Spessart, Südrhön (14)
(Südrhön – 140)

 

 

 

 

VRG 14.1         Waldgebiete zwischen Bischofsheim und Bad Kissingen

Diese meist großflächigen Wälder sollen aufgrund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität und ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung gesichert werden.

Daneben sind sie auch wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds und auf Grund des Vorkommens gegenüber Versauerung empfindlicher Böden sicherungswürdig.

Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit großen Flächenansprüchen und der Erholungsvorsorge v.a. auch in der Umgebung der Kurstadt Bad Kissingen sind weitere Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen in diesen Bereichen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. Es sollen die Vielfalt und Naturnähe der Wälder erhalten sowie Wälder mit hohen Anteil an Nadelholzreinbeständen (v.a. südlich Wegfurt) in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Auch wegen der positiven Wirkung auf das Landschaftsbild und wegen der versauerungsempfindlichen Böden ist aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich.
Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen.
In diesem sehr waldreichen Gebiet sollte der Wald nicht auf Kosten der Wiesentäler und der wenigen Waldlichtungen ausgeweitet werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Nördlicher Burgwallbacher Forst, Klauswald Süd

VRG 14.2         Strukturreiche Kulturlandschaften der Südrhön

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Vielfalt und ihres Strukturreichtums mit einem hohen Anteil naturschutzfachlich wertvoller Lebensräume bzw. mit einem hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume und ihrer Funktion als Ausgangsgebiete zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems gesichert werden. Daneben sollen sie auch wegen ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung, wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds und auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Vielfalt und Strukturreichtum sowie der Charakter als Spätsiedlungsland (Raum Waldberg – Sandberg) sollen erhalten werden, dazu soll v.a. der Aufforstung und Verbrachung entgegengewirkt werden. Die hier überwiegende Grünlandnutzung soll beibehalten werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete zwischen Premich und Sandberg, im Raum Bischofsheim – Unterweißenbrunn - Wegfurt

VRG 14.3         Neuwirthshauser Forst

Das großflächige Waldgebiet des Neuwirthshauser Forsts soll aufgrund seiner sehr hohen Lebensraumqualität mit günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume erhalten und gesichert werden. Daneben ist es auch wegen seiner Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung und das landschaftliche Erscheinungsbild, in seinem Zentralbereich auch auf Grund des Vorkommens gegenüber Versauerung empfindlicher Böden sicherungswürdig und zu entwickeln.

Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit großen Flächenansprüchen und der ruhigen, naturbezogenen Erholung sind weitere Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. Es sollen aus Artenschutzgründen, aber auch wegen der Erholungsvorsorge die standörtliche Vielfalt, die Großflächigkeit sowie die Naturnähe der Wälder erhalten werden. Wälder v.a. im Zentralbereich mit hohen Anteil an Nadelholzreinbeständen sollen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Auch wegen der positiven Wirkung auf das Landschaftsbild und wegen der dortigen versauerungsempfindlichen Böden ist aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich.
Die forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen. In diesem Waldgebiet sollen Wiesentäler und Waldwiesen als Relikte der ehemaligen großflächig betriebenen Waldwiesenwirtschaft zur Streu- und Futtergewinnung unbedingt offengehalten und gepflegt werden. Hierzu soll der standorttypische Wasserhaushalt staunasser und organischer Böden sichergestellt werden. Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit großen Flächenansprüchen und der ruhigen, naturbezogenen Erholung sind Flächenverluste und weitere Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar.

VRG 14.4         Wellenkalkgebiete westlich und nördlich Hammelburg

Diese Gebiete sollen auf Grund der in hoher Dichte vorkommenden überregional und landesweit bedeutsamen Mager- und Halbtrockenrasen sowie der lichten Wälder auf Trockenstandorten und ihrer Funktion als Ausgangsgebiete zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems gesichert werden.

Daneben sollen sie auch wegen ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung, wegen des von der Maßstäblichkeit und dem Formenschatz einer historischen Kulturlandschaft geprägten landschaftlichen Erscheinungsbilds und des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Gefährdungen durch Verbuschung, Nutzungsaufgabe, Aufforstung, Zusammenlegung von Rebfluren und anschließender Intensivierung soll ebenso entgegengewirkt werden wie Nachpflanzungen in den Steppenheide-Kiefernwäldern (zunehmende Beschattung, Anreicherung der Rohhumusauflage).
Eine Zerschneidung oder Beeinträchtigung durch bauliche Maßnahmen soll auf keinen Fall stattfinden. Auf eine boden- und grundwasserschonende Bewirtschaftung der Weinberge ist hinzuwirken. Die landwirtschaftliche Nutzung soll in stärkerem Maße als Grünland erfolgen und auch auf die Pflege dieser Kulturlandschaft mit ihrem hohen Eigenartswert ausgerichtet sein. Sie soll verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden.

VRG 14.5         Tal der Fränkischen Saale

Das Tal der Fränkischen Saale in der Südrhön soll für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, die Entwicklung von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen gesichert werden. Daneben sollen seine gliedernde Funktion im Landschaftsbild sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden. Westlich Hammelburg ist darüber hinaus seine Funktion als wichtige Frischlufttransportbahn zu erhalten.

Aufgrund der überregionalen Bedeutung des Saaletals als Verbundachse und als Wander- und Ausbreitungskorridor zwischen Rhön, Grabfeldgau und Maintal ist die Förderung auetypischer Lebensräume und standortangepasster, extensiver Nutzungsformen ebenso von zentraler Bedeutung wie die Optimierung der Saale und insbesondere auch ihrer biologischen Durchgängigkeit (z.B. durch Umgehungsgerinne, Fischaufstiegshilfen). Bestehende wertvolle Lebensräume (z.B. für wiesenbrütende Vogelarten) und Sonderstandorte (z.B. Salzwiesen) sollen nicht beeinträchtigt werden. Eine Regenerierung des ehemaligen Mosaiks unterschiedlicher feuchter bis nasser Böden sowie durch salzhaltiges Quellwasser geprägter Böden im Raum Heustreu – Bad Neustadt soll hierzu angestrebt werden.

In einigen Ortsbereichen sind durch Gewässerausbau und gewässernahe Bebauung Auenfunktionen geschädigt. Im Rahmen sich bietender Möglichkeiten (z.B. Aufgabe von Wohn- oder Wirtschaftsraum) soll sukzessive versucht werden, Retentionsraum zurückzugewinnen und die Lebensraum- und Verbund-Funktion der genannten Abschnitte zu stärken. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Eine weitere Entwicklung von Siedlungsflächen und Infrastruktureinrichtungen soll nicht erfolgen.

VRG 14.6  Naturschutzfachlich wertvolle Bach- und Flusstäler der Südrhön
        

Folgende Bach- und Flußtäler der Südrhön sollen für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, die Entwicklung von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen gesichert werden:

  • Elsbachtal
  • Brendtal
  • Kellersbachtal
  • Thulbatal und
  • Schondratal.

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden. Auch begleitende Steilhänge der Bachtäler sollen wegen ihrer Verbundfunktion für Arten der Mager-Trocken-Standorte und Arten der Gebüsche und Wälder sowie wegen ihres typischen landschaftlichen Erscheinungsbildes gesichert werden.
Insbesondere die Schondra und ihr Tal sollen wegen ihrer Bedeutung für die Erhaltung von Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer gesichert werden.
Das Brendtal ist darüber hinaus als wichtige Kalt- und Frischlufttransportbahn zu erhalten.


In den genannten Tälern ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung besonders wichtig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. In den Talräumen sollen keine Waldbegründungen stattfinden, auch wertvolle Offenlandbiotope an den Hangleiten sollen nicht aufgeforstet werden.
V.a. in Ortsbereichen und deren Umgriff des Thulba- und Brendtals, aber auch im unteren Thulbatal sind die Auenfunktionen und Gewässerbettstruktur zu verbessern. Für die Neuschaffung von naturbetonten Lebensräumen und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden. Diffuse und punktuelle Stoffeinträge sind – auch in den Einzugsgebieten - zu reduzieren. Dazu soll u.a. die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland dienen. Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum soll unterbleiben.

VRG 14.7  Abschnitt des Brendtals mit vorrangig bedeutsamen Auenfunktionen
 

        

Das Tal der Brend soll zwischen Frankenheim und Bischofsheim zum Schutz der Brend einschließlich der Auenfunktionen, zum Schutz der Aueböden sowie für die Entwicklung eines regionalen Biotopverbundsystems und von Feuchtgebietslebensräumen gesichert werden.

Daneben sollen seine gliedernde Funktion im Landschaftsbild und seine Bedeutung für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten werden.

Im genannten Talabschnitt ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung besonders wichtig, es soll weiterhin als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. Außerdem sollen keine Waldbegründungen stattfinden.
Eine Siedlungsentwicklung in diesem Auenfunktionsraum soll unterbleiben.

VBG 14.8         Bach- und Flusstäler der Südrhön mit Entwicklungsbedarf

Folgende Bach- und Flusstäler der Südrhön sollen für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, von Lebensgemeinschaften oligotropher Fließgewässer und von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen und zum Schutz empfindlicher Böden gesichert und entwickelt werden:

  • Elsbachtal zwischen Bastheim und Wechterswinkel
  • Tal der Fränkischen Saale zwischen Streumündung und Bad Neustadt sowie im Raum Hammelburg und
  • Lauertal im Raum Burglauer.

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild entwickelt sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden.
In den genannten Tälern ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung und möglichst großflächige (extensive) Grünlandnutzung besonders wichtig. Für die Revitalisierung von Auestandorten und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden. In den Talräumen sollen keine großflächigen Waldbegründungen stattfinden. Insbesondere sollen wertvolle Offenlandbiotope nicht aufgeforstet werden.

Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum und zusätzliche Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen unterbleiben.

VBG 14.9         Meist bewaldete Steilhänge des Tals der Fränkischen Saale

Die Steilhänge des Tals der Fränkischen Saale in der Südrhön sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität sowie für die Förderung regionaler Biotopverbundsysteme entwickelt und gesichert werden. Daneben soll ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild erhalten werden.

Bestehende wertvolle Lebensräume und Sonderstandorte sollen nicht beeinträchtigt werden. Der Offenhaltung magerer Grünlandgesellschaften kommt sowohl für den Schutz bestehender Lebensräume als auch für die Optimierung des Biotopverbundes eine zentrale Bedeutung zu. Dazu sollen auch Hecken, Obstbaumreihen sowie die naturnahen, kiefern- und eichenreichen Wälder erhalten und optimiert werden.
Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll daher verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes berücksichtigen. Eine weitere Entwicklung von Siedlungsflächen und Infrastruktureinrichtungen soll nicht erfolgen.

Wichtige Beispielgebiete:
Talhänge bei Bad Bocklet, südlich Bad Kissingen

VBG 14.10       Gebiete der Südrhön mit vorrangiger Bedeutung für den Schutz besonders empfindlicher Böden

Die besonders empfindlichen Böden dieser Gebiete sollen aus Gründen des Bodenschutzes, als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften sowie wegen des Grundwasserschutzes gesichert werden.

V.a. südöstlich Sandberg, im Raum Steinach – Unterebersbach, östlich Burgwallbach und südwestlich Oberwaldbehrungen soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden. Die bisherige Grünlandnutzung soll in den anderen Gebieten beibehalten und in extensiver Form durchgeführt werden.
Auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften sollen entsprechende Entwicklungen gezielt gefördert und eine Überbauung dieser Gebiete sowie ein Abbau von Rohstoffen vermieden werden.

Wichtige Beispielgebiete siehe Erläuterungs- und Begründungstext

VBG 14.11       Bereiche des Burgwallbacher und Steinacher Forsts mit Entwicklungsbedarf

Das von großflächigen Wäldern beherrschte Gebiet soll aufgrund seiner Lebensraumqualität mit günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und seiner Bedeutung für den Bodenschutz auf Grund des Vorkommens gegenüber Versauerung empfindlicher Böden entwickelt und gesichert werden. Daneben ist es auch wegen seiner Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung und das landschaftliche Erscheinungsbild sicherungswürdig und zu entwickeln.

Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit großen Flächenansprüchen und der ruhigen, naturbezogenen Erholung sind Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen in diesen Bereichen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. Es sollen die Vielfalt der Wälder erhalten sowie Wälder mit hohem Anteil an Nadelholzreinbeständen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Auch wegen der positiven Wirkung auf das Landschaftsbild und aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes (wegen der versauerungsempfindlichen Böden) ist eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich.

Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen. In diesem sehr waldreichen Gebiet sollte der Wald nicht auf Kosten der Wiesentäler und der wenigen Waldlichtungen ausgeweitet werden.

VBG 14.12       Waldgebiete westlich Steinach mit hohem Entwicklungspotenzial

Die dargestellten Waldgebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität mit günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung entwickelt und gesichert werden. Daneben sind sie auch wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds und auf Grund des Vorkommens gegenüber Versauerung empfindlicher Böden sicherungswürdig.

Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit großen Flächenansprüchen und der Erholungsvorsorge sind weitere Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen in diesen Bereichen nicht mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. Es sollen die Vielfalt und Naturnähe der Wälder erhalten und optimiert sowie Teilbereiche mit höherem Anteil an Nadelholzreinbeständen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Auch wegen der positiven Wirkung auf das Landschaftsbild und wegen der versauerungsempfindlichen Böden ist gebietsweise aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich (z.B. im Nordteil des „Klauswald Nord“).
Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen.
In diesem sehr waldreichen Gebiet sollte der Wald nicht auf Kosten der Wiesentäler und der wenigen Waldlichtungen ausgeweitet werden.

VBG 14.13       Großflächige erholungswirksame Wälder der Südrhön

Diese großflächigen Waldgebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität erhalten und gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gegenüber Versauerung empfindliche Böden aus Gründen des vorsorgenden Boden- und Grundwasserschutzes gesichert werden.

Es soll darauf hingewirkt werden, dass die Waldflächen und die Waldränder in ihrer Vielfältigkeit erhalten bzw. entwickelt und optimiert werden. Dazu soll insbesondere in den nadelholzdominierten Wäldern die Waldverjüngung künftig auf die Entwicklung strukturreicher Wälder mit hohem Laubholzanteil – nicht zuletzt auch wegen der versauerungsempfindlichen Böden - ausgerichtet werden. In traditionellen Offenlandbereichen wie z.B. dem Rodungsbereich um Wittershausen oder in schmalen Wiesentälern soll zur Erhaltung der Erlebnisvielfalt des Waldgebietes Aufforstungen, Wiederbewaldungstendenzen infolge von Verbuschung und dem Verlust naturnaher Strukturen entgegengewirkt werden. Um die Gebiete in ihrer Erholungseignung und ihrer Bedeutung für Arten mit Ansprüchen an große, ungestörte Flächen nicht weiter einzuschränken, sollen Ausweitungen der verlärmten Bereiche und weitere Beeinträchtigungen z.B. durch Zerschneidungen vermieden werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Klauswald südlich Steinberg, Wälder um Wittershausen, Windheimer Wald, Forst Detter Süd

VBG 14.14       Kulturlandschaft nördlich und östlich des Neuwirthshauser Forsts

Die Kulturlandschaften zwischen Neuwirtshauser Forst und Klauswald sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten und gesichert werden. Darüber hinaus sollen diese Gebiete v.a. südlich Steinberg, südlich Burkardroth und östlich Poppenroth wegen ihrer Lebensraumqualität sowie nördlich und östlich Burkardroth und westlich und nördlich Poppenroth aus Gründen des Bodenschutzes gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten, entwickelt und gesichert werden.

Eine Zunahme der verlärmten Bereiche und weitere Beeinträchtigungen des Erlebniswertes z.B. durch zerschneidungswirksame Eingriffe sollen verhindert werden. Intensivere Formen der Erholungsnutzung sollen unterbleiben. Entlang der Waldränder sollen vielfältige und laubholzreiche Waldmäntel mit vorgelagerten Säumen erhalten und entwickelt werden. Im südlichen Teil sollen die einförmigeren Bereiche durch die Entwicklung naturnaher Strukturen aufgewertet werden, auch um ausgehend von den Gebieten mit hervorragender Bedeutung ein funktionsfähiges Biotopverbundsystem zu schaffen. Ansonsten soll einer Verarmung des Landschaftsbildes durch Beseitigung gliedernder Strukturen oder durch Verbuschung bzw. Aufforstung entgegengewirkt werden.
In den nadelholzdominierten Wäldern soll die Waldverjüngung künftig auf die Entwicklung strukturreicher Wälder mit hohem Laubholzanteil ausgerichtet werden, dies auch aus Gründen des vorsorgenden Boden- und Grundwasserschutzes in diesen versauerungsgefährdeten Gebieten.
Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll in den o.g. Gebieten mit empfindlichen Böden verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

VBG 14.15       Großflächige Waldgebiete der westlichen Südrhön und des Spessart mit hohem Entwicklungspotenzial

Das von großflächigen Wäldern beherrschte Gebiet soll aufgrund seiner Lebensraumqualität mit sehr günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und seiner hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung entwickelt und gesichert werden. Daneben ist es auch wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds und auf Grund des Vorkommens gegenüber Versauerung empfindlicher Böden sicherungswürdig.

Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit großen Flächenansprüchen und der Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung sollen Eingriffe, die diese Waldbestände nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer visuellen Zerschneidung führen, vermieden werden. Es sollen die Vielfalt der Wälder erhalten sowie die Wälder mit hohem Anteil an Nadelholzreinbeständen (v.a. östlich Rupboden, südlich des Schondratals) in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Auch wegen der positiven Wirkung auf das Landschaftsbild und wegen der versauerungsempfindlichen Böden ist aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes hier eine Überführung in naturnahe Mischwälder vordringlich.
Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen.
In diesem sehr waldreichen Gebiet sollte der Wald nicht auf Kosten der Wiesentäler und der wenigen Waldlichtungen ausgeweitet werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Roßbacher Forst, Wälder um Zeitlofs und Rupboden

VBG 14.16       Nadelwaldreichere Gebiete zwischen Spessart und Forst Detter

Diese überwiegend durch Waldbereiche, die Teile größerer zusammenhängender Wälder sind, geprägten Gebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität entwickelt und gesichert werden.

Die Böden in diesen Gebieten sollen aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes (Versauerungsgefährdung) gesichert werden.

Zur Aufwertung der Erholungseignung und des Erscheinungsbilds, wegen ihrer bedeutenden Lebensraumfunktion und wegen des vorsorgenden Boden- und Grundwasserschutzes sollen diese Wälder mit hohem Anteil an Nadelholzreinbeständen in naturnahe Laubwälder (Buchenwaldgesellschaften) mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Eine Zunahme der verlärmten Bereiche und weitere Beeinträchtigungen des Erlebniswertes z.B. durch zerschneidungswirksame Eingriffe sollen verhindert werden.
Die waldfreien Gebietsteile mit einer durchschnittlichen Ausstattung an naturbetonten Lebensräumen eignen sich in Ergänzung zu den im Naturraum weit verbreiteten „Gebieten hervorragender Bedeutung“ als Ausgangsgebiete für den Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems. Daher kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu.

VBG 14.17       Vorrangig erholungswirksame Wellenkalk-Gebiete nordwestlich und nördlich Hammelburg

Diese Gebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung und des meist abwechslungsreichen Landschaftsbilds erhalten und gesichert werden. Daneben sollen Gebiete nördlich Diebach und Westheim wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume, nordöstlich Diebach auch zum Schutz empfindlicher Böden entwickelt und gesichert werden.

Die Landschaft wird in weiten Teilen von der Maßstäblichkeit und dem Formenschatz einer historischen Kulturlandschaft bestimmt. Wegen des hohen Wertes der Flächen für das Landschaftsbild und ihrer hohen landschaftshistorischen Aussagekraft sollen in diesen Gebieten aber sowohl die Beseitigung gliedernder Landschaftselemente als auch die Verarmung des Landschaftsbildes infolge von Aufforstung oder Verbuschung und Wiederbewaldung möglichst verhindert werden. Die typische Strukturvielfalt dieser Kulturlandschaft soll vielmehr erhalten werden, bestehende wertvolle Lebensräume und Sonderstandorte sollen nicht beeinträchtigt werden. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu, insbesondere in Bereichen, die günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aufweisen (z.B. sandige Böden, südexponierte Steilhänge).
Maßnahmen für die ruhige, naturbezogene Erholung sollen in den von Lärm nicht beeinträchtigten Bereichen konzentriert werden (abseits der BAB A7). Dazu soll das vorhandene Wegenetz so erhalten und gestaltet werden, dass sich attraktive Möglichkeiten für stadtnahe Rundwanderungen unterschiedlicher Länge bieten. Die Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung soll sehr maßvoll erfolgen und die Qualität und Eigenart des Landschaftsbildes in besonderer Weise berücksichtigen. Dazu sollen v.a. in den Muschelkalkhängen nördlich Westheim flächenintensive Formen der Bebauung, großdimensionierte Baukörper und/oder eine Zerschneidung der Landschaft vermieden werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes berücksichtigen. Eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung ist hierbei – v.a. nordöstlich Diebach – besonders wichtig.

VBG 14.18       Vorrangig erholungswirksame Wellenkalk- und Talhangzone entlang des Saaletals

Diese Gebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten sowie i.d.R. wegen ihrer Lebensraumqualität, ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und ihrer Lage im regionalen Biotopverbund entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild, bei Oberebersbach, bei Bad Bocklet und östlich Morlesau auch die empfindlichen Böden erhalten und gesichert werden.

Wegen des hohen Wertes der Flächen für das Landschaftsbild und ihrer hohen landschaftshistorischen Aussagekraft sollen in diesen Gebieten sowohl die Beseitigung gliedernder Landschaftselemente als auch die Verarmung des Landschaftsbildes infolge von Aufforstung oder Verbuschung und Wiederbewaldung möglichst verhindert werden. Die typische Kleinteiligkeit dieser Kulturlandschaft soll vielmehr erhalten werden. Bestehende wertvolle Lebensräume und Sonderstandorte sollen nicht beeinträchtigt werden. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu, insbesondere in Bereichen, die günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aufweisen (z.B. sandige Böden, südexponierte Steilhänge).
Nadelholzdominierte Waldbestände an den Talflanken östlich Steinach sollen in Wälder mit überwiegendem Laubholzanteil umgewandelt werden. Bei der Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung gilt es, die Qualität und Eigenart des Landschaftsbildes in besonderer Weise zu berücksichtigten. Dazu sollen z.B. flächenintensive Formen der Bebauung, eine Bebauung steilerer Talflanken, großdimensionierte Baukörper und/oder eine Zerschneidung der Landschaft vermieden werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes berücksichtigen. Auch eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung ist hierbei anzustreben.

VBG 14.19       Waldbereiche der Südrhön mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz

Die dargestellten Gebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität entwickelt sowie auch zum vorsorgenden Schutz des Bodens und des Grundwassers (Versauerungsgefährdung) gesichert werden. Daneben sollen diese Wälder auch wegen ihrer Erholungseignung und ihrem Erscheinungsbild entwickelt und gesichert werden.

Deshalb soll in Gebieten mit hohem Anteil von Nadelholzreinbeständen die Entwicklung strukturreicher Laubmischwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung angestrebt werden. Es sollen traditionell waldfreie Wiesenbereiche, insbesondere die Wiesentäler offengehalten werden.
Weitere Beeinträchtigungen der meist großflächigen Wald-Lebensräume v.a. durch zerschneidungswirksame Eingriffe sollen auch wegen ihres Erlebniswertes verhindert werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Wald westlich Burkardroth, nördlich Detter, östlich Steinach.

VBG 14.20       Kulturlandschaften südwestlich Schondra und südlich Thulba

Die dargestellten Gebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität entwickelt und gesichert werden.

Diese Gebiete mit einer durchschnittlichen Ausstattung an naturbetonten Lebensräumen eignen sich in Ergänzung zu den im Naturraum weit verbreiteten „Gebieten hervorragender Bedeutung“ als Ausgangsgebiete für den Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems. Neben der Erhaltung kommt deshalb in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu.

VBG 14.21       Gebiete der Südrhön mit besonderer Boden- und Grundwasserschutzfunktion

Die Böden in diesen Gebieten sollen aus Gründen des Boden- und des Grundwasserschutzes und als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften gesichert werden.

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiet zwischen Wegfurt und Unterelsbach, bei Windshausen, Detter sowie östlich Oberleichtersbach.

VBG 14.22       Kulturlandschaften der Südrhön mit hohem Entwicklungspotenzial

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Lebensraumstruktur, ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und ihrer Funktion als Ausgangsgebiete zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen sie auch wegen ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung, wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds und auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Die Lebensraumvielfalt und der Strukturreichtum der dargestellten Gebiete sollen optimiert und neue Lebensräume geschaffen werden. Der Aufforstung und Verbrachung soll entgegengewirkt und die (ohnehin standortgemäße) Grünlandnutzung wieder ausgedehnt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen unterbleiben.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete bei Steinach, Aschach, Burkardroth, Schönau a.d. Brend


 

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