6.4 Ziele Arten und Lebensräume

 
Allgemeine Ziele

Für den Schutz von Arten und Lebensräumen gelten in der Region Main-Rhön insbesondere folgende Ziele:

A 1 Bestehende naturbetonte und somit nicht intensiv genutzte Lebensräume sollen erhalten, soweit erforderlich gepflegt und vor Beeinträchtigungen geschützt werden.

Da viele Landschaften der Region, insbesondere die Gäulagen der Mainfränkischen Platten stark an naturbetonten (= nicht oder nur extensiv genutzten) Lebensräumen verarmt sind, sollten die noch bestehenden Biotope auf jeden Fall erhalten werden; dies gilt insbesondere für die naturschutzfachlich besonders wertvollen Lebensräume. Der Bestand an naturbetonten Lebensräumen ist für die Sicherung des aktuellen Arteninventars unverzichtbar und stellt insbesondere in den „Gebieten mit allgemeiner Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten" (siehe Karte 4.3) eine wichtige Ausgangsbasis für die Entwicklung weiterer Lebensräume und den Aufbau von Biotopverbundsystemen dar. Damit die Qualität und Funktionsfähigkeit der bestehenden Lebensräume langfristig gesichert und dauerhaft gestärkt werden kann, ist die Nutzung der Flächen auf die Erhaltung der Lebensraumfunktion abzustimmen, und bei Bedarf sind Pflegemaßnahmen durchzuführen. Um empfindliche Lebensräume sind zum Schutz vor schädlichen Randeinflüssen Pufferzonen notwendig bzw. ausreichend große Nutzungsabstände einzuhalten.

A 2         In den Teilräumen der Region Main-Rhön, die derzeit einen geringen Anteil naturbetonter Flächen aufweisen und entsprechend entwicklungsbedürftig sind, soll der Anteil naturbetonter Flächen und Strukturen erhöht werden. Dabei sollen funktionsfähige Biotopverbundsysteme entwickelt werden, die den gebietstypischen Arten langfristig als Lebensraum dienen können. Dies gilt insbesondere für die Gäulagen im Bereich des Grabfeldgaus, der Wern-Lauer-Platten, der Gäuplatten im Maindreieck, des Schweinfurter Beckens und in Teilen des Steigerwaldvorlands.

Weite Teile dieser Landschaftseinheiten weisen einen geringen Anteil natürlicher, naturnaher und halbnatürlicher Flächen und Strukturen auf und werden intensiv genutzt. Dies trifft insbesondere für die in Karte 4.3 dargestellten "Gebiete mit allgemeiner Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten" zu. Sie bieten nur einer geringen Anzahl wenig spezialisierter Arten langfristige Überlebensmöglichkeiten. Deshalb sollte gerade in intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzten Landschaften der Anteil naturbetonter Flächen deutlich erhöht werden, um auch den übrigen hier lebenden Arten einen ausreichenden Lebensraum zu sichern. Als ökologisches Existenzminimum für zahlreiche wildlebende Pflanzen- und Tierarten wird ein Anteil von 10 % naturbetonter Fläche in der Kulturlandschaft angesehen (SRU 1987). Abhängig von den naturräumlichen Gegebenheiten kann dieser Wert zwischen 5 % und 20 % schwanken. Geht man davon aus, dass ein Teil dieses Flächenanspruches in größeren ökologischen Vorranggebieten abgedeckt werden kann, so ist für intensiv agrarisch genutzte Gebiete ein absoluter Mindestanteil von 3 % naturbetonter Flächen und Strukturen zu fordern, um den Arten der Feldfluren ihren Lebensraum zu erhalten und die Selbstregulationsfähigkeit von agrarischen Nutzflächen zu erhöhen. Langfristig soll der Anteil an naturbetonten Landschaftsstrukturen auf über 5 % gehoben werden, da unter dieser Grenze fast ausschließlich weit verbreitete und wenig spezialisierte Arten (Ubiquisten) existieren können (KAULE 1991).

Die zu entwickelnden Lebensräume sollen räumlich-funktional miteinander in Verbindung stehen und Biotopverbundsysteme bilden. Die Lebensräume sollen vor Beeinträchtigungen angrenzender Nutzungen geschützt werden und sich in ihrer Lage an wichtigen Verbundstrukturen wie z.B. Bächen, Gräben, Waldrändern, Geländekanten und Wegen orientieren.

A 3         Auf die Beibehaltung und Förderung grünlandgenutzter Flächen soll in der Region Main-Rhön verstärkt in den Bereichen hingewirkt werden, die standortbedingt oder aber auch traditionell als Wiesen oder Weiden genutzt sind. Vor allem in Talräumen und im Bereich der unbewaldeten, steileren Talhänge soll eine durchgängige Grünlandnutzung als wichtiger Bestandteil bestehender und zu entwickelnder Biotopverbundsysteme angestrebt werden. Vor allem in der Rhön, der Südrhön, im Hesselbacher Waldland, in den Haßbergen und im Steigerwald sollen insbesondere auch innerhalb der Wälder offene Waldwiesen und Wiesentäler erhalten bleiben.

Vor allem auf typischen Grünlandstandorten wie z.B. grundwasserbeeinflussten Böden, trockenere Standorte, in Auen und nicht bewaldeten Steilhanglagen ist Grünlandnutzung zu fördern. Dazu sollen bestehende Äcker wieder in Grünland überführt werden. Bei vielen Pflanzen- und Tierarten ist in der Ausbreitung der Ackerflächen zu Lasten des Grünlandes eine wesentliche Rückgangsursache zu sehen. Die Bedeutung als Lebensraum für seltene und gefährdete Arten nimmt mit dem Anteil möglichst extensiv genutzter und standortangepasster Grünlandnutzungsformen zu. Grünlandflächen, die mit verminderter Intensität genutzt werden, sollten dabei nicht nur auf feuchten oder trockenen, sondern auch auf frischen Standorten gefördert werden, da insbesondere die früher in der Region Main-Rhön weit verbreiteten artenreichen Frischwiesen stark zurückgegangen sind.
In Ackerlagen sind auch Kleinstrukturen mit Gras- und Krautfluren, wie Feld- und Wegraine, Ranken und Böschungen, wichtige Ergänzungsbestandteile innerhalb von Biotopverbundsystemen.
In vielen Teilen der Region Main-Rhön, insbesondere im Gebieten mit großen Wäldern wie in der Rhön, der Südrhön, im Hesselbacher Waldland, in den Haßbergen und im Steigerwald sind viele traditionell grünlandgenutzte Waldwiesen und Wiesentäler nicht nur durch die Umwandlung in Ackerland, sondern auch von Aufforstung bedroht. Damit gehen sowohl wichtige Lebensräume innerhalb der Waldgebiete verloren (für viele Waldarten wichtige Teillebensräume!), und die innere Strukturdiversität der Wälder wird gemindert. Besonders gravierend stellt sich dieses Problem in den Buntsandsteingebieten bei gleichzeitig starker Besitzzersplitterung dar (z.B. in vielen Gebieten der Rhön und Südrhön), da hier die Wiesennutzung vielfach aufgegeben wird und die Gehölzsukzession auf diesen Standorten vergleichsweise rasch verläuft. Solche Grünlandbereiche sollten dringend erhalten, und Aufforstungen in diesen Bereich nach Möglichkeit wieder entfernt werden. Die Beseitigung standortfremder Gehölze in derartigen Lagen ist dabei eine Minimalforderung, der auf jeden Fall nachgekommen werden sollte.

A 4         Talräume, deren Fließgewässer und Auen in der Region Main-Rhön noch einen naturnahen Zustand aufweisen, sollen erhalten und weiter entwickelt werden.

Auch die kleineren Talräume, die im Landschaftsentwicklungskonzept nicht flächig dargestellt bzw. einzelfallbezogen behandelt werden können, sind wichtige durchgängige lineare Strukturen und daher als Ausgangslinien für ein funktionsfähiges Biotopverbundsystem prädestiniert. Die naturnahen Fließgewässer und Auenabschnitte in der Region Main-Rhön stellen aufgrund ihrer Wirkung als Lieferbiotope unverzichtbare Initialgebiete für die anzustrebende Renaturierung der Gewässer und Revitalisierung der Auenfunktionen in den anderen Talabschnitten dar (vgl. Ziel A 5). Ihrer Erhaltung und sukzessiven Weiterentwicklung kommt daher aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes eine herausragende Bedeutung zu. Vielfach bilden naturnahe Bachtäler als wichtige Biotopverbundachsen außerdem das Rückgrat für die auch außerhalb der Täler zu entwickelnden Biotopverbundsysteme.

A 5         In Talräumen mit verbauten und begradigten Fließgewässern und durch intensive Nutzungsformen überprägten Auen soll eine naturnahe Entwicklung der Gewässerstruktur sowie der Gewässer- und Auendynamik angestrebt werden. Außerdem soll in den Auen eine standortgemäße Nutzung und ein möglichst hoher Anteil extensiv genutzter und naturnaher Flächen gefördert werden.

In der Region Main-Rhön kommt den Gewässern mit ihren Auen eine herausragende Bedeutung als Biotopverbundachsen zu. Auch die kleineren Täler, die im Landschaftsentwicklungskonzept nicht flächig dargestellt bzw. einzelfallbezogen behandelt werden können, sind wichtige Bestandteile eines Biotopverbundsystems (vgl. Ziel A 4). Die Überprägung der Gewässer und Auen in den letzten Jahrzehnten ist als Ursache für den Rückgang und örtlichen Verlust vieler Arten anzusehen, insbesondere weil davon auch viele Oberläufe und kleine Nebenbäche nicht verschont geblieben sind. Diese sind häufig grabenartig gestaltet oder durch Fischteiche überprägt.
In vielen Fällen kann statt aufwendiger Renaturierungsmaßnahmen auch eine eigendynamische Entwicklung gefördert werden, indem den Gewässern ausreichend Raum für eine naturnahe Laufentwicklung zur Verfügung gestellt wird. Aufgrund der wichtigen funktionalen Zusammenhänge zwischen Gewässer und Aue kommt der Revitalisierung der Auenfunktionen, also der Förderung sowohl der Auendynamik als auch standortgemäßer Nutzungsformen mit einem möglichst hohen Anteil extensiv genutzter und naturnaher Flächen eine ebenso hohe Bedeutung zu wie der Entwicklung naturnaher Gewässer.

A 6         Naturnahe Wälder sollen erhalten bleiben. In allen Waldbeständen soll eine möglichst naturnah ausgerichtete Waldbewirtschaftung sowie bei Bedarf ein Umbau zu Laub- und Mischwäldern mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung angestrebt werden.

Viele – auch kleinere und daher im Landschaftsentwicklungskonzept nicht dargestellte – Waldflächen in der Region werden von nicht standortheimischen Nadelwäldern geprägt, die oftmals als artenarme Nadelbaumreinbestände in Erscheinung treten; zonale Laubmischwälder wurden dadurch ebenso zurückgedrängt wie naturnah bewirtschaftete, strukturreiche Wälder mit hohen Umtriebszeiten und hohen Alt- und Totholzanteilen, mit gut ausgebildeten Waldrändern, Lichtungen und kleinflächigen Sonderstandorten (z.B. Tümpel). Deshalb sollen strukturreiche Laub- und Mischwälder mit hohem Anteil an Sonderstandorten erhalten bzw. verstärkt entwickelt werden. Ihnen kommt in weiten Teilen der Region Main-Rhön eine hohe Bedeutung als Lieferbiotope für die Überführung umliegender Nadelbaumbestände und Altersklassenwälder in einen naturnäheren Zustand zu. Auf nährstoffarmen und trockenen Standorten beispielsweise des Wellenkalks, des Gipskeupers oder der Flugsandgebiete kann die Kiefer als Nadelbaumart hinzukommen, so dass kiefernreiche Wälder in diesen Lagen als typisch und nicht standortfremd erachtet werden können.
Insbesondere in Staatsforsten sollen ausreichend große und zusammenhängende Naturwaldreservate verschiedener Waldgesellschaften ausgewiesen und historische Waldnutzungsformen (vor allem Nieder- und Mittelwälder) beibehalten werden, um auch anspruchsvollen waldbewohnenden Arten ausreichende Überlebensmöglichkeiten zu bieten. Im Privatwald soll durch entsprechende Beratung und Einsatz von Fördermitteln auf die Durchführung naturnah ausgerichteter Bewirtschaftungsweisen hingewirkt werden. Insbesondere in den Auwäldern und Hangwäldern sowie in den Gebieten der Region mit einer bayernweit seltenen Potenziellen Natürlichen Vegetation sollen Wälder aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes von waldbaulichen Nutzungen freigehalten werden, um damit eine natürliche und eigendynamische Entwicklung zu ermöglichen.

A 7         Aktuell als Mittel- oder Niederwälder genutzte Wälder oder Waldbestände, deren Zusammensetzung und innere Struktur noch von den charakteristischen Merkmalen dieser historischen Waldnutzungsformen geprägt sind, sollen erhalten bleiben. Auf eine weitere, an der historischen Nutzungsweise orientierte Waldbewirtschaftung soll dabei hingewirkt werden.

Wälder, die ehemals oder zum Teil sogar aktuell noch als Nieder- oder Mittelwald bewirtschaftet werden, gibt es in der Region schwerpunktmäßig noch in mehreren Gebieten des Grabfeldgaus, der nördlichen Wern-Lauer-Platten und am Haßbergetrauf. Vor allem im Grabfeldgau exisitieren noch Mittelwälder mit großer Flächenausdehnung (z.B. Gücklert, Unteres Holz im Raum Großbardorf, siehe Ziel A 13.11). Diese Wälder besitzen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung, auch wenn sie vielfach nur noch relativ kleinflächig vorkommen, und sollen deshalb in traditioneller Weise weiterbewirtschaftet werden. Gegebenenfalls soll die historische Wirtschaftsweise wieder gefördert werden.
Insbesondere in Staatsforsten sollen in geeigneten Waldgebieten historische Waldnutzungsformen wieder durchgeführt werden, um den anspruchsvollen und teils hochgradig gefährdeten Lebensgemeinschaften (z.B. mit Haselhuhn, Ziegenmelker) ausreichende Überlebensmöglichkeiten zu bieten. Im Privatwald soll durch entsprechende Beratung und Einsatz von Fördermitteln auf die Weiterführung dieser traditionellen Bewirtschaftungsweisen hingewirkt werden.

A 8         In den Gebieten, in denen sich bei Nutzungsaufgabe bayernweit seltene Waldgesellschaften der Potenziellen Natürlichen Vegetation (PNV) einstellen würden, soll die Entwicklung dieser Waldgesellschaften ermöglicht und auf geeigneten Flächen gezielt gefördert werden.

Dies gilt insbesondere für folgende Gebiete:

  • im östlichen Grabfeldgau nordöstlich und östlich von Bad Königshofen sowie im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland südlich und südöstlich von Schweinfurt mit der landesweit sehr seltenen PNV des Winterlinden-Traubeneichenwaldes
  • im Bereich der steilen Hänge und teils in dahinterliegenden Gebieten am nördlichen Rand des Maintals zwischen Schweinfurt und Hassfurt und am westlichen Rand des Maintals zwischen Garstadt und südlicher Regionsgrenze mit der landesweit sehr seltenen PNV des Steppenwaldreben-Eichenwaldes
  •  in großen Gebieten des östlichen Schweinfurter Beckens und des Steigerwaldvorlands mit der landesweit seltenen PNV des Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes auf Flugsand
  • in großen Gebieten des nordöstlichen Grabfeldgaus im weiteren Umfeld von Bad Königshofen sowie des östlichen Schweinfurter Beckens und des Steigerwaldvorlands mit der bayernweit nicht häufig auftretenden PNV des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes in Form einer kontinentalen Rasse, bei der aus klimatischen Gründen die Buche ausbleibt.
Grundsätzlich soll diese Entwicklung jedoch nicht auf Flächen mit aktuell wertvollen Offenlandbiotopen gefördert werden.
 

Unter der „Potenziellen Natürlichen Vegetation“ (kurz: PNV) ist diejenige Vegetation zu verstehen, die sich unter den gegenwärtigen Umweltbedingungen ausbilden würde, wenn der Mensch überhaupt nicht mehr eingreifen würde und die Vegetation Zeit fände, sich bis zu ihrem Endzustand (zum dynamischen Gleichgewicht) zu entwickeln (gem. Ellenberg 1982, Trautmann 1966, Tüxen 1956 zit. im ABSP Bayern).
In der Region Main-Rhön weist die Potenzielle Natürliche Vegetation insbesondere aufgrund der klimatischen Bedingungen in Kombination mit bestimmten Böden mehrere landesweit seltene Waldgesellschaften auf. Da bezogen auf Bayern derartige Standortbedingungen nur in wenigen Gebieten auftreten, sollte nach Möglichkeit die Sukzession geeigneter Flächen hin zur Potenziellen Natürlichen Vegetation ermöglicht werden. Denkbar sind beispielsweise größere Flächen, die im Rahmen von Eingriffsvorhaben als Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt werden. Im Einzelfall ist jedoch die Entscheidung immer mit anderen Naturschutzzielen abzuwägen.

A 9         In waldarmen Gebieten des nordöstlichen Grabfeldgaus, des Schweinfurter Beckens, der Gäuplatten im Maindreieck und des Steigerwaldvorlands soll der Waldanteil nicht vermindert werden. Wenn aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes oder des Landschaftsbildes nicht die Offenhaltung von Flächen erforderlich ist, sollen Erstaufforstungen in geeigneten und vor allem auch nicht versauerungsgefährdeten Lagen gefördert werden. Waldbegründungen sollen grundsätzlich mit standortheimischen Baumarten oder nach Möglichkeit über Pionierstadien (natürliche Sukzession) erfolgen.      

In waldarmen Gebieten können Waldbegründungen den Lebensraum wald- und waldrandbewohnender Arten erweitern und den Biotopverbund für die Arten der Wälder fördern. Voraussetzung hierfür ist, dass auf eine naturnah ausgerichtete Bewirtschaftung geachtet wird und Waldneubegründungen mit standortheimischen Gehölzen erfolgen. Durch Erstaufforstung sind allerdings häufig wertvolle Biotope betroffen, z.B. Feucht- oder Trockenbereiche, die nach Art. 13d BayNatSchG geschützt sind, oder zusammenhängende, sowohl für den Biotopverbund als auch für das landschaftliche Erscheinungsbild bedeutsame Wiesentäler. Auf solchen Standorten und in aktuellen oder potenziellen Wiesenbrütergebieten soll eine Aufforstung nicht erfolgen. Daher sind Waldneubegründungen grundsätzlich mit den Erfordernissen des Landschaftsbildes und des Arten- und Biotopschutzes abzustimmen, und zwar in der Weise, dass weder wertvolle Offenland-Biotope noch wichtige Biotopverbundachsen für Offenland-Arten (für die Wälder Barrieren darstellen) aufgeforstet werden. Außerdem sollte auf versauerungsgefährdeten Standorten auf Waldbegründungen verzichtet werden (vgl. Karte 1.1).

A 10       Streuwiesen und Flachmoore sollen mit höchster Priorität gesichert, durch Ausweisung von Pufferzonen vor Beeinträchtigungen geschützt und durch Pflegemaßnahmen erhalten und entwickelt werden. Dies gilt uneingeschränkt auch für kleinflächige Reliktflächen.

Die Streuwiesen und Flachmoore stellen für den Arten- und Biotopschutz in der Region Main-Rhön Lebensräume von höchster Bedeutung dar. Ihr Bestand wurde außerhalb der großen Schutzgebiete in der Hochrhön in den letzten Jahren stark zurückgedrängt, so dass oft nur noch kleinflächige Reliktflächen in isolierter Lage existieren. Streuwiesen und Flachmoore zeichnen sich durch einen sehr hohen Artenreichtum und einen sehr hohen Anteil hochspezialisierter, seltener und gefährdeter Arten aus. Im Rahmen der modernen Landwirtschaft ist ein wirtschaftliches Interesse, die Flächen in traditioneller Weise zu nutzen, nicht mehr gegeben. Sie sind daher in ihrem Bestand auf eine fachgerechte Pflege angewiesen. Es besteht deshalb im Rahmen der Arten- und Biotopschutzbemühungen auch in den Gebieten mit allgemeiner Bedeutung eine hohe Verantwortung für den Erhalt dieser Lebensräume mit ihren Lebensgemeinschaften. Dazu ist über die Erhaltungspflege hinaus vielfach eine Optimierung der Bestände sowie die Ausweisung von Pufferzonen und die Einbindung in Verbundsysteme dringend notwendig.

A 11       Naturnahe Quellbiotope, oligotrophe Fließgewässerstrecken und andere naturnahe Lebensräume auf feuchten oder nassen Standorten sollen gesichert und durch Ausweisung von Pufferzonen vor Beeinträchtigungen geschützt werden. Weitere Eingriffe in Quellbiotope sind zu vermeiden. Beeinträchtigte Quellen sollen einschließlich ihres Umfeldes wieder in einen naturnahen Zustand überführt werden.

In der Region Main-Rhön sind intakte Quellbiotope sehr stark zurückgegangen. Als Ursachen gelten vor allem Eutrophierung durch Stoffeinträge aus der Landwirtschaft, Entwässerungsmaßnahmen, Zerstörung durch Baumaßnahmen und Verfüllung bzw. Überdeckung, Ablagerungen, Fassung, Überstauung durch Teichbaumaßnahmen. Aufgrund der Vielfalt an Sonderformen und der jeweils hochspezialisierten und hochempfindlichen Lebensgemeinschaften mit zum Teil sehr seltenen und stark gefährdeten Arten ist der Erhaltung und der Sicherung von Quell-Lebensräumen vorrangige Priorität einzuräumen. Ganz entscheidend ist die Erhaltung und Optimierung der Quell-Lebensräume auch im Zusammenhang mit den zu erhaltenden oder zu renaturierenden Fließgewässer- und Auensystemen, da die Qualität der Quellen in hohem Maße die Lebensgemeinschaften der Oberläufe beeinflusst. In den Quellgebieten sollen daher keine weiteren Teiche angelegt werden und bestehende nach Möglichkeit rückgebaut bzw. der Sukzession überlassen werden.
Eine besondere Bedeutung nimmt in der Region Main-Rhön, schwerpunktmäßig in den Naturräumen der Hohen Rhön, Vorder- und Kuppenrhön und Südrhön sowie Haßberge und Steigerwald, die Sicherung der bayernweit seltenen Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer in Bachoberläufen ein.

A 12       Teiche mit naturnahen Verlandungszonen und andere kleine Stillgewässer, die in einigen Gebieten der Region Main-Rhön eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung aufweisen, sollen erhalten und gegebenenfalls optimiert werden. Bei den Teichen soll eine möglichst extensive Bewirtschaftung mit Erhaltung und Förderung von Verlandungszonen angestrebt werden.

Teiche kommen nahezu in allen Naturräumen der Region Main-Rhön vor. Schwerpunkte liegen vor allem in der wasserreichen Rhön, in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön, in der Südrhön und in den Tälern des Steigerwalds (z.B. Aurachtal), der Haßberge (z.B. am Hasswald) und Itz-Baunach-Hügelland (z.B. Baunachtal). Eine Häufung besonders wertvoller Teiche findet sich insbesondere im Schweinfurter Becken südöstlich des Mains und im Steigerwaldvorland; deren naturschutzfachliche Bedeutung ist vor allem mit dem Vorkommen seltener und gefährdeter Vogelarten zu begründen (Brut- und Lebensräume von Drosselrohrsänger, Rohrweihe, Blaukehlchen etc.).
Vor allem extensiv genutzte Teiche bieten einen Stillgewässerlebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. Entscheidend für die naturschutzfachliche Bedeutung ist die Ausdehnung, die Art und Intensität der Nutzung in der Umgebung und die Intensität der Teichbewirtschaftung. Besonders wichtig für die Lebensraumqualität ist vor allem die Ausbildung von Verlandungszonen mit Schwimmblatt- und Laichkrautgesellschaften, Strandlingsgesellschaften, Röhrichte und Großseggenbestände, Kleinseggensümpfe, Zwergbinsengesellschaften. Diese werden aber bei intensiver Bewirtschaftung oft beseitigt. Zur Förderung des Artenspektrums an Teichen ist daher insbesondere eine möglichst extensive Bewirtschaftung mit Erhaltung bzw. Neuschaffung von Verlandungszonen entscheidend. Aus naturschutzfachlicher Sicht von besonderer Bedeutung sind nährstoffarme Teiche und periodisch trocken fallende Teichböden.
Einigen Teichen und Weihern in der Region Main-Rhön kommt vor allem aufgrund des Vorkommens bestimmter Vogel-, Amphibien- und Libellenarten eine überregionale oder sogar landesweite Bedeutung zu. Zu den herausragenden Teichen bzw. Weihern gehören z.B. in der Südrhön die Schönauer Teiche, im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland Gliersee und Schwarzloch bei Schwebheim, Schwanensee bei Alitzheim, Alter und Neuer See bei Mönchsstockheim, der Herren- und Höckersee bei Kleinrheinfeld, der Schwappacher See bei Donnersdorf. Von landesweiter Bedeutung ist der Teich bei Grettstadt (mit großer Mond-Azurjungfer- und Laubfroschpopulation). Im Landkreis Hassberge sind vor allem die überregional bedeutsamen Siegelfelder Teiche und der Kappelsee bei Rentweinsdorf zu nennen.

A 13       Nährstoffarme Lebensräume auf Trockenstandorten sollen gesichert, durch Ausweisung von Pufferzonen vor Beeinträchtigungen geschützt und durch Pflegemaßnahmen erhalten und entwickelt werden.

Die Mager-Trocken-Biotope sind in der Region stark zurückgegangen bzw. haben erhebliche Qualitätseinbußen zu verzeichnen. War es in den vergangenen Jahrzehnten die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, der viele Bestände direkt oder indirekt zum Opfer gefallen sind, so unterliegen die Flächen auf den Grenzertragslagen heute vermehrt einem hohen Aufforstungsdruck, oder sie verbrachen, was vielfach ebenfalls mit erheblichen Qualitätseinbußen verbunden ist. Der Sicherung, Abpufferung und Pflege der noch bestehenden Mager-Trocken-Lebensräume und der Flächenerweiterung durch Extensivierung des Umfeldes kommt daher eine sehr hohe Bedeutung zu.
Insbesondere an den Talhängen und in den stärker reliefierten und strukturreicheren Gebieten sollen bestehende Trocken- und Magerbiotope ausgeweitet und zu einem durchgängigen Biotopverbundsystem in Kombination mit naturnahen Gehölzbeständen und Waldsäumen entwickelt werden. Auf Flächen, die für die Ausweitung von Mager-Trocken-Biotopen und den Aufbau eines Biotopverbundsystems für die Arten dieser Lebensräume geeignet sind, sollen Erstaufforstungen nicht erfolgen.
Mit der Erhaltung und Förderung auch vieler kleinflächiger Bestände vor allem in den Muschelkalkgebieten der Region Main-Rhön und in Teilbereichen auf Gipskeuper kann damit auch in Gebieten mit allgemeiner Bedeutung ein wichtiger Beitrag zum Aufbau des unterfränkischen Trocken-Biotopverbundsystems geleistet werden.

A 14       Landschaftstypische gehölzbetonte Lebensräume wie Hecken, Gebüsche, Feldgehölze und Streuobstwiesen sowie Kleinstrukturen wie Raine, Ranken und Böschungen sollen erhalten, vor Beeinträchtigungen geschützt und durch geeignete Pflegemaßnahmen erhalten, optimiert und entwickelt werden. Dies gilt insbesondere auch für die Streuobstäcker im Steigerwaldvorland.

In vielen Kulturlandschaften der Region stellen derartige Biotope auf Grenz- und Geländestrukturen sowie auf kleinflächigen Sonderstandorten typische Landschaftsbestandteile dar. Als „Bewirtschaftungshindernisse“ wurden sie in der Vergangenheit, unter anderem auch im Zuge von Flurbereinigungsverfahren, häufig beseitigt, so dass insbesondere in den Gäulagen der Region „ausgeräumte“ Agrarlandschaften entstanden. Gut erhaltene Gehölz- und Kleinstrukturen in höherer Dichte treten heute schwerpunktmäßig in steileren Lagen sowie in Landschaftsteilen mit bewegterem Relief und einigen traditionell strukturreicheren und noch weniger überprägten Gebieten auf.
Bei den Streuobstbeständen besitzen neben den Streuobstwiesen oftmals auch die Streuobstäcker, wie sie in der Region Main-Rhön insbesondere für das Steigerwaldvorland typisch sind, eine besondere Bedeutung. Diese Bestände sind meist nicht in der Kartierung schutzwürdiger Biotope erfasst, da die intensive Nutzungsform des Ackers auf den Flächen in der Regel überwiegt, und sich die „biotopwürdigen“ Strukturen meist auf einige dazwischenliegende Obstbaumreihen beschränken. Dennoch können die Streuobstäcker wichtige Lebensräume und Rückzugsräume auch für seltene und gefährdete Arten der Feldflur darstellen (meist in Abhängigkeit von der umgebenden Nutzung und vom räumlichen Kontakt zu weiteren Lebensräumen). Viele Vorkommen das stark gefährdeten Ortolans stehen in Zusammenhang mit diesen kulturhistorisch bedingten Streuobstäckern.
Aufgrund der hohen Lebensraumfunktion und der eigenartsprägenden Wirkung von Gehölzstrukturen und anderen Kleinstrukturen sollten die noch vorhandenen Bestände auf jeden Fall erhalten und Neuanlagen in möglichst großem Umfang vorgenommen werden. In Anbetracht der verhältnismäßig raschen Entwicklung von Gehölzbeständen zu wertvollen Lebensräumen sollten vor allem in den strukturarmen Gebieten der Region große Anstrengungen zum Aufbau eines Gehölz-Biotopverbundes unter Einbeziehung kleiner Waldinseln und Waldrandstrukturen unternommen werden. Raine, Ranken und Böschungen in wertvoller Ausprägung, z.B. mit nährstoffarmen Säumen oder Rohbodenstandorten, sollen aber nicht zu Gehölzbiotopen entwickelt werden.

A 15       Bei Rohstoffabbaugebieten soll in möglichst großem Umfang die Folgenutzung Naturschutz angestrebt, und eine Entwicklung der naturschutzfachlich meist sehr hochwertigen Sekundärlebensräume ermöglicht werden.      

In Rohstoffabbaugebieten können sehr wertvolle Ersatzlebensräume insbesondere für Arten der Mager-, Trocken- und Feuchtbiotope (z.B. Rohbodenstandorte, Stillgewässer, Verlandungsgesellschaften, Magerrasen, magere Saumgesellschaften, Gehölzsukzessionen unterschiedlicher Standorte) entstehen oder durch geeignete Maßnahmen geschaffen werden. Außerdem bietet sich hier häufig die Gelegenheit, naturnahe Lebensräume mit größerer Flächenausdehnung zu entwickeln. Bei Abbaugebieten sollte daher in jedem Fall geprüft werden, inwieweit sie in aufzubauende Mager-, Trocken- und Feucht-Biotopverbundsysteme integriert werden können, und zumindest Teilflächen für die Entwicklung naturnaher Lebensräume bereitgestellt werden können.
Auch bei Gebieten, die vormals bewaldet waren, sollte nicht zwangsläufig eine Wiederbewaldung angestrebt, sondern auch die Entwicklung anderer Lebensräume begünstigt werden; aus Gründen des Prozessschutzes sollte jedoch auf geeigneten Teilflächen auch der Ablauf einer Sukzession, die letztlich meist in einer bestimmten Waldgesellschaft endet, ermöglicht werden.

A 16 Gefährdete Arten, die die intensiv genutzte Agrarlandschaft als Lebensraum nutzen, wie z.B. der Feldhamster, sollen mit speziellen Artenhilfsprogrammen gefördert werden. Dasselbe gilt für stark gefährdete oder sogar vom Aussterben bedrohte Arten, für deren Überleben in der Region bestimmte Gebiete trotz überwiegend intensiver Nutzung und geringem Anteil naturnaher Lebensräume von Bedeutung sind.

In der Region Main-Rhön spielen auch einige Gebiete eine wichtige Rolle für seltene und gefährdete Tierarten, denen aufgrund großflächig vorherrschender intensiver Landwirtschaft und einem sehr geringen Flächenanteil naturbetonter Strukturen nur eine „allgemeine Bedeutung für die Entwicklung und Erhaltung von Lebensräumen und deren Arten“ zugesprochen wird.
So hat beispielsweise der gefährdete Feldhamster in Unterfranken und hier vor allem in den Gäuplatten im Maindreieck, im Schweinfurter Becken und im südlichen Steigerwaldvorland den Schwerpunkt seiner Verbreitung in Bayern. Die zentralen Lebensraumansprüche des Feldhamsters werden hier erfüllt: tiefgründige, lockere Lehm- und Lößböden, relativ trockenes, warmes Klima sowie ausgedehnte Offenlandbereiche. In der Region liegt daher eine große Verantwortung für die Erhaltung dieser Besonderheit in Bayern vor.
Ebenso sind für viele Vorkommen des stark gefährdeten Ortolans die vor allem im Steigerwaldvorland noch existierenden Streuobstäcker von Bedeutung (vgl. Ziel A 14). Da solche Flächen aufgrund der überwiegend intensiven Ackernutzung meist nicht in der Kartierung schutzwürdiger Biotope erfasst werden, sind für den Schutz und die Förderung dieser Vogelart auch Gebiete von Bedeutung, denen hier aufgrund der geringen Biotopdichte ansonsten nur eine allgemeine Bedeutung zukommt.
Als anderes Beispiel kann die bayernweit vom Aussterben bedrohte Wanstschrecke mit einer noch großen Population im nordöstlichen Grabfeldgau genannt werden, für deren Überleben vor allem Wiesen, Ruderalfluren und junge Brachen wichtig sind.
Nicht zuletzt kommt insbesondere in Gebieten mit flachgründigen Böden, z.B. auf Muschelkalk und auf Gipskeuper, der Erhaltung und Förderung zum Teil hochgradig gefährdeter Ackerwildkräuter eine große Bedeutung zu.

A 17       In Siedlungen sollen naturnahe Restflächen sowie siedlungstypische Lebensräume grundsätzlich erhalten bleiben und vor Beeinträchtigungen geschützt werden.

Innerhalb von Siedlungen stellen naturnahe Biotope, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen sowie siedlungstypische Freiflächen wie Gärten, Parks, Friedhöfe usw. naturschutzrelevante Lebensräume dar. Der Flächenanteil schutzwürdiger Biotope kann weitaus höher sein als der von intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten, so dass viele Arten geeignete Lebensbedingungen vorfinden können. Die gegenüber dem Umland veränderten ökologischen Bedingungen (erhöhte Erwärmung, Trockenheit, gestörte Bodenverhältnisse, Immissions-, Salz- oder Trittbelastung) erschweren zwar auch einer Vielzahl von Arten das Überleben, auf der anderen Seite entstehen aber auch Sonderstandorte, die seltenen Arten gerade in Städten die Existenz ermöglichen. Den naturbetonten Lebensräumen innerhalb von Siedlungen kommt daher eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz zu, auch wenn ihre Funktion für die Erholung, die Klimaverbesserung und das Erscheinungsbild im Vordergrund steht.

A 18       Die Strukturvielfalt innerhalb der Siedlungen soll erhöht werden. Zwischen den Siedlungslebensräumen sollen untereinander räumlich-funktionale Beziehungen ermöglicht werden, insbesondere sollen Ausbreitungskorridore für Pflanzen- und Tierarten innerhalb der Siedlungsbereiche – z.B. entlang von linearen Strukturen – erhalten und entwickelt werden.
Bei der Ausweisung neuer Siedlungsflächen sollen die Belange der Grünordnung sowie des Arten- und Biotopschutzes verstärkt berücksichtigt werden. Insbesondere sollen Barrierewirkungen innerhalb wichtiger Biotopverbundachsen vermieden sowie bestehende Ausbreitungsachsen erhalten und neue geschaffen werden.

Um Ausbreitungs- und Austauschvorgänge zu ermöglichen, ist – ebenso wie in der freien Landschaft – eine funktionale Vernetzung von Siedlungsbiotopen zu fordern, auch wenn sich diese innerhalb von Siedlungen wesentlich schwieriger gestaltet. Umso wichtiger ist es, vorhandene Strukturen wie z.B. Dämme, Böschungen, Alleen, Wegränder usw. einzubeziehen. Eine Sonderstellung kommt hierbei den Fließgewässern und deren begleitender Ufervegetation zu, da deren Arten auf durchgängige Lebensräume entlang des Gewässers angewiesen sind. In Siedlungen können für diese Arten nur eingeschränkt Ersatzlebensräume geschaffen werden. Deshalb sollten bestehende Lebensräume der Fließgewässer und der Auen unbedingt erhalten bleiben oder, wenn möglich, in einen naturnäheren Zustand überführt werden.

Freiflächen sollen verstärkt naturnah gestaltet werden und es sollen dort keine Pflanzenbehandlungsmittel ausgebracht werden. Durch naturnahe Gestaltung und extensive Pflege besteht in Siedlungen ein hohes Potenzial, wertvolle Lebensräume neu zu entwickeln, z.B. durch Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung usw. Bei der Ausweisung neuer Bebauungsflächen sollen deshalb entsprechende Maßnahmen vorgesehen und durch Planung, Beratung und Förderung umgesetzt werden.

A 19       In ländlichen Siedlungsgebieten soll besonders auf die Erhaltung der typischen dörflichen Tier- und Pflanzengesellschaften geachtet werden.

Durch die Verstädterung des ländlichen Siedlungsraumes und den Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe sind Lebensgemeinschaften der dörflichen Ruderalvegetation stark im Rückgang begriffen. Damit sind zahlreiche Arten dieser Lebensgemeinschaften gefährdet. Ebenso sind viele Tierarten, die sich als Kulturfolger im Laufe der Jahrhunderte an menschliche Siedlungen und ihre Strukturen angepasst haben, durch Modernisierungsmaßnahmen und Verlust für sie wichtiger Strukturen bedroht (z.B. verschiedene Fledermausarten, an oder in Gebäuden brütende Vogelarten). Durch geeignete Maßnahmen (z.B. Aufklärung, finanzielle Förderung) sollen vorhandene Lebensräume dieser Arten erhalten und Ersatzlebensräume geschaffen werden.

Gebiete mit hervorragender Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten

A 20       In Gebieten mit hohen Anteilen naturbetonter Lebensräume kommt der Erhaltung dieser Lebensräume eine hervorragende Bedeutung zu. Solche schützenswerte Gebiete finden sich in der Region Main-Rhön mit großen Flächenanteilen insbesondere im Bereich der Hochrhön, der südlichen Vorder- und Kuppenrhön sowie in den westlichen Teilen des Steigerwaldes und der Hassberge. Als weitere Schwerpunkträume, in denen mehrere Gebiete mit hervorragender Bedeutung auftreten, gelten der Südrand der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön, der Nordteil des Grabfeldgaus, der wellenkalkgeprägte Westrand der Wern-Lauer-Platten, der Südteil des Hesselbacher Waldlands, das Maintal sowie die zum Teil landesweit bedeutsamen Wälder im östlichen Schweinfurter Becken und im Steigerwaldvorland.
Diese Gebiete sollen durch geeignete rechtliche Instrumente in ihrem gesamten Umfang gesichert sowie vor Beeinträchtigungen und Minderungen ihrer hohen Lebensraumfunktion nachhaltig geschützt werden. Zukünftige Beeinträchtigungen dieser Gebiete sollen vermieden werden.

 

Diese Gebiete beherbergen eine hohe Anzahl seltener und gefährdeter Arten oder weisen ein hohes standörtliches Potenzial für die Wiederansiedlung solcher Arten auf. Sie sind deshalb nach geltendem Naturschutzrecht besonders schützenswert. Häufig sind die Lebensräume nur suboptimal ausgebildet, weil sie starken Beeinträchtigungen unterliegen oder nur geringe Größenausdehnung besitzen. Der Fortbestand der in ihnen lebenden Arten ist dann in Frage gestellt. Die wesentlichen Beeinträchtigungen stellen Stoffeinträge, insbesondere Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinträge, Eingriffe in den Wasserhaushalt, fehlende Pflegemaßnahmen, intensive Nutzung, Störung durch Lärm oder Erholungssuchende, Immissionen von Schadstoffen und Zerschneidungen dar. Aufgrund des hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume soll die Optimierung und Weiterentwicklung dieser Gebiete mit hoher Priorität vorangetrieben werden.
In diesen Gebieten kommt dem Arten- und Biotopschutz eine vorrangige Bedeutung gegenüber allen anderen Nutzungsansprüchen zu. Die Sicherung der Funktionen dieser Gebiete kann durch

  • einstweilige Sicherstellung nach Art. 48 BayNatSchG, oder
  • Inschutznahmeverfahren nach dem III. Abschnitt des BayNatSchG

erfolgen. In Anbetracht der oft sehr aufwendigen Inschutznahmeverfahren wird aus naturschutzfachlicher Sicht zunächst eine Ausweisung dieser Gebiete als landschaftliche Vorranggebiete angestrebt.
Die angesprochenen Gebiete sind als "Gebiete mit hervorragender Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten" in Karte 4.3 dargestellt.

A 21       In den Gebieten von hervorragender Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten sollen vordringlich Sicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen zum Aufbau eines regionalen Biotopverbundes durchgeführt werden. Hierzu sollen die hochwertigen Teilbereiche als Kernbereiche erhalten und gesichert werden. Weiterhin sollen geeignete Entwicklungsmaßnahmen dazu führen, durch Wiederherstellung und Optimierung von Lebensräumen den Biotopverbund zu ergänzen und bestehende Lücken zu schließen. Die zu entwickelnden Lebensräume sollen in Größe und Qualität derart gestaltet werden, dass sie dem nachhaltigen Fortbestand von seltenen und gefährdeten Arten dienen können.
Die Gebiete sollen insbesondere vor neuer Flächeninanspruchnahme und Zerschneidung durch Abbau von Bodenschätzen, Siedlung und Infrastrukturmaßnahmen sowie Meliorationen verschont bleiben. Bestehende Eingriffe sollen in ihren Auswirkungen gemildert und wo immer möglich rückgängig gemacht werden.

 

Die bestehenden Biotope innerhalb der dargestellten Gebiete stellen oft Kernlebensräume gefährdeter Arten dar, von denen Neubesiedlungs- und Ausbreitungsvorgänge ausgehen können.
Die Gebietsteile, in denen neben der Erhaltung insbesondere auch der Entwicklung von Lebensräumen eine hervorragende Bedeutung zukommt, sollen das überörtlich bedeutsame biotische Entwicklungspotenzial der Region sichern. Sie dienen der funktionalen Vernetzung regional, überregional und landesweit bedeutsamer Lebensraumvorkommen sowie der Entwicklung und langfristigen Sicherung des naturraumtypischen Biotopspektrums und sind deshalb unverzichtbar zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems.Hierzu müssen Entwicklungsmaßnahmen des Naturschutzes vorrangig innerhalb dieser ausgewiesenen Räume durchgeführt und Fördermittel auf diese Räume konzentriert werden (siehe auch Kap. 7: Leitbild der Landschaftsentwicklung, Landnutzung mit vorherrschenden Leistungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild).
Die durchzuführenden Entwicklungsmaßnahmen sollen von bestehenden Lebensräumen ausgehen. Deshalb sollen die Biotop- und Artbestände in den angesprochenen Bereichen mit besonderem Nachdruck gesichert und vor Beeinträchtigungen geschützt werden. Eingriffe in diese Lebensräume sollen auch deshalb nicht erfolgen, da aufgrund ihrer schwierigen Wiederherstellbarkeit (Regenerationszeiten von häufig bis zu mehreren hundert Jahren) kein schneller Ersatz für verlorengegangene Flächen zur Verfügung gestellt werden kann.
Langfristig soll die Entwicklung großflächiger, zusammenhängender, naturnaher Gebiete erfolgen. Hierzu sind Entwicklungskonzepte zu erstellen, um einen effektiven und koordinierten Einsatz von Mitteln und Maßnahmen zu gewährleisten.


Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten

A 22       In Gebieten mit durchschnittlichen Anteilen naturbetonter Lebensräume, die gute Voraussetzungen für eine großräumige Entwicklung von Lebensräumen aufweisen, kommt der Durchführung von Sicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen eine besondere Bedeutung zu. In der Region Main-Rhön finden sich solche Gebiete vor allem in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön, in der Südrhön, im nördlichen und mittleren Teil des Grabfeldgaus, in den Wern-Lauer-Platten, mit einem großen Flächenanteil im Hesselbacher Waldland, in den östlichen Teilen des Steigerwalds und der Haßberge sowie im Itz-Baunach-Hügelland.

              In diesen Gebieten sollen Entwicklungsmaßnahmen zur Schaffung und Optimierung von Biotopen durchgeführt werden. Die Entwicklungsmaßnahmen sollen von bestehenden Lebensräumen ausgehen und auf den Aufbau lokaler und regionaler Biotopverbundsysteme abzielen, die insbesondere ausgehend von benachbarten Gebieten mit hervorragender Bedeutung und innerhalb wichtiger Biotopverbundachsen angestrebt werden sollten.

 

Diese Gebiete umfassen Landschaften mit einer durchschnittlichen Ausstattung an naturbetonten Biotopen, die zu Lebensräumen seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten entwickelt werden können, sowie Gebiete, die sich für eine Vernetzung und Ergänzung des regionalen Biotopverbundsystems gut eignen. In diese Gebietskategorie fallen auch viele Wälder, die aktuell noch keine überdurchschnittliche naturschutzfachliche Wertigkeit aufweisen, die aber durch Optimierung der Bewirtschaftungsweise oder der Baumartenzusammensetzung zu Lebensräumen auch für seltene und gefährdete Lebensgemeinschaften entwickelt werden können. Diese Räume ergänzen damit die Gebiete von hervorragender Bedeutung für die Sicherung bzw. Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu, insbesondere in Bereichen, die ein Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume aufweisen (z.B. sandig-kiesige Böden, Niedermoorböden). Dazu sollen bestehende Beeinträchtigungen beseitigt werden. Die naturbetonten Lebensräume sollen ferner optimiert, vergrößert und zu lokalen Biotopverbundsystemen weiter entwickelt werden. Ausgehend von diesen Gebieten sollte eine Strukturanreicherung in den übrigen Gebieten des Naturraums zum Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems vorangetrieben werden.

  • Die Sicherung dieser Gebiete kann durch
  • Ausweisung landschaftlicher Vorbehaltsgebiete im Regionalplan,
  • einstweilige Sicherstellung nach Art. 48 BayNatSchG, oder
  • Inschutznahmeverfahren nach dem III. Abschnitt des BayNatSchG

erfolgen.
Diese Gebiete sind als "Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten" in Karte 4.3 dargestellt und werden in den nachfolgenden Zielen für einzelne Teilräume detaillierter behandelt.
Diese Gebiete sind als "Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten" in Karte 4.3 dargestellt und werden in den nachfolgenden Zielen für einzelne Teilräume detaillierter behandelt.

 

Ziele für die Biotopverbundachsen

Sowohl für den regionalen als auch für den landesweiten Biotopverbund kommt bestimmten Landschaften oder Teil-Landschaften die Funktion bedeutender räumlicher Verbindungselemente zu; sie stellen Wander- und Ausbreitungskorridore für viele Pflanzen- und Tierarten dar, die für das Überleben der Populationen oftmals entscheidend sind. In der Beachtung und Stärkung dieser Biotopverbundachsen ist daher eine wichtige Aufgabe der Regionalplanung als Beitrag zum Aufbau und die Optimierung eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbunds zu sehen.

Im folgenden werden für die Region Main-Rhön wichtige Biotopverbundachsen dargestellt. Als hervorragend werden diese Achsen dann eingestuft, wenn sie verschiedene Naturräume miteinander verbinden und ihnen daher überregionale oder sogar landesweite Bedeutung zukommt. Außerdem kann den Verbundachsen auch in den Fällen eine hervorragende Bedeutung zugesprochen werden, in denen sie für überregional oder landesweit bedeutsame Arten eine wichtige Verbindungsfunktion erfüllen oder erfüllen sollten. Alle anderen Biotopverbundachsen werden, soweit sie regional bedeutsam sind, als Biotopverbundachsen mit besonderer Bedeutung behandelt.

Wichtige Achsen für den regionalen Biotopverbund sind in der Region Main-Rhön neben den bedeutenden Bach- und Flusstälern auch bandartige Landschaftseinheiten mit besonderer geologischer und geomorphologischer Ausprägung, die durch einen hohen Anteil wertvoller Biotope und einem hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume gekennzeichnet sind. Beispielhaft hervorzuheben sind hier die Gebiete mit anstehendem Wellenkalk (= Unterer Muschelkalk) sowie der Steigerwald- und Haßbergetrauf.

In der Region Main-Rhön sind als Besonderheiten der regionalen Biotopverbundsituation außerdem der "Hochlagenverbund" mit den beiden Achsen "Lange Rhön - Kreuzberg - Schwarze Berge" und entlang der Nordgrenze der Region "Lange Rhön - Hochlagen im Truppenübungsplatz Wildflecken" mit landesweit bedeutsamen Artenvorkommen zu nennen. Außerdem können die großen zusammenhängenden Wälder in den Naturräumen der Rhön und Südrhön als eine großräumige Verbundachse zu den Wäldern des Spessart betrachtet werden; ähnlich stellt sich die Situation mit den großen Waldgebieten der Haßberge und des Steigerwalds dar. Auch innerhalb des Hesselbacher Waldlands kann aufgrund des hohen Anteils großflächiger Wälder von einem bestehenden "Wald-Biotopverbund" gesprochen werden.


Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung

Die Täler der Streu (BV 1) mit Eisgraben, des Elsbachs (BV 2) mit Sonderbach, der Brend (BV 3) einschließlich der Oberläufe Schwarzbach und Moorwasser sowie des Kellersbachs (BV 4) mit Premich, Schmalwasserbach und Kleiner Steinach einschließlich ihrer Oberläufe sollen in ihrer Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachsen zwischen verschiedenen Naturräumen gestärkt werden. Als wichtige Verbindungskorridore zwischen Hochrhön bzw. nördlicher Vorder- und Kuppenrhön einerseits und nordwestlichem Grabfeldgau bzw. Südrhön andererseits und damit zum System der Fränkischen Saale soll insbesondere ihre Verbundfunktion für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope gefördert werden. Daneben soll an bestehenden Talhängen auch der Biotopverbund für Arten der Trockenstandorte und strukturreicher Hänge weiter ausgebaut werden.  

Die genannten Biotopverbundachsen haben ihren Ursprung im naturschutzfachlich äußerst hochwertigen Naturraum der Hohen Rhön und stellen mit ihrem weiteren Verlauf durch die nördliche Vorder- und Kuppenrhön, das nördliche Grabfeldgau oder die Südrhön wichtige Verbindungen zur Fränkische Saale als überregional bedeutsame Hauptachse dar. Die Fließgewässer zeichnen sich durch wertvolle Quellgebiete und oligotrophe Oberläufe aus, so dass sie zumindest teilweise als wichtige Verbundachsen für die bayernweit seltenen Arten oligotropher Gewässer fungieren. Viele Oberläufe und Quellgebiete sind als überregional, teils sogar landesweit bedeutsam einzustufen. Im Bereich vieler Talabschnitte kommen neben den wertvollen Feuchtbiotopen der Bachauen auch bedeutende Lebensräume an den Talhängen vor, wodurch diesen Verbundachsen auch eine wichtige Rolle als Ausbreitungsband für Arten der Trockenstandorte zukommt (siehe Ziel-Nr.: A 35.1, A 35.2, A 35.4, A 35.7, A 35.8, A 35.10, A 14.3, A 14.5, A 13.1).

Die Täler der Sinn (BV 5) und der Kleinen Sinn (BV 6) sollen in ihrer Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachsen zwischen der Hochrhön und dem Sandsteinspessart insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope sowie der Trockenstandorte strukturreicher Talhänge gestärkt werden.  

Beide Biotopverbundachsen haben ihren Ursprung im naturschutzfachlich äußerst hochwertigen Naturraum der Hohen Rhön und stellen mit ihrem weiteren Verlauf durch die südliche Vorder- und Kuppenrhön und außerhalb der Region durch den Sandsteinspessart wichtige Verbindungen zum Maintal als landesweit bedeutsame Hauptachse dar. Die Fließgewässer zeichnen sich teils durch wertvolle Quellgebiete und oligotrophe Oberläufe aus, so dass sie zumindest teilweise als wichtige Verbundachsen für die bayernweit seltenen Arten oligotropher Gewässer fungieren. Der im Truppenübungsplatz Wildflecken gelegene Oberlauf der Kleinen Sinn gilt somit als überregional bedeutsam. Im Bereich beider Täler kommen neben den wertvollen Feuchtbiotopen der Bachauen auch bedeutende Lebensräume an den steilen Talhängen vor, wodurch diesen Verbundachsen auch eine wichtige Rolle als Ausbreitungsband für Arten der Trockenstandorte zukommt (siehe Ziel-Nr. A 35.3, A 35.5, A 35.6).

Die Gebiete mit anstehendem Wellenkalk (= Unterer Muschelkalk) sollen in ihrer Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse zwischen verschiedenen Naturräumen gestärkt werden (BV 7). Im gesamten Verlauf zwischen dem Truppenübungsplatz Hammelburg und Bad Neustadt entlang des Nordrands der Wern-Lauer-Platte mit der äußerst strukturreichen Wellenkalksteilstufe und weiter am Westrand des nördlichen Grabfeldgaus zum Ostanstieg der Langen Rhön sowie nach Norden zum Südrand der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön soll ihre Funktion als wichtige, teils großflächig ausgebildete Verbindungsachse insbesondere für Arten der Trockenstandorte im Muschelkalk gestärkt werden.  

Die Gebiete der Region Main-Rhön, die von der geologischen Formation des Unteren Muschelkalks geprägt sind, zeichnen sich durch naturschutzfachlich äußerst wertvolle Lebensräume insbesondere auf Trockenstandorten und infolge der zum Teil extremen Standortbedingungen durch ein sehr hohes Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume aus. Aufgrund der bandartig sich über mehrere Naturräume erstreckenden Ausdehnung dieser geologischen Formation kommt dem Wellenkalkzug eine herausragende Bedeutung als Biotopverbundachse in den unterfränkischen Muschelkalkgebieten zu, und sie fungiert als Wanderkorridor für landesweit bedeutsame Pflanzen- und Tierarten. Innerhalb der Region Main-Rhön verläuft der Wellenkalkzug entlang des Nordwestrandes der Wern-Lauer-Platten mit der naturschutzfachlich besonders wertvollen Wellenkalksteilstufe und im Norden weiter durch das nordwestliche Grabfeldgau, wobei ein Band entlang der südwestlichen Naturraumgrenze zur Höhen Rhön hin verläuft und die andere Achse an den Südrand der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön heranführt. Im weiteren Verlauf zieht sich der Wellenkalkzug zum einen nahezu den gesamten Ostanstieg der Langen Rhön und zum anderen am Südrand der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön entlang (siehe Ziel-Nr.: A 35.7, A 35.8, A 35.10, A 13.4, A 13.12).

Die Täler der Thulba (BV 8) und der Schondra (BV 9) sollen in ihrer Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachsen zwischen verschiedenen Naturräumen gestärkt werden. Als wichtige Verbindungskorridore zwischen dem landesweit bedeutsamen Gebiet der Schwarzen Berge bzw. der südlichen Vorder- und Kuppenrhön und der Südrhön mit Anbindung an das Tal der Fränkischen Saale bzw. an das Maintal soll insbesondere ihre Verbundfunktion für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope gefördert werden.  

Beide Biotopverbundachsen verbinden verschiedene Naturräume und stellen wichtige Verbindungen zur Fränkischen Saale bzw. über die Sinn zum Main - den beiden zentralen Achsen der Region -her. Das Quellgebiet der Thulba liegt im naturschutzfachlich äußerst hochwertigen Gebiet der Schwarzen Berge im Naturraum der Hohen Rhön. Im weiteren Verlauf sind an das Tal einschließlich seiner Talhänge naturschutzfachlich sehr bedeutsame Gebiete angebunden wie der Neuwirthshauser Forst und die nördlich der Fränkischen Saale gelegenen Wellenkalkgebiete bei Hammelburg. Aufgrund dieser Verbundfunktion und den wertvollen Biotope in der Aue und auf den angrenzenden Talhängen (Trockenstandorte, naturnahe Hangwälder) gilt das Thulbatal als Biotopverbundachse mit hervorragender Bedeutung.
Die Schondra hat ihren Ursprung in der südlichen Vorder- und Kuppenrhön, führt weiter durch die Südrhön und mündet außerhalb Region in die Sinn und stellt so die Verbindung zum Main her. Der Mittel- und Unterlauf gilt als einer der naturnächsten und saubersten Bäche Unterfrankens mit einer Reihe hochgradig gefährdeter Tierarten nährstoffarmer Fließgewässer. Der Mittellauf gilt daher als überregional bis landesweit bedeutsam. Im Bereich der Südrhön ist das Schondratal ebenfalls von überwiegend bewaldeten Steilhängen mit hochwertigen Lebensräumen begleitet und bindet sehr bedeutende Gebiete wie z.B. den Neuwirthshauser Forst an, so dass das Schondratal einschließlich seiner Talhänge ebenfalls als Biotopverbundachse mit hervorragender Bedeutung einzustufen ist (siehe Ziel-Nr.: A 14.7, A 14.8).

Das Tal der Milz (BV 10) mit seinen landesweit bedeutsamen Feucht-Lebensräumen soll als wichtige Biotopverbundachse im Grabfeldgau mit Anbindung an das Verbundsystem des Fränkischen Saaletals gestärkt werden. Ihre Verbundfunktion soll insbesondere für Arten der Gewässer- und Feucht-Lebensräume gefördert werden.  

Im Tal der Milz liegen naturschutzfachlich äußerst wertvolle Feuchtflächen mit zahlreichen Vorkommen seltener und gefährdeter Arten. Innerhalb des Grabfeldgaus stellt der Talzug der Milz mit Anbindung an die Fränkische Saale daher eine wichtige Biotopverbundachse für seltene und gefährdete Arten der Feuchtlebensräume dar. Auch wenn das Gewässer und die Talaue in einigen Abschnitten optimierungsbedürftig sind, und das Milztal nicht mehrere Naturräume miteinander verbindet, wird ihm aufgrund der hohen Bedeutung für seltene und gefährdete Artenvorkommen und der damit verbundenen Dringlichkeit zur Stärkung der Verbundfunktion dennoch eine hervorragende Bedeutung als Biotopverbundachse zugesprochen (siehe Ziel-Nr. A 13.6).

Das Tal der Fränkischen Saale (BV 11) soll in seiner Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachse zwischen nordöstlichem Grabfeldgau und Südrhön bis zum Maintal gestärkt werden. Innerhalb dieser wichtigen Hauptachse der Region Main-Rhön soll die Verbundfunktion sowohl für Arten der Fließgewässer und Auenlebensräume, insbesondere auch für wiesenbrütende Vogelarten, als auch für Arten strukturreicher Talhänge mit Trockenstandorten gefördert werden.  

Die Fränkische Saale ist mit einer Länge von 140 km das zentrale Gewässer des nördlichen Unterfrankens und stellt damit eine wichtige Verbindungsachse vom nördlichen Grabfeldgau über die Südrhön zur landesweit bedeutsamen Biotopverbundachse des Maintals dar. Über seitlich zuführende Verbundachsen und den über weite Teile angrenzenden Wellenkalkzug sind weitere Naturräume und teils naturschutzfachlich äußerst hochwertige Gebiete an diese Biotopverbundachse angebunden. Für viele gewässer- und auegebundene Pflanzen- und Tierarten sowie für die Arten der Trockenstandorte auf den angrenzenden steilen Talhängen fungiert das Tal der Fränkischen Saale als überregionale bedeutsamer Wanderkorridor.
Die Auen werden aufgrund der regelmäßigen Überschwemmungen überwiegend noch als Grünland genutzt und weisen vielerorts naturnahe Lebensräume auf; trotz Entwässerung und intensiver Nutzung sind die ausgedehnten Grünlandbereiche Lebensraum für wiesenbrütende Vogelarten. Fast durchgängig wird die Saale von Ufergehölzen gesäumt. Im Flusslauf selbst wird die Durchgängigkeit durch zahlreiche Querbauwerke stark eingeschränkt, dazwischen befinden sich jedoch immer wieder auch längere Fließstrecken. In manchen Abschnitten ist die Funktion des Saaletals als Biotopverbundachse durch Siedlungen, Verkehrswege, Verbauungen und Ackerflächen beeinträchtigt (siehe Ziel-Nr. A 14.1, A 14.2, A 13.1, A 13.2, A 13.3).

Das Lauertal (BV 12) soll in seiner Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachse zwischen verschiedenen Naturräumen gestärkt werden. Als bedeutender Verbindungskorridor zwischen dem nördlichen Haßbergetrauf mit den vorgelagerten Gipskeupergebieten, dem mittleren Grabfeldgau und der nördlichen Wern-Lauer-Platte mit Anbindung an das System der Fränkischen Saale soll seine Verbundfunktion für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope sowie insbesondere für Arten der sehr hochwertigen Trockenstandorte an den Talhängen gefördert werden.  

Die Biotopverbundachse hat ihren Ursprung im naturschutzfachlich hochwertigen Bereich des Haßbergetraufs und führt durch die Gipskeupergebiete des mittleren Grabfeldgaus nach Westen zu den überregional bedeutsamen Verbundachsen des Wellenkalkzuges und des Saaletals und ist damit an weitere Naturräume angebunden. Die angrenzenden Lauertalhänge gelten (zusammen mit benachbarten Gebieten bei Oberlauringen) als größtes zusammenhängendes Trockenverbundsystem auf Gipskeuper in Bayern; dieses steht über die Verbundachse des Lauertals mit dem landesweit bedeutsamen Wellenkalkgebiet bei Münnerstadt in räumlichen Kontakt.
Die Lauer selbst weist über weite Strecken noch einen relativ naturnahen Verlauf auf und wird zum überwiegenden Teil von Ufergehölzsäumen begleitet. Abgesehen von einigen Siedlungen und Ackerflächen weist das Lauertal noch ein nahezu durchgehendes Grünlandband mit eingestreuten naturnahen Auelebensräumen dar. Die Durchgängigkeit des Fließgewässers ist durch mehrere Querbauwerke behindert und in einigen Talabschnitten herrschen intensive Nutzungsformen vor.
Aufgrund der Verbindung verschiedener Naturräume und der wertvollen Lebensräume in der Aue und insbesondere an den Talhängen gilt das Lauertal als Biotopverbundachse mit hervorragender Bedeutung (siehe Ziel-Nr.: A 14.4, A 13.8, A 13.9, A 13.10).

Das Maintal (BV 13) soll in seiner Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse zwischen Nordostbayern und Rheingebiet gestärkt werden. Innerhalb dieser Hauptachse soll die Biotopverbundfunktion für Arten sowohl der Auwälder, Altwässer, Fließ- und Stillgewässer sowie weiterer typischer Auenstandorte als auch für Arten der Sandmagerrasen und Kiesschotterflächen gefördert werden.  

Das Maintal stellt die zentrale Biotopverbundachse in der südlichen Region dar und ist über angrenzende Gebiete und seitliche Achsen an viele Naturräume angebunden. Bezogen auf den gesamten Verlauf gilt das Maintal als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse für viele Pflanzen- und Tierarten, insbesondere für an Flußauen und deren Lebensräume gebundene Arten. Trotz zahlreicher intensiver Nutzungen und Überprägungen bietet das Maintal einen Großlebensraum für Arten der Flüsse, Stillgewässer (Baggerseen, Buhnenteiche) und Flussauen, aber beispielsweise auch für Arten der Sandmagerrasen und Kiesschotterflächen; ferner dient das Maintal landesweit bedeutsames Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel.
Darüber hinaus stellen die Maintalhänge wichtige Verbundachsen für viele Arten der Trockenstandorte dar. Im Osten der Region bilden sie die Fortsetzung der herausragenden Verbundkorridore entlang des Steigerwald- und Hassbergetraufs, im Westen stehen die aus Muschelkalk gebildeten Steilhänge im räumlichen Verbund mit weiteren Maintalhängen außerhalb der Region.
Der Flusslauf des Mains selbst ist in seiner Verbundfunktion aufgrund zahlreicher Unterbrechung durch Querbauwerke stark eingeschränkt; die Durchgängigkeit für Flussarten wird auch durch Änderung des Gewässercharakters behindert, da aus Fluss wurde durch die Querbauten eine Kette von Stillgewässern entstanden ist. Auf der anderen Seite stellen die großflächigen Stauhaltungen im Oberwasser überregional bedeutsame Rastgebiete (Entenvögel, Limikolen etc.) und im eisfreien Unterwasser sogar Überwinterungsgebiete für hochgefährdete Arten (Gänsesäger, Graureiher etc.) dar (siehe Ziel-Nr.: A 13.20, A 13.21, A 13.22).

Das Unkenbachtal (BV 14) und die angrenzenden Gebiete mit landesweit bedeutsamen Feucht- und Trockenstandorten sollen als wichtige Biotopverbundachse im Steigerwaldvorland mit Anschluss an die landesweit bedeutsame Achse des Maintals für Arten sowohl der Gewässer- und Auenlebensräume als auch für Arten der Niedermoor- und Trockenstandorte gefördert werden.  

Die hervorragende Bedeutung des Unkenbachtals als Biotopverbundachse begründet sich vor allem auf den hier vorkommenden sehr wertvollen Sonderstandorten und Reliktlebensräumen in einer breiten Versumpfungsaue. Auf den ausgedehnten Flachmoorgebieten mit anmoorigen Böden und Niedermoorstandorten entwickelte sich eine floristisch außerordentlich reiche Vegetation, die jedoch mittlerweile durch Entwässerungsmaßnahmen und Nutzungsintensivierung auf wenige Restflächen zurückgedrängt wurde. Dennoch liegt nach wie vor ein landes- bis bundesweit bedeutsames Niedermoor- bzw. Streuwiesengebiet vor, in dem Sanierungs- und Optimierungsmaßnahmen dringend geboten sind, um wieder einen durchgängigen Biotopverbund aufzubauen. Im Gebiet kommen außerdem überregional bedeutsame Trockenstandorte vor. Aufgrund der Anbindung des Unkenbachtals an die landesweit bedeutsame Verbundachse des Maintals wird die hohe Bedeutung des Unkenbachtals als Biotopverbundachse für seltene und gefährdete Arten zusätzlich unterstrichen (siehe Ziel-Nr.: A 13.26).

Das Volkachtal (BV 15) soll im Steigerwaldvorland als wichtige Biotopverbundachse zwischen verschiedenen Naturräumen gestärkt werden. Als Verbindungskorridor zwischen Steigerwaldtrauf im Osten und Maintal im Westen soll insbesondere ihre Verbundfunktion für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope gefördert werden.  

Die Biotopverbundachse des Volkachtals hat ihren Ursprung im naturschutzfachlich bedeutsamen Bereich des Steigerwaldtraufs und stellt mit ihrem weiteren Verlauf durch das Steigerwaldvorland eine wichtige Verbindung zum Maintal als landesweit bedeutsame Hauptachse dar. Der Oberlauf der Volkach gilt im Bereich des Steigerwalds aus naturschutzfachlicher Sicht als regional, teils sogar als überregional bedeutsam, unter anderem auch aufgrund der hohen Gewässergüte. Während der Oberlauf noch relativ naturnah ausgebildet ist, sind unterhalb Gerolzhofen längere Abschnitte begradigt und die Aue ist in weiten Teilen ackerbaulich genutzt. Dennoch kommt dem Volkachtal als naturraumübergreifendes Verbindungselement eine hervorragende Bedeutung zu, deren Funktionsfähigkeit durch weitere Optimierung des Fließgewässers und der Aue unterstützt werden kann (siehe Ziel-Nr.: A 13.27, A 13.28).

Der Steigerwaldtrauf (BV 16) einschließlich der Maintalhänge am Nordrand des Steigerwalds soll in seiner Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse gestärkt werden. Innerhalb dieser Hauptachse soll die Biotopverbundfunktion vor allem für Arten der Trockenstandorte und strukturreicher Hänge gefördert werden.  

Der Steilanstieg des Steigerwalds verläuft im Norden zuerst am Maintal entlang, schwenkt dann innerhalb der Region nach Süden ab und setzt sich in südlicher Richtung außerhalb der Region weiter fort. Als bandartig ausgeprägte, äußerst strukturreiche Landschaft mit einem vielfältigen Lebensraumspektrum stellt der Streigerwaldtrauf eine landesweit bedeutsame Verbundachse für viele Pflanzen- und Tierarten der extensiv genutzten Kulturlandschaften und Hangwälder dar. Von herausragender Bedeutung ist vor allem die Funktion als Wanderkorridor für viele Arten der Trockenstandorte (siehe Ziel-Nr.: A 11.1, A 11.8).

Der Haßbergetrauf (BV 17) einschließlich der Maintalhänge am Südrand der Haßberge soll in seiner Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse gestärkt werden. Innerhalb dieser Hauptachse soll die Biotopverbundfunktion vor allem für Arten der Trockenstandorte und strukturreicher Hänge gefördert werden.  

Der Steilanstieg der Hassberge verläuft im Süden zuerst am Maintal entlang, schwenkt dann innerhalb der Region nach Norden ab und setzt sich in nördlicher Richtung bis an die Naturraumgrenze zum Grabfeldgau fort. Im Norden zieht sich der Haßbergetrauf um die nördliche Spitze der Hassberge in östlicher Richtung herum. Als bandartig ausgeprägte, äußerst strukturreiche Landschaft mit einem vielfältigen Lebensraumspektrum stellt der Haßbergetrauf eine landesweit bedeutsame Verbundachse für viele Pflanzen- und Tierarten der extensiv genutzten Kulturlandschaften und Hangwälder dar. Von herausragender Bedeutung ist vor allem die Funktion als Wanderkorridor für viele Arten der Trockenstandorte (siehe Ziel-Nr.: A 11.9, A 11.10).

Das Baunachtal (BV 18) soll in seiner Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachse zwischen den nördlichen Hassbergen, dem Itz-Baunach-Hügelland und dem Maintal gestärkt werden. Innerhalb dieser Hauptachse soll die Biotopverbundfunktion für Arten sowohl der Fließgewässer als auch der typischen Auenlebensräume gefördert werden.  

Mit dem Ursprung einiger Oberläufe in den nördlichen Hassbergen und dem weiteren Verlauf nach Südosten bis zum Maintal stellt das Baunachtal die zentrale Biotopverbundachse des Itz-Baunach-Hügellands dar. Die hervorragende Bedeutung für den regionalen Biotopverbund liegt einerseits in der naturraumübergreifende Verbundfunktion mit Anbindung an die landesweit bedeutsame Maintalachse und andererseits in der naturschutzfachlich überregionalen Bedeutung der Baunach mit ihrem überwiegend naturnahen Verlauf und der noch weitgehend grünlandgenutzten Aue begründet (siehe Ziel-Nr.: A 11.13, A 11.14).

Das Itztal (BV 19) soll in seiner Funktion als überregional bedeutsame Biotopverbundachsen zwischen verschiedenen Naturräumen gestärkt werden. Als wichtiger Verbindungskorridor zwischen dem außerhalb der Region liegenden nördlichen Grabfeldgau (nördlich Coburg), dem Itz-Baunach-Hügelland und dem Maintal im Süden soll seine Verbundfunktion insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope gefördert werden.  

Als zweite zentrale Biotopverbundachse neben der Baunach verläuft das Itztal überwiegend außerhalb der Region und wird im Osten nur randlich berührt. Aufgrund der Lage als Verbindungselement zwischen dem südlichen Vorland des Thüringer Waldes durch das gesamt Itz-Baunach-Hügelland bis zum Maintal im Süden ist dem Itztal eine hervorragende Bedeutung als Biotopverbundachse zuzusprechen (siehe Ziel-Nr.: A 11.15, A 11.16).


Biotopverbundachsen mit besonderer Bedeutung

Die Täler der Döllau (BV 20) und der Sulz (BV 21) in der südlichen bzw. nördlichen Vorder- und Kuppenrhön sollen in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachsen insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtlebensräume gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und vielfach auch die begleitenden Talhänge vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher in der südlichen Vorder- und Kuppenrhön dem Döllautal und in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön dem Sulztal eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.: A 35.4, A 35.5).

Die Talräume von Mahlbach (BV 22), Roßriether Bach (BV 23), Bahra (BV 24) und Nassach (BV 25) sollen in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachsen innerhalb des Grabfeldgaus insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtlebensräume gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und vielfach auch die begleitenden Talhänge vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher im nördlichen Grabfeldgau dem Mahlbachtal, dem Roßriether Bachtal und dem Bahratal sowie im südlichen Grabfeldgau dem Nassachtal eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.: A 13.1, A 13.2).

Die Talräume des Hausener Mühlbachs mit Hesselbacher Grund (BV 26), der Steinach (BV 27) mit Oberlauf und Abersfelder Mühlbach sowie des Wässernachtals (BV 28) sollen einschließlich der angrenzenden Talhänge in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachsen innerhalb des Hesselbacher Waldlands insbesondere für Arten der Gewässer-, Feucht- und Trockenlebensräume gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und hier vor allem auch die begleitenden Talhänge insbesondere dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Den genannten Tälern ist aus naturschutzfachlicher Sicht eine überwiegend regionale, in einem Abschnitt sogar überregionale Bedeutung zuzusprechen; an den Talhängen und angrenzenden Gebieten treten viele Trockenstandorte mit regionaler und überregionaler Bedeutung auf. Für den regionalen Biotopverbund im Hesselbacher Waldland spielen die genannten Achsen daher eine bedeutende Rolle, und dies sowohl in bezug auf den talgebundenen Feucht-Biotopverbund als auch hinsichtlich des Mager-Trocken-Verbunds an den Talhängen. Unterstrichen wird die Bedeutung außerdem durch die räumliche Anbindung an das Maintal (Biotopverbundachse mit hervorragender Bedeutung) (siehe Ziel-Nr.: A 13.16).

Das Werntal (BV 29) soll in seiner Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachse innerhalb der Gäulagen der Wern-Lauer-Platte, des Schweinfurter Beckens und der Gäuplatten im Maindreieck für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope und insbesondere auch für wiesenbrütende Vogelarten gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher in den westlichen Mainfränkischen Platten dem Werntal eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.: A 13.14).

Die Täler der Aurach (BV 30) und der Rauhen Ebrach (BV 31) im Steigerwald sollen in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachse mit Ursprung in den großen Waldgebieten des Steigerwalds insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und vielfach auch die begleitenden Talhänge vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher im Steigerwald den Tälern der Aurach und der Rauhen Ebrach eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.: A 11.2, A 11.3).

Die Täler des Ebelsbachs (BV 32) und der Lauter (BV 33) sollen in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachse in den Haßbergen insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope sowie für Arten der Trockenstandorte an den Talhängen gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und vielfach auch die begleitenden Talhänge vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher in den Haßbergen dem Ebelsbachtal und dem Lautertal eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.: 11.18, 11.19).

Die Täler der Weisach (BV 34) und des Albersdorfer Mühlbachs (BV 35) sollen in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachsen im Itz-Baunach-Hügelland mit Anbindung an den überregional bedeutsamen Verbundkorridor des Baunachtals gestärkt werden. Die Biotopverbundfunktion soll für Arten sowohl der Fließgewässer als auch der typischen Auenlebensräume gefördert werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und vielfach auch die begleitenden Talhänge vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher im Itz-Baunach-Hügelland dem Weisachtal und dem Tal des Albersdorfer Mühlbachs eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.:
A 11.13, A 11.14).

Die Täler der Rodach (BV 36) und der Alster (BV 37) sollen in ihrer Funktion als regional bedeutsame Biotopverbundachsen im Itz-Baunach-Hügelland mit Anbindung an den überregional bedeutsamen Verbundkorridor des Itztals insbesondere für Arten der Gewässer- und Feuchtbiotope gestärkt werden.  

Bachtälern kommt innerhalb der Kulturlandschaft aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und ihrer linearen Ausdehnung meist eine besondere Biotopverbundfunktion zu. Für den regionalen Biotopverbund sind Täler und vielfach auch die begleitenden Talhänge vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn sie aufgrund ihrer Lage innerhalb eines Naturraums zentrale Achsen darstellen, oder wenn sie aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutende Gebiete und Lebensräume miteinander verbinden. Als Ergänzung zu den Biotopverbundachsen mit hervorragender Bedeutung kommt daher im Itz-Baunach-Hügelland den am östlichen Rand der Region gelegenen Tälern von Rodach und Alster eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund zu (siehe Ziel-Nr.: A 11.15, A 11.16).


 

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