9 Schutzgebiete

Durch ein abgestuftes System von Schutzgebieten sollen in der Region Main-Rhön naturnahe Landschaften, typische Kulturlandschaften und besonders erlebnisreiche Landschaften nachhaltig gesichert werden. Insbesondere sollen durch das Schutzgebietssystem Lebensräume naturraumtypischer und seltener Arten als Kernbereiche eines regionalen Biotopverbundsystems nachhaltig gesichert werden.

Als ökologische Schwerpunkträume des Schutzgebietssystems sollen vorrangig die folgenden Landschaftsräume erhalten bzw. entwickelt werden:

  • Lange Rhön
  • Hangwaldgebiet südlich des Heidelstein
  • Waldreiche Osthänge der Langen Rhön
  • Kulturlandschaft und Waldgebiete westlich Bischofsheim
  • Schwarze Berge
  • Kreuzbergrhön mit Osthängen
  • Truppenübungsplatz Wildflecken
  • Fluss- und Bachtäler der Hohen Rhön sowie der Vorder- und Kuppenrhön
  • Landschaften des Wellenkalkzuges in der nördlichen Vorder- und Kuppenrhön
  • Naturschutzfachlich hochwertige Waldgebiete der südlichen Vorder- und Kupenrhön
  • Tal der Fränkischen Saale in der Südrhön mit angrenzenden Steilhängen
  • Fluss- und Bachtäler der Südrhön einschließlich Sandsteinspessart
  • Naturschutzfachlich hochwertige Waldgebiete und Kulturlandschaften der Südrhön
  • Wellenkalkgebiete westlich und nördlich Hammelburg
  • Standortübungsplatz bei Mellrichstadt
  • Naturschutzfachlich hochwertige Bach- und Flusstäler der Mainfränkischen Platten
  • Naturschutzfachlich hochwertige Waldgebiete und Kulturlandschaften der Mainfränkischen Platten
  • Trockenstandorte, Nieder- und Mittelwälder im Raum Herbstadt – Trappstadt
  • Mittelwälder im Raum Großbardorf
  • Trockenstandorte auf Gipskeuper im Grabfeldgau
  • Wellenkalkgebiet der Wern-Lauer-Platten
  • Truppenübungsplatz Hammelburg
  • Strukturreiche Kerbtäler und Hangbereiche im Hesselbacher Waldland
  • Naturschutzfachlich hochwertige Maintalhänge zwischen Schweinfurt und Haßfurt sowie südlich Garstadt
  • Naturschutzfachlich hochwertige Eichen-Hainbuchenwälder des Schweinfurter Beckens und Steigerwaldvorlands
  • hochwertige Lebensräume auf Flugsand im Schweinfurter Becken und Steigerwaldvorland
  • Naturschutzfachlich hochwertige Maintalabschnitte und Gebiete im Maintal mit hohem Entwicklungspotenzial oder vorrangig bedeutsamen Auenfunktionen
  • Unkenbachtal
  • Fluss- und Bachtäler des Fränkischen Keuper-Lias-Lands
  • Naturschutzfachlich hochwertige Laubwaldgebiete und Kulturlandschaften des Steigerwalds
  • Steigerwaldtrauf sowie Maintalhänge östlich Sand
  • Haßbergetrauf sowie Maintalhänge östlich Zeil
  • Naturschutzfachlich hochwertige Waldgebiete und Kulturlandschaften der Haßberge und des Itz-Baunach-Hügellands
  • Standortübungsplatz Ebern
  • Trockenstandorte und Mittelwälder östlich Trappstadt.

Innerhalb der genannten Gebiete sollen die Kernlebensräume naturraumtypischer und regional sowie überregional bedeutsamer Arten als Naturschutzgebiete gesichert werden.

 

Aufgrund ihrer hohen Biotopausstattung sowie ihrer hochwertigen und großflächigen Lebensräume eignen sich die o.g. Gebiete besonders als ökologische Schwerpunkträume und Kernbereiche eines regionalen Biotopverbundsystems. Aufgrund der besonderen Vernetzungsfunktion im regionalen und teils auch landesweiten Biotopverbund wird diese Eignung in der Region Main-Rhön vor allem im Bereich der Fluss- und Bachtäler, des Wellenkalkzugs sowie des Haßberge- und Steigerwaldtraufs zusätzlich unterstützt. Deshalb sollen großflächige Kernlebensräume des Schutzgebietssystems vor allem in den genannten Landschaftsräumen entwickelt werden.

Als Naturschutzgebiete sollen in der Region Main-Rhön insbesondere größere naturschutzfachlich hochwertige Gebiete gesichert werden, die Kernlebensräume innerhalb der landschaftlichen Vorranggebiete oder innerhalb regionaler Biotopverbundachsen darstellen und in denen zur Erhaltung bestimmter Lebensräume und Lebensgemeinschaften ein besonderer Schutz erforderlich ist.  

Natürliche und naturnahe Gebiete mit naturraumtypischen oder gefährdeten Lebensgemeinschaften, die den Arten als Kernlebensräume dienen, sollen dauerhaft erhalten und naturschutzrechtlich gesichert werden. Als Naturschutzgebiete sollen in der Region alle größeren, aus naturschutzfachlicher Sicht hochwertigen Lebensräume unter Schutz gestellt werden. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet kann aus ökologischen, wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit eines Gebiets angebracht sein (vgl. Art. 7 BayNatSchG).


Als Landschaftsschutzgebiete sollen in der Region Main-Rhön insbesondere Gebiete gesichert werden,

  • die innerhalb der sowie zwischen den oben genannten ökologischen Schwerpunkträumen zur Sicherung und Entwicklung eines regionalen Biotopverbundes zwischen den Kernlebensräumen notwendig sind,
  • die als Erholungslandschaften und Landschaften mit außergewöhnlichem Erscheinungsbild eine besondere Bedeutung besitzen.
 

In Landschaftsschutzgebieten stehen neben Arten- und Biotopschutzaspekten das landschaftliche Erscheinungsbild, die Erholungseignung und raumgliedernde Funktionen meist im Vordergrund. In der Regel handelt es sich bei diesen Landschaften um weitgehend traditionell geprägte Kulturlandschaften mit überdurchschnittlichen Wald-, Grünland- und Biotopanteilen (vgl. Art. 10 BayNatSchG).
In der Region Main-Rhön sollen vorrangig solche Flächen als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden, die für eine ausreichende funktionale Vernetzung der Kernlebensräume untereinander notwendig sind und die Kernlebensräume vor beeinträchtigenden Einflüssen durch umgebende Nutzungen schützen.
Dazu gehören zunächst die ökologischen Schwerpunkträume. Durch ihre Ausweisung als Landschaftsschutzgebiete soll eine ausreichende funktionale Verknüpfung der Kernlebensräume innerhalb der Schwerpunkträume sichergestellt werden.
Zur Schaffung von Verbindungskorridoren zwischen den ökologischen Schwerpunkträumen sollen darüber hinaus
  • bestehende Verbundachsen
  • Flächen mit wertvollen Lebensräumen bzw. in Ansätzen vorhandenem Entwicklungspotenzial und
  • Flächen, die aufgrund ihrer räumlichen Lage zum Aufbau eines intakten Verbundsystems zwischen den ökologischen Schwerpunkträumen benötigt werden

als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden.
Als Landschaftsschutzgebiete vorrangig gesichert werden sollen auch siedlungsnahe Erholungsbereiche und Gebiete, denen bei weiterer Siedlungsentwicklung eine besondere Erholungsfunktion zukommen wird, sowie bestehende, attraktive Erholungsgebiete.
Weiterhin kann eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet auch für Gebiete sinnvoll sein, in denen die Schutzgüter Boden und Wasser durch menschliche Nutzungen nachhaltig beeinträchtigt werden; durch geeignete Bewirtschaftungsvereinbarungen soll hier auf eine Minderung bestehender Belastungen hingewirkt werden.

Besonders wertvolle kleinflächige Lebensräume, die der Unterstützung des Systems der großräumigen Schutzgebiete dienen oder das regionale Biotopverbundsystem auf lokaler Ebene ergänzen können, und markante Einzelelemente, die wesentlich zur Schönheit bzw. Erlebniswirksamkeit der Landschaft beitragen, sollen als Naturdenkmale, Landschaftsbestandteile und Grünbestände gesichert werden.  

Kleinflächige Lebensräume können innerhalb eines Biotopverbundsystems wichtige Trittsteinfunktionen übernehmen und somit die Funktionsfähigkeit des Verbundsystems stärken.
In der Region Main-Rhön sollen daher kleinflächige Lebensräume, die aufgrund ihrer Ausprägung oder des dort vorhandenen Entwicklungspotenzials dazu geeignet sind, das regionale Biotopverbundsystem in seiner Funktionsfähigkeit zu unterstützen bzw. dieses auf lokaler Ebene zu ergänzen, in das Schutzgebietssystem einbezogen werden.
Kleinflächige Landschaftselemente können darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für den Abwechslungs- und Erlebnisreichtum einer Landschaft leisten. Kleinflächige Landschaftsteile und Einzelelemente, die aufgrund ihrer besonderen Ausprägung oder ihres außergewöhnlichen Erscheinungsbildes von besonderer Bedeutung für die Belebung des Landschaftsbildes bzw. für die Erhöhung der Erlebniswirksamkeit sind, sollen daher ebenfalls in das Schutzgebietssystem aufgenommen werden.
Die Sicherung dieser wertvollen kleinflächigen Lebensräume und Landschaftselemente soll durch ihre Ausweisung als Naturdenkmal, Landschaftsbestandteil oder Grünbestand erfolgen.

 


 

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