Erläuterungen und Begründungen zu den vorgeschlagenen landschaftlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebieten

Die Begründungen sind wie folgt gegliedert:

Der erste Absatz benennt die wichtigsten Sicherungsfunktionen (besondere Zweckbestimmungen) in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit.
Absatz 2 nennt weitergehende Zielsetzungen für die einzelnen Gebiete, die sich aus der Sicherungsfunktion des jeweiligen Landschaftlichen Vorrang- oder Vorbehaltsgebietes ergeben, insbesondere in Bezug auf andere Nutzungen.
Weitergehende Begründungen für die Ausweisung dieser Gebiete als Landschaftliche Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete finden sich in den der jeweiligen Zweckbestimmung entsprechenden schutzgutbezogenen Zielkonzepten (siehe Kap. 6).
Notwendige Maßnahmen, die sich aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege ergeben, sind in Kap. 7.3 gesondert zusammengestellt. Ferner sind in Kap. 11 weitere Maßnahmen in Form von Hinweisen für andere Nutzungen aufgeführt.


In den nachfolgenden Erläuterungen und Begründungen sind die Landschaftsräume, die als Landschaftliche Vorranggebiete vorgeschlagen werden, durch Fettdruck und die Abkürzung VRG hervorgehoben, Vorschläge für Landschaftliche Vorbehaltsgebiete tragen den Zusatz VBG.

 

Osthessisches Bergland (35)
(Hohe Rhön - 354,
Vorder- und Kuppenrhön - 353)

 

 

 

 

VRG 35.1   Naturschutzfachlich hochwertige Gebiete der südlichen Vorder- und Kuppenrhön
 

Die durch reich strukturierte Offenlandbereiche und kleinere Wälder gekennzeichneten Gebiete sollen aufgrund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität und ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung gesichert werden.

Der Strukturreichtum dieser Offenlandbereiche soll erhalten werden. Weitere Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen sind in diesen Bereichen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. Die landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung sollen auch weiterhin die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen.

VRG 35.2  Bach- und Flusstäler der Hohen Rhön sowie der Vorder- und Kuppenrhön
 

Folgende Bach- und Flußtäler der Hohen Rhön sowie der Vorder- und Kuppenrhön sollen für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, wegen ihrer Bedeutung für die Erhaltung von Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer, die Entwicklung von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen gesichert werden:
Talräume im Bereich der Oberläufe von

  • Kellersbach
  • Brend
  • Elsbach
  • Sulz sowie
  • Döllautal
  • Tal der Kleinen Sinn und
  • Tal der Sinn.

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden. Auch begleitende Steilhänge der Bachtäler sollen wegen ihrer Verbundfunktion für Arten der Mager-Trocken-Standorte und Arten der Gebüsche und Wälder sowie wegen ihres typischen landschaftlichen Erscheinungsbildes gesichert werden. Das Sinntal unterhalb Bad Brückenau ist darüber hinaus als wichtige Frischlufttransportbahn zu erhalten.

In den genannten Tälern ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung und möglichst großflächige Grünlandnutzung besonders wichtig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. Für die Neuschaffung von naturbetonten Lebensräumen und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden. In den Talräumen sollen keine großflächigen Waldbegründungen stattfinden. Wertvolle Offenlandbiotope sollen sowohl in den Tälern als auch an den Hangleiten nicht aufgeforstet werden, dies gilt auch für Täler mit Kaltluftabflussfunktion (vgl. Karte 1.3).
V.a. in Ortsbereichen und deren Umgriff sind die Auenfunktionen zu verbessern, v.a. Versiegelungen zurückzunehmen, die Durchgängigkeit der Gewässer zu fördern sowie Raum für eine naturnähere Gewässerbett- und Ufergestaltung zu schaffen.
Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum und zusätzliche Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen unterbleiben.

VRG 35.3   Truppenübungsplatz Wildflecken

Der Truppenübungsplatz Wildflecken soll aufgrund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, wegen seiner hervorragenden Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und seiner Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.
Darüber hinaus soll das Gebiet des Truppenübungsplatzes Wildflecken in weiten Teilen wegen des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden. Das Tal der Kleinen Sinn ist darüber hinaus auf Grund seiner Auenfunktionen sicherungswürdig.

Das Gebiet des Truppenübungsplatzes Wildflecken zeichnet sich durch zahlreiche überregional und landesweit bedeutsame Lebensräume und Arten aus. Von herausragender Bedeutung sind vor allem wertvolle Stillgewässer mit bayernweit bedeutsamen Amphibienvorkommen, bayernweit einmalige Artenvorkommen in Feuchtlebensräumen und seltene Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer und Quellen. Wichtigstes Ziel ist demnach die Sicherung der bedeutsamen Lebensräume und Artvorkommen im Truppenübungsplatz. Darüber hinaus soll aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes der Umbau nadelholzdominierter Waldbestände in naturnahe Wälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung angestrebt werden, weil diese häufig auf versauerungsgefährdeten Böden vorkommen.

VRG 35.4       Schwarze Berge

Das dargestellte Gebiet soll aufgrund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, wegen seiner hervorragenden Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und seiner Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.

Darüber hinaus soll es wegen seiner hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung und seines landschaftlichen Erscheinungsbilds, insbesondere in den Hanglagen östlich Oberbach und südlich der Platzer Kuppe auch wegen des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Das Gebiet der Schwarzen Berge ist durch großflächiges, vielfältiges Extensivgrünland und naturnahe Wälder geprägt und besitzt aus naturschutzfachlicher Sicht landesweite Bedeutung. Der überwiegende Teil der waldfreien Gebiete wird von unterschiedlichsten Grünlandgesellschaften geprägt, die durch regelmäßige Mahd und Nachweide mit Rindern entstanden sind. Die Wälder stellen sich zu einem großen Anteil noch als naturferne oder stark überformte Bestände mit zum Teil hohem Fichtenanteil dar, Aufforstungen nicht mehr wirtschaftlicher Grünlandflächen fanden bis heute statt. V.a. im Norden kommen noch naturnahe Laubwälder vor. Aus Gründen des Artenschutzes und der Erholungsvorsorge sollen die Waldgebiete als große zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume mit geringem Zerschneidungsgrad erhalten werden. Vordringlich soll der Umbau nadelholzdominierter Waldbestände in naturnahe Wälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung angestrebt werden. Von zentraler Bedeutung in diesen Gebieten sind ansonsten neben der Bewahrung der vielfältigen und strukturreichen Kulturlandschaften mit ihrem parkartigen Erscheinungsbild insbesondere die Erhaltung und Förderung von Hecken, Ranken, Feuchtgebieten, trockenen Magerwiesen und Borstgrasrasen sowie die Sicherung der bayernweit seltenen Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer in Bachoberläufen und Quellen. Verbrachung und Verbuschung sollen weitgehend vermieden werden, Aufforstungen sollen unterbleiben, jüngere Aufforstungen sollen aus Gründen des Artenschutzes und der Erholungsvorsorge zurückgenommen werden.
Eingriffe, die Lebensraumqualität und Erscheinungsbild dieser Landschaft nachhaltig verändern (z.B. Verbauung der Fern- und Identifikationswirkung von Basaltkuppen) oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. Durch die Erholungsnutzung verursachte Beeinträchtigungen der für den Arten- und Biotopschutz hochwertigen Gebiete sind zu vermeiden. Eine weitere Inanspruchnahme des Raumes für intensive Formen der Erholungsnutzung soll daher vermieden werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll weiterhin die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie v.a. in den o.g. Gebieten mit empfindlichen Böden diejenigen des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen.

VRG 35.5   Kulturlandschaft und Waldgebiete westlich Bischofsheim

Die dargestellten Gebiete sollen aufgrund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität, wegen der günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und ihrer Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.

Darüber hinaus sollen sie wegen ihrer hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung und ihres landschaftlichen Erscheinungsbilds, südlich Oberweißenbrunn am Arnsberg auch wegen des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Die dargestellten Gebiete zeichnen sich durch eine vielfältige Kulturlandschaft von landesweiter Bedeutung mit verschiedensten Grünlandtypen, strukturreichen Hängen (v.a. im Raum Oberweißenbrunn) und Wäldern aus. Aus Gründen des Artenschutzes und der Erholungsvorsorge sollen die Waldgebiete als zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume mit geringem Zerschneidungsgrad erhalten werden. Das Waldgebiet westlich Bischofsheim mit hohem Anteil an Nadelholzreinbeständen soll in einen naturnahen Laubwald mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Von zentraler Bedeutung in diesen Gebieten sind neben der Bewahrung der vielfältigen und strukturreichen Kulturlandschaften insbesondere die Erhaltung und Förderung von Feuchtgebieten, trockenen Magerwiesen, Kalkmagerrasen und Borstgrasrasen sowie die Sicherung der bayernweit seltenen Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer in Bachoberläufen und Quellen. Verbrachung und Verbuschung sollen weitgehend vermieden werden, Aufforstungen sollen nicht durchgeführt werden.
Eingriffe, die Lebensraumqualität und Erscheinungsbild dieser Landschaft nachhaltig verändern (z.B. Bebauung ausgeprägter Hanglagen oder Kuppen) oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. Durch die Erholungsnutzung verursachte Beeinträchtigungen der für den Arten- und Biotopschutz hochwertigen Gebiete sind zu vermeiden. Eine weitere Inanspruchnahme des Raumes für intensive Formen der Erholungsnutzung soll daher vermieden werden. Im Raum Oberweißenbrunn soll das vorhandene Wegenetz so erhalten und gestaltet werden, dass die Gebiete für Wanderer zu Fuß oder mit dem Rad möglichst in Form von Rundwegen erschlossen und erlebbar sind. Die landwirtschaftliche Nutzung soll weiterhin die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie v.a. in den o.g. Gebieten mit empfindlichen Böden diejenigen des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen (Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw. extensive Nutzungsformen anstreben).

VRG 35.6   Hangwaldgebiet südlich des Heidelstein

Das Hangwaldgebiet südlich des Heidelstein soll aufgrund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, wegen seiner günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und seiner Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.

Darüber hinaus soll dieses Gebiet wegen seiner hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung und seines landschaftlichen Erscheinungsbilds gesichert werden.

Dieses Gebiet zeichnet sich durch großflächige Wälder und eingestreuten Wiesen und Weiden mit verschiedensten Grünlandtypen aus. Die Wälder mit hohem Anteil an Nadelholzreinbeständen sollen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Aus Gründen des Artenschutzes und der Erholungsvorsorge sollen die großflächigen Waldgebiete als große zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume mit geringem Zerschneidungsgrad erhalten werden. In diesen sehr waldreichen Gebieten sollte allerdings der Wald nicht auf Kosten der Offenlandbereiche ausgeweitet werden. Vielmehr sollen die traditionellen, kleinteiligen Offenlandschaften freigehalten und gepflegt und damit die Vielfalt an wertvollen Gründlandgesellschaften erhalten und gefördert werden. Der Reichtum an Gehölzstrukturen und die Kleinteiligkeit der Kulturlandschaft nördlich Bischofsheim sollen erhalten werden.
Eingriffe, die Lebensraumqualität und Erscheinungsbild dieser Landschaft nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen wie v.a. der Basaltabbau, sollen unterbleiben. Durch die Erholungsnutzung verursachte Beeinträchtigungen der für den Arten- und Biotopschutz hochwertigen Gebiete sind zu vermeiden. Eine Inanspruchnahme des Raumes für intensive Formen der Erholungsnutzung soll daher vermieden werden. Die Bewirtschaftung und Pflege der Flächen soll weiterhin auf die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie des Boden- und Grundwasserschutzes ausgerichtet bleiben.

VRG 35.7    Lange Rhön
      

Das Gebiet der Langen Rhön soll aufgrund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, wegen seiner hervorragenden Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und seiner Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.

Darüber hinaus soll dieses Gebiet auch zum Schutz sehr empfindlicher bzw. seltener Böden gesichert werden. Auch seine hervorragende Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung und sein einzigartiges landschaftliches Erscheinungsbild lassen es erhaltungs- und sicherungswürdig erscheinen.

Das Basaltplateau der Langen Rhön stellt sich als einmalige, vielgestaltige Kulturlandschaft mit einer naturschutzfachlich landesweiten Bedeutung dar. Eine bayernweite Besonderheit stellen insbesondere die Sonderstandorte auf Basalt dar. Der überwiegende Teil der waldfreien Gebiete wird von unterschiedlichsten Grünlandgesellschaften geprägt, die durch regelmäßige Mahd und Nachweide mit Rindern entstanden sind. Waldbereiche stellen sich zu einem großen Anteil noch als naturferne oder stark überformte Bestände mit zum Teil hohem Fichtenanteil dar. Von zentraler Bedeutung sind die Erhaltung und Förderung von Feuchtgebieten wie dem Schwarzen Moor, trockenen Magerwiesen, und großflächigen Borstgrasrasen sowie die Sicherung der bayernweit seltenen Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer in Bachoberläufen und Quellen. Vor allem auch die Erhaltung des großflächigen Extensivgrünlandes und der Umbau der fichtendominierten Forste stellen wichtige Zielsetzungen dar. Die Fichtenstreifen aus der Zeit des Dritten Reiches sind aus ökologischer und landschaftsästhetischer Sicht zwar auch als negativ zu bewerten, aus landschaftshistorischer Sicht sind sie allerdings als historische Kulturlandschaftselemente mit eindeutigem Denkmalcharakter einzuschätzen und sollten daher zumindest exemplarisch erhalten werden.
Eingriffe, die Lebensraumqualität und Erscheinungsbild dieser Landschaft nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. Die Bewirtschaftung und Pflege der Flächen soll weiterhin auf die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie des Boden- und Grundwasserschutzes ausgerichtet bleiben. Verbrachung, Verbuschung sollen weitgehend vermieden werden, Aufforstungen sollen unterbleiben. Um Beeinträchtigungen infolge der hohen Besucherzahlen zu vermeiden, kommt einer effizienten Besucherlenkung eine besondere Bedeutung zu. Eine weitere Erschließung v.a. des Schwarzen Moores zu touristischen Zwecken soll nicht erfolgen.

VRG 35.8    Waldreiche Osthänge der Langen Rhön

Die waldreichen Osthänge der Langen Rhön sollen aufgrund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität, wegen ihren günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und ihrer Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.

Darüber hinaus soll dieses Gebiet wegen seiner hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung und seines landschaftlichen Erscheinungsbilds, die Teilgebiete westlich Ginolfs, südwestlich Roth, westlich Rüdenschwinden und nördlich Leubach auch aus Gründen des Bodenschutzes gesichert werden.

Die Osthänge der Langen Rhön zeichnen sich durch eine vielfältige Kulturlandschaft von landesweiter Bedeutung mit verschiedensten Grünlandtypen und großflächigen Wäldern mit vielen bayernweit seltene Besonderheiten aus. Aus Gründen des Artenschutzes und der Erholungsvorsorge sollen die großflächigen Waldgebiete als große zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume mit geringem Zerschneidungsgrad erhalten werden. In diesen sehr waldreichen Gebieten sollte allerdings der Wald nicht auf Kosten der Offenlandbereiche ausgeweitet werden. Vielmehr sollen traditionelle Offenlandschaften freigehalten und gepflegt und damit die Vielfalt an wertvollen Gründlandgesellschaften erhalten und gefördert werden. Der Reichtum an Gehölzstrukturen und die Kleinteiligkeit der Kulturlandschaft im Raum Leubach sollen erhalten werden.
Eingriffe, die diese Landschaft nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. V.a. soll künftig eine weitere Nutzung der Hanglagen zu Bauzwecken vermieden werden. Durch die Erholungsnutzung verursachte Beeinträchtigungen der für den Arten- und Biotopschutz hochwertigen Gebiete sind zu vermeiden. Eine weitere Inanspruchnahme des Raumes für intensive Formen der Erholungsnutzung soll daher vermieden werden. Im Raum Leubach soll das vorhandene Wegenetz so erhalten und gestaltet werden, dass die Gebiete für Wanderer zu Fuß oder mit dem Rad möglichst in Form von Rundwegen erschlossen und erlebbar sind. Die landwirtschaftliche Nutzung soll weiterhin die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie v.a. in den o.g. Gebieten mit empfindlichen Böden diejenigen des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen (Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren bzw. extensive Nutzungsformen anstreben).

VRG 35.9      Abschnitte des Brend- und Sulztals mit vorrangig bedeutsamen Auenfunktionen
 

Die genannten Flusstäler sollen zwischen Oberweißenbrunn und Frankenheim sowie unterhalb Wilmars zum Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen, zum Schutz wertvoller Aueböden sowie für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme und Feuchtgebietslebensräumen gesichert werden:

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild und ihre Bedeutung für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten werden.

In den genannten Talabschnitten ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung besonders wichtig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. In den Talräumen sollen keine Waldbegründungen stattfinden.
In beiden Talabschnitten soll v.a. die Optimierung vorhandener Feuchtgebietslebensräume gefördert werden, im Sulztal auch für die Neuschaffung von naturbetonten Lebensräumen Flächen bereitgestellt werden. Diffuse Stoffeinträge sind v.a. im Sulztal zu reduzieren. Dazu soll v.a. die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland dienen. Eine Siedlungsentwicklung in den Auenfunktionsräumen soll unterbleiben.

VRG 35.10  Strukturreiche Landschaften des Wellenkalkzuges der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön
 
     

Die dargestellten Gebiete in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön sollen aufgrund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität und ihrer Lage im regionalen Biotopverbund erhalten und gesichert werden.

Darüber hinaus sollen die Wälder nordöstlich Stockheim und die Landschaft nördlich Fladungen wegen ihrer hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung, die Gebiete nördlich Ostheim und bei Brüchs auch aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes gesichert werden.

Im Bereich der gesamten südlichen Randzone der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön und an einigen vorgelagerten Hängen zum Streutal kommen zahlreiche, teils überregional bedeutsame Trockenstandorte vor, die als wichtiges Bindeglied zwischen den unterfränkischen und thüringischen Muschelkalktrockenstandorten fungieren. Durch die Erhaltung naturnaher Mischwälder und lichter Kiefernwälder soll diese wichtige Teillandschaft innerhalb des landesweit bedeutsamen Trocken-Biotopverbunds im unterfränkischen Muschelkalkzug erhalten werden.
Das Gebiet nördlich Fladungen soll durch eine angepasste Bewirtschaftung und Siedlungsentwicklung als traditionell geprägte und reich gegliederte Kulturlandschaft erhalten werden. Eingriffe (v.a. bauliche Maßnahmen), die dargestellten Gebiete nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie v.a. in den Gebieten nördlich Ostheim und bei Brüchs auch diejenigen des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen.
Wichtige Beispielgebiete: siehe Erläuterungs- und Begründungstext

VBG 35.11    Gebiete mit besonders empfindlichen Böden im Raum Motten
    
Diese Böden in der Umgebung von Motten sollen aus Gründen des Bodenschutzes, als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften sowie wegen des Grundwasserschutzes gesichert werden.

Die bisherige Grünlandnutzung soll hier beibehalten und in extensiver Form durchgeführt werden.
Auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften sollen entsprechende Entwicklungen gezielt gefördert und eine Überbauung dieser Gebiete sowie ein Abbau von Rohstoffen vermieden werden.

VBG 35.12 Vorrangig erholungswirksame Gebiete der südlichen Vorder- und Kuppenrhön

Die dargestellten Landschaftsteile sollen in ihrer Erlebniswirksamkeit für die ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität erhalten und entwickelt werden. Daneben sollen die dargestellten Gebiete südlich und südöstlich Bad Brückenau und nordwestlich Modlos zum Schutz der Böden, westlich Kothen und bei Motten wegen des Grundwasserschutzes, sowie wegen des in Teilbereichen abwechslungsreichen Landschaftsbilds entwickelt und gesichert werden.

Im Offenland-Bereich soll ein schleichender Verlust gliedernder Landschaftselemente und damit eine Verarmung des Landschaftsbildes durch Beseitigung von Strukturen oder durch Verbuschung bzw. Aufforstung verhindert werden. Ebenso sind Beeinträchtigungen der Sichtbeziehungen zu den charakteristischen Basaltkegeln, z.B. durch die Errichtung großdimensionierter Gebäude, zu vermeiden. Beeinträchtigungen der bestehenden naturbetonten Flächen und Strukturen sowie des Landschaftsbildes sollen vermieden werden. Für eine Strukturanreicherung und den Aufbau eines Biotopverbundsystems sollen Flächen zur Verfügung gestellt werden. Eine Ausweitung der verlärmten Bereiche soll verhindert werden. Die Waldverjüngung in den nadelholzdominierten Wäldern unmittelbar südlich Bad Brückenau soll künftig auf die Entwicklung strukturreicher Wälder mit hohem Laubholzanteil ausgerichtet sein.
Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholungsnutzung in hohem Maße berücksichtigen. Auf eine grundwasser- und bodenschonende landwirtschaftliche Nutzung mit verringertem Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz soll - insbesondere in den o.g. Gebieten - hingewirkt werden. Eine weitere Siedlungsentwicklung soll maßvoll erfolgen. Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden. Eine Bebauung sowie Rohstoffabbau an ausgeprägten Hanglagen soll vermieden werden.

VBG 35.13    Vorrangig erholungswirksames Waldgebiet zwischen Wildflecken und Kreuzberg
 

Die dargestellten Landschaftsteile sollen vorrangig in ihrer Erlebniswirksamkeit für die ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität erhalten und entwickelt werden. Daneben soll das in Teilbereichen abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten werden und der Bodenschutz verbessert werden.

Das Gebiet zeichnet sich auch durch seinen Wert für den Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume aus. Um Beeinträchtigungen durch die Erholungsnutzung zu verhindern, soll das Gebiet ausschließlich der ruhigen, naturbezogenen Erholung vorbehalten bleiben. Dabei gilt es die Erholungsnutzung durch geeignete Maßnahmen so zu lenken, dass Störungen der wertvollen Lebensräume weitmöglich ausgeschlossen werden können.
Vor allem auf versauerungsempfindlichen Böden ist aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes eine Überführung von Nadel- in naturnahe Mischwälder vordringlich.

VBG 35.14 Strukturreiche Landschaften und Waldgebiete der Hohen Rhön und der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön mit hohem Erholungswert
 
Die dargestellten Landschaftsteile sollen vorrangig in ihrer Erlebniswirksamkeit für die ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität erhalten und entwickelt werden. Daneben sollen die dargestellten Gebiete westlich Fladungen zum Schutz der Böden, bei Stetten wegen des Grundwasserschutzes sowie wegen des in Teilbereichen abwechslungsreichen Landschaftsbilds entwickelt und gesichert werden.

Der Strukturreichtum der Kulturlandschaften westlich Fladungen und südlich Ginolfs soll erhalten werden. Aufforstungen sowie der Wiederbewaldung durch Verbuschung soll entgegengewirkt werden. Das landschaftliche Erscheinungsbild und die Lebensraumqualität in den ausgeräumteren Fluren westlich Stetten sollen durch die Entwicklung naturnaher Strukturen, extensivgenutzter Flächen und die Verbesserung des Biotopverbunds, in den Waldgebieten Forst Ostheim v.d. Rhön und Hart längerfristig durch den Umbau nadelholzdominierter Waldbestände in Laub- und Mischwaldbestände aufgewertet werden. Die großflächigen Waldgebiete sollen als große zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume erhalten und entwickelt werden.
Das vorhandene Wegenetz soll so erhalten und gestaltet werden, dass die Gebiete für Wanderer zu Fuß oder mit dem Rad möglichst in Form von Rundwegen erschlossen und erlebbar sind. Auf eine grundwasser- und bodenschonende landwirtschaftliche Nutzung mit verringertem Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz soll – insbesondere westlich Fladungen und bei Stetten – hingewirkt werden. Für eine Strukturanreicherung und den Aufbau eines Biotopverbundsystems sollen Flächen zur Verfügung gestellt werden. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll die Belange des Arten- und Biotopschutzes in hohem Maße berücksichtigen. Eine weitere Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung soll maßvoll erfolgen. Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden.

Wichtige Beispielgebiete:
südlich Ginolfs, westlich Fladungen, Wälder zwischen Stockheim und Wilmars.

VBG 35.15  Vorrangig erholungswirksame Wälder mit hohem Nadelholzanteil

Die dargestellten Waldgebiete sollen vorrangig wegen ihrer Erlebniswirksamkeit für die ruhige, naturbezogene Erholung sowie als z.T. große, zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume erhalten und entwickelt werden.

Die Böden in diesen Gebieten sollen aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes (Versauerungsgefährdung) gesichert werden.

Wegen der Erholungseignung, ihrer bedeutenden Lebensraumfunktion und des vorsorgenden Boden- und Grundwasserschutzes sollen die Wälder mit hohem Anteil an Nadelholzreinbeständen in naturnahe Laubwälder (Buchenwaldgesellschaften) mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden.

Wichtige Beispielgebiete:

Wälder westlich Fladungen, nordwestlich Geroda, westlich Modlos.

VBG 35.16 Kulturlandschaften der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön

Die Kulturlandschaften in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön sollen aufgrund ihrer Biotopausstattung, v.a. aber wegen ihren günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume gesichert und ausgehend von den benachbarten Gebieten mit hervorragender Bedeutung zu funktionsfähigen Biotopverbundsystemen weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus sollten diese Gebiete aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes gesichert werden. Auch das Erscheinungsbild der Landschaft soll gesichert und entwickelt werden.

Die Gebiete weisen eine geringere Ausstattung mit naturbetonten Biotopen auf und sind in höherem Maße von intensiven Nutzungsformen geprägt und sollten daher wieder mit naturnahen Lebensräumen und extensiven Nutzungsformen angereichert werden, um ausgehend von den Gebieten mit hervorragender Bedeutung ein funktionsfähiges Biotopverbundsystem in einem insgesamt herausragenden Naturraum zu schaffen. Mit besonderem Nachdruck sollte diese Entwicklung vor allem auch aufgrund der Vorbildfunktion von Gebieten im Biosphärenreservat Rhön gefördert werden.
Dies soll auch zur Aufwertung des Landschaftsbilds beitragen.
Für eine Strukturanreicherung und den Aufbau eines Biotopverbundsystems sollen Flächen zur Verfügung gestellt werden. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll die Belange des Arten- und Biotopschutzes in hohem Maße berücksichtigen.
Auf eine grundwasser- und bodenschonende landwirtschaftliche Nutzung mit verringertem Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz soll hingewirkt werden.
Da sich die Gliederung des Landschaftsbildes weniger aus einem besonderen Reichtum an naturnahen Strukturen, sondern vielmehr durch die relative Kleinteiligkeit der Flurstruktur und die unterschiedliche Bewirtschaftung der Nutzparzellen ergibt, kommt der Erhaltung noch vorhandener kleinteiliger Parzellenmuster in dieser Landschaftseinheit eine besondere Bedeutung zu.

Wichtige Beispielgebiete:
Bereiche nordöstlich Ostheim, östlich des Streutals zwischen Fladungen und Nordheim und westlich Urspringen.

VBG 35.17  Gebiete der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön mit vorrangiger Bedeutung für den Schutz empfindlicher Böden
 

Die Böden in diesen Gebieten sollen aus Gründen des Boden- und damit auch des Grundwasserschutzes und als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften gesichert werden.

Das Erscheinungsbild und die Biotopausstattung dieser Landschaftsteile sollen entwickelt werden.

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.
Zur Aufwertung des Landschaftsbildes und der Lebensraumqualität soll durch die Entwicklung naturnaher Strukturen eine stärkere Gliederung dieser Flurbereiche angestrebt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiet südlich Fladungen, nördlich Wilmars.

VBG 35.18 Gebiete der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön mit vorrangiger Bedeutung für den Grundwasserschutz

Die Böden in diesen Gebieten sollen aus Gründen des Grundwasserschutzes gesichert werden.
Das Erscheinungsbild und die Biotopausstattung dieser Landschaftsteile sollen entwickelt werden.

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden.
Zur Aufwertung des Landschaftsbildes und der Lebensraumqualität soll durch die Entwicklung naturnaher Strukturen eine stärkere Gliederung dieser Flurbereiche angestrebt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiet zwischen Stetten, Sondheim und Nordheim sowie südöstlich Willmars.

VBG 35.19       Waldgebiete der südlichen Vorder- und Kuppenrhön mit hohem Entwicklungspotenzial

Die durch großflächige Wälder gebildeten Gebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität und ihres hohen naturschutzfachlichen Entwicklungspotenzials, ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung und im Nordteil auch auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert und entwickelt werden.

Die Wälder mit hohen Anteil an Nadelholzreinbeständen sollen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen. Vor allem bei Wäldern auf versauerungsempfindlichen Böden ist aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich.

Weitere Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen sind in diesen Bereichen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. In diesem sehr waldreichen Gebiet sollte der Wald nicht auf Kosten der Offenlandbereiche, insbesondere der wertvollen Grünlandbereiche, ausgeweitet werden.

VBG 35.20 Bachtäler der Vorder- und Kuppenrhön mit Entwicklungsbedarf

Folgende Bachtäler der Vorder- und Kuppenrhön sollen für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, von Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer und von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen und zum Schutz empfindlicher Böden gesichert und entwickelt werden:

-     Streutal südlich Fladungen und

-     Sinntal südlich Oberbach.

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild entwickelt sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden. Auch begleitende Steilhänge der Bachtäler sollen wegen ihrer Verbundfunktion für Arten der Mager-Trocken-Standorte und Arten der Gebüsche und Wälder sowie wegen ihres typischen landschaftlichen Erscheinungsbildes gesichert werden.
Noch bestehende Feuchtwiesenreste und Seggenrieder sind als wichtige Ausgangsbiotope des Biotopverbundes zu erhalten und durch extensive Mähnutzung zu pflegen.

In den genannten Tälern ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung und möglichst großflächige Grünlandnutzung besonders wichtig. Die Förderung eines höheren Grünlandanteils und die Entwicklung bzw. Revitalisierung von Auestandorten sind v.a. im Streutal notwendig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. Für die Neuschaffung von naturbetonten Lebensräumen und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden. In den Talräumen sollen keine großflächigen Waldbegründungen stattfinden. Wertvolle Offenlandbiotope sollen sowohl in den Tälern als auch an den Hangleiten nicht aufgeforstet werden.
V.a. in Ortsbereichen und deren Umgriff sind die Auenfunktionen zu verbessern, v.a. Versiegelungen zurückzunehmen, die Durchgängigkeit der Gewässer zu fördern sowie Raum für eine naturnähere Gewässerbett- und Ufergestaltung zu schaffen.
Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum und zusätzliche Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen unterbleiben.

VBG 35.21 Waldgebiete der Hohen Rhön mit hohem Entwicklungspotenzial

Die dargestellten Gebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität, ihres hohen naturschutzfachlichen Entwicklungspotenzials und ihrer Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems gesichert und entwickelt werden.

Darüber hinaus sollen sie wegen ihrer hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung und ihres landschaftlichen Erscheinungsbilds gesichert werden.

Die Wälder mit hohen Anteil an Nadelholzreinbeständen sollen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen. Vor allem bei Wäldern auf versauerungsempfindlichen Böden ist auch aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich. Ansonsten sollte hier der Schwerpunkt auf der Erhaltung und Optimierung dieser vielfältigen Kulturlandschaft und naturnaher Laubwälder liegen. Aus Gründen des Artenschutzes und der Erholungsvorsorge sollen die Waldgebiete als zusammenhängende und möglichst naturnahe Lebensräume mit geringem Zerschneidungsgrad erhalten werden. Verbrachung und Verbuschung sollen weitgehend vermieden werden, Aufforstungen sollen nicht durchgeführt werden.
Eingriffe, die Lebensraumqualität und Erscheinungsbild dieser Landschaft nachhaltig verändern oder beeinträchtigen (z.B. fernwirksame Einrichtungen), in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. Die Erholungsnutzung soll so gelenkt werden, dass Störungen wertvoller Lebensräume weitmöglich ausgeschlossen werden können. Eine weitere Inanspruchnahme des Raumes für intensive Formen der Erholungsnutzung soll vermieden werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll weiterhin die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie v.a. in den o.g. Gebieten mit empfindlichen Böden diejenigen des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen.

VBG 35.22     Landschaften des Wellenkalkzuges mit hohem Entwicklungspotenzial

Die dargestellten Gebiete in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität, v.a. aber wegen ihren günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume gesichert und zu funktionsfähigen Biotopverbundsystemen weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus sollen die Wälder nördlich und nordwestlich Eussenhausen wegen ihrer hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung, die Hangbereiche östlich Nordheim auch aus Gründen des Bodenschutzes gesichert werden.

Im Bereich der gesamten südlichen Randzone der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön und an den vorgelagerten Hängen zum Streutal kommen zahlreiche Trockenstandorte vor, die als wichtiges Bindeglied zwischen den unterfränkischen und thüringischen Muschelkalktrockenstandorten fungieren. Aufgrund des hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume im Bereich des hier anstehenden Wellenkalks soll der Biotopverbund für Trockenstandorte unter Einbeziehung lichter Kiefernwaldbestände gefördert werden. Durch die Förderung naturnaher Mischwälder – auch zur Aufwertung von Landschaftsbild und Erholungseignung – und auch ausgewählter lichter Kiefernwälder soll diese wichtige Teillandschaft innerhalb des landesweit bedeutsamen Trocken-Biotopverbunds im unterfränkischen Muschelkalkzug bezüglich ihrer Lebensraumfunktion optimiert werden.
Eingriffe (v.a. bauliche Maßnahmen), die dargestellten Gebiete nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu Zerschneidungen oder Verlärmung führen, sollen unterbleiben. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie v.a. östlich Nordheim auch diejenigen des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen.

Wichtige Beispielgebiete: siehe Erläuterungs- und Begründungstext


 

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