7 Leitbild der Landschaftsentwicklung

7.1 Schwerpunktgebiete naturschutzfachlicher Ziele

Die im Kapitel 6 dargestellten Zielkonzepte für die einzelnen Schutzgüter sowie für die naturbezogene Erholung stellen zusammen die umfassenden fachlichen Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege dar. Da sich die verschiedenen Zielkonzepte räumlich überlagern, ergeben sich für die einzelnen  Landschaftsräume – je nach Zusammentreffen der Zielsetzungen – ganz unterschiedliche Zielkombinationen sowie Kombinationen der Zielbedeutungen (hervorragende Bedeutung, besondere Bedeutung, allgemeine Bedeutung) und – hieraus abgeleitet – nach ökologischen Kriterien ausgerichtete Empfehlungen für Vorhaben und Maßnahmen anderer Nutzungen.

Daraus werden im Landschaftsentwicklungskonzept langfristig anzustrebende Funktionsräume bzw. Landnutzungstypen abgeleitet. Diese geben für die Region Main-Rhön ein Leitbild für eine zukünftige ökologisch verträgliche Entwicklung der Landschaft an. Die daraus resultierenden Empfehlungen und Maßnahmen für die nach ökologischen Anforderungen auszurichtenden Nutzungen richten sich nach der Bedeutung des Schutzzieles und des Schutzgutes aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege (siehe Kap. 7.2).

Je nach Leistungen der unterschiedlichen Landschaftsteile für Naturhaushalt und Landschaftsbild, die durch die Nutzungen zu berücksichtigen sind, werden folgende Gebietstypen (Funktionsräume) unterschieden (siehe Karte 6):

  • Gebiet mit langfristig natürlicher/naturnaher Entwicklung,
  • Landnutzung mit vorherrschenden Leistungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild,
  • Landnutzung mit bedeutenden Leistungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild,
  • Landnutzung mit begleitenden Leistungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild,
  • Übrige Flächennutzungen mit begleitenden Leistungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild.

Das dargestellte Leitbild der Landschaftsentwicklung zeigt damit aus einer ganzheitlichen Sichtweise heraus, wo und mit welcher Priorität Sicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen notwendig sind und gibt damit den räumlichen Orientierungsrahmen für Maßnahmen des Naturschutzes vor, wie z.B. für die Anwendung von Förderprogrammen zur Landschaftspflege oder für Schutzgebietsplanungen. Dieses Leitbild kann aber auch für andere Fachplanungsträger hilfreich sein, etwa für die Landwirtschaftsverwaltung bei Fragen des Ressourcenschutzes im Zusammenhang mit der Anwendung des Kulturlandschaftsprogramms oder für die Forstwirtschaft bei der Anwendung des waldbaulichen Förderprogramms.

Aus der Darstellung der angestrebten Funktionsräume werden auch Vorschläge für regionalplanerische Instrumente (insbesondere Landschaftliches Vorrang- und Vorbehaltsgebiet) zur Sicherung dieser Ziele abgeleitet. Aufbauend auf die Zielhierarchisierung kann hierbei jedem Gebietsvorschlag eine besondere Zweckbestimmung (prioritäre schutzgutbezogene Ziele) zugewiesen werden (siehe Karte 7a), wodurch ein wesentlich höherer Konkretisierungs- und Bestimmtheitsgrad der Instrumente „Landschaftliches Vorranggebiet“ und Landschaftliches Vorbehaltsgebiet“ erzielt wird (vgl. Kap. 8).

Im folgenden werden die aus der Zielbedeutung und -kombination abgeleiteten, angestrebten Funktionsräume in ihrer räumlichen Verteilung erläutert und allgemeine Ziele für die Funktionsräume dargestellt.
Die Karte „Leitbild der Landschaftsentwicklung“ (Karte 6) zeigt, dass die naturschutzfachlichen Ziele in Bezug auf die Bedeutung der verschiedenen Schutzgüter (Landschaftsfunktionen) räumlich sehr unterschiedlich verteilt sind und dass sich bestimmte Schwerpunkträume ergeben, in denen die naturschutzfachlichen Zielsetzungen einer Berücksichtigung durch andere Nutzungen bedürfen.


 

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