6.1 Ziele Boden


Ziele für einzelne --> Teilräume

Im folgenden werden insbesondere für die Gebiete mit hervorragender und besonderer Bedeutung für den Bodenschutz gebietsspezifische Ziele genannt. Diese sprechen regionsspezifische, auf bestimmte Landschaftsteile bezogene Probleme an.

Die Ziffern vor den Zieltexten stellen den Bezug zur Zielkarte Boden (Karte 4.1) her. Die Zieltexte sind zur besseren Übersicht nach Gruppen naturräumlicher Haupteinheiten geordnet. Bei Teilraumzielen, die Gebiete von hervorragender Bedeutung betreffen, sind die Zielgebietsnummern durch Unterstreichung hervorgehoben.

Osthessisches Bergland (35)
(Hohe Rhön - 354,
Vorder- und Kuppenrhön - 353)

 

 

B 35.1 Die Hoch-, Zwischen- und Niedermoorböden der Hohen Rhön sollen grundsätzlich langfristig erhalten werden. Hierzu sollen der standorttypische Wasserhaushalt sowie eine ganzjährige Bodenbedeckung dauerhaft sichergestellt werden. Dazu sind vorhandene Entwässerungen zurückzunehmen.  
Hoch- und Zwischenmoorböden stellen für ganz Bayern seltene Bodenbildungen dar, Niedermoorböden sind auch für die Region Main-Rhön selten. Sie haben ihren Schwerpunkt auf den Basaltrücken der Hohen Rhön. Diese organischen Böden können dauerhaft nur durch die Aufrechterhaltung des standorttypischen hohen Grundwasserstands sowie durch eine dauerhafte Bodenbedeckung erhalten werden. Entwässerungsmaßnahmen sind deshalb ggf. rückgängig zu machen. Damit werden gleichzeitig die Zersetzung des Torfkörpers, Stoffausträge in Atmosphäre und Grundwasser sowie der Verlust wertvollen Lebensraums (z.B. durch Verringerung der für Wiesenbrüter wichtigen „Stocherfähigkeit“ von Böden infolge Entwässerung) für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten verhindert.
B 35.2

Bei der Nutzung von Böden, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Dazu soll in der Hohen Rhön und der Südlichen Vorder- und Kuppenrhön in aller Regel die gegenwärtige Nutzungsform beibehalten werden. In der Nördlichen Vorder- und Kuppenrhön soll auf diesen Böden, insbesondere auf ackerbaulich genutzten Flächen des Sulz- und Streutals, eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden.

 

Böden, die eine hohe Empfindlichkeit auf Grund eines sehr geringen Rückhalte- bzw. Sorptionsvermögens aufweisen, stellen in der Regel gleichzeitig Sonderstandorte für Tier- und Pflanzenarten dar, die in der Region Main-Rhön eine geringe Verbreitung besitzen und daher Standorte für seltene Lebensgemeinschaften darstellen können.
Die Landnutzung soll daher zum einen auf Grund des überwiegend sehr geringen Rückhaltevermögens dieser Gebiete

  • den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw.
  • extensive Nutzungsformen anstreben,

zum anderen auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften darüber hinaus auch

  • eine Überbauung dieser Gebiete möglichst vermeiden und
  • auf einen Abbau von Rohstoffen möglichst verzichten.

Bei diesen Standorten handelt es sich in der Regel um nasse, staunasse, steile, flachgründige und/oder trockene Lagen oder um intakte Auenböden.
In der Hohen Rhön und der südlichen Vorder- und Kuppenrhön ist die Landnutzung in Form von (extensiv bewirtschaftetem) Grünland oder Laubwald an die speziellen Standortverhältnisse überwiegend angepasst. In der Nördlichen Vorder- und Kuppenrhön ist westlich Sands sowie für Abschnitte des Streu- und Sulztals eine Umwandlung von Acker in extensiv bewirtschaftetes Grünland anzustreben.

B 35.3

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung soll auf Böden mit geringem Rückhaltevermögen in der Hohen Rhön und der Vorder- und Kuppenrhön besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere

  • westlich Fladungen,
  • sowie nördlich Nordheim und Ostheim,
  • bei Stetten und Wilmars,
  • nördlich Eussenhausen und
  • zwischen Schondra und Geroda

soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

 

Das Rückhaltevermögen für sorbierbare Stoffe feuchter, sandbeeinflusster und/oder flachgründiger Böden, die häufig in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön, gelegentlich auch in der Hohen Rhön und der Südlichen Vorder- und Kuppenrhön ackerbaulich genutzt werden, ist oft gering. Stoffliche Belastungen können deshalb von diesen Böden nur schlecht kompensiert werden. Belastungen erfolgen durch die Landwirtschaft und durch Stoffeinträge über die Luft. Auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgen Nährstoffeinträge und Einträge von Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen (schwermetallhaltige Pflanzenschutzmittel und Düngemittel). Schwermetalle sind aufgrund der Kalkung auf landwirtschaftlichen Flächen in der Regel festgelegt.
Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht bei zunehmender Bodenversauerung und im Falle erhöhter Schwermetallgehalte des Bodens die Gefahr einer Mobilisierung von Schwermetallionen und der Verlagerung ins Grundwasser (vgl. GLA 1981). Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen, um eine Mobilisierung von Schadstoffen durch pH-Wert-Absenkungen auszuschließen.
Entsprechende Böden kommen unter derzeitiger Ackernutzung in den o.g. Gebieten vor.

B 35.4

Bei der forstwirtschaftlichen Nutzung von Böden mit schwach ausgeprägtem Versauerungswiderstand in der Hohen Rhön und der Vorder- und Kuppenrhön soll der Versauerungsgefährdung dieser Böden Rechnung getragen werden. Deshalb sollte aus Sicht des Boden- und Gewässerschutzes der Laubholzanteil in folgenden Gebieten deutlich erhöht werden, um der erhöhten Versauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken:

  • Südliche Vorder- und Kuppenrhön zwischen Motten und Bad Brückenau
  • Nördliche Vorder- und Kuppenrhön östlich Fladungen – Nordheim
  • Hohe Rhön kleinflächig im Raum Wildflecken.

Erstaufforstungen sollten als Laubwald erfolgen sowie in bereits waldreichen und gleichzeitig versauerungsgefährdeten Gebieten unterbleiben.

 

Sandige Böden, die sich häufig aus dem Ausgangsmaterial des Buntsandsteins entwickeln, der in der Vorder- und Kuppenrhön dominiert sowie am Südrand der Hohen Rhön vorkommt, setzen bodenversauernden Prozessen in der Regel nur eine geringe Pufferwirkung entgegen. Belastungen erfolgen durch die ggf. versauernde Wirkung der Vegetation und durch Stoffeinträge über die Luft.
Unter forstwirtschaftlichen Flächen besteht insbesondere bei Nadelwaldnutzung ein erhöhtes Risiko von Schadstoffausträgen bei fortschreitender Bodenversauerung (vgl. Karte 3.1). Deshalb sollte aus Sicht des Boden- und Gewässerschutzes der Laubholzanteil in den o.g. Gebieten deutlich erhöht werden. Waldneubegründungen sollten in bereits waldreichen und versauerungsgefährdeten Gebieten unterbleiben, in waldarmen versauerungsgefährdeten Gebieten als Laubwald erfolgen.

 

Spessart, Südrhön (14)
(Südrhön – 140)

 

 

 

B 14.1

Die Niedermoorböden im Neuwirthshauser Forst sollen langfristig erhalten werden. Hierzu sollen der standorttypische Wasserhaushalt sowie eine ganzjährige Bodenbedeckung dauerhaft sichergestellt werden.

 

Niedermoorböden kommen in der Südrhön lediglich im Zentralbereich des Staatsforst Geiersnest bzw. Neuwirthshauser Forsts vor. Diese organischen Böden können dauerhaft nur durch die Aufrechterhaltung des standorttypischen hohen Grundwasserstands sowie durch eine dauerhafte Bodenbedeckung erhalten werden. Etwaige Entwässerungsmaßnahmen sind deshalb rückgängig zu machen. Damit werden gleichzeitig die Zersetzung des Torfkörpers, Stoffausträge in Atmosphäre und Grundwasser sowie der Verlust wertvollen Lebensraums (z.B. durch Verringerung der für Wiesenbrüter wichtigen „Stocherfähigkeit“ von Böden infolge Entwässerung) für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten verhindert.

B 14.2

Bei der Nutzung von Böden, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Vor allem östlich Aura/Saale, südlich Burkardroth, südöstlich Sandberg, im Raum Steinach – Unterebersbach, östlich Burgwallbach, nördlich Schönau und südwestlich Oberwaldbehrungen sowie in den Unteren Abschnitten des Elsbach-, Lauer- und Thulbatals soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden.

 

Böden, die eine hohe Empfindlichkeit auf Grund eines sehr geringen Rückhalte- bzw. Sorptionsvermögens aufweisen, stellen in der Regel gleichzeitig Sonderstandorte für Tier- und Pflanzenarten dar, die in der Region Main-Rhön eine geringe Verbreitung besitzen und daher Standorte für seltene Lebensgemeinschaften darstellen können.

Die Landnutzung soll daher zum einen auf Grund des überwiegend sehr geringen Rückhaltevermögens dieser Gebiete

  • den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw.
  • extensive Nutzungsformen anstreben,

zum anderen auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften darüber hinaus auch

  • eine Überbauung dieser Gebiete - wie westlich Oberthulba geschehen - möglichst vermeiden und
  • auf einen Abbau von Rohstoffen möglichst verzichten.

Bei diesen Standorten handelt es sich in der Regel um nasse, staunasse, steile, flachgründige und/oder trockene Lagen oder um intakte Auenböden.
In der Südrhön ist die Landnutzung an diese speziellen Standortverhältnisse nur teilweise angepasst. Vor allem in den genannten Gebieten soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung (Ausnahme: Elsbachtal auf Grund der Kaltluftabflussfunktion) angestrebt werden.

B 14.3

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung in der Südrhön soll auf Böden mit geringem Rückhaltevermögen besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere

  • westlich Zeitlofs und bei Dittlofsroda,
  • im Raum Hohenroth – Niederlauer,
  • nördlich Stangenroth und im Raum Waldfenster,
  • zwischen Schönau und Oberelsbach,
  • bei Detter und Windshausen,
  • bei Poppenroth sowie nördlich Bad Kissingen und
  • nördlich Hammelburg – Diebach

soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

 

Das Rückhaltevermögen für sorbierbare Stoffe feuchter oder sandbeeinflusster und/oder flachgründigerer Böden ist häufig gering. Stoffliche Belastungen können deshalb von diesen Böden nur schlecht kompensiert werden. Belastungen erfolgen durch die Landwirtschaft und durch Stoffeinträge über die Luft. Auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgen Nährstoffeinträge und Einträge von Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen (schwermetallhaltige Pflanzenschutzmittel und Düngemittel). Schwermetalle sind aufgrund der Kalkung auf landwirtschaftlichen Flächen in der Regel festgelegt.
Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht bei zunehmender Bodenversauerung und im Falle erhöhter Schwermetallgehalten des Bodens die Gefahr einer Mobilisierung von Schwermetallionen und der Verlagerung ins Grundwasser (vgl. GLA 1981). Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen, um eine Mobilisierung von Schadstoffen durch pH-Wert-Absenkungen auszuschließen.
Entsprechende Böden kommen unter derzeitiger Ackernutzung in den o.g. Gebieten vor.
Die extensive Grünlandnutzung auf den mageren, trockenen Böden der Wellenkalkgebiete, z.B in den Erthaler Kalkbergen nördlich Hammelburg, soll erhalten werden.

B 14.4

Bei der forstwirtschaftlichen Nutzung von Böden mit schwach ausgeprägtem Versauerungswiderstand in der Südrhön soll der Versauerungsgefährdung dieser Böden Rechnung getragen werden. Deshalb sollte der Laubholzanteil in folgenden Gebieten deutlich erhöht werden, um der hohen Versauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken:

  • westlich und südlich Zeitlofs – Rossbach
  • nördlich Weißenbach – Detter
  • Zentralbereich des Staatsforst Geiersnest (Neuwirthshauser Forst)
  • Waldgebiet zwischen Öhrberg – Waldfenster – Stangenroth
  • große Bereiche des Burgwallbacher, Steinacher (beiderseits der Saale) und Wechterswinkeler Forsts.

Erstaufforstungen sollten als Laubwald erfolgen sowie in bereits waldreichen und gleichzeitig versauerungsgefährdeten Gebieten unterbleiben.

 

Sandige Böden, die sich häufig aus dem Ausgangsmaterial des Buntsandsteins entwickeln, der in der Südrhön dominiert, setzen bodenversauernden Prozessen in der Regel nur eine geringe Pufferwirkung entgegen. Belastungen erfolgen durch die ggf. versauernde Wirkung der Vegetation und durch Stoffeinträge über die Luft.
Unter forstwirtschaftlichen Flächen besteht insbesondere bei Nadelwaldnutzung ein erhöhtes Risiko von Schadstoffausträgen bei fortschreitender Bodenversauerung (vgl. Karte 3.1). Deshalb sollte der Laubholzanteil in versauerungsgefährdeten Gebieten deutlich erhöht werden, um der hohen Versauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken.
Waldbegründungen sollten in bereits waldreichen und versauerungsgefährdeten Gebieten unterbleiben, in waldarmen versauerungsgefährdeten Gebieten als Laubwald erfolgen.

B 14.5

Im Tal der Fränkischen Saale sollen die grundwasserbeeinflussten (hydromorphen) Böden und Auenböden, die noch einer natürlichen Überschwemmungs- und Grundwasserdynamik unterliegen, erhalten werden. Sonderstandorte sollen erhalten, eine Regenerierung ehemaliger Sonderstandorte soll angestrebt werden. Einer Überbauung von Auenböden soll entgegengewirkt werden.

 

Die Besonderheit von Auenböden liegt in deren dynamischen Bodenhaushaltsprozessen (Überschwemmung, stark schwankender Grundwasserstand, mechanische Belastung, Nährstoffzufuhr), denen sie ihre Eigenschaft als Standorte hochproduktiver Ökosysteme verdanken. Innerhalb der Auenfunktionsräume sollen deshalb intakte Auenfunktionen wie z.B. die regelmäßigen Frühjahrsüberschwemmungen und die von diesen geprägten Böden grundsätzlich erhalten werden. Darüber hinaus soll die Erhaltung bzw. Regenerierung des Mosaiks unterschiedlicher feuchter bis nasser Böden (z.B. durch Rücknahme von Entwässerungen, Wiederherstellung oder –anschluss wechselfeuchter Flutrinnen) sowie durch salzhaltiges Quellwasser geprägter Böden im Raum Heustreu – Bad Neustadt angestrebt werden. Deshalb sollen auch keine weiteren Fassungen von Quellen mehr erfolgen.
Vor allem im Raum Bad Kissingen sind im Saaletal Freizeitanlagen mit Infrastruktureinrichtungen (Parkplätze, Golfplatz, Straßen, Campingplatz) entstanden, durch die Auenböden überbaut oder zumindest überprägt wurden. Weitere derartige Beeinträchtigungen dieser besonderen und erhaltenswerten Bodeneinheiten sollen künftig unterbleiben, nicht zuletzt auch auf Grund der Retentions- und Lebensraumfunktion dieser Standorte (siehe Kap. 6.2, 6.4).

B 14.6

In den Weinbergen nördlich Hammelburg soll in besonderem Maße auf die Reduzierung von Beeinträchtigungen des Bodens hingewirkt werden. Insbesondere sind im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten

  • Erosionsschutzmaßnahmen sowie
  • Maßnahmen zur Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenbehandlungsmitteln zu fördern.
     

Der Anbau von Wein ist in aller Regel mit besonderen Belastungen des Bodens verbunden:

  • Aufgrund seiner geringen Bodenbedeckung und der Anlage als Reihenkultur in Gefällerichtung zählt Wein zu den besonders erosionsfördernden Kulturen. Eine zusätzliche starke Erhöhung der Erosionsgefährdung resultiert aus den meist steilen Lagen der Weingärten. Die Bodenabträge liegen daher nicht selten weit über der Toleranzgrenze von 3 - 10t/ha.
  • Wein wird ca. 5 - 6 mal im Jahr gegen Schädlings- und Pilzbefall gespritzt (Herrmannmdl.). Die Belastung der Böden vor allem durch schwermetallreiche Fungizide ist in der Regel hoch.
  • Durch die vielen Bearbeitungsgänge unterliegen viele Böden einer zusätzlichen, erhöhten mechanischen Belastung mit Verdichtungserscheinungen des Unterbodens.

In Weinbauflächen sollen deshalb in enger Zusammenarbeit von Winzern, Beratung und Wissenschaft wirksame Maßnahmen zu Verminderung der Bodenbeeinträchtigungen ergriffen werden (vgl. auch Geiger 1985):

  • Änderung der Bearbeitungsrichtung (höhenlinienparallel statt in Gefällerichtung), dazu Anlage von Terrassen; dadurch gleichzeitig Reduzierung von Hangneigung und erosiver Hanglänge!
  • Schaffung möglichst langer Bodenbedeckungsphasen (vor allem während besonders erosiver Niederschläge im Sommer) durch Stroh, Rebschnittholz, Rindenmulch oder bodenbedeckende Untersaaten), um die erosive Wirkung von Niederschlägen mindern. Dabei ist auf Grund der Niederschlagsarmut keine flächendeckende Dauerbegrünung zu empfehlen, sondern eine Herbst-Winter-Begrünung oder eine Dauerbegrünung jeder 2. Gasse (Schwab et al. 2000).
  • Erosionsverminderung bei der Bodenbearbeitung durch Herstellung einer grobscholligen Bodenstruktur, Vermeidung von Verdichtung und Mulchen statt Herbizideinsatz.
  • Regelmäßige Bodenuntersuchungen und Anwendung von Verfahren des ökologischen oder integrierten Pflanzenbaus (Schadschwellen, raubmilbenschonende Spritzfolgen u.a.).

Dabei ist zu bedenken, dass Maßnahmen gegen die Bodenerosion häufig auch der Verbesserung des Humusgehalts der Böden und des Bodenwasserhaushalts dienen!

B 14.7

Einer Flächeninanspruchnahme durch Überbauung der lößreichen bzw. lößlehmreichen, sehr fruchtbaren Böden der Südrhön soll verstärkt entgegengewirkt werden.

     

Am Ostrand des Naturraums Südrhön sowie im Raum Hammelburg kommen vereinzelt löß- bzw. lößlehmreiche Böden vor. Diese Böden weisen die höchste Ertragsfähigkeit in der Südrhön auf und werden daher auch intensiv ackerbaulich genutzt.
Wegen ihrer hohen Ertragsfähigkeit und der Seltenheit von Böden mit solcher Ertragsfähigkeit soll eine Flächeninanspruchnahme dieser Böden durch andere Nutzungen – wie bereits östlich Hammelburg und nördlich Bad Neustadt/Saale geschehen – künftig weitgehend unterbleiben.

 

Mainfränkische Platten (13)
(Grabfeldgau - 138, Wern-Lauer-Platten - 135
Gäuplatten im Maindreieck - 134, Schweinfurter Becken - 136, Hesselbacher Waldland - 139 Steigerwaldvorland - 137, Maintal)

 

 

B 13.1

Bei der Nutzung von Böden im Grabfeldgau, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Vor allem

  • nördlich Oberwaldbehrungen,
  • südlich Ostheim,
  • nördlich Frickenhausen,
  • westlich Unsleben,
  • im Raum Eyershausen - Trappstadt,
  • im Raum Wülfershausen – Wargolshausen
  • bei Aub und in ackerbaulich genutzten Abschnitten des Nassach-, Lauer-, Streu-, Bahra-, Elsbach- und Saaletals

soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden.

     

Böden, die eine hohe Empfindlichkeit auf Grund eines sehr geringen Rückhalte- bzw. Sorptionsvermögens aufweisen, stellen in der Regel gleichzeitig Sonderstandorte für Tier- und Pflanzenarten dar, die in der Region Main-Rhön eine geringe Verbreitung besitzen und daher Standorte für seltene Lebensgemeinschaften darstellen können.

Die Landnutzung soll daher zum einen auf Grund des überwiegend sehr geringen Rückhaltevermögens dieser Gebiete

  • den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw.
  • extensive Nutzungsformen anstreben,

zum anderen auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften darüber hinaus auch

  • eine Überbauung dieser Gebiete möglichst vermeiden und
  • auf einen Abbau von Rohstoffen möglichst verzichten.

Bei diesen Standorten handelt es sich in der Regel um nasse, staunasse, steile, flachgründige und/oder trockene Lagen oder um intakte Auenböden.
Im Grabfeldgau ist die Landnutzung an die speziellen Standortverhältnisse kaum angepasst. Vor allem in den genannten Gebieten soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung (Ausnahmen: Streu- und Elsbachtal wegen ihrer Kaltluftabflussfunktion) angestrebt werden. Die extensive Grünlandnutzung auf den markanten Geländestufen des Grabfeldgaus, z.B: westlich Sulzfeld, soll erhalten werden.

B 13.2

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Grabfeldgau soll auf Böden, die eine besondere Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit, als Standort für seltene Lebensgemeinschaften oder auf Grund ihres geringen Rückhaltevermögens aufweisen vor allem

  • beiderseits des Streutals,
  • im Raum Oberwaldbehrungen,
  • östlich Rödelmeier,
  • im Raum Breitensee,
  • südlich Obereßfeld,
  • südlich Sulzfeld und
  • östlich Poppenlauer - Maßbach

besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Das Rückhaltevermögen für sorbierbare Stoffe feuchter oder sandbeeinflusster und/oder flachgründigerer Böden ist häufig gering. Stoffliche Belastungen können deshalb von diesen Böden nur schlecht kompensiert werden. Belastungen erfolgen durch die Landwirtschaft und durch Stoffeinträge über die Luft. Auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgen Nährstoffeinträge und Einträge von Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen (schwermetallhaltige Pflanzenschutzmittel und Düngemittel). Schwermetalle sind aufgrund der Kalkung auf landwirtschaftlichen Flächen in der Regel festgelegt.
Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht bei zunehmender Bodenversauerung und im Falle erhöhter Schwermetallgehalte des Bodens die Gefahr einer Mobilisierung von Schwermetallionen und der Verlagerung ins Grundwasser (vgl. GLA 1981). Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen, um eine Mobilisierung von Schadstoffen durch pH-Wert-Absenkungen auszuschließen.

B 13.3

Bei der forstwirtschaftlichen Nutzung von Böden mit schwach ausgeprägtem Versauerungswiderstand im Grabfeldgau südlich Ostheim soll der Versauerungsgefährdung dieser Böden Rechnung getragen werden. Deshalb sollte hier der Laubholzanteil deutlich erhöht werden, um der hohen Versauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken.

     

Sandige Böden, die sich häufig aus dem Ausgangsmaterial des Buntsandsteins entwickeln, der in der Südrhön dominiert, setzen bodenversauernden Prozessen in der Regel nur eine geringe Pufferwirkung entgegen. Belastungen erfolgen durch die ggf. versauernde Wirkung der Vegetation und durch Stoffeinträge über die Luft.
Unter forstwirtschaftlichen Flächen besteht insbesondere bei Nadelwaldnutzung ein erhöhtes Risiko von Schadstoffausträgen bei fortschreitender Bodenversauerung (vgl. Karten 3.1, 3.2). Deshalb sollte der Laubholzanteil deutlich erhöht werden, um der hohen Versauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken.

B 13.4

Bei der Nutzung von Böden in den Wern-Lauer-Platten, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Vor allem

  • südlich Münnerstadt und
  • östlich Herschfeld

soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden. Die extensive Grünlandnutzung auf den mageren, trockenen Böden des Wellenkalks in den Wern-Lauer-Platten, z.B. im Raum Fuchsstadt - Sulztal, soll beibehalten werden.

     

Begründung siehe Ziel B 13.1.

B 13.5

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung in den Wern-Lauer-Platten soll auf Böden, die eine besondere Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit, als Standort für seltene Lebensgemeinschaften oder auf Grund ihres geringen Rückhaltevermögens aufweisen vor allem

  • im Raum Mühlhausen,
  • zwischen Fuchsstadt und Gauaschach,
  • im Raum Wülfershausen – Kaisten - Obbach,
  • bei Poppenhausen, Rottershausen und Bad Kissingen,
  • westlich Poppenlauer bis Strahlungen und
  • zwischen Bad Neustadt/Saale und Rödelmeier

besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Begründung siehe ziel B 13.2.

B 13.6

Bei der Nutzung von Böden im Hesselbacher Waldland, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Vor allem

  • nordöstlich Löffelsterz
  • östlich Schonungen
  • östlich Hesselbach und
  • östlich Kleinmünster

soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden.

     

Begründung siehe Ziel B 13.1.

B 13.7

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Hesselbacher Waldland soll auf Böden, die eine besondere Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit, als Standort für seltene Lebensgemeinschaften oder auf Grund ihres geringen Rückhaltevermögens aufweisen, vor allem

  • südlich Maßbach
  • westlich Pfändhausen und
  • im Raum Weipoldshausen – Madenhausen – Hesselbach

besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Begründung siehe Ziel B 13.2.

B 13.8

Einer Flächeninanspruchnahme durch Überbauung der lößreichen bzw. lößlehmreichen, sehr fruchtbaren Böden der Gäuplatten, des Schweinfurter Beckens, des Grabfeldgaus und der Wern-Lauer-Platten soll entgegengewirkt werden.

     

Die Gebiete der Gäuplatten im Maindreieck und des westlichen Schweinfurter Beckens sind großflächig mit einer durchschnittlich ca. 6m mächtigen Lößauflage, die im nördlichen Schweinfurter Becken bis zu 12 m erreicht, bedeckt. Die dortigen Böden weisen die höchste Ertragsfähigkeit in der Region Main-Rhön auf und werden intensiv ackerbaulich genutzt. Auch im Grabfeldgau (Schwerpunkte zwischen Mellrichstadt und Bad Königshofen, zwischen Weichtungen und Großbardorf, westlich des Nassachtals – hier Mächtigkeiten bis zu 6 m) und auf den Wern-Lauer-Platten (verstreut in den Windschatten-Lagen der Südost-Hälfte) treten z.T. mächtige löß- bzw. lößlehmreiche Böden auf.
Wegen ihrer hohen Ertragsfähigkeit soll eine Flächeninanspruchnahme dieser Böden durch andere Nutzungen nur im unbedingt erforderlichen Umfang erfolgen.

B 13.9

In den Weinbergen bei Ramsthal, Wipfeld, Stammheim, Zeilitzheim und Frankenwinheim soll in besonderem Maße auf die Reduzierung von Beeinträchtigungen des Bodens hingewirkt werden. Insbesondere sind im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten

  • Erosionsschutzmaßnahmen sowie
  • Maßnahmen zur Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenbehandlungsmitteln zu fördern.
     

Der Anbau von Wein ist in aller Regel mit besonderen Belastungen des Bodens verbunden:

  • Aufgrund seiner geringen Bodenbedeckung und der Anlage als Reihenkultur in Gefällerichtung zählt Wein zu den besonders erosionsfördernden Kulturen. Eine zusätzliche starke Erhöhung der Erosionsgefährdung resultiert aus den meist steilen Lagen der Weingärten. Die Bodenabträge liegen daher nicht selten weit über der Toleranzgrenze von 3 - 10t/ha.
  • Wein wird ca. 5 - 6 mal im Jahr gegen Schädlings- und Pilzbefall gespritzt (Herrmann mdl.). Die Belastung der Böden vor allem durch schwermetallreiche Fungizide ist in der Regel hoch.
  • Durch die vielen Bearbeitungsgänge unterliegen viele Böden einer zusätzlichen, erhöhten mechanischen Belastung mit Verdichtungserscheinungen des Unterbodens.

In Weinbauflächen sollen deshalb in enger Zusammenarbeit von Winzern, Beratung und Wissenschaft wirksame Maßnahmen zu Verminderung der Bodenbeeinträchtigungen ergriffen werden (vgl. auch Geiger 1985):

  • Änderung der Bearbeitungsrichtung (höhenlinienparallel statt in Gefällerichtung), dazu Anlage von Terrassen; dadurch gleichzeitig Reduzierung von Hangneigung und erosiver Hanglänge!
  • Schaffung möglichst langer Bodenbedeckungsphasen (vor allem während besonders erosiver Niederschläge im Sommer) durch Stroh, Rebschnittholz, Rindenmulch oder bodenbedeckende Untersaaten), um die erosive Wirkung von Niederschlägen mindern. Dabei ist auf Grund der Niederschlagsarmut keine flächendeckende Dauerbegrünung zu empfehlen, sondern eine Herbst-Winter-Begrünung oder eine Dauerbegrünung jeder 2. Gasse (Schwab et al. 2000).
  • Erosionsverminderung bei der Bodenbearbeitung durch Herstellung einer grobscholligen Bodenstruktur, Vermeidung von Verdichtung und Mulchen statt Herbizideinsatz.
  • Regelmäßige Bodenuntersuchungen und Anwendung von Verfahren des ökologischen oder integrierten Pflanzenbaus (Schadschwellen, raubmilbenschonende Spritzfolgen u.a.).

Dabei ist zu bedenken, dass Maßnahmen gegen die Bodenerosion häufig auch der Verbesserung des Humusgehalts der Böden und des Bodenwasserhaushalts dienen!

B 13.10

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Werntal sollen die grundwasserbeeinflußten (hydromorphen) Böden bzw. Auenböden, die noch einer natürlichen Überschwemmungs- und Grundwasserdynamik unterliegen, erhalten und mittlerweile überprägte Auenböden regeneriert werden.

Insbesondere soll auf die Erhöhung des Grünlandanteils und die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

Einer weiteren Überbauung der Auenböden soll entgegengewirkt werden.

     

Die Besonderheit von Auenböden liegt in deren dynamischen Bodenhaushaltsprozessen (Überschwemmung, stark schwankender Grundwasserstand, mechanische Belastung, Nährstoffzufuhr), denen sie ihre Eigenschaft als Standorte hochproduktiver Ökosysteme verdanken. Innerhalb der Auenfunktionsräume sollen deshalb intakte Auenfunktionen wie z.B. die regelmäßigen Überschwemmungen und die von diesen geprägten Böden grundsätzlich erhalten werden. Darüber hinaus soll die Regenerierung stark landwirtschaftlich überprägter Auenböden, wie sie vor allem unterhalb Geldersheim vorkommen, angestrebt werden.

Die Landnutzung soll dort nach den örtlichen Gegebenheiten im Einvernehmen mit den betroffenen Nutzern

  • Acker in Grünland umwandeln,
  • den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw.
  • extensive Nutzungsformen anstreben

und auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften darüber hinaus auch

  • eine Überbauung dieser Gebiete - wie bereits ansatzweise in Niederwerrn und Werneck geschehen - möglichst vermeiden.
B 13.11

Bei der Nutzung von Böden im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Vor allem

  • im Unkenbachtal
  • nördlich Siegendorf,
  • südlich Obereuerheim,
  • zwischen Untereuerheim und Steinsfeld,
  • südwestlich Sulzheim,
  • östlich Mönchstockheim und
  • im Volkachtal

soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden.

     

Begründung siehe Ziel B 13.1.

B 13.12

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland soll auf Böden, die eine besondere Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit, als Standort für seltene Lebensgemeinschaften oder auf Grund ihres geringen Rückhaltevermögens aufweisen vor allem

  • südöstlich Schwebheim,
  • zwischen Steinsfeld und Wohnau,
  • südlich Oberschwarzach,
  • im Raum Alitzheim und Zeilitzheim,
  • südlich und nördlich Mönchstockheim,
  • östlich Weyer,
  • westlich und südlich Siegendorf und
  • westlich Knetzgau

besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

     

Begründung siehe ziel B 13.2.

B 13.13

In den Flugsandgebieten des Schweinfurter Beckens und Steigerwaldvorlands sollen die Flugsanddünen erhalten und gesichert werden.

 

Im östlichen Schweinfurter Becken und im Steigerwaldvorland wurden spät- und nacheiszeitliche Flugsande aus den Mainsedimenten angeweht. Dort, wo Dünen aufgeweht wurden, erreichen die Flugsanddecken Mächtigkeiten von bis zu 7 m. Nur dort findet sich heute noch reiner Flugsand, während sich ansonsten eine unterschiedlich starke Lößlehmkomponente beigemischt hat (Schwarzmeier 1981, 1982).
Diese heutigen Flugsandbereiche stellen aus bodenkundlicher und vegetationskundlicher Sicht sowie als Archiv der Naturgeschichte sehr schützenswerte Sonderstandorte dar, die erhalten und gesichert werden sollten.
Flugsanddünen und -dünenfelder finden sich noch – vorwiegend unter Wald – südwestlich Kapitelwald, zwischen Röthlein und Schweinfurter Kreuz, südlich Forst, östlich Heidenfeld, nördlich Kolitzheim, zwischen Unterspiesheim und Grettstadt („Grettstadter Reliktengebiet“, siehe auch B 13.14), nordöstlich Herlheim und südlich Alitzheim.

B 13.14

Die Niedermoorböden im Unkenbachgebiet sollen erhalten bzw. regeneriert und grundsätzlich bodenschonend genutzt werden. Hierzu sollte eine Extensivierung der Nutzung, Wiedervernässung und - wo erforderlich - Umwandlung von Acker- in Grünlandnutzung durchgeführt werden.

 
  • Die Niedermoorböden im Unkenbachgebiet zwischen Sulzheim und Grettstadt (Teil des „Grettstädter Reliktengebietes“) stellen seltene Sonderstandorte des Naturraumes dar (insbesondere als Komplex mit angrenzenden Trockenstandorten) und sind deshalb besonders schützenswert. Belastungen durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel, denen intensiv landwirtschaftlich genutzte Niedermoorböden unterliegen, sind deshalb zu reduzieren. Auf den langfristigen Erhalt dieser organischen Böden ist hinzuwirken. Geeignete Maßnahmen hierzu - die nach den örtlichen Gegebenheiten im Einvernehmen mit den betroffenen Nutzern durchgeführt werden sollen - sind:
  • Beibehaltung der Grünlandnutzung bzw. Rückwandlung von Ackerflächen in Grünland,
  • Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln,
  • Verzicht auf Düngung bzw. Ausrichtung der Düngung an einer extensiven Bewirtschaftung,
  • Wiedervernässungsmaßnahmen zur Regeneration der Niedermoorböden.
B 13.15

Im Maintal sollen die grundwasserbeeinflußten (hydromorphen) Böden und Auenböden, die noch einer regelmäßigen Überschwemmungs- und Grundwasserdynamik unterliegen, erhalten werden. Sonderstandorte im Raum Sand-Limbach, bei Gädheim, Sennfeld, Grafenrheinfeld und Stammheim sollen erhalten werden. Eine Regenerierung ehemaliger Auenböden soll angestrebt werden.

 

Durch flussregulierende Maßnahmen, Bodenentwässerung, Überbauung, Kiesabbau und Ausdehnung intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen wurden in den letzten hundertfünfzig Jahren wertvolle Auenstandorte des Maintals großflächig zerstört (die meisten Auwälder wurden bereits im frühen Mittelalter gerodet!). Die noch vorhandenen Auenböden sind daher höchst schutzwürdig. Die Besonderheit der Auenböden liegt in deren dynamischen Bodenhaushaltsprozessen (Überschwemmung, stark schwankender Grundwasserstand, mechanische Belastung, Nährstoffzufuhr), denen sie ihre Eigenschaft als Standorte hochproduktiver Ökosysteme verdanken.
Trotz der immensen Eingriffe in das Abflussgeschehen infolge des Ausbaus des Mains zur Bundeswasserstraße werden die Talböden noch regelmäßig bei großen Hochwasserereignissen überschwemmt, auch wenn Überflutungshäufigkeit und -dauer zurückgegangen sind. Innerhalb der Auenfunktionsräume sollen deshalb die diesen Überschwemmungen nach wie vor unterliegenden Böden grundsätzlich erhalten werden. Wo möglich soll eine Regenerierung von Auenböden, z.B. durch Rücknahme von Entwässerungen, Wiederherstellung oder -anschluss wechselfeuchter Flutrinnen, erfolgen.
Durch überschwemmungsbedingte Auflandungen entstanden auch Trockenstandorte, auf denen sich häufig wertvolle Lebensgemeinschaften wie Sandmagerrasen eingestellt haben. Solche Sonderstandorte kommen noch im Raum Sand-Limbach, bei Gädheim, Sennfeld, Grafenrheinfeld und Stammheim vor. Als außergewöhnliche Standorte sollen sie erhalten werden. Durch Sand- und Kiesabbau sind im Maintal stellenweise ähnliche Standorte als Initialstadien sekundär entstanden. Auch künftig soll darauf geachtet werden, dass durch entsprechende Gestaltungsmaßnahmen und Belassen offener Sand- und Kiesflächen Trockenstandorte sekundär neu entstehen.

B 13.16

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Maintal soll auf das Rückhaltevermögen der Böden besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere

  • im Raum Eltmann und oberhalb Zeil,
  • zwischen Schonungen und Wülflingen und
  • bei Sennfeld

soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Das Rückhaltevermögen für sorbierbare Stoffe einiger landwirtschaftlich genutzter Auenböden im Maintal ist gering. Stoffliche Belastungen können von diesen Böden nur schlecht aufgenommen und abgebaut werden. Belastungen entstehen großflächig durch die Landwirtschaft und durch Stoffeinträge über die Luft. Auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgen Nährstoffeinträge und Einträge von Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen (schwermetallhaltige Pflanzenschutzmittel und Düngemittel). Während Nitrat und mobile organische Verbindungen leicht ausgewaschen werden, sind Schwermetalle aufgrund der Kalkung auf landwirtschaftlichen Flächen in der Regel festgelegt.

Die landwirtschaftliche Nutzung soll daher auf Grund des geringen Rückhaltevermögens dieser Gebiete

  • den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw.
  • extensive Nutzungsformen anstreben.

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Maintal soll auf Böden mit geringem Rückhaltevermögen in den o.g. Gebieten besondere Rücksicht genommen werden.

B 13.17

Die Flächeninanspruchnahme durch Überbauung sowie Sand- und Kiesabbau soll zum Schutz des Bodens insbesondere bei empfindlichen und seltenen Böden im Maintal künftig besonders sparsam erfolgen.

     

Als überregionale Entwicklungsachse und Abbauraum hochwertiger Flusskiese unterliegt das Maintal einer hohen Flächeninanspruchnahme mit stetig wachsendem Bodenverlust.
Wegen der Grundwassernähe, der Nutzung des Grundwassers für die Wasserversorgung und dem Vorkommen empfindlicher und seltener Böden als potenziell hochwertige Standorte für Lebensgemeinschaften soll deshalb im Maintal dem Bodenverlust in stärkerem Maße als bisher entgegengewirkt werden.
Der Kiesabbau im Maintal stellt eine zunehmende Belastung des Naturhaushaltes dar, der nicht nur räumlich mittlerweile an Grenzen stösst: Durch den Abbau wird der Boden beseitigt, das Grundwasser wird freigelegt und unterliegt einer erhöhten Gefahr der Verunreinigung. Durch die Veränderung der Grundwasserströmungsverhältnisse werden benachbarte Lebensräume und landwirtschaftliche Flächen beeinträchtigt. Durch nachfolgende Badenutzung der Baggerseen können Konflikte zwischen Erholungsnutzung und Arten- und Biotopschutz entstehen.
Durch die starke Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung der letzten Jahrzehnte (BAB 70, Siedlungs- und Gewerbeflächen, Sport- und Campingplätze) sind ebenfalls empfindliche und seltene Böden zunehmend überbaut worden.
Daher ist im insgesamt überdurchschnittlich bedeutsamen Landschaftsraum „Maintal“ wegen der räumlichen Konzentration vielfältiger Raumansprüche ein Konzept zur Lenkung des Kiesabbaus und der Siedlungsentwicklung aus Gründen des Boden- und Wasserschutzes, der Wasserversorgung, des Naturschutzes, der Erholung und der Erhaltung eines attraktiven Landschaftsbildes dringend erforderlich.

Fränkisches Keuper-Lias-Land (11)

(Steigerwald - 115, Haßberge – 116,
Itz-Baunach-Hügelland - 117)

 

 

B 11.1

Bei der Nutzung von Böden, die eine hervorragende Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit bzw. als Standort für seltene Lebensgemeinschaften aufweisen, soll auf diese Eigenschaften und Funktionen besondere Rücksicht genommen werden. Vor allem

  • im Steigerwald östlich Eltmann,
  • in den Haßbergen nördlich Stettfeld, im Raum Hofstetten und östlich Goßmannsdorf und
  • im Itz-Baunach-Hügelland östlich Ermershausen, östlich Walchenfeld, westlich Pfarrweisach und Burgpreppach sowie östlich Bischwind

soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden.

Am Haßbergetrauf soll die extensive Bewirtschaftung solcher Standorte beibehalten werden.

     

Böden, die eine hohe Empfindlichkeit auf Grund eines sehr geringen Rückhalte- bzw. Sorptionsvermögens aufweisen, stellen in der Regel gleichzeitig Sonderstandorte für Tier- und Pflanzenarten dar, die in der Region Main-Rhön eine geringe Verbreitung besitzen und daher Standorte für seltene Lebensgemeinschaften darstellen können.

Die Landnutzung soll daher zum einen auf Grund des überwiegend sehr geringen Rückhaltevermögens dieser Gebiete

  • den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw.
  • extensive Nutzungsformen anstreben,

zum anderen auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften darüber hinaus auch

  • eine Überbauung dieser Gebiete möglichst vermeiden und
  • auf einen Abbau von Rohstoffen möglichst verzichten.

Bei diesen Standorten handelt es sich im Gebiet des Fränkischen Keuper-Lias-Land in der Regel um steile, flachgründige und/oder trockene Lagen.
Hier ist die Landnutzung an die speziellen Standortverhältnisse nur gebietsweise angepasst. Vor allem in den genannten Gebieten soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden.

B 11.2

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung im Keuper-Lias-Land soll auf Böden, die eine besondere Bedeutung auf Grund ihrer Empfindlichkeit, als Standort für seltene Lebensgemeinschaften oder auf Grund ihres geringen Rückhaltevermögens aufweisen vor allem

  • im Steigerwald an den Talhängen der Rauhen Ebrach zwischen Un-tersteinbach und Prölsdorf, nördlich Tretzendorf, nordöstlich Kirchaich und südlich Dippach,
  • in den südlichen Haßbergen entlang der Linie Zeil – Ebelsbach – Stettfeld, im Raum Breitbrunn, bei Kirchlauter und Bramberg
  • im Itz-Baunach-Hügelland bandartig zwischen Maroldsweisach und Ebern, bei Dürrenried und Hafenpreppach, nordwestlich sowie im Raum Burgpreppach, östlich Bramberg sowie westlich Gereuth

besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

     

Das Rückhaltevermögen für sorbierbare Stoffe feuchter oder sandbeeinflusster und/oder flachgründigerer Böden ist häufig gering. Stoffliche Belastungen können deshalb von diesen Böden nur schlecht kompensiert werden. Belastungen erfolgen durch die Landwirtschaft und durch Stoffeinträge über die Luft. Auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgen Nährstoffeinträge und Einträge von Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen (schwermetallhaltige Pflanzenschutzmittel und Düngemittel). Schwermetalle sind aufgrund der Kalkung auf landwirtschaftlichen Flächen in der Regel festgelegt.
Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht bei zunehmender Bodenversauerung und im Falle erhöhter Schwermetallgehalten des Bodens die Gefahr einer Mobilisierung von Schwermetallionen und der Verlagerung ins Grundwasser (vgl. GLA 1981). Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen, um eine Mobilisierung von Schadstoffen durch pH-Wert-Absenkungen auszuschließen.

B 11.3

Bei der forstwirtschaftlichen Nutzung von Böden mit schwach ausgeprägtem Versauerungswiderstand im Keuper-Lias-Land soll der Versauerungsgefährdung dieser Böden Rechnung getragen werden. Deshalb sollte der Laubholzanteil in folgenden Gebieten deutlich erhöht werden, um der hohen Versauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken:

  • im Steigerwald meist kleinflächig im Prölsdorfer Wald, im Hubwald nördlich Theinheim, zwischen Fürnbach und Trossenfurt, östlich Dankenfeld und nördlich Tretzendorf
  • in den Haßbergen im Raum Ebelsbach - Stettfeld - Breitbrunn - Kirchlauter - Rentweinsdorf, im Bramberger Wald bei Jesserndorf, gebietsweise im Goßmannsdorfer Forst, Bettenburger Wald, Rottensteiner Forst und Bundorfer Forst
  • im Itz-Baunach-Hügelland im Raum Schweinshaupten - Walchenfeld - Maroldsweisach, im Raum Pfarrweisach - Bischwind, bandartig vor allem im Bereich des Oberen Keupers (Rhät) zwischen Hafenpreppach und Ebern.

Erstaufforstungen sollten als Laubwald erfolgen sowie in bereits waldreichen und gleichzeitig versauerungsgefährdeten Gebieten unterbleiben.

     

Sandige Böden, die sich häufig aus dem Ausgangsmaterial des Burgsandsteins oder des Oberen Keupers (Rhät) entwickeln, setzen bodenversauernden Prozessen in der Regel nur eine geringe Pufferwirkung entgegen. Belastungen erfolgen durch die ggf. versauernde Wirkung der Vegetation und durch Stoffeinträge über die Luft.
Unter forstwirtschaftlichen Flächen besteht insbesondere bei Nadelwaldnutzung ein erhöhtes Risiko von Schadstoffausträgen bei fortschreitender Bodenversauerung (vgl. Karte 3.1). Deshalb sollte der Laubholzanteil in versauerungsgefährdeten Gebieten deutlich erhöht werden, um der hohen Selbstversauerungstendenz unter Nadelwald entgegenzuwirken.
Waldneubegründungen sollten in bereits waldreichen und versauerungsgefährdeten Gebieten unterbleiben, in waldarmen versauerungsgefährdeten Gebieten als Laubwald erfolgen.

B 11.4

In den Weinbergen am Steigerwaldtrauf und bei Zeil soll in besonderem Maße auf die Reduzierung von Beeinträchtigungen des Bodens hingewirkt werden. Insbesondere sind im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten- Erosionsschutzmaßnahmen sowie - Maßnahmen zur Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenbehandlungsmitteln zu fördern.

     

Der Anbau von Wein ist in aller Regel mit besonderen Belastungen des Bodens verbunden:

  • Aufgrund seiner geringen Bodenbedeckung und der Anlage als Reihenkultur in Gefällerichtung zählt Wein zu den besonders erosionsfördernden Kulturen. Eine zusätzliche starke Erhöhung der Erosionsgefährdung resultiert aus den meist steilen Lagen der Weingärten. Die Bodenabträge liegen daher nicht selten weit über der Toleranzgrenze von 3 - 10t/ha.
  • Wein wird ca. 5 - 6 mal im Jahr gegen Schädlings- und Pilzbefall gespritzt (Herrmann mdl.). Die Belastung der Böden vor allem durch schwermetallreiche Fungizide ist in der Regel hoch.
  • Durch die vielen Bearbeitungsgänge unterliegen viele Böden einer zusätzlichen, erhöhten mechanischen Belastung mit Verdichtungserscheinungen des Unterbodens.

In Weinbauflächen sollen deshalb in enger Zusammenarbeit von Winzern, Beratung und Wissenschaft wirksame Maßnahmen zu Verminderung der Bodenbeeinträchtigungen ergriffen werden (vgl. auch Geiger1985):

  • Änderung der Bearbeitungsrichtung (höhenlinienparallel statt in Gefällerichtung), dazu Anlage von Terrassen; dadurch gleichzeitig Reduzierung von Hangneigung und erosiver Hanglänge!
  • Schaffung möglichst langer Bodenbedeckungsphasen (vor allem während besonders erosiver Niederschläge im Sommer) durch Stroh, Rebschnittholz, Rindenmulch oder bodenbedeckende Untersaaten), um die erosive Wirkung von Niederschlägen mindern. Dabei ist auf Grund der Niederschlagsarmut keine flächendeckende Dauerbegrünung zu empfehlen, sondern eine Herbst-Winter-Begrünung oder eine Dauerbegrünung jeder 2. Gasse (Schwab et al. 2000).
  • Erosionsverminderung bei der Bodenbearbeitung durch Herstellung einer grobscholligen Bodenstruktur, Vermeidung von Verdichtung und Mulchen statt Herbizideinsatz.
  • Regelmäßige Bodenuntersuchungen und Anwendung von Verfahren des ökologischen oder integrierten Pflanzenbaus (Schadschwellen, raubmilbenschonende Spritzfolgen u.a.).

Dabei ist zu bedenken, dass Maßnahmen gegen die Bodenerosion häufig auch der Verbesserung des Humusgehalts der Böden und des Bodenwasserhaushalts dienen!

B 11.5

Einer Flächeninanspruchnahme durch Überbauung der lößreichen bzw. lößlehmreichen, sehr fruchtbaren Böden westlich Bundorf soll verstärkt entgegengewirkt werden.

     

Im nördlichen Itz-Baunach-Hügelland westlich Bundorf treten löß- bzw. lößlehmreiche Böden auf. Die dortigen Böden weisen die höchste Ertragsfähigkeit in diesem Naturraum in der Region 3 auf und werden intensiv ackerbaulich genutzt.
Wegen ihrer hohen Ertragsfähigkeit und der Seltenheit von Böden mit solcher Ertragsfähigkeit soll eine Flächeninanspruchnahme dieser Böden durch andere Nutzungen – wie bereits östlich Hammelburg und nördlich Bad Neustadt/Saale geschehen – künftig weitgehend unterbleiben.


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