6.2 Ziele Wasser

Ziele für einzelne --> Teilräume

Im folgenden werden insbesondere für die Gebiete mit hervorragender und besonderer Bedeutung für den Grund- und Oberflächenwasserschutz gebietsspezifische Ziele genannt.

Diese Ziele sprechen auf bestimmte Landschaftsteile beschränkte Erfordernisse an. Die Ziffern vor den Zieltexten stellen den Bezug zu der Zielkarte Wasser (Karte 4.2) her. Die Zieltexte sind zur besseren Übersicht nach Gruppen naturräumlicher Haupteinheiten geordnet. Bei Teilraumzielen, die Gebiete von hervorragender Bedeutung betreffen, sind die Zielgebietsnummern durch Unterstreichung hervorgehoben.

Osthessisches Bergland (35)
(Hohe Rhön - 354, Vorder- und
Kuppenrhön - 353)

 

 

 

W 35.1 Bei der landwirtschaftlichen Nutzung soll auf Böden mit geringem Rückhaltevermögen besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere in der Nördlichen Vorder- und Kuppenrhön soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Das Rückhaltevermögen für nicht sorbierbare Stoffe sandiger und/oder flachgründiger Böden oder von Standorten mit hohen Sickerwasserraten, wie sie häufig in der Hohen Rhön und der Vorder- und Kuppenrhön vorkommen, ist oft gering. Nicht sorbierbare Stoffe wie Nitrat können deshalb von diesen Böden nur teilweise für eine Aufnahme durch Pflanzen während der Vegetationsperiode zurückgehalten werden. Einträge nicht sorbierbarer Stoffe erfolgen durch die Landwirtschaft (Düngung) und über die Atmosphäre.

Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht gerade bei den genannten Standorten die Gefahr erhöhter Nitrat-Verlagerung ins Grundwasser durch den verringerten bis fehlenden Entzug des mineralisierten Stickstoffs. Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen und eine gezielte Aushagerung vorgenommen werden, um eine erhöhte Nitrat-Auswaschung zu vermeiden.

Entsprechende Böden kommen unter derzeitiger Ackernutzung vor allem in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön vor. Neben der unbedingt anzustrebenden Minimierung von Stickstoffüberschüssen und Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sollte auf diesen Standorten auch die Möglichkeit einer Grünlandnutzung erwogen werden.

W 35.2

Die Auenfunktionsräume und Gewässerabschnitte folgender Flüsse und Bäche sollen in ihrem hochwertigen Zustand erhalten und gesichert werden:

  • Sulz und Sulztal außer im Raum Wilmars
  • Tal der Streu im Raum Fladungen
  • Elsbach und Elsbachtal oberhalb Oberelsbach
  • Brend und Brendtal außerhalb von Ortsbereichen
  • Kellersbach und Kellersbachtal
  • Döllau und Döllautal außerhalb Motten
  • Tal der Kleinen Sinn außerhalb von Ortsbereichen sowie Kleine Sinn oberhalb Kothen und zwischen Kothen und Speicherz
  • Sinntal ab Riedenberg außerhalb von Ortsbereichen sowie Sinn bei Oberwildflecken und unterhalb Wernarz.
 

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen sowie wertvolle Lebensräume und Ausbreitungswege für Tiere und Pflanzen (Biotopverbund) dar. Um einer Verschlechterung zu begegnen, muss in den o.g. Talabschnitten der Sicherung des Retentionsvermögens und der Biotopverbundfunktion eine hohe Bedeutung beigemessen werden.

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme mit einem dadurch bedingten speziellen Lebensraummosaik und – bei vorhandener Durchgängigkeit – wichtigen Wander- und Ausbreitungsfunktionen aus. Diese Eigenschaften sind in den genannten Gewässerabschnitten noch weitgehend vorhanden, weshalb diese erhalten und gesichert werden sollen.

W 35.3

Die Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt - insbesondere im Hinblick auf den vorbeugenden Hochwasserschutz - verbessert werden:

  • Tal der Sinn Raum Riedenberg – Wildflecken
  • Tal der Döllau im Raum Motten
  • Tal der Kleinen Sinn im Raum Kothen und Speicherz
  • Tal der Streu ab Fladungen
  • Tal der Sulz im Raum Wilmars.
     

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen dar. Um den vorbeugenden Hochwasserschutz in den genannten Auenfunktionsräumen zu verbessern, muss darauf hingewirkt werden, wo immer dies möglich und vertretbar ist, ggf. bestehende Hochwasserdeiche zurückzuverlegen, Versiegelungen zurückzunehmen und eingetiefte Fließgewässerabschnitte auf das ursprüngliche Niveau anzuheben.

Langfristig soll in den genannten Talabschnitten durch Bewirtschaftungsvereinbarungen und Aufklärungsarbeit die Grünlandnutzung gesichert, ggf. eine Umwandlung ackerbaulich genutzter Flächen in Grünland (durch entsprechende Fördermaßnahmen soll eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden) oder Auwald gefördert werden.

W 35.4 Die stark beeinträchtigten Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten gestärkt werden:

  • Tal der Sinn im Raum Bad Brückenau
  • Elsbachtal in Oberelsbach
  • Tal der Brend in Oberweißenbrunn und Frankenheim.
     

In den genannten Ortsbereichen sind durch Gewässerausbau und gewässernahe Bebauung Auenfunktionen geschädigt. Im Rahmen sich bietender Möglichkeiten (z.B. Aufgabe von Wohn- oder Wirtschaftsraum) soll sukzessive versucht werden, Retentionsraum zurückzugewinnen (im Brendtal gleichzeitig auch die Kaltluftabfluss-Funktion zu stärken) und die Lebensraum- und Verbund-Funktion der genannten Abschnitte zu verbessern.

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme aus. Da diese Dynamik, die sich in regelmäßigen Umgestaltungen der Gewässer niederschlägt, vermeintlich in der intensiv genutzten

W 35.5 Die Gewässerdynamik und Durchgängigkeit folgender Flüsse und Bäche soll vor allem durch Beseitigung abschnittsweiser Uferverbauungen, ggf. durch Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken sowie durch Initialmaßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung verbessert werden:

  • Sinn von Wildflecken bis Bad Brückenau sowie bei Wernarz,
  • Döllau bei Motten,
  • Kleine Sinn bei Kothen und westlich Speicherz,
  • Streu bei Fladungen und zwischen Heufurt und Nordheim,
  • Sulz bei Wilmars.
     

Kulturlandschaft stört, wurden Gewässer vielfach in gestreckter Form ausgebaut oder begradigt und mit Ufersicherungen, meist durch sog. „Wasserbausteine“, versehen, um oft unmittelbar angrenzende Nutzflächen nicht zu beeinträchtigen.

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurden solche Maßnahmen nur abschnittsweise durchgeführt, so dass die ursprüngliche Gewässerdynamik mit entsprechenden Rückbaumaßnahmen und vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar erscheint. Ggf. sind an einzelnen Stellen Abstürze zu beseitigen bzw. zu umgehen und/oder ein naturnaher Uferbewuchs zu ergänzen.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

W 35.6

Die Gewässerdynamik und Durchgängigkeit folgender stark beeinträchtigter Flüsse und Bäche soll vor allem durch Beseitigung der Uferverbauungen, Maßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung und ggf. Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken wiederhergestellt werden:

  • Brend in Oberweißenbrunn und Frankenheim,
  • Sinn in Wildflecken, Oberbach, Bad Brückenau und unterhalb Eckarts,
  • Kleine Sinn in Speicherz,
  • Streu oberhalb Fladungen und in Heufurt.
Innerhalb von Ortsbereichen sollen – soweit vorhandene Restriktionen keine naturnahe Entwicklung zulassen – zumindest Strukturelemente eines naturnahen Gewässerbetts geschaffen werden.

     

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurde die natürliche Gewässerdynamik durch Begradigungen und weitreichende Ufersicherungen, häufig auch durch Querbauwerke (meist zur Eindämmung der Tiefenerosion begradigter Gewässer) stark eingeschränkt. Häufig fehlt auch ein gewässertypischer Uferbewuchs. Während außerorts in aller Regel der Raum und damit die wichtigste Voraussetzung für eine naturnahe Gewässerentwicklung vorhanden ist, können bauliche Restriktionen innerhalb von Ortsbereichen eine naturnahe Laufentwicklung u.U. verhindern. In diesen Fällen sollen zumindest eine naturnahe und vielfältige Ufer- und Sohlstruktur sowie ein durchgängiger Gehölzsaum geschaffen werden.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

 

Spessart, Südrhön (14)
(Südrhön – 140)

 

 

 

W 14.1 Bei der landwirtschaftlichen Nutzung soll auf Böden mit geringem Rückhaltevermögen besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere

  • im Raum Windshausen und Unterebersbach
  • nördlich Schönau/Brend und südlich Hohenroth
  • südlich Poppenroth und
  • zwischen Obererthal und Hammelburg
soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Das Rückhaltevermögen für nicht sorbierbare Stoffe sandiger und/oder flachgründiger Böden, wie sie teilweise in der Südrhön vorkommen, ist oft gering. Nicht sorbierbare Stoffe wie Nitrat können deshalb von diesen Böden nur teilweise für eine Aufnahme durch Pflanzen während der Vegetationsperiode zurückgehalten werden. Einträge nicht sorbierbarer Stoffe erfolgen durch die Landwirtschaft (Düngung) und über die Atmosphäre.

Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht gerade bei den genannten Standorten die Gefahr erhöhter Nitrat-Verlagerung ins Grundwasser durch den verringerten bis fehlenden Entzug des mineralisierten Stickstoffs. Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen und eine gezielte Aushagerung vorgenommen werden, um eine erhöhte Nitrat-Auswaschung zu vermeiden.

Entsprechende Böden kommen unter derzeitiger Ackernutzung in den o.g. Gebieten vor. Neben der unbedingt anzustrebenden Minimierung von Stickstoffüberschüssen und Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sollte auf diesen Standorten auch die Möglichkeit einer Grünlandnutzung erwogen werden.

W 14.2

Die Auenfunktionsräume und Gewässerabschnitte folgender Flüsse und Bäche sollen in ihrem hochwertigen Zustand erhalten und gesichert werden:

  • Sinntal oberhalb Rupboden, unterhalb Trübenbrunn und Zeitlofs sowie Sinn unterhalb Zeitlofs
  • Schondratal unterhalb Schönderling sowie Schondra oberhalb Heiligkreuz und im Bereich der Regionsgrenze
  • Thulba oberhalb Oberthulba
  • Kellersbachtal und Kellersbach zwischen Langenleiten und Stei-nach
  • Brendtal oberhalb Brendlorenzen außerhalb von Ortsbereichen sowie Brend zwischen „Rindberg“ und Brendlorenzen
  • Elsbachtal sowie Elsbach oberhalb Bastheim außerhalb von Ortsbereichen
  • Fränkische Saale zwischen Euerdorf und Karwinkelsmühle.
 

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen sowie wertvolle Lebensräume und Ausbreitungswege für Tiere und Pflanzen (Biotopverbund) dar. Um einer Verschlechterung zu begegnen, muss in den o.g. Talabschnitten der Sicherung des Retentionsvermögens und der Biotopverbundfunktion eine hohe Bedeutung beigemessen werden.

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme mit einem dadurch bedingten speziellen Lebensraummosaik und – bei vorhandener Durchgängigkeit – wichtigen Wander- und Ausbreitungsfunktionen aus. Diese Eigenschaften sind in den genannten Gewässerabschnitten noch weitgehend vorhanden, weshalb diese erhalten und gesichert werden sollen.

W 14.3

Die Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt – insbesondere im Hinblick auf den vorbeugenden Hochwasserschutz – verbessert werden:

  • Tal der Fränkischen Saale,
  • Lauertal zwischen Münnerstadt und Niederlauer,
  • Thulbatal,
  • Sinntal südwestlich Zeitlofs und Rupboden.
     

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen dar. Um den vorbeugenden Hochwasserschutz in den genannten Auenfunktionsräumen zu verbessern, muss darauf hingewirkt werden, wo immer dies möglich und vertretbar ist, ggf. bestehende Hochwasserdeiche zurückzuverlegen, Versiegelungen zurückzunehmen und eingetiefte Fließgewässerabschnitte auf das ursprüngliche Niveau anzuheben.

Langfristig soll in den genannten Talabschnitten durch Bewirtschaftungsvereinbarungen und Aufklärungsarbeit die Grünlandnutzung gesichert, ggf. eine Umwandlung ackerbaulich genutzter Flächen in Grünland (durch entsprechende Fördermaßnahmen soll eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden) oder Auwald gefördert werden.

W 14.4

Die stark beeinträchtigten Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten gestärkt werden:

  • Tal der Sinn im Raum Zeitlofs,
  • Tal der Brend in Bischofsheim, Unterweißenbrunn, Schönau und Bad Neustadt/Saale,
  • Lauertal im Raum Münnerstadt und Niederlauer,
  • Tal der Fränkischen Saale im Raum Bad Neustadt/Saale, Bad Kis-singen, Westheim, Hammelburg, Diebach und Morlesau,
  • Thulbatal im Raum Oberthulba und Thulba,
  • Schondratal in Schönderling.
     

In den genannten Ortsbereichen sind durch Gewässerausbau und gewässernahe Bebauung Auenfunktionen geschädigt. Im Rahmen sich bietender Möglichkeiten (z.B. Aufgabe von Wohn- oder Wirtschaftsraum) soll sukzessive versucht werden, Retentionsraum zurückzugewinnen und die Lebensraum- und Verbund-Funktion der genannten Abschnitte zu stärken.

W 14.5 Die Gewässerdynamik und Durchgängigkeit folgender Flüsse und Bäche soll vor allem durch Beseitigung abschnittsweiser Uferverbauungen, ggf. durch Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken sowie durch Initialmaßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung verbessert werden:

  • Elsbach bei Simonshof
  • Brend außerhalb der Ortsbereiche zwischen Bischofsheim und „Rindberg“ und bei Brendlorenzen,
  • Lauer, Thulba und (mit Ausnahme kurzer Abschnitte) Schondra,
  • Kellersbach im Raum Waldberg,
  • Sinn oberhalb Zeitlofs.
     

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme aus. Da diese Dynamik, die sich in regelmäßigen Umgestaltungen der Gewässer niederschlägt, vermeintlich in der intensiv genutzten Kulturlandschaft stört, wurden Gewässer vielfach in gestreckter Form ausgebaut oder begradigt, tiefergelegt und mit Ufersicherungen, meist durch sog. „Wasserbausteine“, versehen, um oft unmittelbar angrenzende Nutzflächen nicht zu beeinträchtigen.

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurden solche Maßnahmen nur abschnittsweise durchgeführt, so dass die ursprüngliche Gewässerdynamik mit entsprechenden Rückbaumaßnahmen und vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar erscheint. Ggf. sind an einzelnen Stellen Abstürze zu beseitigen bzw. zu umgehen und/oder ein naturnaher Uferbewuchs zu ergänzen.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

W 14.6 Die Gewässerdynamik folgender stark beeinträchtigter Flüsse und Bäche der Südrhön soll vor allem durch Beseitigung der Uferverbauungen, Maßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung und ggf. Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken wiederhergestellt werden:

  • Elsbach in Unterelsbach sowie zwischen Bastheim und Wächterswinkel,
  • Brend in Bischofsheim, Unterweißenbrunn, Wegfurt, Schönau und Bad Neustadt/Saale,
  • Kellersbach in Steinach
  • Schondra in Schönderling.
Innerhalb von Ortsbereichen sollen – soweit vorhandene Restriktionen keine naturnahe Entwicklung zulassen - zumindest Strukturelemente eines naturnahen Gewässerbetts geschaffen werden.

     

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurde die natürliche Gewässerdynamik durch Begradigungen und weitreichende Ufersicherungen, häufig auch durch Querbauwerke (meist zur Eindämmung der Tiefenerosion begradigter Gewässer) stark eingeschränkt. Häufig fehlt auch ein gewässertypischer Uferbewuchs. Während außerorts in aller Regel der Raum und damit die wichtigste Voraussetzung für eine naturnahe Gewässerentwicklung vorhanden ist, können bauliche Restriktionen innerhalb von Ortsbereichen eine naturnahe Laufentwicklung u.U. verhindern. In diesen Fällen sollen zumindest eine naturnahe und vielfältige Ufer- und Sohlstruktur sowie ein durchgängiger Gehölzsaum geschaffen werden.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

W 14.7

Die Gewässerdynamik und biologische Durchgängigkeit der Fränkischen Saale soll vor allem durch Beseitigung abschnittsweiser Uferverbauungen, durch Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken sowie durch Maßnahmen zur Laufverlängerung verbessert werden. Dabei ist für Umgehungsgerinne ein gewässerökologisch ausreichender Abfluss zu gewährleisten.

     

Die natürliche Gewässerdynamik der Fränkischen Saale wurde durch Laufverkürzung, Querbauwerke und Ufersicherungen an zahlreichen Abschnitten beeinträchtigt. Die ursprüngliche Gewässerdynamik erscheint aber vielerorts mit entsprechenden Rückbaumaßnahmen sukzessive herstellbar.

Die biologische Durchgängigkeit der Fränkischen Saale ist durch zahlreiche Mühlwehre und Abstürze unterbrochen. Diese ist für die Funktionsfähigkeit des Ökosystems Fließgewässer jedoch unverzichtbar, da viele Gewässerorganismen (z.B. bestimmte Fischarten) in verschiedenen Lebensstadien auf die Möglichkeit der Wanderung flussabwärts wie auch -aufwärts essentiell angewiesen sind.

Gerade weil die Fränkische Saale hinsichtlich ihrer sonstigen Gewässerstruktur und der Verzahnung mit dem Auenfunktionsraum noch vielfach ein gutes Entwicklungspotenzial aufweist, ist die sukzessive Beseitigung der Gewässerbarrieren als größte Störfaktoren z.B. durch Umgehungsgerinne, Sohlrampen, Rückbau etc. besonders vordringlich. Die Bestimmung des gewässerökologisch notwendigen Mindestabflusses der Umgehungsgerinne soll sich vor allem an den sohlennahen Strömungsbedingungen, der Wasserbeschaffenheit und an fischbiologischen Anforderungen orientieren.

 

Mainfränkische Platten (13)

(Grabfeldgau – 138, Wern-Lauer-Platten – 135,
Gäuplatten im Maindreieck – 134,
Schweinfurter Becken – 136, Hesselbacher
Waldland – 139, Steigerwaldvorland – 137,
Maintal)





W 13.1 Bei der landwirtschaftlichen Nutzung soll auf Böden mit geringem Rückhaltevermögen besondere Rücksicht genommen werden. Insbesondere

  • beiderseits des Streutals,
  • im Raum Oberwaldbehrungen - Frickenhausen
  • im Raum Poppenlauer, Maßbach, Strahlungen und Rödelmeier
  • im Raum Gauaschach - Fuchsstadt
  • im Raum Kaisten - Rütschenhausen - Obbach - Wasserlosen und
  • zwischen Maßbach und Hesselbach
soll auf die Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hingewirkt werden.

     

Das Rückhaltevermögen für nicht sorbierbare Stoffe sandiger und/oder flachgründiger Böden, wie sie teilweise im Gebiet der Mainfränkischen Platten vorkommen, ist oft gering. Nicht sorbierbare Stoffe wie Nitrat können deshalb von diesen Böden nur teilweise für eine Aufnahme durch Pflanzen während der Vegetationsperiode zurückgehalten werden. Einträge nicht sorbierbarer Stoffe erfolgen durch die Landwirtschaft (Düngung) und über die Atmosphäre.

Bei der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung besteht gerade bei den genannten Standorten die Gefahr erhöhter Nitrat-Verlagerung ins Grundwasser durch den verringerten bis fehlenden Entzug des mineralisierten Stickstoffs. Deshalb sollen bei Flächenstillegungen, Aufforstungen und Extensivierungsmaßnahmen Bodenuntersuchungen erfolgen und eine gezielte Aushagerung vorgenommen werden, um eine erhöhte Nitrat-Auswaschung zu vermeiden.

Entsprechende Böden kommen unter derzeitiger Ackernutzung in den o.g. Gebieten vor. Neben der unbedingt anzustrebenden Minimierung von Stickstoffüberschüssen und Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sollte auf diesen Standorten auch die Möglichkeit einer Grünlandnutzung erwogen werden.

W 13.2

Die Auenfunktionsräume und Gewässerabschnitte folgender Flüsse und Bäche sollen in ihrem hochwertigen Zustand erhalten und gesichert werden:

  • Streutal oberhalb Mellrichstadt außerhalb von Ortsbereichen,
  • Tal der Bahra oberhalb und unterhalb Hendungen bis Bahra,
  • Milztal im Raum Höchheim,
  • Elsbach und Elsbachtal oberhalb Unsleben,
  • Lauer und Lauertal bei Münnerstadt sowie Lauertal südlich Poppen-lauer, nördlich Maßbach und zwischen Maßbach und Stadtlauringen,
  • Nassachtal und Nassach südlich Rügheim, bei Oberhohenried und Nassach südlich Sylbach,
  • Werntal südlich Niederwerrn,
  • Unkenbachtal oberhalb Schwebheim und Heidenfeld, im Mün-dungsbereich sowie Unkenbach beim Sulzheimer Gipshügel, zwischen Röthlein und Heidenfeld und im Mündungsbereich.
 

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen sowie wertvolle Lebensräume und Ausbreitungswege für Tiere und Pflanzen (Biotopverbund) dar. Um einer Verschlechterung zu begegnen, muss in den o.g. Talabschnitten der Sicherung des Retentionsvermögens und der Biotopverbundfunktion eine hohe Bedeutung beigemessen werden.

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme mit einem dadurch bedingten speziellen Lebensraummosaik und – bei vorhandener Durchgängigkeit – wichtigen Wander- und Ausbreitungsfunktionen aus. Diese Eigenschaften sind in den genannten Gewässerabschnitten noch weitgehend vorhanden, weshalb diese erhalten und gesichert werden sollen.

W 13.3

Die landwirtschaftliche Nutzung in den Auenfunktionsräumen soll dem erhöhtem Stoffeintragsrisiko in Gewässer Rechnung tragen. Auenfunktionsräume sollen in den Hochwasserabflussgebieten deshalb grundsätzlich als Grünland oder Auwald genutzt werden. In den Auenfunktionsräumen folgender Flüsse und Bäche soll auf eine entsprechende Umwandlung der Ackernutzung hingewirkt werden:

  • Tal der Streu oberhalb Mellrichstadt,
  • Tal der Fränkische Saale oberhalb Bad Königshofen,
  • Tal der Wern unterhalb Geldersheim,
  • Maintal oberhalb Obertheres sowie zwischen Schweinfurt und Hei-denfeld,
  • Unkenbachtal oberhalb Schwebheim und
  • Tal der Volkach.
     

Auf Grund ihrer Nähe zu Fließgewässern und der Lage in Überschwemmungsgebieten weisen Ackerflächen in Tälern ein hohes Belastungspotenzial für Gewässer auf.

Zur Verminderung von Stoffeinträgen vor allem bei Überschwemmungen in Gewässer soll durch Bewirtschaftungsvereinbarungen und Aufklärungsarbeit eine Rückumwandlung ackerbaulich genutzter Flächen in Grünland oder Auwald gefördert werden. Durch entsprechende Fördermaßnahmen sollte darüber hinaus eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden.

In den genannten Tälern kommen innerhalb der Hochwasserabflussbereiche Ackerflächen häufiger vor, bzw. grenzen ohne nennenswerten Uferstreifen an die Gewässer an. Hier sollte eine dauerhafte Bodenbedeckung angestrebt werden, d.h. Dauergrünland oder Auwald (Ausnahme: Streutal auf Grund seiner Funktion als Kaltlufttransportbahn).

W 13.4

Die Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt – insbesondere im Hinblick auf den vorbeugenden Hochwasserschutz - verbessert werden:

  • Tal der Streu südlich Mellrichstadt,
  • Mahlbachtal,
  • Tal der Bahra ab Hendungen,
  • Tal der Fränkischen Saale,
  • Milztal außer im Höchheim,
  • Lauertal unterhalb Poppenlauer,
  • Nassachtal oberhalb Rügheim, zwischen Zinkenmühle und Oberhohenried sowie ab Sylbach,
  • Tal der Wern,
  • Unkenbachtal im Raum Heidenfeld, Röthlein, Schwebheim und oberhalb des Grettstädter Reliktengebiets,
  • Tal der Volkach.
     

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen dar. Um den vorbeugenden Hochwasserschutz in den genannten Auenfunktionsräumen zu verbessern, muss darauf hingewirkt werden, wo immer dies möglich und vertretbar ist, ggf. bestehende Hochwasserdeiche zurückzuverlegen, Versiegelungen zurückzunehmen und eingetiefte Fließgewässerabschnitte auf das ursprüngliche Niveau anzuheben.

Langfristig soll in den genannten Talabschnitten durch Bewirtschaftungsvereinbarungen und Aufklärungsarbeit die Grünlandnutzung gesichert, ggf. eine Umwandlung ackerbaulich genutzter Flächen in Grünland (durch entsprechende Fördermaßnahmen soll eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden) oder Auwald gefördert werden.

W 13.5 Die stark beeinträchtigten Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten gestärkt werden:

  • Tal der Streu in Ostheim und Stockheim,
  • Mahlbachtal in Mellrichstadt,
  • Tal der Fränkischen Saale in Hollstadt, Wülfershausen und Saal,
  • Lauertal in Poppenlauer,
  • Werntal im Raum Werneck,
  • Volkachtal in Zeilitzheim.
     

In den genannten Ortsbereichen sind durch Gewässerausbau und gewässernahe Bebauung Auenfunktionen geschädigt. Im Rahmen sich bietender Möglichkeiten (z.B. Aufgabe von Wohn- oder Wirtschaftsraum) soll sukzessive versucht werden, Retentionsraum zurückzugewinnen und die Lebensraum- und Verbund-Funktion der genannten Abschnitte zu stärken.

W 13.6

Im Maintal soll ausgehend von strukturreicheren Abschnitten Funktionselemente von Auenfunktionsräumen geschaffen und der vorbeugende Hochwasserschutz verbessert werden. Dazu sollen u.a. ehemalige Altarme und Flutrinnen regeneriert werden, Auwaldbegründungen durchgeführt und Ufer im Hinblick auf eine engere Verzahnung von Fluss und Aue umgestaltet werden. Baggerseen sollen im Hinblick auf eine Anreicherung des Maintals mit Auenfunktionselementen gestaltet werden. Die Landnutzung soll auf die standörtliche Empfindlichkeit abgestimmt werden und zumindest in gewässer- und grundwassernahen Standorten sowie in häufiger überschwemmten Bereichen (HQ25) als nach Möglichkeit extensiv bewirtschaftetes Grünland oder Auwald erfolgen.

     

Das Maintal ist seit Jahrhunderten intensiven menschlichen Umgestaltungen unterlegen, wobei der Ausbau zur Bundeswasserstraße von 1921 bis 1962 den umfassendesten und nachhaltigsten Eingriff für Fluss und Aue darstellt. Heute ist das Maintal von zwei intensiven Nutzungsformen geprägt: Ackerbau bzw. Anbau von Sonderkulturen (Gemüse) und großflächiger Kiesabbau. Mit Ausnahme weniger Talabschnitte, wie der Mainwiesen südlich Hirschfeld oder strukturreicherer Abschnitte im Raum Garstadt, Haßfurt oder Limbach, ist das Maintal im Hinblick auf seine ursprünglichen Funktionen durch Siedlungs- und Gewerbeflächen sowie Straßen zusätzlich deutlich überprägt, zumal auch die Überschwemmungshäufigkeit und –dauer eingeschränkt sind.

Nachdem die Regenerierung der ursprünglichen Auefunktionen unter der Prämisse der Nutzung des Main als Bundeswasserstraße nicht realisierbar ist, sollen zumindest sukzessive Elemente eines Auefunktionsraums regeneriert bzw. neu geschaffen werden:

  • ggf. bestehende Hochwasserdeiche zurückverlegen (z.B. bei Grafenrheinfeld oder Schweinfurt, wo landwirtschaftliche Nutzflächen eingedeicht sind)
  • Regeneration ehemaliger Altarme und Flutrinnen
  • Verbesserung der Verzahnung von aquatischen, amphibischen und terrestrischen Lebensräumen durch vielfältige Ufergestaltung (bei vorgelagertem Längswerk), Anlage, Ausweitung und Vernetzung von Stillgewässern, Röhrichten, Gehölzen, Trockenstandorten, Rohbodenstandorten usw.
  • Auwaldbegründung mit Initialpflanzungen
  • Integration von Baggerseen durch Gestaltung nach den genannten Gesichtspunkten
  • Nutzung gewässer- und grundwassernaher sowie häufiger überschwemmter Bereiche (HQ25= Bereiche, die bereits bei Abflüssen überschwemmt werden, die unter denen eines 25-jährigen Hochwassers liegen) als nach Möglichkeit extensiv bewirtschaftetes Grünland (Verminderung von Stoffeintrag in Grundwasser und Gewässer sowie Verringerung des Oberbodeneintrags in Buhnenfelder bei Überschwemmungen) bzw. Anlage breiter Uferstreifen.
W 13.7 Der Nassabbau von Kies und Sand im Maintal soll flächensparend und landschaftsschonend (konzentriert in wenigen Gebieten) erfolgen.

Für die zukünftige Ausweisung von Vorranggebieten soll darauf hingewirkt werden, dass ein Rahmenkonzept für den Kiesabbau in diesen Gebieten erstellt wird, das auch die bestehenden Abbauflächen integriert.

     

Das Maintal wird in der Region Main-Rhön intensiv für den Kies- und Sandabbau genutzt. Mehr als 600 Hektar der Grundwasseroberfläche wurden hier bislang offengelegt. Durch die Beseitigung der schützenden Deckschichten können schädliche Oberflächeneinflüsse direkt auf das Grundwasser einwirken, durch Nachfolgenutzungen für Fischzucht und Badezwecke können erhebliche Belastungen der Gewässer und des Grundwassers entstehen. Durch Veränderungen des Grundwasserstandes können benachbarte Lebensräume nachhaltig beeinträchtigt werden. Um die Flächeninanspruchnahme durch Nassbaggerungen im Maintal, die ohnehin in absehbarer Zeit an ihre Grenzen stoßen, so gering wie möglich zu halten und den zusätzlichen Abbau der Mainsedimente nach Möglichkeit zu vermeiden, soll verstärkt der Einsatz von Alternativstoffen und Recyclingmaterialien gefördert werden.

Um die häufig konfliktreichen Raumansprüche zwischen Naturschutz, Siedlungsnutzung, Erholungsnutzung, Wasserwirtschaft und Rohstoffabbau zu lenken, sollte für das Maintal ein Rahmenkonzept für den Rohstoffabbau erstellt werden (siehe Kap. 10.2, 11.8). Dieses soll zum Schutz von Oberflächengewässern und des Grundwassers insbesondere folgende wichtigen Konfliktbereiche und Maßnahmen darstellen:

  • aus wasserwirtschaftlicher Sicht für den Kiesabbau ungeeignete Flächen (Trinkwasserschutzgebiete, Vorranggebiete für die Trinkwassergewinnung, Vorkommen sicherungswürdiger Grundwasservorkommen)
  • durch intensive Fischzucht und Erholungsbetrieb belastete Seen
  • Gebiete gut filternder Grundwasserdeckschichten
  • Gebiete hohen Risikos bei Offenlegung des Grundwassers durch direkte Schadstoffeinträge aus Verkehr, Ver- und Entsorgung, Landwirtschaft
  • bedarfsgerechte Nachfolgenutzungen mit vorrangiger Berücksichtigung von Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
W 13.8

Die biologische Durchgängigkeit des Main soll sukzessive wiederhergestellt werden. Dazu sollen für alle Staustufen Umgehungsgerinne angelegt werden, für die ein gewässerökologisch ausreichender Abfluss zu gewährleisten ist.

     

Die biologische Durchgängigkeit des Main ist allein in der Region Main-Rhön durch 6 Staustufen unterbrochen. Diese ist für die Funktionsfähigkeit des Ökosystems Fließgewässer jedoch unverzichtbar, da viele Gewässerorganismen (z.B. bestimmte Fischarten) in verschiedenen Lebensstadien auf die Möglichkeit der Wanderung flussabwärts wie auch -aufwärts essentiell angewiesen sind.

Zwar wurden an allen Staustufen Fischpässe angelegt, solche Anlagen ermöglichen eine Durchgängikeit allerdings nur in sehr begrenztem Umfang, wie jüngere Untersuchungen (BORN 1995, Bezirksfischereiverband Oberfranken 1998, SCHMIDT mdl.) belegen. Deshalb ist die sukzessive Beseitigung der Barrierewirkung der Staustufen durch Umgehungsgerinne anzustreben. Die Bestimmung des gewässerökologisch notwendigen Mindestabflusses der Umgehungsgerinne soll sich vor allem an den sohlennahen Strömungsbedingungen, der Wasserbeschaffenheit und an fischbiologischen Anforderungen orientieren. Dabei ist ein ganzjährige Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 0,2 m/sec erforderlich, da erst ab dieser Geschwindigkeit eine Ausrichtung der Fische auf die Strömung erfolgt (Schwevers & Adam 1998).

W 13.9

Am Main sollen naturnahe Uferstrecken, ein gewässertypischer Uferbewuchs sowie Buhnenfelder geschaffen und diese wie auch bestehende, flach oder nicht überstaute Buhnenfelder vor dem Wellenschlag der Schiffe durch Leitwerke geschützt werden. Dazu sollen, soweit dies ohne Nachteile für die Unterhaltung ist, Uferwege zur Landseite hin verlegt werden.

     

Die Funktion des Main als Bundeswasserstraße bedingt eine durchgehende Uferbefestigung zur Stabilisierung vor dem Wellenschlag der Schiffe. Unbefestigte, strukturreiche Ufer, die wichtige Lebensräume in Fließgewässer-Ökosystemen darstellen und die Verzahnung von Fluss und Aue bewirken, können nur geschaffen werden, wenn die entsprechenden Ufer vor dem Wellenschlag z.B. durch Längswerke geschützt werden. Diese Maßnahme bietet sich vor allem an breiteren Flussabschnitten an, weil dort durch Leitwerke die „Sicherheit und Leichtigkeit“ des Schiffsverkehrs nicht beeinträchtigt wird. Um Raum für diese Maßnahmen sowie einen gewässertypischen Uferbewuchs zu erhalten, ist es erforderlich, nach Möglichkeit Uferwege zur Landseite hin zu verlegen.

Flach bzw. nicht überstaute Buhnenfelder gelten als „Kinderstuben“ vieler Tierarten des Main. Sie leisten daher einen unverzichtbaren Beitrag zur ökologischen Stabilisierung des Main-Ökosystems. Durch den Wellenschlag werden die Lebensbedingungen der Gewässerorganismen dort allerdings erheblich beeinträchtig bis zerstört. Daher sollen entsprechende Buhnenfelder durch Leitwerke vor Wellenschlag geschützt werden.

W 13.10 Die Gewässerdynamik und Durchgängigkeit folgender Flüsse und Bäche soll vor allem durch Beseitigung abschnittsweiser Uferverbauungen, ggf. durch Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken sowie durch Initialmaßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung verbessert werden:

  • Streu oberhalb Ostheim und von Mellrichstadt bis zur Mündung,
  • Mahlbach und Milz,
  • Bahra von Bahra bis zur Mündung,
  • Fränkische Saale ab Bad Königshofen,
  • Lauer unterhalb Maßbach bis Münnerstadt und zwischen Stadtlau-ringen und Maßbach,
  • Nassach unterhalb Rügheim und Oberhohenried,
  • Wern zwischen Poppenhausen und Geldersheim,
  • Unkenbach zwischen Sulzheim und oberhalb Schwebheim sowie oberhalb Röthlein,
  • Volkach unterhalb Zeilitzheim.
     

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme aus. Da diese Dynamik, die sich in regelmäßigen Umgestaltungen der Gewässer niederschlägt, vermeintlich in der intensiv genutzten Kulturlandschaft stört, wurden Gewässer vielfach in gestreckter Form ausgebaut oder begradigt, tiefergelegt und mit Ufersicherungen, meist durch sog. „Wasserbausteine“, versehen, um oft unmittelbar angrenzende Nutzflächen nicht zu beeinträchtigen.

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurden solche Maßnahmen nur abschnittsweise durchgeführt, so dass die ursprüngliche Gewässerdynamik mit entsprechenden Rückbaumaßnahmen und vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar erscheint. Ggf. sind an einzelnen Stellen Abstürze zu beseitigen bzw. zu umgehen und/oder ein naturnaher Uferbewuchs zu ergänzen.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

W 13.11 Die Gewässerdynamik folgender stark beeinträchtiger Flüsse und Bäche der Mainfränkischen Platten soll vor allem durch Beseitigung der Uferverbauungen, Maßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung und ggf. Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken wiederhergestellt werden:

  • Streu unterhalb Nordheim sowie im Raum Ostheim, Stockheim und unterhalb Stockheim,
  • Elsbach in Unsleben,
  • Mahlbach in Mühlfeld,
  • Bahra oberhalb Bahra,
  • Milz zwischen Gollmuthhausen und Höchheim,
  • Fränkische Saale oberhalb Bad Königshofen,
  • Lauer in Stadtlauringen, Rothhausen und Maßbach,
  • Nassach zwischen Nassach und Rügheim sowie in Hassfurt,
  • Wern oberhalb Poppenhausen sowie unterhalb Geldersheim,
  • Unkenbach oberhalb Sulzheim, oberhalb Schwebheim und bei Hei-denfeld und
  • Volkach zwischen Dingolshausen und Zeilitzheim.
Innerhalb von Ortsbereichen sollen – soweit vorhandene Restriktionen keine naturnahe Entwicklung zulassen – zumindest Strukturelemente eines naturnahen Gewässerbetts geschaffen werden.
     

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurde die natürliche Gewässerdynamik durch Begradigungen und weitreichende Ufersicherungen, häufig auch durch Querbauwerke (meist zur Eindämmung der Tiefenerosion begradigter Gewässer) stark eingeschränkt. Häufig fehlt auch ein gewässertypischer Uferbewuchs. Während außerorts in aller Regel der Raum und damit die wichtigste Voraussetzung für eine naturnahe Gewässerentwicklung vorhanden ist, können bauliche Restriktionen innerhalb von Ortsbereichen eine naturnahe Laufentwicklung u.U. verhindern. In diesen Fällen sollen zumindest eine naturnahe und vielfältige Ufer- und Sohlstruktur sowie ein durchgängiger Gehölzsaum geschaffen werden.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

Fränkisches Keuper-Lias-Land (11)
(Steigerwald-115, Haßberge – 116,
Itz-Baunach-Hügelland - 117)

 

 

 

W 11.1

Die landwirtschaftliche Nutzung in den Auenfunktionsräumen soll dem erhöhtem Stoffeintragsrisiko in Gewässer Rechnung tragen. Auenfunktionsräume sollen in den Hochwasserabflussgebieten deshalb grundsätzlich als Grünland oder Auwald genutzt werden. Im Auenfunktionsraum der Rauhen Ebrach unterhalb Geusfeld soll auf eine entsprechende Umwandlung der Ackernutzung hingewirkt werden.

     

Auf Grund ihrer Nähe zu Fließgewässern und der Lage in Überschwemmungsgebieten weisen Ackerflächen in Tälern ein hohes Belastungspotenzial für Gewässer auf.

Zur Verminderung von Stoffeinträgen vor allem bei Überschwemmungen in Gewässer soll durch Bewirtschaftungsvereinbarungen und Aufklärungsarbeit eine Rückumwandlung ackerbaulich genutzter Flächen in Grünland oder Auwald gefördert werden. Durch entsprechende Fördermaßnahmen sollte darüber hinaus eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden.

In den genannten Tälern kommen innerhalb der Hochwasserabflussbereiche Ackerflächen häufiger vor, bzw. grenzen ohne nennenswerten Uferstreifen an die Gewässer an. Hier sollte eine dauerhafte Bodenbedeckung angestrebt werden, d.h. Dauergrünland oder Auwald.

W 11.2

Die Auenfunktionsräume und Gewässerabschnitte folgender Flüsse und Bäche sollen in ihrem hochwertigen Zustand erhalten und gesichert werden:

  • Aurachtal außerhalb von Orts- und Teichbereichen sowie Aurach oberhalb Neuschleichach, unterhalb Unterschleichach und zwi-schen Trossenfurt und Kirchaich
  • Baunachtal abschnittsweise zwischen Pfarrweisach und Ebern und oberhalb Rentweinsdorf sowie Baunach im Bundorfer Forst und zwi-schen Ebern und Rentweinsdorf
  • Tal der Alster außerhalb Memmelsdorf.
 

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen sowie wertvolle Lebensräume und Ausbreitungswege für Tiere und Pflanzen (Biotopverbund) dar. Um einer Verschlechterung zu begegnen, muss in den o.g. Talabschnitten der Sicherung des Retentionsvermögens und der Biotopverbundfunktion eine hohe Bedeutung beigemessen werden.

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme mit einem dadurch bedingten speziellen Lebensraummosaik und – bei vorhandener Durchgängigkeit – wichtigen Wander- und Ausbreitungsfunktionen aus. Diese Eigenschaften sind in den genannten Gewässerabschnitten noch weitgehend vorhanden, weshalb diese erhalten und gesichert werden sollen.

W 11.3

Die Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt – insbesondere im Hinblick auf den vorbeugenden Hochwasserschutz - verbessert werden:
  • Baunachtal (mit Ausnahme kürzerer Abschnitte zwischen Pfarrweisach und Rentweinsdorf)
  • Rodachtal
  • Tal der Itz
  • Tal der Rauhen Ebrach.
     

Auenfunktionsräume stellen insbesondere wichtige Retentionsräume bei Hochwasserereignissen dar. Um den vorbeugenden Hochwasserschutz in den genannten Auenfunktionsräumen zu verbessern, muss darauf hingewirkt werden, wo immer dies möglich und vertretbar ist, ggf. bestehende Hochwasserdeiche zurückzuverlegen, Versiegelungen zurückzunehmen und eingetiefte Fließgewässerabschnitte auf das ursprüngliche Niveau anzuheben.

Langfristig soll in den genannten Talabschnitten durch Bewirtschaftungsvereinbarungen und Aufklärungsarbeit die Grünlandnutzung gesichert, ggf. eine Umwandlung ackerbaulich genutzter Flächen in Grünland (durch entsprechende Fördermaßnahmen soll eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden) oder Auwald gefördert werden.

W 11.4

Die stark beeinträchtigten Auenfunktionsräume folgender Flüsse und Bäche sollen in ihren wichtigen Funktionen im Naturhaushalt im Rahmen der gebietsspezifischen Möglichkeiten gestärkt werden:

  • Tal der Alster in Memmelsdorf
  • Tal der Itz in Gleusdorf
  • Tal der Aurach in Tretzendorf und Trossenfurt sowie in den Teichgebieten.
     

In den genannten Ortsbereichen und Teichgebieten sind durch Gewässerausbau und gewässernahe Bebauung und Teichanlagen Auenfunktionen geschädigt. Im Rahmen sich bietender Möglichkeiten (z.B. Aufgabe von Wohn- oder Wirtschaftsraum) soll sukzessive versucht werden, Retentionsraum zurückzugewinnen und die Lebensraum- und Verbund-Funktion der genannten Abschnitte zu stärken.

W 11.5

Die Gewässerdynamik und Durchgängigkeit folgender Flüsse und Bäche soll vor allem durch Beseitigung abschnittsweiser Uferverbauungen, ggf. durch Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken sowie durch Initialmaßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung verbessert werden:
  • Rauhe Ebrach unterhalb Wustviel,
  • Aurach bei Neuschleichach, oberhalb Tretzendorf und unterhalb Kirchaich,
  • Baunach oberhalb Neuses, zwischen Schweinshaupten und Burgpreppach sowie im Raum Remmelsdorf, Frickendorf und Rentweinsdorf,
  • Rodach und Alster,
  • Itz oberhalb und unterhalb Untermerzbach.
     

Fließgewässer zeichnen sich auf Grund ihrer Abflussdynamik und der damit verbundenen morphologischen Veränderungen als typischerweise dynamische Ökosysteme aus. Da diese Dynamik, die sich in regelmäßigen Umgestaltungen der Gewässer niederschlägt, vermeintlich in der intensiv genutzten Kulturlandschaft stört, wurden Gewässer vielfach in gestreckter Form ausgebaut oder begradigt, tiefergelegt und mit Ufersicherungen, meist durch sog. „Wasserbausteine“, versehen, um oft unmittelbar angrenzende Nutzflächen nicht zu beeinträchtigen.

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurden solche Maßnahmen nur abschnittsweise durchgeführt, so dass die ursprüngliche Gewässerdynamik mit entsprechenden Rückbaumaßnahmen und vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar erscheint. Ggf. sind an einzelnen Stellen Abstürze zu beseitigen bzw. zu umgehen und/oder ein naturnaher Uferbewuchs zu ergänzen.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

W 11.6

Die Gewässerdynamik folgender Flüsse und Bäche des Keuper-Lias-Lands soll vor allem durch Beseitigung der Uferverbauungen, Maßnahmen zur naturnahen Laufentwicklung und ggf. Beseitigung bzw. Umgehung von Querbauwerken wiederhergestellt werden:
  • Rauhe Ebrach oberhalb Wustviel,
  • Aurach im Raum Unterschleichach, Trossenfurt und Kirchaich,
  • Baunach bei Bundorf, oberhalb Schweinshaupten, bei Gemeinfeld, Pfarrweisach, Ebern und Gräfenholz,
  • Alster unterhalb Memmelsdorf,
  • Itz bei Untermerzbach, Hemmendorf und Gleusdorf.
Innerhalb von Ortsbereichen sollen – soweit vorhandene Restriktionen keine naturnahe Entwicklung zulassen – zumindest Strukturelemente eines naturnahen Gewässerbetts geschaffen werden.

     

Bei den o.g. Gewässerabschnitten wurde die natürliche Gewässerdynamik durch Begradigungen und weitreichende Ufersicherungen, häufig auch durch Querbauwerke (meist zur Eindämmung der Tiefenerosion begradigter Gewässer) stark eingeschränkt. Häufig fehlt auch ein gewässertypischer Uferbewuchs. Während außerorts in aller Regel der Raum und damit die wichtigste Voraussetzung für eine naturnahe Gewässerentwicklung vorhanden ist, können bauliche Restriktionen innerhalb von Ortsbereichen eine naturnahe Laufentwicklung u.U. verhindern. In diesen Fällen sollen zumindest eine naturnahe und vielfältige Ufer- und Sohlstruktur sowie ein durchgängiger Gehölzsaum geschaffen werden.

Bei Gewässern 3. Ordnung, deren Unterhaltung und Entwicklung Aufgabe der Anlieger und Gemeinden ist, werden zahlreiche Maßnahmen durch Fördermittel unterstützt.

 

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