9.1 Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebiete


9.1.1    Bestehende Naturschutzgebiete

Festgesetzte Naturschutzgebiete sollen weiterhin gesichert bleiben.  

In Naturschutzgebieten besitzen die Belange von Natur und Landschaft absoluten Vorrang. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen könnten, sind deshalb zu unterbinden. Nutzungen, die dem Schutzziel entgegenstehen, sind zu unterlassen (vgl. Art. 7 BayNatSchG). In der Region Main-Rhön sind insgesamt ca. 13.490 ha als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Dies entspricht einem Flächenanteil von ca. 3,4 %.
Innerhalb der naturräumlichen Haupteinheiten verteilen sich die Naturschutzgebietsflächen wie folgt (Tabelle 9.1):

Tabelle 9.1:     Flächenanteile von Naturschutzgebieten an den naturräumlichen Haupteinheiten

Naturraum

Fläche (ha)

Anteil (%)

Hohe Rhön (354)

7230

30,2

Vorder- und Kuppenrhön (353)

26

0,2

Südrhön (140)*

971

1,2

Grabfeldgau (138)

431

0,6

Wern-Lauer-Platten (135)

932

2,2

Gäuplatten im Maindreieck (134)

8

0,1

Schweinfurter Becken (136)*

359

2,3

Hesselbacher Waldland (139)

40

0,2

Steigerwaldvorland (137)

1359

4,0

Steigerwald (115)

483

2,2

Haßberge (116)

1315

4,4

Itz-Baunach-Hügelland (117)

336

1,2

* Naturraum Südrhön (141) einschließlich Sandsteinspessart (141) und Schweinfurter Becken (136) einschließlich Mittleres Maintal (133)

In der Region Main-Rhön sind die nachfolgend in Tabelle 9.2 aufgeführten Gebiete als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Lage und Umgriff der Gebiete sind Karte 7b zu entnehmen.

Tabelle 9.2:     Bestehende Naturschutzgebiete

Schutzgebietsbezeichnung

Kurzbeschreibung

Fläche

Naturraum Hohe Rhön (354)

Schwarze Berge
(600.089)

Hochlagen mit weiträumigen, mosaikartig verzahnten, vielgestaltigen Wiesengesellschaften mit Schwerpunkt Storchschnabel-Goldhaferwiese sowie Borstgrasrasen, Feuchtgebieten und Laubwaldflächen

3.160 ha

kleinere Teilflächen im Naturraum Südrhön

Gangolfsberg
(600.014)

strukturreicher Laubwaldkomplex am Ostrand der Hohen Rhön mit natürlichem Bachlauf, Basalt-Blockschuttfeldern und Waldbereichen mit Schluchtwaldcharakter

179 ha

Lange Rhön
(600.030)

biotopreichste Landschaft Unterfrankens in der Hochlage der Rhön mit weiträumigen, mosaikartig verzahnten Wiesengesellschaften, großflächigen Borstgrasrasen, Bergmähwiesen, Feuchtbereichen und Moorgebieten sowie strukturreichen Laubwäldern in den Hangbereichen vom Buchenwald bis zu Schluchtwäldern

2.666 ha

Sinnquellgebiet und Arnsbergsüdhang
(600.055)

zwischen der Langen Rhön und den Schwarzen Bergen gelegener Südhangbereich mit Kalkmagerrasen am Arnsberg, Grünlandgesellschaften unterschiedlichster Ausprägung, Quellbereichen, Kalkflachmoor- und Pfeifengrasbeständen, durchsetzt von Hecken- und Gehölzbeständen sowie mit naturnahen Waldflächen

165 ha

Steinberg und Wein-Berg
(600.056)

einzigartige Heckenlandschaft am Südhang der Langen Rhön mit einem kleinräumigen Mosaik von Baumhecken auf Basaltsteinriegeln und Grünlandgesellschaften unterschiedlichster Ausprägung

302 ha

Mühlwiesen im Elsbachtal
(600.093)

kleinräumiges Mosaik aus Wiesen (Kalkmagerrasen, Feuchtwiesen, Goldhaferwiesen, Kalkflachmoor), Hecken auf Lesesteinriegeln, bachbegleitenden Gehölzen und Waldbeständen am Hang

72 ha

Feuchtbereiche am Steizbrunn-Graben (600.100)

Mosaik aus Feuchtwiesen, Brachflächen und Gehölzbeständen

98,4 ha

Dünsberg

(600.103)

floristisch und faunistisch bedeutsame Kalkmagerrasen im Hangbereich am Ostrand der Hohen Rhön

75,5 ha

Naturwaldreservat Eisgraben
(600.126)

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Schlucht- und Hangmischwald auf Basalt in der Hochrhön

28,7 ha

Naturwaldreservat Schloßberg

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Waldmeister-Buchenwald auf Basalt in der Hochrhön

27,1 ha

Weyhershauk
(600.045)

Trockenlebensraum auf Muschelkalk mit Kalkmagerrasen, Wacholderheiden und Laubmischwald 27,2 ha

Naturraum Südrhön (140) – einschließlich Sandsteinspessart (141)

Schachblumenwiesen bei Zeitlofs
(600.019)

kleiner Abschnitt des Sinntals mit reichem Bestand an Schachblumen in den Wiesen

16 ha

Schwarze Berge
(600.089)

Hochlagen mit weiträumigen, mosaikartig verzahnten, vielgestaltigen Wiesengesellschaften mit Schwerpunkt Storchschnabel-Goldhaferwiese sowie Borstgrasrasen, Feuchtgebieten und Laubwaldflächen

3.160 ha

Großteil in der Hohen Rhön

Feuerbachmoor
(600.026)

von Wald umgebener Feuchtgebietskomplex in der Südrhön mit naturnahem Bachlauf, Feucht- und Nasswiesen, Vermoorungen, Hochstaudenfluren, kleinen Teichen, Röhrichten und Erlensumpfwald

25 ha

Unteres Schondratal
(600.037)

von steilen, bewaldeten Hängen eingerahmtes Wiesental im Naturraum Südrhön mit naturnahem Bachlauf, Wiesen und Weiden, Brachflächen, Hochstaudenfluren, Gehölzsäumen am Bachufer und Erlen-Eschenwald; letztes Vorkommen der Sandsteinrasse der Flussperlmuschel

180 ha

Waldwiesen im Neuwirthshauser Forst
(600.087)

saure, nährstoffreiche Pfeifengraswiesen, Niedermoorflächen und Bruchwaldreste mit bedeutenden Amphibien- und Libellenvorkommen

160 ha

Saalewiesen zwischen Bad Neustadt und Salz
(600.116)

offene Saaleaue mit in Bayern einzigem Standort salzbeeinflusster Wiesenvegetation mit extrem seltenen Pflanzenarten

155 ha

Sodenberg - Gans
(600.104)

Basaltkegel in Muschelkalklandschaft mit Basaltschutthalden, Kalktrockenrasen, Magerrasen, Gebüschen und naturnahen Laubmischwaldbeständen

492 ha

Teilflächen in den Wern-Lauer-Platten

Naturraum Grabfeldgau (138)

Trockenhänge bei Unsleben
(600.066)

xerotherme Trockenhänge am Rande des Streutales mit artenreichen Halbtrockenrasen, durchsetzt von Gebüschen und Baumgruppen

40,9 ha

Trockenhänge und Urwiese bei Junkersdorf
(600.073)

auf hügeligem Gelände am Westrand der Haßberge gelegener Biotopkomplex mit Gehölzinseln, Hecken, Gebüschen, Säumen, Magerrasen und Streuobstflächen sowie einem Teil des angrenzenden Laubmischwalds

135 ha

Teilflächen in benachbarten Naturräumen

Poppenholz
(600.078)

artenreicher, teilweise als Mittelwald genutzter Laubmischwald, vorgelagert Halbtrockenrasen und Gebüschkomplexe

212 ha

Hubholz bei Mühlfeld

(600.081)

artenreicher, ehemals als Mittelwald bewirtschafteter Laubwald mit vorgelagerten Gebüschgruppen und kleinen Halbtrockenrasenflächen

88 ha

Talhänge der Lauer bei Stadtlauringen
(600.085)

Keuperterrasse mit Salbei-Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen und Streuobstbeständen

92,5 ha

Naturraum Wern-Lauer-Platten (135)

Grundwiese (Hornwiese)
(600.005)

schmaler, beiderseits von Wald eingerahmter Wiesengrund aus überwiegend wechselfeuchter Glatthaferwiese mit reichem Bestand von Traubenhyazinthe

2,1 ha

Wurmberg-Possenberg
(600.009)

Mosaik aus Halbtrockenrasen, Säumen, Gebüschen und Waldentwicklungsstadien sowie größeren Waldflächen mit reichen Beständen an Frühlingsgeophyten

206 ha

Haarberg
(600.061)

Biotopkomplex aus orchideenreichen Kalkmagerrasen, Hecken, Gebüschen, Streuobstwiesen, Säumen und kleinen Kiefernbeständen

24 ha

Wacholderheiden südlich Münnerstadt
(600.069)

Biotopkomplex aus Kalktrockenrasen mit Wacholderbeständen, Gebüschen, Säumen und lichten Kiefernwaldbeständen

99 ha

Trockengebiete bei Machtilshausen
(600.086)

Hangzonen und angrenzende Plateaulagen des Saaletals mit naturnahen und reich gegliederten Vegetationskomplexen aus Wäldern, Trockenstandorten und Weinbergslagen

253 ha

Reiterswiesener Höhe – Häuserlohwäldchen
(600.117)

Vielfalt von Trockenstandorten und Laubwaldtypen

405 ha

Sodenberg - Gans
(600.104)

Basaltkegel in Muschelkalklandschaft mit Basaltschutthalden, Kalktrockenrasen, Magerrasen, Gebüschen und naturnahen Laubmischwaldbeständen

492 ha

Teilflächen in der Südrhön

Naturwaldreservat Dianensruhe
(600.129)

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum) auf Muschelkalk in der nördlichen Fränkischen Platte

22,5 ha

Naturwaldreservat Dachsbau
(600.130)

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) auf Muschelkalk in der nördlichen Fränkischen Platte

28,4 ha

Naturraum Gäuplatten im Maindreieck (134)

Wernaue bei Ettleben
(600.060)

ornithologisch bedeutsamer Bereich in der Wernaue mit Feucht- und Nasswiesen, Hochstaudenfluren, Seggenrieden und Schilfflächen

7,6 ha

Naturraum Schweinfurter Becken (136) – einschließlich Mittleres Maintal (133)

Elmuß
(600.025)

vom Unkenbach durchflossener Rest eines Hartholz-Auenwaldes im Maintal mit wassergefüllten Mulden und Rinnen mit reichen Beständen an Frühlingsgeophyten

44,5 ha

Garstadter Holz
(600.031)

Rest eines Hartholz-Auenwaldes im Maintal mit reichem Bestand an Frühlingsgeophyten

52,4 ha

Vogelschutzgebiet Garstadt
(600.064)

ehemaliges Kiesabbaugebiet mit einem Mosaik aus feuchten und trockenen Biotopstrukturen von offenen Wasserflächen mit Unterwasser- und Schwimmblattpflanzen, Röhrichten und Gebüschen bis zu Auenwaldresten

50 ha

Alter Main bei Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld
(600.070)

vom Main abgetrennte Flussschlinge mit Flachwasserbereichen, Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzen, Röhrichtbeständen, Hochstaudenfluren, Weidengebüschen und Ufergehölzen; wichtiger Brut- und Rastplatz für Wasservogelarten

21,2 ha

Saumain in der Stadt Schweinfurt
(600.092)

Nebenarm des Main mit Wasserpflanzen- und Röhrichtvegetation, Hochstauden und Ufergehölzen

11,6 ha

Wipfelder Mainaue bei St. Ludwig
(600.096)

Großflächiges Wiesengelände in der Mainaue

72,5 ha

Spitalholz bei Gochsheim
(600.109)

naturnahes Laubwaldgebiet

26,4 ha

Naturraum Hesselbacher Waldland (139)

Urlesbachtal
(600.115)

schmales, naturbetontes Wiesental mit angrenzenden Laubmischwaldbeständen

25 ha

Naturwaldreservat Wildacker
(600.131)

Naturwaldreservat mit artenreichem Laubmischwald ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege auf Muschelkalk in der Fränkischen Platte

17,5 ha

Naturraum Steigerwaldvorland (137)

Vogelfreistätte Graureiherkolonie bei Dippach am Main
(600.021)

Teil des Maintals mit Wiesen, Baggersee, Mainaltwasser und bewaldetem, nordostexponiertem Hang aus Eichen-Hainbuchenwald mit Schluchtwaldanteilen, in dessen Baumbestand sich zahlreiche Horste des Graureihers befinden

146 ha

Teilflächen im Steigerwald

Mainaue bei Augsfeld
(600.120)

Maintalabschnitt mit Altwässern, Baggerseen, Röhrichten, Gehölzufersäumen und Auenwiesen

621

Sulzheimer Gipshügel
(600.023)

Gipshügelrest mit kontinentaler Steppenvegetation und angrenzender Talfläche am Unkenbach mit Nasswiesenvegetation und Hochstauden

8,3 ha

Vogelschutzgebiet Alter und Neuer See
(600.027)

im Steigerwaldvorland gelegene Seen mit reicher Unterwasservegetation, ausgedehnten Röhrichtzonen und angrenzendem Gehölzsaum; besondere Bedeutung für Wasservögel

38,3 ha

Riedholz und Grettstädter Wiesen
(600.032)

Laubwaldgebiet mit vorgelagerten Feucht- und Nasswiesen, Pfeifengras-Streuwiesen, Hochstaudenfluren und Röhrichten

118,8 ha

Schleifwiesen und Nußloch bei Lindach
(600.040)

Grünland-Feuchtgebiet mit Feucht- und Nasswiesen, Quellmooren, Kleinseggenrieden, Großseggenrieden, Schilfflächen und Hochstaudenfluren; ornithologisch bedeutsam

10,3 ha

Altmain und Sandmagerrasen bei Limbach

(600.084)

Maintalabschnitt mit Baggerseen, Altmainarm, Ufergehölzen, Waldinseln, Hochstaudenfluren, Salbei-Glatthaferwiesen und kleinflächigen Sandmagerrasen

271 ha

Hörnauer Wald
(600.094)

naturnaher Laubwald mit reichem Bestand an Frühlingsgeophyten im Steigerwaldvorland; bedeutsam für zahlreiche Vogelarten

179,6 ha

Naturraum Steigerwald (115)

Schulterbachtal
(600.072)

schmales Wiesental im Steigerwald mit naturnahem Bachlauf, orchideenreichen Feuchtwiesen, stark vernässten Bereichen und Erlenwaldresten

31,2 ha

Tretzendorfer Weiher
(600.091)

Wiesental im Steigerwald mit Mähwiesen, mehreren kleinen und großen Teichen und bewaldeten Talhängen

201 ha

Weilersbachtal
(600.098)

Wiesental im nördlichen Steigerwald mit Wiesen, Hochstaudenfluren und Auenwaldresten

93 ha

Dolinen im Mahlholz
(600.053)

Laubmischwaldgebiet mit Karsterscheinungen im Grundgips in Form von Dolinenfeldern mit mehreren Einzelobjekten wie wassergefüllte Dolinen (Lokven) und „Schlucklöchern“ (Ponore)

31,2 ha

Spitalgrund – Oberes Volkachtal
(600.047)

Wiesentalsystem mit randlichen Laubmischwaldbeständen

41,6 ha

Vogelfreistätte Graureiherkolonie bei Dippach am Main
(600.021)

Teil des Maintals mit Wiesen, Baggersee, Mainaltwasser und bewaldetem, nordostexponiertem Hang aus Eichen-Hainbuchenwald mit Schluchtwaldanteilen, in dessen Baumbestand sich zahlreiche Horste des Graureihers befinden

146 ha

Teilflächen im Steigerwaldvorland

Naturwaldreservat Zwerchstück
(600.107)

Naturwaldreservat ohne jegliche Nutzung mit Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum)

28 ha

Naturwaldreservat Mordgrund
(600.137)

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) auf Gipskeuper am Steigerwaldanstieg

23,1 ha

Naturraum Haßberge (116)

Ebelsberg
(600.024)

ehemals überwiegend als Weinberg genutzter Südhang des Maintals mit Trockenmauern, Halbtrockenrasen, Magerrasen, Gebüschen, Streuobstbeständen, Baumgruppen und lichtem Eichenwald im oberen Teil des Hanges

29,8 ha

Pfaffenberg
(600.039)

Südhang des Maintals mit ehemaligen Weinbergsflächen, das Landschaftsbild prägenden Trockenmauern, Halbtrockenrasen und Laubwaldbestand

9,2 ha

Nesselgrund
(600.044)

im Waldkomplex der nördlichen Haßberge gelegene Tälchen mit Nasswiesen, Seggenrieden und Erlenwald; Vorkommen von Iris sibirica

10,2 ha

Trockenhänge und Urwiese bei Junkersdorf
(600.073)

auf hügeligem Gelände am Westrand der Haßberge gelegener Biotopkomplex mit Gehölzinseln, Hecken, Gebüschen, Säumen, Magerrasen und Streuobstflächen sowie einem Teil des angrenzenden Laubmischwalds

135 ha

Teilflächen in benachbarten Naturräumen

Hohe Wann
(600.102)

komplexe Magerstandorte aus Salbei-Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen, Streuobstbeständen, aufgelassenen Weinbergen, Gebüschen und Säumen sowie Eichen-Hainbuchenwald und Hainsimsen-Buchenwald

1055 ha

Naturwaldreservat Nesselsee
(600.128)

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) auf Gipskeuper in den Haßbergen

44,5 ha

Naturwaldreservat Stachel
(600.136)

Naturwaldreservat ohne jegliche forstliche Nutzung oder Pflege mit Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) auf Sandsteinkeuper in den Haßbergen

23,1 ha

Naturraum Itz-Baunach-Hügelland (117)

Altenburg bei Trappstadt
(600.079)

floristisch herausragender Laubmischwald, der auf Teilflächen noch als Niederwald bewirtschaftet wird; vorgelagert Halbtrockenrasen und Gebüschkomplexe sowie einzelne Streuobstwiesen

307 ha

Trockenrasen am Kapellenberg
(600.080)

Halbtrocken- und Trockenrasen mit Gebüschen und Gehölzgruppen auf Hügelkuppen aus Gipskeuper; einziges Vorkommen der zottigen Fahnenwinde in Bayern

25 ha

Galgenberg-Goßberg
(600.050)

hufeisenförmig um das Altenstein-Plateau gelagerte Lias-Hangstufe mit einem reizvollen Nebeneinander von lichtem Kiefernwald, lückigem Buchen-/Hainbuchenwald, Gebüschen, Säumen (Geranio-Peucedanetum cervarie), Magerrasen (Gentiano-Koelerietum), Halbtrockenrasen mit Linum tenuifolium, Mähwiesen und Streuobstflächen

45 ha

Simonsberg-Fuchsrangen
(600.065)

Hangbereiche am Rande des Baunachtales mit Halbtrockenrasen (z.B. Enzian-Schillergrasrasen), Säumen ( z.B. Hirschwurzsaum), Gebüschen und lichten Waldbereichen

14,2 ha

 

Gebietserweiterungen bestehender Naturschutzgebiete sollen vorrangig in Angriff genommen werden. Hierbei soll auch auf die Bereitstellung geeigneter Entwicklungs- und Pufferflächen geachtet werden.  

Um beeinträchtigende Einflüsse auf bestehende Naturschutzgebiete gering zu halten und genügend große Areale für gefährdete Arten bereitzustellen, sollte die Flächengröße von Naturschutzgebieten, wenn möglich, 100 ha nicht unterschreiten. Gebietserweiterungen zu bestehenden Naturschutzgebieten sollten deshalb vorrangig in Angriff genommen.
Auch Kompensationsmaßnahmen, die im Rahmen von Eingriffsvorhaben zu erbringen sind, sollten schwerpunktmäßig zur Anlage von Pufferzonen an Naturschutzgebieten oder zur Optimierung von Flächen im Umfeld von Naturschutzgebieten eingesetzt werden, um Gebietserweiterungen voranzutreiben. Die Erweiterung eines Naturschutzgebiets ohne gleichzeitige Durchführung von Maßnahmen zur weiteren Entwicklung und naturschutzfachlichen Aufwertung der betreffenden Flächen kann allerdings nicht als Kompensationsmaßnahme geltend gemacht werden.
Beeinträchtigungen von Naturschutzgebieten durch benachbarte Nutzungen sollen vorrangig gemindert und beseitigt werden.  

Häufig sind Lebensgemeinschaften trotz ihrer Unterschutzstellung durch störende Einflüsse, die von benachbarten Nutzungen ausgehen, oder Veränderungen der Standortverhältnisse beeinträchtigt. Die naturschutzrechtliche Sicherung und die Durchführung von Pflegemaßnahmen reichen dann nicht für den nachhaltigen Fortbestand der wertvollen Lebensgemeinschaften aus. Solche Beeinträchtigungen, die zu langfristigen Schädigungen der schutzwürdigen Bestände führen, sind z.B. schleichende Standortveränderungen durch Eingriffe in den Wasserhaushalt, Eutrophierung, Störungen empfindlicher Arten durch Besucher, Verkehrslärm oder durch Flugverkehr. Für den erfolgreichen Schutz hochwertiger Lebensgemeinschaften ist es deshalb notwendig, durch geeignete Maßnahmen im Umfeld der Vorkommen Störungsquellen zu beseitigen oder zu vermindern.

Zur Erhaltung ihrer hochwertigen Lebensraumqualität sollen notwendige Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt werden. Hierzu sollen Pflege- und Entwicklungskonzepte erstellt werden.  

Nur wenige Naturschutzgebiete haben als Schutzzweck die Erhaltung des Klimaxstadiums von Ökosystemen (d.h. des Endstadiums ihrer natürlichen Entwicklung, in Mitteleuropa in der Regel Waldgesellschaften) zum Inhalt. Häufig werden naturnahe, durch menschliche Nutzung geprägte Lebensräume unter Schutz gestellt, zu deren Erhaltung regelmäßige Pflegemaßnahmen notwendig sind. Um die Qualität der geschützten Lebensräume zu steigern, sind häufig zudem Entwicklungsmaßnahmen und die Ausweisung von Pufferzonen notwendig (siehe oben). Deshalb sollen für die bestehenden und die zukünftig geplanten Naturschutzgebiete Pflege- und Entwicklungskonzepte erstellt werden, in denen Maßnahmen dargestellt werden, die zur dauerhaften Umsetzung der Schutzziele notwendig sind.

 

9.1.2 Geplante Naturschutzgebiete

  • Guckaspass
  • Salkenberg mit Fladunger Streuwald und Leubachtalhänge
  • Erweiterungen NSG „Lange Rhön“ – Bereich Sennhütte/Moorschlinge
  • Ostabfall der Langen Rhön – Rother Berg, Altenfeld/Lichtenstein, Reutwald/
    Krummes Loh
  • Ostabhang der Langen Rhön westlich Ginolfs
  • Himmeldunkberg mit Teufelsberg, Rockenstein, Erlich
  • Holzberghang (Stengerts)
  • Feuchtbereich nördlich Oberwildflecken, Oberlauf der Sinn
  • Feuchtwiesen-/Magerrasen-/Blockfelderkomplex am Kreuzberg
  • Oberes Kellersbachtal mit Hängen
  • Naturraum Vorder- und Kuppenrhön
  • Dreistelz, Mettermich und Schildecker Berg
  • Sinngrund
  • Erweiterung NSG „Weyhershauk“

Naturraum Südrhön einschließlich Sandsteinspessart

  • Oberes Kellersbachtal mit Hängen
  • Schwedenberg bei Elfershausen
  • Trockengebiete nördlich Diebach
  • Schondra- und Weißenbachtal
  • Erweiterung Neuwirthshauser Forst
  • Erweiterung Schwarze Berge
  • Schmalwasser- und Premichtal
  • Sinngrund
  • Ostabfall der Langen Rhön – Rother Berg, Altenfeld/Lichtenstein, Reutwald/
    Krummes Loh
  • Erweiterungen NSG „Steinberg und Wein-Berg“
Naturraum Grabfeldgau
  • Mittelwald „Gücklert“ bei Großwenkheim
  • Milzaue und Grünlandbereiche bei Irmelshausen
  • Münchholz, Spitalwald und Dienerholz nördlich Bad Königshofen
  • Gestenholz, Höhberg und Lahnberg östlich Herbstadt/nördlich Eyershausen
  • Altenberghänge nördlich Bad Neustadt
  • Nassacher Haßbergetrauf verbunden mit Lauertalhängen
  • Wolfshügel-Altenberg mit Ostheimer Wiesen
  • Geißlerniederung bei Nassach
  • Eichen-Hainbuchenwälder zwischen Römershofen und Haßfurt

Naturraum Wern-Lauer-Platte

  • Erweiterung Wurmberg/Possenberg
  • Maßberg bei Maßbach
  • Trockengebiete nördlich und östlich Münnerstadt
  • Altenberg und Schlossberg bei Nüdlingen
  • Osterberg bei Bad Kissingen
  • Engenthaler Hang
  • Trockengebiete um Fuchsstadt
  • Mager- und Trockenrasen bei Obereschenbach
  • Erthaler Kalkberge
  • Höhberge bei Burglauer
  • Muschelkalkhänge bei Wülfershausen/Schweinfurt

Naturraum Schweinfurter Becken einschließlich Mittleres Maintal

  • Maintalauen
  • Schonunger Mainaue
  •  Unkenbachaue
  • Hirtenbachaue mit Grafenrheinfelder Seen

Naturraum Hesselbacher Waldland

  • Wässernachtal
  • Hausener Talhänge
  • Steinacher Talhänge
  • Maßberg bei Maßbach

Naturraum Steigervorwaldland

  • Altach-Erlenschlag und Mönchsgrube südlich Haßfurt
  • Unkenbachaue
  • Dürrfelder Wald
  • Schonunger Mainaue
  • Erweiterung NSG „Vogelfreistätte Graureiherkolonie bei Dippach a.M.“
  • Erweiterung NSG „Altmain und Sandmagerrasen bei Limbach“
  • Böhlgrund-Neuhauser Forst südlich Eschenau

Naturraum Steigerwald

  • Spitzberg-Gänsleite-Hermannsberg bei Limbach
  • Lochbachtal westlich Eltmann
  • Steigerwaldtrauf bei Zell a.Ebersberg
  • Böhlgrund-Neuhauser Forst südlich Eschenau
  • Schäßbachtal bei Kirchaich
  • Prüßberger Trauf
  • Erweiterung NSG Spitalgrund –Oberes Volkachtal

Naturraum Haßberge

  • Judenhügel und Trockenhänge bei Kleinbardorf und Sulzfeld
  • Nassacher Haßbergetrauf verbunden mit Lauertalhängen
  • Baunachquellkomplex und Kimmelsbachaue westlich Bundorf
  • Wolfshügel-Altenberg mit Ostheimer Wiesen
  • Wiesentäler im Bramberger Wald und Goßmannsdorfer Forst
  • Haßbergetrauf und Krumbachquellgebiet östlich Königsberg
  • Ebelsbachtal mit Seitentälern, Künzberg und Keupersandsteinbrüchen
  • Maintalhänge: Kapellenberg-Steinbach-Ost
  • Erweiterung NSG Hohe Wann
  • Erweiterung NSG Ebelsberg

Naturraum Itz-Baunach-Hügelland

  • Basaltsteinbruch Zeilberg, Rhätsandsteinbrüche Rauhberg und Eichelberg
  • Baunachquellkomplex und Kimmelsbachaue westlich Bundorf
  • Weisachaue bei Voccawind
  • Merzbacherpoint südwestlich Wüstenwelsberg
  • Baunachtal zwischen Lohr und Frickendorf
  • Alsteraue bei Memmelsdorf und Dürrenried
  • Baunachaue zwischen Ebern-Sendelbach mit Hetschingsmühle
  • Erweiterung NSG Galgenberg – Goßberg
  • Erweiterung NSG Simonsberg – Fuchsrangen
 

Natürliche und naturnahe Gebiete mit naturraumtypischen oder gefährdeten Lebensgemeinschaften, die den Arten als Kernlebensräume dienen, sollen dauerhaft erhalten und naturschutzrechtlich gesichert werden. Als Naturschutzgebiete sollen in der Region alle größeren, aus naturschutzfachlicher Sicht hochwertigen Lebensräume unter Schutz gestellt werden. Im einzelnen bestehen kurz- bis mittelfristig für folgende Gebiete Naturschutzgebietsplanungen

9.1.2 Geplante Naturschutzgebiete

Tabelle 9.3:     Geplante Naturschutzgebiete

Schutzgebietsbezeichnung

Kurzbeschreibung

Fläche

Naturraum Hohe Rhön (354)

Guckaspass Laubwald mit Kalktuffquellen 65 ha

Salkenberg mit Fladunger Streuwald und Leubachtalhänge

Komplex aus Extensivgrünland, Hecken und Laubwald

ca. 650 ha

Erweiterungen NSG
„Lange Rhön“

  • Bereich Sennhütte/
  • Moorschlinge

Zwischenmoor-/Grünland-/Laubwaldkomplex

ca. 100 ha

Ostabfall der Langen Rhön

  • Rother Berg
  • Altenfeld/Lichtenstein
  • Reutwald/Krummes Loh

Laub-/Mischwälder mit aufgelassenen Steinbrüchen und stehenden Gewässern

ca. 450 ha

Teilflächen in der Südrhön

Ostabhang der Langen Rhön westlich Ginolfs

Wechsel von Gehölz-/Laubwaldstrukturen mit Extensivwiesen

ca. 500 ha

Himmeldunkberg mit
Teufelsberg, Rockenstein, Erlich

großflächiger Borstgrasrasen-/Extensivgrünlandkomplex mit bedeutender Vernetzungsfunktion für wertbestimmende Vogelarten (u.a. Birkhuhn); ausgedehntes Heckengebiet; Laubwald

ca. 650 ha

Holzberghang (Stengerts)

aufgelassenes Basaltsteinbruchgelände mit vielfältigen Sukzessionsstadien, Laubwald

ca. 40 ha

Feuchtbereich nördlich Oberwildflecken, Oberlauf der Sinn

Feuchtgebiet (Fortsetzung der Strukturen des NSG); Lebensraum wertbestimmender Kleinsäuger im Sinntal

ca. 40 ha

Feuchtwiesen-/Magerrasen-/Blockfelderkomplex am Kreuzberg

Komplex von Extensivgrünlandstrukturen; Basaltblockhalde

ca. 80 ha

Oberes Kellersbachtal mit Hängen

Feucht-Mager-Grünlandkomplex im Wechsel Gehölz-/Waldstrukturen, Fließgewässer

ca. 200 ha

Teilflächen in der Südrhön

Naturraum Vorder- und Kuppenrhön (353)

Dreistelz, Mettermich und Schildecker Berg typische Vertreter der Kuppenrhön, dominierende Laubwälder auf Basaltkuppen ca. 200 ha

Sinngrund

naturnaher Bachlauf mit Biberlebensräumen

ca. 315 ha

Teilflächen in der Südrhön

Erweiterung NSG „Weyhershauk“

Komplex aus Kalkmagerrasen und unterschiedlichen Gehölzstrukturen

ca. 20 ha

Naturraum Südrhön (140) - einschließlich Sandsteinspessart (141)

Oberes Kellersbachtal mit Hängen

Feucht-Mager-Grünlandkomplex im

Wechsel Gehölz-/Waldstrukturen, Fließgewässer

ca. 200 ha

Teilflächen in der Hohen Rhön

Schwedenberg bei Elfershausen

Mager- und Trockenrasen

ca. 45 ha

Trockengebiete nördlich Diebach

Mager- und Trockenrasen

ca. 250 ha

Schondra- und Weißenbachtal

naturnahe Bachtäler

ca. 350 ha

Erweiterung Neuwirthshauser Forst

Feuchtwälder und  Waldwiesen

ca. 1.800 ha

Erweiterung „Schwarze Berge“

Hochlagen mit weiträumigen, mosaikartig verzahnten, vielgestaltigen Wiesengesellschaften mit Schwerpunkt Storchschnabel-Goldhaferwiese (Geranio-Trisetetum) sowie Borstgrasrasen, Feuchtgebieten und Laubwaldflächen

ca. 140 ha

Schmalwasser- und Premichtal

naturnahe Bachtäler mit großflächigen Hochstaudenfluren

ca. 145 ha

Sinngrund

naturnaher Bachlauf mit Biberlebensräumen

ca. 315 ha

Teilflächen in der Vorder- u. Kuppenrhön

Ostabfall der Langen Rhön

  • Rother Berg
  • Altenfeld/Lichtenstein
  • Reutwald/Krummes Loh

Laub-/Mischwälder mit aufgelassenen Steinbrüchen und stehenden Gewässern

ca. 450 ha

Teilflächen in der Hohen Rhön

Erweiterungen NSG
„Steinberg und Wein-Berg“

Mosaikartiger Wechsel von Hecken und Extensivgrünland (Fortsetzung der Strukturen des NSG-Teils „Steinberg“)

ca. 100 ha

Naturraum Grabfeldgau (138)

Mittelwald „Gücklert“ bei Großwenkheim intakter Mittelwald mit endemischer Flora ca. 185 ha

Milzaue und Grünlandbereiche bei Irmelshausen

Feuchtgrünlandkomplex mit Fließgewässern

ca. 100 ha

Münchholz, Spitalwald und Dienerholz nördlich Bad Königshofen

Laubwaldkomplexe; Strukturen einer Mittelwaldnutzung

ca. 150 ha

Gestenholz, Höhberg und Lahnberg östlich Herbstadt/nördlich Eyershausen

Komplex aus Magerrasen auf Keuper, Gebüsch- und Waldstrukturen; mit vorgelagerten Magerrasen-, Streuobst- und Gebüschstrukturen

ca. 500 ha

Altenberghänge nördlich Bad Neustadt

Kalkmagerrasen, aufgelassener Muschelkalkbruch, lichte Kiefernwälder

ca. 80 ha

Nassacher Haßbergetrauf verbunden mit Lauertalhängen

artenreiche und naturnahe Waldbestände am landschaftsprägnanten Haßbergeanstieg; sekundäre Eichen-Hainbuchenwälder und Säume; Heckengebietskomplexe mit zusammenhängenden Magerstandorten: Salbei-Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen und Streuobstbeständen. Plateaulagen mit Talhängen des Lauersystems: Halbtrockenrasen, Gebüsche, Wälder

ca. 1660 ha

Wolfshügel-Altenberg mit Ostheimer Wiesen

steile Lias-Hangstufe mit Basaltkegel, naturnahe Waldtypen mit artenreichen Säumen; Trockenstandorte mit Hecken- und Streuobstkomplexen verzahnt; Wiesenbrüterareal mit seggenreichem Feuchtwiesenkomplex und naturnahem Bachlauf

ca. 500 ha

Teilflächen im Naturraum Haßberge

Geißlerniederung bei Nassach

weitflächige Bachniederung, dem Haßbergetrauf vorgelagert mit extensiv genutzten Feucht- und Nasswiesen, die Stromtalwiesencharakter besitzen (Viola pumila), Wiesenbrüterareal; am Niederungsrand zwei mittelwaldartig genutzten eichen-Hainbuchenwäldchen

ca. 92 ha

Eichen-Hainbuchenwälder zwischen Römershofen und Haßfurt

artenreiche, feuchtfrische, naturnahe Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder mit noch ursprünglichem Charakter am Rand der Nassachaue gelegen; Restbestände landesweit bedeutsamer Pflanzenvorkommen (verschiedene Veilchenarten)

ca. 95 ha

Naturraum Wern-Lauer-Platten (135)

Erweiterung Wurmberg/Possenberg

Pontische Flora, Mittelwald

ca. 170 ha

Maßberg bei Maßbach

Laubwald mit Diptam

ca. 195 ha

Teilflächen im Hesselbacher Waldland

Trockengebiete nördlich und östlich Münnerstadt

Mager- und Trockenrasen

ca. 108 ha

Altenberg und Schlossberg bei Nüdlingen

Mager- und Trockenrasen

ca. 30 ha

Osterberg bei Bad Kissingen

Mager- und Trockenrasen

ca. 17 ha

Engenthaler Hang

Steppenheide und Laubwald

ca. 120 ha

Trockengebiete um Fuchsstadt

Mager- und Trockenrasen

ca. 160 ha

Mager- und Trockenrasen bei Obereschenbach

Mager- und Trockenrasen

ca. 30 ha

Erthaler Kalkberge

Mager- und Trockenrasen, Steppenheide und Laubwald

ca. 760 ha

Höhberge bei Burglauer

Kalkmagerrasen, Felsflur, Kiefernwald

ca. 40 ha

Muschelkalkhänge bei Wülfershausen/Schweinfurt

Buchenwaldstandorte im oberen Muschelkalk

ca. 247 ha

Naturraum Gäuplatten im Maindreieck (134)

     
Naturraum Schweinfurter Becken (136) - einschließlich Mittleres Maintal (133)
Maintalauen Feuchtbiotope und Wiesenstandorte der Maintalalluvione ca. 326 ha

Schonunger Mainaue

Feuchtgebiete der Mainaue mit angrenzenden Wiesen und Eichen-Hainbuchenwäldern guter Vegetationsausstattung

ca. 397 ha

Teilflächen im Steigerwaldvorland

Unkenbachaue

Auenlandschaft eines markanten Baches im Steigerwaldvorland mit artenmäßig herausragenden Feuchtgebieten

ca. 289 ha

Teilfläche im Steigerwaldvorland

Hirtenbachaue mit Grafenrheinfelder Seen

Auenlandschaft und Vogelschutz

ca. 191 ha

Naturraum Hesselbacher Waldland (139)

Wässernachtal strukturreiches, naturnahes Wiesental mit hochwertigem Bachlauf, durchgehendem Ufergehölzsaum und Auwaldpartien, besonders amphibienreich; feuchte Hangwaldbereiche mit wertvollen schlucht- und edelholzreichen Buchen- und Eichenmischwaldbeständen ca. 1.544 ha

Hausener Talhänge

Halbtrockenrasen im Muschelkalk

ca. 135 ha

Steinacher Talhänge

Halbtrockenrasen im Muschelkalk

ca. 46 ha

Maßberg bei Maßbach

Laubwald mit Diptam

ca. 195 ha

Teilflächen in den Wern-Lauer-Platten

Naturraum Steigerwaldvorland (137)

Altach-Erlenschlag und Mönchsgrube südlich Haßfurt naturnaher Maintalabschnitt (Gleitbogen) mit Stromtalwiesen (starkes Kleinrelief, Auemulden) und hohem Anteil an Feuchtwiesen, Sandmagerrasen, Gewässerlebensräumen, Hochstaudenfluren und naturnahen Auwaldrelikten; z.T. mittelwaldartige Bewirtschaftung des Eichen-Hainbuchenwaldes, natürliche Schwefel- und Eisenquellbereiche in der Aue ca. 230 ha

Unkenbachaue

Auenlandschaft eines markanten Baches im Steigerwaldvorland mit artenmäßig herausragenden Feuchtgebieten

ca. 289 ha

Teilfläche im Schweinfurter Becken

Dürrfelder Wald

Eichen-Hainbuchenwald im Gipskeuper mit Erdfällen

ca. 168 ha

Schonunger Mainaue

Feuchtgebiete der Mainaue mit angrenzenden Wiesen und Eichen-Hainbuchenwäldern guter Vegetationsausstattung

ca. 397 ha

Teilflächen im Schweinfurter Becken

Erweiterung NSG „Vogelfreistätte Graureiherkolonie bei Dippach a.M.“

Teil des Maintals mit Wiesen, Baggersee, Mainaltwasser und bewaldetem, nordostexponiertem Hang aus Eichen-Hainbuchenwald mit Schluchtwaldanteilen, in dessen Baumbestand sich zahlreiche Horste des Graureihers befinden

ca. 37 ha

Erweiterung NSG „Altmain und Sandmagerrasen bei Limbach“

Maintalabschnitt mit Baggerseen, Altmainarm, Ufergehölzen, Waldinseln, Hochstaudenfluren, Salbei-Glatthaferwiesen und kleinflächigen Sandmagerrasen

ca. 49 ha

Böhlgrund-Neuhauser Forst südlich Eschenau

offenes Wiesental mit naturnahem Bachlauf (seltene Fischarten) und Flachmoorresten sowie Feuchtwiesen; tief eingeschnittene Seitentäler mit halbnatürlichen Schluchtwaldpartien; Steigerwaldtrauf mit großen Buchenwäldern auf Keuper mit hoher Lebensraumvielfalt durch naturnahen Waldbau; Bechsteinfledermauslebensraum; Waldregion mit internationaler Bedeutung

ca. 2106 ha

Teilflächen im Steigerwald

Naturraum Steigerwald (115)

Spitzberg-Gänsleite-Hermannsberg bei Limbach 3-teiliger Inselberg dem Steigerwaldtrauf vorgelagert mit reich strukturierten Durchdringungskomplexen von Trockenstandorten, Magerrasen, Streuobstwiesen, wärmeliebenden Säumen und Hecken; hochwertige Lebensraumkomplexe in Keupersandsteinabbaugebieten, insbesondere Amphibien ca. 214 ha

Lochbachtal westlich Eltmann

Wiesental mit naturnahem Bachlauf, Feuchtgebietskomplex aus Quell- und Hochstaudenfluren; Säume und talrandlich Magerstandorte

ca. 60 ha

Steigerwaldtrauf bei Zell a. Ebersberg

steiler Steigerwaldtraufanstieg, Komplexlebensraum mit eng verzahnten, extensiv genutzten kleinen Weingärten im Wechsel mit Brachland- und Magerstandorten, Streuobstwiesen, Hecken und Säumen; naturnahe Waldtypen

ca. 83 ha

Böhlgrund-Neuhauser Forst südlich Eschenau

offenes Wiesental mit naturnahem Bachlauf (seltene Fischarten) und Flachmoorresten sowie Feuchtwiesen; tief eingeschnittene Seitentäler mit halbnatürlichen Schluchtwaldpartien; Steigerwaldtrauf mit großen Buchenwäldern auf Keuper mit hoher Lebensraumvielfalt durch naturnahen Waldbau; Bechsteinfledermauslebensraum; Waldregion mit internationaler Bedeutung

ca. 2106 ha

Teilflächen im Steigerwaldvorland

Schäßbachtal bei Kirchaich

offenes Wiesental mit Feuchtwiesen, z.T. anmoorig, Hochstaudenfluren und naturnahem Bachlauf besonders wertvoller Ameisenbläulingslebensraum; Taleinhänge mit Magerrasen, Streuobstwiesen und Heckenzügen

ca. 77 ha

Prüßberger Trauf

typische Kulturlandschaft des Steigerwaldtraufs mit Halbtrockenrasen und Eichen-Hainbuchenwäldern

ca. 110 ha

Erweiterung NSG Spitalgrund –Oberes Volkachtal

Wiesentalsystem mit randlichen Laubmischwaldbeständen

ca. 14 ha

Naturraum Haßberge (116)

Judenhügel und Trockenhänge bei Kleinbardorf und Sulzfeld Komplex aus Magerrasen auf Keuper, Gebüsch- und Waldstrukturen ca. 80 ha

Nassacher Haßbergetrauf verbunden mit Lauertalhängen

artenreiche und naturnahe Waldbestände am landschaftsprägnanten Haßbergeanstieg; sekundäre Eichen-Hainbuchenwälder und Säume; Heckengebietskomplexe mit zusammenhängenden Magerstandorten: Salbei-Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen und Streuobstbeständen. Plateaulagen mit Talhängen des Lauersystems: Halbtrockenrasen, Gebüsche, Wälder

ca. 1660 ha

Baunachquellkomplex und Kimmelsbachaue westlich Bundorf

hochwertiger Feuchtgebietskomplex; Wiesentälchen mit Pfeifengrasfeuchtwiesen, Großseggenrieden, Erlensumpfwald und naturnahen Fließgewässern

ca. 277 ha

Wolfshügel-Altenberg mit Ostheimer Wiesen

steile Lias-Hangstufe mit Basaltkegel, naturnahe Waldtypen mit artenreichen Säumen; Trockenstandorte mit Hecken- und Streuobstkomplexen verzahnt; Wiesenbrüterareal mit seggenreichem Feuchtwiesenkomplex und naturnahem Bachlauf

ca. 500 ha

Teilflächen im Grabfeldgau

Wiesentäler im Bramberger Wald und Goßmannsdorfer Forst

weitgehend offene, fingerartig tief in den Laubwaldkomplex hineinreichende Wiesentälchen: naturnahe Bachläufe mit überregional bedeutsamen Kleinseggensümpfen, Feuchtwiesen und Quellbereichen

ca. 1546 ha

Haßbergetrauf und Krumbachquellgebiet östlich Königsberg

naturnaher Eichenwald mit Ahorn-Eschen-Auwald; überregional bedeutsamer Feuchtgebietskomplex; naturnahe Quellbereiche und –bäche, Mähwiesen mit Hochstaudenfluren

ca. 120 ha

Ebelsbachtal mit Seitentälern, Künzberg und Keupersandsteinbrüchen

Wiesental mit Seitentälern; hochwertige Lebensraumkomplexe in den zahlreichen Sandsteinbrüchen mit amphibienreichen Feuchtbereichen; Trockenstandorte, z.T. auf Abraumhalden und Blockhalden, Gebüschpionierstadien, naturnaher Bachlauf mit Nasswiesen sowie naturnahe Waldtypen

ca. 802 ha

Maintalhänge: Kapellenberg-Steinbach-Ost

steile, südexponierte Maintalhänge mit Trockenvegetationskomplexen, insbesondere orchideenreichen Magerrasen und wärmeliebenden Säumen und Gebüschen; historisch reich strukturiertes Weinbergsgelände (Trockenmauern in Fischgrätbauweise), z.T. noch extensiv bewirtschaftet

ca. 103 ha

Erweiterung NSG Hohe Wann

komplexe Magerstandorte aus Salbei-Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen, Streuobstbeständen, aufgelassenen Weinbergen, Gebüschen und Säumen sowie Eichen-Hainbuchenwald und Hainsimsen-Buchenwald

ca. 313 ha

Erweiterung NSG Ebelsberg

ehemals überwiegend als Weinberg genutzter Südhang des Maintals mit Trockenmauern, Halbtrockenrasen, Magerrasen, Gebüschen, Streuobstbeständen, Baumgruppen und lichtem Eichenwald im oberen Teil des Hanges

ca. 48 ha

Basaltsteinbruch Zeilberg, Rhätsandsteinbrüche Rauhberg und Eichelberg

reich strukturierte Lebensraumkomplexe im Steinbruchgelände mit einer Vielzahl von Sonderstrukturkomponenten: Steilwände, Flachtümpel, Schotterflächen, Abraumhalden, Trockenstandorte, Pioniergesellschaften feucht und trocken; Vorkommen gefährdeter bundesweit bedeutsamer Pflanzenarten: Habichtskraut-, Bärlapp- und Lebermoosarten

ca. 167 ha

Baunachquellkomplex und Kimmelsbachaue westlich Bundorf

hochwertiger Feuchtgebietskomplex; Wiesentälchen mit Pfeifengrasfeuchtwiesen, Großseggenrieden, Erlensumpfwald und naturnahen Fließgewässern

ca. 277 ha

Weisachaue bei Voccawind

naturnahes Bachtal mit orchideenreichen Feucht- und Nasswiesen, z.B. anmoorig, mit Seggensümpfen und flächigem Schilfried sowie Ufergaleriewald;

Wiesenbrütergebiet

ca. 25 ha

Merzbacherpoint südwestlich Wüstenwelsberg

naturnaher Hainsimsen-Hangbuchenwald, z.T. schluchtartig, mit natürlichen Silikatfelsen (Felsspaltenvegetation) und bemerkenswert flächigem Erlensumpfwald, besonders amphibienreich

ca. 95 ha

Baunachtal zwischen Lohr und Frickendorf

naturnahes Bachtal mit hohen Feuchtwiesenanteilen, mäandrierender Bachlauf mit Hochstaudenfluren und Erlengaleriewald

ca. 140 ha

Alsteraue bei Memmelsdorf und Dürrenried

langgestrecktes Wiesenbachtal mit naturnahem Bachlauf, Erlenwäldchen und Ufergaleriewald, Feuchtwiesen sowie Hochstaudenfluren; Lebensraum des Schwarzblauen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, größtes Bachmuschelvorkommen im Naturraum

ca. 110 ha

Baunachaue zwischen Ebern-Sendelbach mit Hetschingsmühle

bis 500 m breites naturnahes Bachtal in Wiesennutzung, hoher Feuchtwiesenanteil, Wiesenbrütergebiet, mäandrierender Bachlauf mit begleitenden Auwaldpartien; kleinreliefreiche, gut strukturierte Talhänge mit verzahnten Biotopkomplexen aus Halbtrockenrasen und Heckenzügen; Vorkommen von Weißstorch, Eisvogel und Blaukehlchen; größte Mausohrkolonie im Landkreis Hassberge; Vorkommen beider Wiesenknopf-Ameisenbläulingsarten

ca. 280 ha

Erweiterung NSG Galgenberg – Goßberg

hufeisenförmig um das Altenstein-Plateau gelagerte Lias-Hangstufe mit einem reizvollen Nebeneinander von lichtem Kiefernwald, lückigem Buchen-/Hainbuchenwald, Gebüschen, Säumen (Geranio-Peucedanetum cervarie), Magerrasen (Gentiano-Koelerietum), Halbtrockenrasen mit Linum tenuifolium, Mähwiesen und Streuobstflächen

ca. 103 ha

Erweiterung NSG Simonsberg – Fuchsrangen

Hangbereiche am Rande des Baunachtales mit Halbtrockenrasen (z.B. Enzian-Schillergrasrasen), Säumen (z.B. Hirschwurzsaum), Gebüschen und lichten Waldbereichen

ca. 14 ha


Zur Erhaltung, Sicherung und Pflege der geplanten Naturschutzgebiete sollen folgende Grundsätze beachtet werden:

  • bis zur naturschutzrechtlichen Sicherung der Gebiete soll auf die Erhaltung der Gebiete und deren hochwertigen Zustand geachtet werden.
  • zusätzliche Flächeninanspruchnahmen durch andere Nutzungen sowie beeinträchtigende Nutzungen der Gebiete oder benachbarter Gebiete sollen grundsätzlich unterbleiben.
  • insbesondere sollen nachteilige Veränderungen des Standortes, vor allem Eingriffe in den Bodenwasserhaushalt unterbleiben.
 


Aufgrund der langwierigen Verfahrenswege und der personellen Unterbesetzung der Höheren Naturschutzbehörde kann mittelfristig nur für eine beschränkte Anzahl der aufgeführten Schutzgebietsvorschläge ein Inschutznahmeverfahren eingeleitet werden. Um die hohe Lebensraumfunktion der vorgeschlagenen Naturschutzgebiete bis zu ihrer Unterschutzstellung zu erhalten, sollen deshalb bestandserhaltende und -fördernde Maßnahmen durchgeführt werden. So können durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln und Pflegeprogrammen, Bewirtschaftungsvereinbarungen und naturschutzfachliche Beratungen wichtige Erhaltungsziele auch ohne Ausweisungsverfahren erreicht werden. Die notwendigen Pflegemaßnahmen sind mit den Naturschutzbehörden abzustimmen. Hierzu sollen Pflege- und Entwicklungskonzepte für die vorgeschlagenen Gebiete erarbeitet werden. Langfristig sollen die Maßnahmen in die rechtliche Sicherung der vorgeschlagenen Gebiete münden.
Zusätzliche Flächeninanspruchnahmen durch andere Nutzungen sowie problematische Nutzungsumwidmungen (Eingriffe) führen unmittelbar zu einer starken Minderung der hohen Lebensraumqualität der vorgeschlagenen Schutzgebiete. Deshalb sollen in diesen Gebieten und in ausreichend großen, benachbarten Pufferflächen Eingriffe wie Abbau, Bebauung, Verkehrstrassierungen, Zerschneidungen durch Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Aufforstungen nicht erfolgen.
Lebensräume seltener Arten zeichnen sich häufig durch extreme Standortbedingungen aus. Wertvolle Lebensgemeinschaften befinden sich vor allem auf trockenen, feuchten bis nassen oder nährstoffarmen Standorten. Durch Veränderungen ihrer Standortbedingungen sind sie deshalb stark gefährdet. Deshalb sollen die Standorte der schutzwürdigen Bestände keine Veränderung durch Nährstoffeinträge, Veränderungen des Bodenprofils, Entwässerungen oder Grundwasserabsenkungen erfahren. In beeinträchtigten Gebieten sollen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die ursprünglichen Standortvoraussetzungen wiederherzustellen.


 

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