten Bereiche sollen als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.

Ein Gebiet mit besonderer Bedeutung bezeichnet Landschaftsteile, für die sich wegen ihrer hohen Schutzgutausprägung, hohen Empfindlichkeit gegenüber Beeinträchtigungen oder besonderer Entwicklungsfähigkeit zur Erlangung wichtiger Naturhaushalts- und Landschaftsfunktionen vorbehaltliche Sicherungs- und Entwicklungsziele ergeben. Die Nutzung solcher Gebiete soll sich an diesen Zielen orientieren. Als Sicherungsinstrument der Regionalplanung wird in vielen Fällen das Landschaftliche Vorbehaltsgebiet empfohlen.

Ein Gebiet mit allgemeiner Bedeutung ergibt sich aus verbleibenden Landschaftsteilen, für die grundsätzliche Mindestanforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege gegenüber anderen Nutzungen bestehen. Stärkere Restriktionen können sich durch besonders hohe Schutzgutausprägungen oder -empfindlichkeiten lokal ergeben und sind bei örtlichen Fragestellungen zu beachten bzw. zu ermitteln. Die Gebietskategorie umfasst ebenso Defiziträume, für die eine Verbesserung naturschutzfachlicher und landschaftlicher Funktionen dringend erforderlich ist, deren Zielzustand jedoch nicht regional besonders oder hervorragend bedeutend eingeschätzt wird.

Die unterschiedlichen schutzgutbezogenen Zielgebiete bestimmen in ihrer Zusammenschau die wichtigsten naturhaushaltlichen und landschaftlichen Zielfunktionen, die ein bestimmter Landschaftsteil aus der Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege erfüllen soll. Hierzu wurden die Zielkarten zu einer "gemeinsamen Geometrie der Zielgebiete" überlagert. Die zusammentreffenden Ziele innerhalb eines Landschaftsteiles wurden hierarchisiert und innerfachlich abgeglichen. Zielhierarchisierung und Zielabgleich sind in einer Arbeitskarte „Zielüberlagerung“ in digitaler Form dargestellt.

Aus der Zusammenschau der verschiedenen Zielfunktionen wird ein ganzheitliches Leitbild der Landschaftsentwicklung hergeleitet (Karte 6), das den ökologischen Handlungs- und Orientierungsrahmen für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie für andere Nutzungen darstellt. Die Karte enthält auch Hinweise, welche Sicherungs-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen notwendig sind, um bestehende Nutzungskonflikte (dargestellt in den Karten 3) und Zielkonflikte zwischen bestehenden und geplanten Raumnutzungen und den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu regeln (siehe auch Kap. 7.3).

Weiterhin werden Vorschläge für die Sicherung von Flächen durch naturschutzfachliche und regionalplanerische Instrumente gemacht (Karte 7a und 7b).

Abbildung 5.1 verdeutlicht das methodische Vorgehen im Rahmen des Landschaftsentwicklungskonzeptes:

Abbildung 5:
Vorgehensweise zur Erstellung des Landschaftsentwicklungskonzeptes

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