Mainfränkische Platten (13)

(Grabfeldgau – 138, Wern-Lauer-Platten – 135,
Gäuplatten im Maindreieck – 134,
Schweinfurter Becken – 136,
Hesselbacher Waldland – 139,
Steigerwaldvorland – 137, Maintal)  

 

VRG 13.1 Naturschutzfachlich hochwertige Waldgebiete der Mainfränkischen Platten
 

 

Diese meist größeren Wälder sollen aufgrund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität und ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung gesichert werden. Daneben sind sie auch wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds sicherungswürdig.

Insbesondere wegen der Bedeutung für Arten mit größeren Flächenansprüchen und der Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung sollen Eingriffe, die diese Waldbestände nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer visuellen Zerschneidung führen, vermieden werden. Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen, indem v.a. in Waldbeständen mit ehemaliger oder aktuell noch stattfindender Mittelwaldnutzung diese Nutzungsform möglichst weitergeführt und allgemein die Vielfalt und Naturnähe der Wälder erhalten wird.

Wichtige Beispielgebiete:
Waldgebiet nördlich Bastheim, Wälder westlich Aubstadt und östlich Herbstadt, Bildhauser Forst Südwest

VRG 13.2 Strukturreiche Landschaft des südwestlichen Mellrichstädter Gäus
 

        

Das dargestellte Gebiet soll auf Grund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, seines hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und seiner Funktion im regionalen Biotopverbund erhalten und gesichert werden. Daneben soll es auch zum Schutz empfindlicher Böden gesichert werden.

Die hohe naturschutzfachliche Bedeutung begründet sich hier mit der hohen Biotopdichte und den landesweit bedeutsamen Trockenstandorten auf Muschelkalk. Als vorrangiges Entwicklungsziel sollen die hochwertigen, komplexen Trockenstandorte und Gehölzstrukturen erhalten und ein durchgängiges Verbundsystem von Trockenstandorten auf Muschelkalk angestrebt werden.
Die landwirtschaftliche Nutzung soll neben Artenschutzbelangen auch verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Die Grünlandnutzung soll beibehalten und ggf. ausgedehnt werden. Eine weitere Siedlungsentwicklung soll sehr maßvoll erfolgen, Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden.

VRG 13.3         Standortübungsplatz bei Mellrichstadt 

Der Standortübungsplatz bei Mellrichstadt soll auf Grund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, seines hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und seiner Funktion im regionalen Biotopverbund erhalten und gesichert werden.

Das Gebiet des Standortübungsplatzes Mellrichstadt (südwestlich von Mellrichstadt) zeichnet sich durch landesweit bedeutsame Artvorkommen und Lebensräume aus. Besonders hervorzuheben sind die Geburtshelferkröte und die Heidelerche. Die bedeutenden Lebensräume, insbesondere die Kalkmagerrasen und Trocken-Biotopkomplexe, sollen daher dringend erhalten und im Rahmen der Gebietsbetreuung in besonderem Maße berücksichtigt werden.

VRG 13.4         Strukturreiche Kulturlandschaften der Mainfränkischen Platten

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Vielfalt und ihres Strukturreichtums mit einem hohen Anteil naturschutzfachlich wertvoller Lebensräume und ihrer Funktion als Ausgangsgebiete zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden.

Daneben sollen sie i.d.R. auch auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Innerhalb dieser Gebiete sind z.T. noch Optimierungsmaßnahmen des Naturschutzes erforderlich, insbesondere zur Beseitigung bestehender Beeinträchtigungen. Außerdem soll der Aufforstung und Verbrachung entgegengewirkt werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Die hier überwiegende Grünlandnutzung soll beibehalten und ggf. ausgedehnt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete östlich Unsleben, südlich und westlich Saal, im Raum Alitzheim - Mönchstockheim.

VRG 13.5  Trockenstandorte, Nieder- und Mittelwälder im Raum Herbstadt – Trappstadt
 
       

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer regional, überregional und landesweit bedeutsamen Trockenstandorte und ihrer hochwertigen Wälder mit teils noch aktuell genutzten Nieder- und Mittelwäldern und einem hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume entwickelt und – auch naturschutzrechtlich - gesichert werden. Daneben sollen die waldfreien Trockenstandorte auch auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Die Forstwirtschaft soll in Nieder- und Mittelwäldern diese Nutzungsformen möglichst weiterführen. Wälder mit hohen Anteil an Nadelholzreinbeständen sollen in naturnahe Laubwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung überführt werden. Die Offenlandbereiche sollen zusammen mit weiteren wertvollen Lebensräumen in der Umgebung zu einem funktionsfähigen Biotopverbundsystem aus Magerrasen, Hecken, Gebüschen, Streuobstbeständen und Waldrändern entwickelt werden. Die landwirtschaftliche Nutzug soll in Form einer extensiven Grünlandbewirtschaftung erfolgen.
In Teilen des Gebiets sollte die Entwicklung der bayernweit nicht häufigen Potenziell Natürlichen Vegetation ermöglicht werden, einer kontinentalen Rasse des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwalds, in dem die Buche aus klimatischen Gründen fehlt.

VRG 13.6         Mittelwälder im Raum Großbardorf

Diese Mittelwälder sollen auf Grund ihrer überregional bedeutsamen Artenvorkommen und Trockenlebensräume mit teils noch aktuell genutzten Nieder- und Mittelwäldern mit einem hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume erhalten und gesichert werden.

Die Forstwirtschaft soll in Nieder- und Mittelwäldern diese Nutzungsformen möglichst weiterführen. Eingriffe, die diese Waldbestände nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer Zerschneidung führen, sollen vermieden werden.

VRG 13.7 Naturschutzfachlich wertvolle Bach- und Flusstäler der Mainfränkischen Platten
 
        

Folgende Bach- und Flusstäler der Mainfränkischen Platten sollen für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, die Entwicklung von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen gesichert werden:

  • Elsbachtal
  • Streutal
  • Mahlbachtal
  • Tal des Roßriether Bachs
  • Milztal
  • Tal der Fränkischen Saale zwischen Kleineibstadt und Saal und
  • Volkachtal unterhalb Zeilitzheim.

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden. Ggf. sollen auch begleitende Steilhänge der Bachtäler wegen ihrer Verbundfunktion für Arten der Mager-Trocken-Standorte und Arten der Gebüsche und Wälder sowie wegen ihres typischen landschaftlichen Erscheinungsbildes gesichert werden.
Insbesondere die bayernweit bedeutsamen Feucht-Lebensräume und Artenvorkommen im Gebiet des Milzgrunds sollen erhalten und gesichert werden.
In den genannten Tälern ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung besonders wichtig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. In den Talräumen sollen keine Waldbegründungen stattfinden, auch wertvolle Offenlandbiotope an Hangleiten sollen nicht aufgeforstet werden.
V.a. in Ortsbereichen und deren Umgriff des Streu-, Mahlbach- und Saaletals sind die Auenfunktionen und die Gewässerbettstruktur im Rahmen der örtliche Gegebenheiten zu verbessern. Für die Neuschaffung von naturbetonten Lebensräumen und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen v.a. in Abschnitten des Milztals ausreichend Flächen bereitgestellt werden.
Diffuse und punktuelle Stoffeinträge sind – auch in den Einzugsgebieten - zu reduzieren. Dazu soll u.a. die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland (v.a. im Streutal oberhalb Mellrichstadt) dienen. Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum soll unterbleiben.

VRG 13.8         Trockenstandorte auf Gipskeuper östlich Münnerstadt

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer naturschutzfachlich wertvollen Lebensräume bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Trockenverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen sie auch auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Die Halbtrockenrasen auf Gipskeuper entsprechen einem besonderen Halbtrockenrasentyp, der durch den Mangel an pflanzenverfügbarem Wasser auf den Tonböden geprägt ist. Unter Einbeziehung thermophiler Waldränder, wertvoller Trockenstandorte und durch Neuschaffung von Trockenlebensräumen sollte ein umfassendes Trocken-Biotopverbundsystem durch Ausdehnung auch in die derzeit suboptimalen Bereiche entwickelt werden.

Die landwirtschaftliche Nutzung soll in Form einer extensiven Grünlandbewirtschaftung erfolgen. Eingriffe, die diese Lebensraumkomplexe nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer Zerschneidung führen, sollen vermieden werden.

VRG 13.9 Naturschutzfachlich hochwertiges Wellenkalkgebiet der Wern-Lauer-Platten
 
        

Dieses Gebiet soll auf Grund des Vorkommens trockener, waldfreier Hänge mit landesweit und überregional bedeutsamen Trockenstandorten, von großflächigen Waldgebieten mit eingestreuten Schluchtwäldern und lichten Kiefernwäldern und seiner Biotopverbund-Funktion erhalten und gesichert werden. Daneben soll es auch wegen seiner hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung, wegen des in weiten Teilen von der Maßstäblichkeit und dem Formenschatz einer historischen Kulturlandschaft bestimmten landschaftlichen Erscheinungsbilds und nordöstlich Münnerstadt wegen des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Gefährdungen der Lebensraumqualität und des Landschaftsbildes durch Verbuschung, Nutzungsaufgabe, Zusammenlegung und Intensivierung von Weinbergen oder Aufforstung soll ebenso entgegengewirkt werden wie Nachpflanzungen in den Steppenheide-Kiefernwäldern (zunehmende Beschattung, Anreicherung der Rohhumusauflage).
Wichtigste Ziele sind neben der Erhaltung, Pflege und Optimierung der hochwertigen, komplexen Trockenstandorte die Weiterentwicklung des Biotopverbundes und die Einbindung in ein großräumiges Verbundsystem für die landesweit bedeutsamen unterfränkischen Trockengebiete im Muschelkalk. Grundvoraussetzung ist dafür vor allem auch die Förderung extensiver Bewirtschaftungsformen sowohl der Wälder als auch der Offenlandbiotope.
Eingriffe, die diese Lebensraumkomplexe nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer Zerschneidung führen, sollen vermieden werden.

VRG 13.10       Truppenübungsplatz Hammelburg

Der Truppenübungsplatz Hammelburg soll auf Grund seiner sehr hohen Lebensraumqualität, seines hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume und seiner Funktion im regionalen Biotopverbund erhalten und gesichert werden.

Etwa die Hälfte des ca. 4.000 ha großen Areals wird von trockenem Grünland eingenommen, das von Schafen beweidet wird. Abgesehen von der Hochrhön stellt das Übungsgelände damit das größte zusammenhängende Grünlandgebiet Unterfrankens dar. Die besondere Kombination aus einer Vielzahl weiterer Lebensräume und Sonderstandorte bedingt einen Lebensraumkomplex mit landesweiter Bedeutung und einer dementsprechenden Vielzahl hochgradig gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. In den letzten Jahren wurden bereits zahlreiche naturschutzfachliche Optimierungsmaßnahmen durchgeführt, so dass als zentrale Zielsetzung die Fortführung der Pflege- und Optimierungsmaßnahmen und die weitere Berücksichtigung ökologischer Belange bei der militärischen Nutzung anzuführen ist. Durch diese Maßnahmen soll auch der Truppenübungsplatz Hammelburg als wichtiger Bestandteil in das landesweit bedeutsame Verbundsystem der Trockenstandorte im unterfränkischen Muschelkalkzug eingebunden werden.

VRG 13.11     Tal des Hausener Mühlbachs nordöstlich Schweinfurt

Dieses Gebiet soll auf Grund seiner sehr hohen Lebensraumqualität und wegen seiner hervorragenden Eignung für die stadtnahe, naturbezogene Erholung erhalten und gesichert werden. Darüber hinaus ist das abwechslungsreiche Landschaftsbild zu erhalten.

Im Tal des Hausener Mühlbachs stehen die Optimierung und Vernetzung wertvoller Trockenstandorte und der Aufbau eines Trocken-Biotopverbundsystems unter Einbeziehung von Magerrasen und thermophiler Waldränder im Vordergrund.
Durch den von Schweinfurt ausgehenden Siedlungsdruck besteht die Gefahr, dass der ursprünglich land- und forstwirtschaftlich geprägte Raum in zunehmendem Maße städtisch überformt wird. Eine weitere Siedlungsentwicklung soll im dargestellten Gebiet nicht erfolgen. Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden.

VRG 13.12 Strukturreiche Kerbtäler und Hangbereiche im Hesselbacher Waldland
 
      

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Vielfalt und ihres Strukturreichtums mit einem hohen Anteil naturschutzfachlich wertvoller Lebensräume – insbesondere Trockenstandorte - und ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen sie auch wegen ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung (im Westen für das Oberzentrum Schweinfurt), und des landschaftlichen Erscheinungsbilds gesichert werden.

Wichtig sind die Optimierung wertvoller Trockenstandorte und der Aufbau eines Trocken-Biotopverbundsystems unter Einbeziehung thermophiler Waldränder und der Förderung der extensiven Schafbeweidung. Außerdem soll der Aufforstung und Verbrachung entgegengewirkt werden, insbesondere sollen die Wiesentäler offengehalten werden. Ausgehend von den sturkturreichen Gebieten gilt es in den einförmigeren Teilen der Landschaftseinheit das Landschaftsbild durch die Entwicklung naturnaher Strukturen anzureichern. Bei der Art und Verteilung der einzubringenden Strukturen ist die naturräumlich und historisch bedingte Eigenart der Landschaft zu berücksichtigen und zu stärken. Die Wälder sollen in ihrem nahezu ausschließlich von Laubhölzern geprägten Bestand erhalten werden. Einer zunehmenden städtischen Überprägung v.a. der westlichen Gebiete infolge der von der Stadt Schweinfurt ausgehenden Siedlungsdynamik soll entgegengewirkt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete nördlich Schonungen, nordwestlich Haßfurt (Umgebung des Wässernachtals)

VRG 13.13 Naturschutzfachlich wertvolle Maintalhänge zwischen Schweinfurt und Haßfurt
 


Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Vielfalt und ihres Strukturreichtums mit einem hohen Anteil naturschutzfachlich wertvoller Lebensräume und einem hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume und wegen ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen sie auch wegen ihrer in Teilbereichen hervorragenden Bedeutung für die stadtnahe, naturbezogene Erholung und wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds gesichert werden.

Wesentlich sind die Optimierung und Vernetzung wertvoller Trockenstandorte und der Aufbau eines Trocken-Biotopverbundsystem unter Einbeziehung von Magerrasen, wertvoller Trockenstandorte an extensiven Weinbergen und thermophiler Waldränder. In das dazu notwendige Pflege- und Entwicklungskonzept sollte die Erhaltung extensiver Nutzungsformen, v.a. der Schafbeweidung, ebenso einbezogen werden wie die Neuschaffung von Trockenstandorten an intensiv genutzten Weinbergen.
Gefährdungen durch weitere Verbuschung und Aufforstung soll ebenso entgegengewirkt werden wie einer weiteren Beeinträchtigung durch Siedlungserweiterungen bzw. Freizeit- und Wochenendeinrichtungen. Das Erholungspotenzial des Gebietes soll aber durch die Anlage und den Erhalt eines mit den Artenschutzbelangen abgestimmten, geeigneten Wegenetzes genutzt werden.
Auf eine boden- und grundwasserschonende Bewirtschaftung der Weinberge ist hinzuwirken.

Wichtige Beispielgebiete:
Maintalhänge zwischen Schweinfurt und Schonungen, bei Wülflingen

VRG 13.14 Eichen-Hainbuchenwälder des Schweinfurter Beckens und Steigerwaldvorlands
 


Diese landesweit bedeutsamen Wälder sollen auf Grund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität und ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden. Daneben sollen sie südöstlich Heidenfeld und im Sulzheimer Wald auch wegen der hervorragenden Eignung für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten und gesichert werden.

Neben der Erhaltung der Wälder sowie den wertvollen Waldrändern und Trockenstandorten sollte vor allem auch die Ausweitung der Laubwälder und damit die Vernetzung der kleinen Waldinseln vorangetrieben werden. Flächenverluste und Zerschneidungen durch bauliche Maßnahmen sollen nicht erfolgen. Die forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen.

Wichtige Beispielgebiete:
Wälder im Raum Grettstadt, südöstlich Heidenfeld, Sulzheimer Wald.

VRG 13.15  Wertvolle Lebensräume auf Flugsand im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland
 


Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer sehr hohen Lebensraumqualität und ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems erhalten und gesichert werden. Daneben sollen sie auch wegen des Vorkommens seltener und empfindlicher Böden gesichert werden.

Die Dünensande des Schweinfurter Beckens und das trockene Klima ermöglichten hier die Entwicklung überregional bedeutsamer Trockenstandorte. Auf den z.T. ausgedehnten Dünen- und Flugsandfeldern stellen Kiefern-(Eichen-)Hainbuchen-Wälder und Sandmagerrasen die typischen Lebensräume dar. Neben der Sicherung und Optimierung der letzten erhaltenen Sandtrockenrasen sollte das bedeutende Entwicklungspotenzial der Sandstandorte durch Neuschaffung von Trockenrasen und der Förderung naturnaher Wälder verstärkt genutzt werden. Aufgrund der landesweit hohen Bedeutung sollte in den Gebieten mit anstehendem Flugsand verstärkt die Entwicklung der Potenziellen Natürlichen Vegetation des Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwalds gefördert werden. Die heute noch erhaltenen Flugsandbereiche stellen auch aus bodenkundlicher Sicht sowie als Archiv der Naturgeschichte sehr schützenswerte Sonderstandorte dar, die erhalten und gesichert werden sollten.
Eine weitere Entwicklung von Siedlungsflächen und Infrastruktureinrichtungen soll in diesen Gebieten daher nicht erfolgen. Eine boden- und grundwasserschonende, extensive  land- und forstwirtschaftliche Nutzung ist hier besonders wichtig.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete östlich Lindach, nördlich Unterspiesheim, nördlich Schwebheim.

VRG 13.16       Maintalhänge südlich Garstadt

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Vielfalt und ihres Strukturreichtums mit einem hohen Anteil naturschutzfachlich wertvoller Lebensräume mit einem hohen Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume und ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden.

Neben der Erhaltung der strukturreichen Gebiete sollte vor allem die Förderung des Trocken-Biotopverbundsystems unter Einbeziehung thermophiler Waldränder und Trockenstandorten in den Weinbergen angestrebt werden. Ferner sollte an den Talhängen die Entwicklung der bayernweit äußerst seltenen Potenziell Natürlichen Vegetation des Steppenwaldreben-Eichenwalds gefördert werden – jedoch nicht auf Kosten wertvoller Offenlandbiotope. Gefährdungen durch weitere Verbuschung und Aufforstung soll entgegengewirkt werden.

Auf eine boden- und grundwasserschonende Bewirtschaftung der Weinberge ist hinzuwirken.

VRG 13.17 Naturschutzfachlich wertvolle Maintalabschnitte mit hohem Entwicklungspotenzial
 


Die dargestellten Maintal-Abschnitte sollen für die Entwicklung des regionalen Biotopverbunds, die Erhaltung und Entwicklung von Auenlebensräumen sowie für den Schutz des Gewässers einschließlich der Auenfunktionen erhalten, entwickelt und gesichert werden. Die Talabschnitte zwischen Hirschfeld und Schweinfurt und zwischen Gädheim und Limbach sind darüber hinaus als wichtige Frischlufttransportbahnen zu erhalten. Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild, ihre stadtnahe Erholungsfunktion im Raum Schweinfurt sowie überwiegend intakte Aueböden und Sonderstandorte (z.B. westlich Sennfeld) erhalten werden.

Trotz starker Überprägung (Ausbau das Main als Bundeswasserstraße) haben sich im Maintal noch sehr wertvolle Biotope erhalten bzw. als Sekundärbiotope neu entwickelt. Wichtige Lebensraumtypen, die heute als Schwerpunkte des Naturschutzes gelten, sind die noch verbliebenen Flussaltwässer und die Reste ehemals großflächiger Röhrichtgebiete, Seggensümpfe, Feucht- und Nasswiesen, Auwaldfragmente sowie offene Sand- und Kiesflächen und großflächige Ruderalfluren; darüber hinaus kommt vielen Baggerseen und Buhnenfeldern eine sehr hohe naturschutzfachliche Bedeutung zu. Trotz der nachhaltigen Veränderungen des Flußregimes und der gesamten Aue bestehen im Maintal nicht zuletzt auch aufgrund der Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse und der teilweise äußerst hochwertigen Lieferbiotope sehr günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und Lebensgemeinschaften. Dazu sollen auetypische, naturbetonte Biotope und extensive Nutzungsformen (Flutrinnen, Altarme, Halbtrockenrasen u.a.m.) gefördert werden, wobei insbesondere die engere Verzahnung von aquatischen, amphibischen und terrestrischen Lebensräumen durch vielfältige Ufergestaltung, die Ausweitung von Auwäldern und Wiesenkomplexen (mit Überführung eines möglichst hohen Flächenanteils in Extensivwiesen) und die Folgenutzung Naturschutz bei den Baggerseen in möglichst großem Umfang angestrebt werden soll. Es sollen für alle Staustufen Umgehungsgerinne angelegt werden, um die biologische Durchgängigkeit des Main sukzessive wiederherzustellen.
Die landwirtschaftliche Nutzung in den Auenfunktionsräumen soll dem erhöhtem Stoffeintragsrisiko in Gewässer Rechnung tragen und v.a. oberhalb Wülflingen einen deutlich höheren Grünlandanteil anstreben. Ggf. sind bestehende Hochwasserdeiche zurückzuverlegen (z.B. bei Grafenrheinfeld oder Schweinfurt, wo landwirtschaftliche Nutzflächen eingedeicht sind), um den vorbeugenden Hochwasserschutz im Maintal zu verbessern. Der Nassabbau von Kies und Sand soll flächensparend und landschaftsschonend erfolgen. Eine Entflechtung von Erholungsnutzung (Angeln, Wassersport) und Naturschutzbelangen, vor allem in den Brutgebieten seltener, auetypischer Vogelarten ist anzustreben.

Wichtige Beispielgebiete:
Maintal zwischen Limbach und Wülflingen, zwischen Schweinfurt und Schonungen, unterhalb Garstadt

VRG 13.18       Unkenbachtal

Das Unkenbachtal soll für die Entwicklung des regionalen Biotopverbunds, die Entwicklung von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Gewässerschutz einschließlich der Auenfunktionen entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen seine gliedernde Funktion im Landschaftsbild sowie überwiegend intakte Aueböden und Trockenstandorte erhalten und gesichert werden.

Im Vordergrund steht dabei die Sicherung und Optimierung der Gewässer- und Feuchtlebensräume mit naturschutzfachlich herausragender Bedeutung sowie die Anhebung des Grundwasserstandes zur Sicherung des Wasserhaushalts als Grundvoraussetzung zum Erhalt der Feuchtgebiete. Beeinträchtigte Auen- sowie Niedermoorstandorte sollen auf diese Weise regeneriert werden. V.a. oberhalb Sulzheim, Schwebheim sowie bei Heidenfeld ist die Gewässerstruktur zu verbessern. Zur naturnäheren Gestaltung des Unkenbachs  einschließlich seiner Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden.
Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll insbesondere oberhalb Schwebheim verstärkt die Belange des Boden-, Gewässer und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Zur Regenerierung der dortigen Auen- und Niedermoorstandorte sollte eine Extensivierung der Nutzung, Wiedervernässung und - wo erforderlich - Umwandlung von Acker- in Grünlandnutzung durchgeführt werden. Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum soll unterbleiben.

VRG 13.19 Abschnitte des Bahra-, Lauer-, Nassach-, und Werntals mit vorrangig bedeutsamen Auenfunktionen
 


Die genannten Flusstäler der Mainfränkischen Platten sollen zum Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen, zum Schutz wertvoller Aueböden sowie für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme und von Feuchtgebietslebensräumen entwickelt und gesichert werden: Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild und ihre Bedeutung für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten werden. Das Werntal südlich Schweinfurt-Niederwerrn soll außerdem in seiner Funktion als Frischlufttransportbahn für das Oberzentrum Schweinfurt gesichert werden.

In den genannten Talabschnitten

  • Bahratal oberhalb Bahra und Hendungen
  • Lauertal oberhalb Münnerstadt sowie oberhalb und unterhalb Maßbach
  • Nassachtal unterhalb Rügheim, bei Oberhohenried und Haßfurt und
  • Werntal südlich Schweinfurt-Niederwerrn

ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung besonders wichtig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden.
Diffuse Stoffeinträge sind zu reduzieren. Dazu soll v.a. im Bahratal, im Nassachtal südlich Rügheim sowie im Werntal südlich Schweinfurt-Niederwerrn die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland dienen. Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum soll unterbleiben.

VBG 13.20   Vorrangig erholungswirksame Gebiete im Raum Schweinfurt

Die dargestellten, meist bewaldeten Gebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung in stadtnaher Lage sowie wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume erhalten und gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gesichert werden.

Das Waldland um Hesselbach gehört zu den wenigen attraktiven Räumen für die stadtnahe, naturbezogene Erholung im Nahbereich der Stadt Schweinfurt. Daher ist seine Erholungseignung in vollem Umfang zu erhalten. Außerdem gilt es das Erholungspotenzial des Gebietes durch die Anlage und den Erhalt von markierten Rad- und Wanderwegen ausreichend zu erschließen. Da die Laub- und Mischwälder unter anderem wegen ihrer jahreszeitlich wechselnden Aspekte eine positive Wirkung auf das landschaftliche Erscheinungsbild haben, gilt es die Bestände zu erhalten. Die Großflächigkeit der Wälder stellt einen wichtigen Aspekt ihrer Erlebniswirksamkeit dar. Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt außerdem allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Daher ist es wichtig, sie in ihrer Geschlossenheit zu erhalten. Außerdem sollen die Talräume in den Waldgebieten in ihrer charakteristischen Ausprägung als schmale Wiesentäler offengehalten und die übrigen Offenlandbereiche unter Berücksichtigung ihrer landschaftlichen Eigenart in ihrem Strukturreichtum erhalten und entwickelt werden.
An der südlichen Randzone des Hesselbacher Waldlands stehen die Optimierung und Vernetzung wertvoller Trockenstandorte und Aufbau eines Trocken-Biotopverbundsystems unter Einbeziehung von Magerrasen, wertvoller Trockenstandorte an extensiven Weinbergen und thermophiler Waldränder im Vordergrund. In das dazu notwendige Pflege- und Entwicklungskonzept sollte die Erhaltung extensiver Nutzungsformen, v.a. der Schafbeweidung, ebenso einbezogen werden wie die Neuschaffung von Trockenstandorten an intensiv genutzten Weinbergen.
Durch den von Schweinfurt ausgehenden Siedlungsdruck besteht die Gefahr, dass der ursprünglich land- und forstwirtschaftlich geprägte Raum in zunehmendem Maße städtisch überformt wird (auch durch die Ausdehnung der Orte im Gebiet). Eine weitere Siedlungsentwicklung soll im dargestellten Gebiet allenfalls sehr maßvoll erfolgen. Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden.

VBG 13.21 Gebiete der Mainfränkischen Platten mit vorrangiger Bedeutung für den Schutz besonders empfindlicher Böden
 


Diese Böden der betreffenden Gebiete sollen aus Gründen des Bodenschutzes, als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften sowie wegen des Grundwasserschutzes entwickelt und gesichert werden. Entsprechende Talbereiche des Nassach-, und oberen Saaletals sollen auch wegen ihrer besonderen Lebensraumqualität und im Hinblick auf die Auenfunktionen entwickelt und gesichert werden.

V.a. westlich Unsleben, im Raum Wülfershausen – Wargolshausen, im Raum Eyershausen – Trappstadt, bei Aub, östlich Mönchstockheim und in ackerbaulich genutzten Abschnitten des Nassach- und Saaletals soll eine extensive Grünlandnutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden. Die bisherige Grünlandnutzung soll in den anderen Gebieten beibehalten und in extensiver Form durchgeführt werden.
Auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften sollen entsprechende Entwicklungen gezielt gefördert und eine Überbauung dieser Gebiete sowie ein Abbau von Rohstoffen vermieden werden.

Wichtige Beispielgebiete:
westlich Unsleben, Raum Wülfershausen – Wargolshausen, Raum Eyershausen – Trappstadt, bei Aub.

VBG 13.22 Gebiete mit vorrangiger Bedeutung für den Schutz besonders empfindlicher Flugsandböden
 


Diese Böden dieser Gebiete im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland sollen aus Gründen des Bodenschutzes, als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften und daneben auch wegen ihrer Lebensraumausstattung sowie wegen des Grundwasserschutzes gesichert werden.

V.a. südlich Schwebheim, im Raum Alitzheim und östlich Stammheim, soll eine extensive Nutzung bzw. eine standortgemäße Waldbegründung angestrebt werden. Die Waldbewirtschaftung soll die Flugsanddünen nördlich Schwebheim, bei Forst, Heidenfeld, Unterspiesheim, Alitzheim, Herlheim und Grettstadt nicht beeinträchtigen.
Auf Grund des Standortpotenzials für seltene Lebensgemeinschaften sollen entsprechende Entwicklungen gezielt gefördert und eine Überbauung dieser Gebiete sowie ein Abbau von Rohstoffen vermieden werden.

Wichtige Beispielgebiete: Raum Schwebheim, Alitzheim, Forst, Heidenfeld, östlich Obereuerheim, Oberspiesheim, Stammheim

VBG 13.23       Vorrangig erholungswirksame Waldgebiete des Grabfeldgaus

Diese für das Grabfeldgau vergleichsweise großen Waldgebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume erhalten und gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gesichert werden.

Da die Laub- und Mischwälder unter anderem wegen ihrer jahreszeitlich wechselnden Aspekte eine positive Wirkung auf das landschaftliche Erscheinungsbild haben, gilt es die Bestände zu erhalten und so zu entwickeln, dass sie eine hohe Strukturvielfalt aufweisen. Die Großflächigkeit der Wälder stellt einen wichtigen Aspekt ihrer Erlebniswirksamkeit. Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt außerdem allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen in der Regel in der heutigen Kulturlandschaft die einzigen größeren störungsarmen Gebiete dar. Daher ist es wichtig, sie in ihrer Geschlossenheit zu erhalten und zerschneidungswirksame Eingriffe zu vermeiden.

Wichtige Beispielgebiete:
Waldgebiet westlich Münnerstadt, nordöstlich Maria Bildhausen

VBG 13.24      Waldgebiet „Weigler“ und Einschnittsstrecke des Milztals

Dieses Gebiet soll wegen seiner hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung erhalten sowie wegen seiner Lebensraumqualität bzw. seines hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume entwickelt und gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gesichert werden.

Die forstwirtschaftliche Nutzung soll die nadelholzdominierten Bestände im nördlichen Bereich langfristig in Wälder mit überwiegendem Laubholzanteil umwandeln. Im Bereich der Einschnittstrecke des Milztals gilt es, einer bewussten Beseitigung von Strukturen ebenso entgegenzuwirken wie ihrem schleichenden Verlust durch Verbrachung und Verbuschung. Die offenen Wiesenflächen des Talbodens und das naturnahe Erscheinungsbild des Bachlaufs sollen erhalten bleiben. Für eine Strukturanreicherung und den Aufbau eines Biotopverbundsystems sollen Flächen zur Verfügung gestellt werden. Zerschneidungswirksame Eingriffe und Verkleinerungen des Gebiets sollen aus Gründen der Erlebniswirksamkeit und des Artenschutzes verhindert werden.

VBG 13.25       Vorrangig erholungswirksame Waldgebiete der Wern-Lauer-Platten

Diese meist großen, verbreitet zwischen Münnerstadt und Gauaschach vorkommenden Waldgebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume erhalten und gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gesichert werden.

Da die Laub- und Mischwälder unter anderem wegen ihres jahreszeitlich wechselnden Aspekts eine positive Wirkung auf das landschaftliche Erscheinungsbild haben, gilt es die Bestände zu erhalten und so zu entwickeln, dass sie eine hohe Strukturvielfalt aufweisen. Wegen der langen Waldrandlinien kommt der Entwicklung naturnaher Waldränder eine besondere Bedeutung zu. Die Großflächigkeit der Wälder stellt einen wichtigen Aspekt ihrer Erlebniswirksamkeit dar. Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt außerdem allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen in der Regel in der heutigen Kulturlandschaft die einzigen größeren störungsarmen Gebiete dar. Daher ist es wichtig, sie in ihrer Geschlossenheit zu erhalten und zerschneidungswirksame Eingriffe zu vermeiden. In den Wiesentälern und kleinflächigen Lichtungen soll Aufforstungen sowie einer Verbuschung und Wiederbewaldung entgegengewirkt werden.

VBG 13.26       Vorrangig erholungswirksame Kulturlandschaft im Bereich des Wellenkalks

Die dargestellten Gebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung sowie westlich Ramsthal wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume erhalten und gesichert werden. Daneben sollen das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild, westlich Obereschenbach auch die empfindlichen Böden erhalten und gesichert werden.

Die Landschaft wird in weiten Teilen von der Maßstäblichkeit und dem Formenschatz einer historischen Kulturlandschaft bestimmt. Besonders reizvoll sind die nicht bereinigten Weinberge mit ihrer kleinstrukturierten Terrassenanlagen z.B. bei Ramsthal und Sulzthal. Sie sind hervorragende Beispiele historischer Kulturlandschaftselemente. Wegen des hohen Wertes der Flächen für das Landschaftsbild und ihrer hohen landschaftshistorischen Aussagekraft sollen in diesen Gebieten sowohl die Beseitigung gliedernder Landschaftselemente als auch die Verarmung des Landschaftsbildes infolge von Aufforstung oder Verbuschung und Wiederbewaldung möglichst verhindert werden. Die typische Kleinteiligkeit dieser Kulturlandschaft soll vielmehr erhalten werden. Bestehende wertvolle Lebensräume und Sonderstandorte sollen nicht beeinträchtigt werden. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu, insbesondere in Bereichen, die günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aufweisen (z.B. sandige Böden, südexponierte Steilhänge).
Bei der Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung gilt es, die Qualität und Eigenart des Landschaftsbildes in besonderer Weise zu berücksichtigten. Dazu sollen z.B. flächenintensive Formen der Bebauung, großdimensionierte Baukörper und/oder eine Zerschneidung der Landschaft vermieden werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes berücksichtigen. Eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung ist hierbei – insbesondere westlich Obereschenbach - besonders wichtig.

VBG 13.27   Vorrangig erholungswirksame Waldgebiete des Hesselbacher Waldlands und Steigerwaldvorlands
 

Diese meist großen, über den gesamten Naturraum verbreiteten Waldgebiete sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung sowie wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume erhalten und gesichert werden. Daneben soll das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gesichert werden.

Da die Laub- und Mischwälder unter anderem wegen ihres jahreszeitlich wechselnden Aspekts eine positive Wirkung auf das landschaftliche Erscheinungsbild haben, gilt es die Bestände zu erhalten und so zu entwickeln, dass sie eine hohe Strukturvielfalt aufweisen. Wegen der langen Waldrandlinien kommt der Entwicklung naturnaher Waldränder eine besondere Bedeutung zu. Die Großflächigkeit der Wälder stellt einen wichtigen Aspekt ihrer Erlebniswirksamkeit dar. Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt außerdem allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen in der Regel in der heutigen Kulturlandschaft die einzigen größeren störungsarmen Gebiete dar. Daher ist es wichtig, sie in ihrer Geschlossenheit zu erhalten und zerschneidungswirksame Eingriffe zu vermeiden. In den Wiesentälern und kleinflächigen Lichtungen soll Aufforstungen sowie einer Verbuschung und Wiederbewaldung entgegengewirkt werden.

VBG 13.28       Vorrangig erholungswirksame Gebiete im Vorland des Steigerwaldtraufs

Diese Teilflächen des Vorlands des Steigerwaldtraufs sollen wegen ihrer hervorragenden Erlebniswirksamkeit für eine ruhige, naturbezogene Erholung (u.a. zahlreiche Aussichtspunkte mit weiten Ausblicken) erhalten sowie westlich Zell wegen ihrer Lebensraumqualität, östlich Donnersdorf wegen des Vorkommens empfindlichen Böden entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen das meist abwechslungsreiche Landschaftsbild erhalten und gesichert werden.

Dem Brachfallen der Flächen mit nachfolgender Verbuschung soll ebenso entgegengewirkt werden wie einer gezielten Aufforstung oder einer weiteren Verarmung an gliedernden Landschaftselementen. Die typische Kleinteiligkeit dieser Kulturlandschaft soll erhalten werden. Bei der Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung gilt es, die Qualität und Eigenart des Landschaftsbildes in besonderer Weise zu berücksichtigen. Dazu sollen z.B. flächenintensive Formen der Bebauung, großdimensionierte Baukörper und/oder eine Zerschneidung der Landschaft vermieden werden.
Bestehende wertvolle Lebensräume und Sonderstandorte sollen nicht beeinträchtigt werden. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes berücksichtigen. Eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung ist hierbei – insbesondere östlich Donnersdorf - besonders wichtig.

 VBG 13.29   Waldbereiche der Mainfränkischen Platten mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz
 


Die dargestellten Gebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität und ihrer Funktion als Ausgangspunkte eines aufzubauenden Biotopverbunds entwickelt und gesichert werden.

Deshalb soll in Gebieten mit hohem Anteil von Nadelholzreinbeständen die Entwicklung strukturreicher Laubmischwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung angestrebt werden. Ggf. sollen traditionell waldfreie Wiesenbereiche, insbesondere die Wiesentäler offengehalten werden. Diese Wälder erfüllen in der Kulturlandschaft insbesondere im Grabfeldgau, im Steigerwaldvorland und im Gebiet der Gäuplatten eine wichtige Lebensraumfunktion; in der ansonsten relativ strukturarmen Agrarlandschaft stellen sie oft die einzigen Ausgangspunkte eines aufzubauenden Biotopverbunds dar. Weitere Beeinträchtigungen der meist kleineren Wald-Lebensräume v.a. durch zerschneidungswirksame Eingriffe sollen daher verhindert werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Wälder nordwestlich Mellrichstadt, im Raum Strahlungen, in den südöstlichen Wern-Lauer-Platten, in den Gäuplatten, nordwestlich Knetzgau

  VBG 13.30  Kulturlandschaften der Mainfränkischen Platten mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz
 


Die dargestellten Gebiete sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität und als Ausgangsgebiete für den Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen die Kulturlandschaften westlich Mellrichstadt, südlich Unsleben, im Raum Poppenlauer sowie zwischen Poppenhausen und Pfändhausen auch wegen des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Diese Gebiete mit einer durchschnittlichen Ausstattung an naturbetonten Lebensräumen eignen sich v.a. im Grabfeldgau in Ergänzung zu den im Naturraum verbreiteten „Gebieten hervorragender Bedeutung“ als Ausgangsgebiete für den Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems. Neben ihrer Erhaltung und der Beseitigung von Beeinträchtigungen kommt deshalb in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu.
Die landwirtschaftliche Nutzung soll in den o.g. Gebieten verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
westlich Mellrichstadt, südlich Unsleben, im Raum Poppenlauer, zwischen Poppenhausen und Pfändhausen, östlich Thundorf, zwischen Mechenried und Römershofen, westlich Weigolshausen

VBG 13.31       Bach- und Flusstäler der Mainfränkischen Platten mit Entwicklungsbedarf

Folgende Bach- und Flusstäler der Mainfränkischen Platten sollen für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme, die Entwicklung von Feuchtgebietslebensräumen sowie für den Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen und zum Schutz empfindlicher Böden gesichert und entwickelt werden:

  • Streutal südlich Nordheim und nördlich Mellrichstadt
  • Sulztal
  • Bahratal im Raum Hendungen und unterhalb Bahra
  • Saaletal von der Quelle bis Kleineibstadt sowie zwischen Saal und Hollstadt
  • Haubachtal und Weißbachtal
  • Lauertal im Raum Stadtlauringen und Maßbach
  • Nassachtal bis Rügheim, im Raum Zinkenmühle und oberhalb Sylbach
  • Volkachtal oberhalb Zeilitzheim.

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild entwickelt sowie überwiegend intakte Aueböden erhalten werden. Noch bestehende Reste von Feuchtwiesen oder Seggenriedern sind als wichtige Ausgangsbiotope des Biotopverbundes zu erhalten und durch extensive Mähnutzung zu pflegen.
In den genannten Tälern ist eine boden- und grundwasserschonende landwirtschaftliche Nutzung besonders wichtig. Hochwasserabflussgebiete sollen als (möglichst extensiv genutztes) Grünland bewirtschaftet werden. Für die Revitalisierung von Auestandorten und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden.
V.a. in Ortsbereichen und deren Umgriff, außerorts abschnittsweise auch im Saaletal oberhalb Hollstadt, Saal und Bad Königshofen, im Nassachtal im Raum Zinkenmühle sind die Auenfunktionen vordringlich zu verbessern. Für die Neuschaffung von naturbetonten Lebensräumen und zur naturnäheren Gestaltung der Gewässer einschließlich ihrer Ufer sollen ausreichend Flächen bereitgestellt werden.
Diffuse und punktuelle Stoffeinträge sind – auch in den Einzugsgebieten - zu reduzieren. Dazu soll u.a. die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland (v.a. im Streutal oberhalb Mellrichstadt, im Bahratal, im Saaletal oberhalb Hollstadt und Bad Königshofen und im Volkachtal) dienen. Eine Siedlungsentwicklung im Auenfunktionsraum soll unterbleiben.

VBG 13.32        Standortübungsplatz Brönnhof

Der Standortübungsplatz Brönnhof soll aufgrund seiner Lebensraumqualität und seines hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume der Trockenstandorte entwickelt und gesichert werden.

Neben der Erhaltung von Lebensräumen kommt in diesem Gebiet insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen - insbesondere ausgehend von den teils überregional und regional bedeutsamen Trockenstandorten und den großflächigen Waldgebieten mit wertvollen Waldrandzonen - eine besondere Bedeutung zu.

  VBG 13.33  Hangbereiche mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz zwischen Schonungen und Haßfurt
 


Das dargestellte Gebiet soll aufgrund seiner Lebensraumqualität, seines hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und als Ausgangsgebiet für den Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden.

Dieses Gebiet ist derzeit Kernfläche für ein ansonsten in einzelne Trittsteine aufgelöstes Trockenbiotopverbundsystem entlang des Südrands des Hesselbacher Waldlandes. Es zeichnet sich aufgrund der besonderen Standortbedingungen (Geologie, Böden, Relief) durch günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aus. Der überwiegende Teil dieses Gebiets wird jedoch intensiv landwirtschaftlich genutzt. Daher soll an der südlichen Randzone des Hesselbacher Waldlands die Optimierung und Vernetzung wertvoller Trockenstandorte und der Aufbau eines Trocken-Biotopverbundsystems unter Einbeziehung von Magerrasen, wertvoller Trockenstandorte an extensiven Weinbergen und thermophiler Waldränder gefördert werden. In das dazu notwendige Pflege- und Entwicklungskonzept sollte die Erhaltung extensiver Nutzungsformen, v.a. der Schafbeweidung, ebenso einbezogen werden wie die Neuschaffung von Trockenstandorten an intensiv genutzten Weinbergen.
Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll die Belange des Arten- und Biotopschutzes in hohem Maße berücksichtigen. Eine weitere Siedlungsentwicklung soll maßvoll erfolgen. Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden.

VBG 13.34                   Abschnitte des Main- und Werntals mit Entwicklungsbedarf

Die dargestellten Abschnitte des Main- und Werntals sollen zum Schutz der Gewässer einschließlich der Auenfunktionen, zum Schutz wertvoller Aueböden sowie für die Entwicklung regionaler Biotopverbundsysteme und von Auenlebensräumen gesichert und entwickelt werden:

Daneben sollen ihre gliedernde Funktion im Landschaftsbild und ihre Bedeutung für eine ruhige, naturbezogene Erholung - insbesondere die stadtnahe Erholungsfunktion des Maintals im Raum Schweinfurt - erhalten und entwickelt werden.

In den Talabschnitten zwischen Hirschfeld und Schweinfurt, zwischen Obertheres und Eltmann sowie zwischen Schnackenwerth und Geldersheim soll außerdem ihre Funktion als regional bedeutsame Frischlufttransportbahnen gesichert werden.

Trotz der nachhaltigen Veränderungen des Flußregimes und der gesamten Aue bestehen im Maintal nicht zuletzt auch aufgrund der Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachse und der teilweise äußerst hochwertigen Lieferbiotope in anderen Talabschnitten günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und Lebensgemeinschaften. So sollten u.a. ehemalige Altarme und Flutrinnen regeneriert werden, Auwaldbegründungen vorgenommen oder bei Nassbaggerungen grundsätzlich in möglichst großem Umfang die Folgenutzung Naturschutz angestrebt werden. Eine Regenerierung ehemaliger Aueböden z.B. durch Rücknahme von Entwässerungen sowie Wiederherstellung oder –anschluss wechselfeuchter Flutrinnen soll angestrebt werden. Insgesamt soll die engere Verzahnung von aquatischen, amphibischen und terrestrischen Lebensräumen durch vielfältige Ufergestaltung sowie die Ausweitung von Auwäldern und Wiesenkomplexen (mit Überführung eines möglichst hohen Flächenanteils in Extensivwiesen) gefördert werden. Es sollen für alle Staustufen Umgehungsgerinne angelegt werden, um die biologische Durchgängigkeit des Main sukzessive wiederherzustellen.
Die Landnutzung soll in den dargestellten Talabschnitten auf die standörtliche Empfindlichkeit abgestimmt werden und zumindest in gewässer- und grundwassernahen Standorten sowie in häufiger überschwemmten Bereichen (HQ25, d.h. mindestens einmal in 25 Jahren) wieder als Grünland (ggf. auch Auwald) erfolgen (im Maintal z.B. oberhalb Zeil, im Raum Heidenfeld sowie im gesamten Werntal unterhalb Geldersheim). Auf eine grundwasser- und bodenschonende landwirtschaftliche Nutzung mit verringertem Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz soll hingewirkt werden. Im Rahmen sich bietender Möglichkeiten soll u.a. im Werntal bei Werneck sukzessive versucht werden, Retentionsraum zurückzugewinnen. Ggf. sind bestehende Hochwasserdeiche zurückzuverlegen (z.B. bei Grafenrheinfeld oder Schweinfurt, wo landwirtschaftliche Nutzflächen eingedeicht sind), um den vorbeugenden Hochwasserschutz im Maintal zu verbessern.
Eine weitere Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung im Maintal soll angesichts der bereits erfolgten Versiegelungen und Zerschneidungen weitgehend unterbleiben. Der Nassabbau von Kies und Sand soll flächensparend und landschaftsschonend (konzentriert in wenigen Gebieten) erfolgen. Neue Abbaustellen sollen nur auf Standorten vorgesehen werden, die aus naturschutzfachlicher Sicht vertretbar sind und nach Abschluss der Abbautätigkeit in möglichst großem Umfang der Folgenutzung Naturschutz zur Verfügung gestellt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Maintalabschnitte oberhalb Eltmann, oberhalb Zeil, zwischen Schweinfurt und Heidenfeld, Werntal unterhalb Geldersheim.

 VBG 13.35 Gebiete der Mainfränkischen Platten mit besonderer Boden- und Grundwasserschutzfunktion
 


Die Böden in diesen Gebieten sollen aus Gründen des Boden- und des Grundwasserschutzes und als Standorte für die Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften gesichert werden.

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Versauerungsfördernde Maßnahmen sollen v.a. im östlichen Schweinfurter Becken und im Steigerwaldvorland unterbleiben.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete im Raum Rödelmaier, zwischen Sulzfeld und Oberlauringen, südlich Unteressfeld, zwischen Obbach und Kaisten, zwischen Rannungen und Poppenhausen, zwischen Gochsheim und Knetzgau.

VBG 13.36       Abschnitte des Maintals mit vorrangiger klimatischer Bedeutung

Die dargestellten Gebiete sollen v.a. wegen ihrer hervorragenden Funktion als Frischlufttransportbahn für die Stadt Schweinfurt gesichert werden. Außerdem sollen sie wegen ihrer Lebensraumqualität bzw. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und ihrer Lage innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden.

Diese hinsichtlich der Hauptwindrichtung günstig zugeordneten Maintalabschnitte leisten eine unverzichtbare Frischluftproduktions- und -transportfunktion für das klimatisch belastete Industriezentrum Schweinfurt. Diese aus stadtklimatischen Gründen bedeutsame Funktion soll durch weitere Bebauungen nicht geschmälert werden. Zur Verbesserung der Lebensraumqualität innerhalb dieser sehr bedeutsamen Biotopverbundachse sollen die Neubegründung von Auwäldern, die Anlage von nach Möglichkeit extensiv bewirtschafteter Wiesen sowie die Entwicklung weiter naturnaher, auetypischer Lebensräume gefördert werden.
Bei Nassbaggerungen soll in möglichst großem Umfang die Folgenutzung Naturschutz angestrebt werden. Die Landnutzung soll auf die standörtliche Empfindlichkeit abgestimmt werden und zumindest in gewässer- und grundwassernahen Standorten sowie in häufiger überschwemmten Bereichen als Grünland oder Auwald erfolgen.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete um bzw. nordöstlich Grafenrheinfeld.

VBG 13.37       Wälder der Mainfränkischen Platten mit hohem Entwicklungspotenzial

Diese Wälder sollen aufgrund ihrer Lebensraumqualität und v.a. wegen ihrer günstigen Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume, daneben wegen ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung gesichert und entwickelt werden. Außerdem sind sie auch wegen des landschaftlichen Erscheinungsbilds und südlich Ostheim auf Grund des Vorkommens gegenüber Versauerung empfindlicher Böden sicherungswürdig.

Insbesondere wegen des Artenschutzes und der Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung sollen Eingriffe, die diese Waldbestände nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer visuellen Zerschneidung führen, vermieden werden. Die forstwirtschaftliche Nutzung soll auch verstärkt die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Erholung berücksichtigen.
V.a. südlich Ostheim wegen der versauerungsempfindlichen Böden ist aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes und auch wegen der positiven Wirkung auf das Landschaftsbild eine Überführung des Nadelwalds in einen naturnahen Mischwald vordringlich.

Wichtige Beispielgebiete:
Waldgebiet südlich Ostheim, Wälder nordöstlich Waltershausen, westlich und nördlich Oberlauringen, zwischen Schonungen und Wülflingen

VBG 13.38       Landschaften der Mainfränkischen Platten mit hohem Entwicklungspotenzial

Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Lebensraumausstattung und v.a. ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume sowie ihrer Funktion als Ausgangsgebiete zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen sie i.d.R. auch auf Grund des Vorkommens empfindlicher Böden gesichert werden.

Häufig sind innerhalb dieser Gebiete noch Optimierungs- und Entwicklungsmaßnahmen des Naturschutzes erforderlich, denn oft sind die Lebensräume beeinträchtigt oder weisen nur geringe Größenausdehnungen auf. Außerdem soll der Aufforstung und Verbrachung entgegengewirkt werden. Die landwirtschaftliche Nutzung soll verstärkt die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes berücksichtigen. Auf eine Verringerung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatzes soll hingewirkt werden. Die Grünlandnutzung soll ggf. beibehalten und ausgedehnt werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete nördlich und südöstlich Unsleben, östlich Hesselbach, im Raum Lindach

VBG 13.39       Wellenkalkgebiete der Wern-Lauer-Platten mit hohem Entwicklungspotenzial

Diese meist bewaldeten Gebiete sollen auf Grund des Vorkommens für den Artenschutz bedeutsamer Trockenstandorte, Schluchtwälder und lichter Kiefernwälder und ihrer Biotopverbund-Funktion entwickelt und gesichert werden.

Daneben sollen sie v.a. westlich Münnerstadt und westlich Obereschenbach auch wegen ihrer hervorragenden Bedeutung für die ruhige, naturbezogene Erholung und ihres landschaftlichen Erscheinungsbilds gesichert werden.

Gefährdungen der Lebensraumqualität und des Landschaftsbildes durch weitere Verbuschung, Nutzungsaufgabe oder Aufforstung soll entgegengewirkt werden.
Wichtigste Ziele sind neben der Neuschaffung und Optimierung der hochwertigen, komplexen Trockenstandorte die Weiterentwicklung des Biotopverbundes und die Einbindung in ein großräumiges Verbundsystem für die landesweit bedeutsamen unterfränkischen Trockengebiete im Muschelkalk. Grundvoraussetzung ist dafür neben der Flächenbereitstellung vor allem auch die Förderung extensiver Bewirtschaftungsformen sowohl der Wälder als auch der Offenlandbiotope.
Eingriffe, die diese Lebensraumkomplexe nachhaltig verändern oder beeinträchtigen, in ihrer Ausdehnung zurückdrängen oder zu einer Zerschneidung führen, sollen vermieden werden.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete westlich Obereschenbach, westlich Münnerstadt, zwischen Hollstadt und Strahlungen

VBG 13.40       Waldgebiet „Hain“ nordöstlich Schweinfurt

Die dargestellten Gebiete innerhalb des großen Waldkomplexes nördlich Schweinfurt sollen auf Grund ihrer Lebensraumqualität und ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume entwickelt und gesichert werden. Außerdem sollen sie auch wegen der hervorragenden Eignung für die stadtnahe, naturbezogene Erholung gesichert werden. Darüber hinaus ist das abwechslungsreiche Landschaftsbild zu erhalten.

Die Großflächigkeit dieses Waldgebiets stellt einen wichtigen Aspekt seiner Lebensraumqualität und Erlebniswirksamkeit dar. Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt außerdem allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Daher ist es wichtig, sie in ihrer Geschlossenheit zu erhalten. Außerdem sollen die Talräume in den Waldgebieten in ihrer charakteristischen Ausprägung offengehalten und unter Berücksichtigung ihrer landschaftlichen Eigenart in ihrem Strukturreichtum erhalten und entwickelt werden.
Das Erholungspotenzial des Gebietes gilt es durch die Anlage und den Erhalt von markierten Rad- und Wanderwegen ausreichend zu erschließen. Durch den von Schweinfurt ausgehenden Siedlungsdruck besteht die Gefahr, dass der ursprünglich land- und forstwirtschaftlich geprägte Raum in zunehmendem Maße städtisch überformt wird. Eine weitere Siedlungsentwicklung soll im dargestellten Gebiet nicht erfolgen. Zerschneidungen durch Infrastruktureinrichtungen sollen vermieden werden.

 VBG 13.41  Naturschutzfachlich bedeutsame Flugsandgebiete mit hohem Entwicklungspotenzial
 


Diese Gebiete sollen auf Grund ihrer Lebensraumqualität, v.a. wegen ihres hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume und auf Grund ihrer Funktion innerhalb eines regionalen Biotopverbundsystems entwickelt und gesichert werden. Daneben sollen sie auch wegen des Vorkommens seltener und empfindlicher Böden gesichert werden.

Auf den z.T. ausgedehnten Dünen- und Flugsandfeldern stellen Kiefern-(Eichen-Hainbuchen)Wälder und Sandmagerrasen die typischen, bayernweit sehr seltenen Lebensräume dar. Das bedeutende Entwicklungspotenzial der Sandstandorte sollte durch Neuschaffung von Trockenrasen und der Förderung naturnaher Wälder verstärkt genutzt werden. Aufgrund der landesweit hohen Bedeutung sollte in den Gebieten mit anstehendem Flugsand verstärkt die Entwicklung der Potenziellen Natürlichen Vegetation des Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwalds gefördert werden. Die heute noch erhaltenen Flugsandbereiche stellen auch aus bodenkundlicher Sicht sowie als Archiv der Naturgeschichte sehr schützenswerte Sonderstandorte dar, die erhalten und gesichert werden sollten.
Eine weitere Entwicklung von Siedlungsflächen und Infrastruktureinrichtungen soll in diesen Gebieten daher nicht erfolgen. Eine boden- und grundwasserschonende, extensive  land- und forstwirtschaftliche Nutzung ist hier besonders wichtig.

Wichtige Beispielgebiete:
Gebiete im Raum Obereuerheim, südwestlich Wonfurt.


 
 

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